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Elias Canettis 'Die Blendung' - typische österreichische Nationalliteratur?

Title: Elias Canettis 'Die Blendung' - typische österreichische Nationalliteratur?

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,75

Autor:in: M.A. Marcus Puknatis (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der Absturz des Sinologen Dr. Peter Kien von einem weltfremden Menschen
(Ein Kopf ohne Welt) zu einem in einer chaotischen Welt lebenden
Menschen (Kopflose Welt) bis hin zu einem völlig von der „realen“ Welt
abgeschnitten lebenden Menschen (Welt im Kopf) stellt die grobe
Rahmenhandlung des Romans „Die Blendung“ von Elias Canetti dar.
Der Roman gestaltet in grotesker Überzeichnung den Zusammenprall von
Geisteswelt und Instinkten der Masse. Er ist eine Metapher für die
Auseinandersetzung des Kopfes mit der Wirklichkeit der Welt. Ein Mensch in
der Schwebe, zwischen „Wirklichkeit und Möglichkeit“, Bewusstsein und
Wahnsinn, realer Welt und Utopie.
Im Folgenden soll untersucht werden, in wie weit Elias Canetti als typisch
österreichischer Autor und sein Roman „Die Blendung“ als typische
österreichische Nationalliteratur bezeichnet werden kann. Hierzu werde ich
einen kurzen historischen Exkurs von der Jahrhundertwende bis zum Ende
des Zweiten Weltkrieges vornehmen und untersuchen, welche
charakteristischen Merkmale sich für Autoren aus dem österreichischen,
bzw. ehemals österreichisch-ungarischen Raum, ableiten lassen. Für das
bessere Verständnis meiner Arbeit, werde ich zunächst mit einer kurzen
Inhaltsangabe des Romans beginnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wesensmerkmale österreichischer Literatur

2.1. Inhaltsangabe

2.2. Grundkomponenten der österreichischen Literatur

2.3. Historischer Exkurs

2.3.1. Das Nationalbewusstsein Österreichs

2.3.2. Die Geschehnisse der Zeit

2.4. Das Entstehen österreichischer Literaturmerkmale

2.5. Merkmale österreichischer Nationalliteratur

2.6. Textanalyse

2.6.1. Peter Kien und Therese Krumbholz

2.6.2. Erläuterungen

3. Die Blendung – Ein Werk österreichischer Nationalliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Elias Canettis Roman „Die Blendung“ auf seine Charakterisierung als typisch österreichische Nationalliteratur. Dabei wird analysiert, wie historische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen des österreichischen Raumes, wie etwa das Spannungsfeld zwischen „Wirklichkeit und Möglichkeit“ sowie die spezifische Sprachproblematik, in den Figurenkonstellationen und im narrativen Stil des Werkes reflektiert werden.

  • Historische Entwicklung des österreichischen Nationalbewusstseins
  • Kritische Analyse von Literaturmerkmalen in der Zwischenkriegszeit
  • Groteske Darstellung des Zusammenpralls von Geisteswelt und Instinkten
  • Sprachphilosophische Aspekte und die Rolle des Wiener Dialekts
  • Metaphorik von „Wirklichkeit und Möglichkeit“ im Roman

Auszug aus dem Buch

2.6.1. Peter Kien und Therese Krumbholz

Der Privatgelehrte und Sinologe Dr. Peter Kien, dessen Heiligtum und für ihn wichtigster Besitz seine eigene 25.000 Bücher umfassende Bibliothek ist, beschließt, da er seine Bücher stets gut gepflegt und umsorgt wissen möchte, eine Haushälterin (Wirtschafterin) anzustellen. Er setzt daher eine Annonce in die Zeitung: „Gelehrter mit Bibliothek von ungewöhnlicher Größe sucht verantwortungsbewußte Haushälterin. Nur charaktervollste Persönlichkeiten wollen sich melden. Gesindel fliegt die Treppe hinunter. Gehalt Nebensache.“ (vgl.Canetti,S.25) Angezogen von dieser verheißungsvollen Anzeige, meldet sich Therese Krumbholz bei Peter Kien: „Therese Krumbholz hatte damals einen guten Posten, auf dem sie sich soweit wohl fühlte. Sie laß täglich, bevor sie ihrer Herrschaft das Frühstück anrichtete, den Annonceteil des „Tagblatts“ gründlich durch, um zu wissen, was in der Welt vorgeht. Sie dachte nicht daran, ihr Leben bei dieser gewöhnlichen Familie zu beschließen. Sie war noch eine junge Person, keine 48 Jahre alt, und wollte am liebsten zu einem alleinstehenden Herrn [...] Diesmal stach ihr die Annonce gewaltig in die Augen. Bei „Gehalt Nebensache“ blieb sie hängen und las die Sätze, die durch gleichmäßigen fetten Druck hervorgehoben waren, einige Male von rückwärts nach vorwärts durch. Es schmeichelte ihr, sich als charaktervollste Persönlichkeit vorzustellen.“ (vgl.Canetti,S.25) Therese wittert ihre Chance, durch Peter Kien endlich zu Geld und einer gesellschaftlich höheren Position zu kommen. Immerhin ist Kien ein alleinstehender Akademiker, der eine Vierzimmer -Wohnung in der Stadt, eine Bibliothek und sicherlich auch ein gewisses Vermögen („Gehalt Nebensache“) sein Eigen nennen kann. Aus diesem Grund schafft sie es irgendwie, Kien dazu zu bringen, sie zu heiraten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Rahmenhandlung des Romans „Die Blendung“ ein und formuliert die Forschungsfrage, ob Canettis Werk als typisch österreichische Nationalliteratur klassifiziert werden kann.

2. Wesensmerkmale österreichischer Literatur: Dieses Kapitel liefert eine Inhaltsangabe und bettet den Roman in den historischen und gesellschaftlichen Kontext der österreichischen Zwischenkriegszeit ein, um Literaturmerkmale zu identifizieren.

2.1. Inhaltsangabe: Es wird der Handlungsverlauf von Dr. Peter Kien und seiner Beziehung zu Therese Krumbholz sowie Fischerle bis zu seinem Suizid nachgezeichnet.

2.2. Grundkomponenten der österreichischen Literatur: Hier wird die Notwendigkeit erläutert, den Roman vor dem Hintergrund der historischen Entstehungsgeschichte österreichischer Literatur zu betrachten.

2.3. Historischer Exkurs: Dieses Kapitel beleuchtet das österreichische Nationalbewusstsein und die sozio-politischen Geschehnisse der Zeit.

2.3.1. Das Nationalbewusstsein Österreichs: Theoretische Abgrenzung und Definition einer Nation im Kontext Österreichs wird erörtert.

2.3.2. Die Geschehnisse der Zeit: Der Einfluss von Revolutionen, Kriegen und der Zerfall der Donaumonarchie auf das Identitätsgefühl werden analysiert.

2.4. Das Entstehen österreichischer Literaturmerkmale: Untersuchung der gesellschaftlichen Umbrüche nach dem Ersten Weltkrieg und deren Einfluss auf die literarische Darstellung der Realität.

2.5. Merkmale österreichischer Nationalliteratur: Konkretisierung der zentralen Charaktermerkmale, insbesondere der Skepsis gegenüber der Gesellschaft und der Paradoxie von „Wirklichkeit und Möglichkeit“.

2.6. Textanalyse: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf eine ausgewählte Textstelle des Romans.

2.6.1. Peter Kien und Therese Krumbholz: Detailanalyse der Beziehung der beiden Figuren und deren wahnhafte Logik.

2.6.2. Erläuterungen: Zusammenfassende Interpretation der Textstelle im Hinblick auf die Sprachproblematik und die Parallelexistenzen der Figuren.

3. Die Blendung – Ein Werk österreichischer Nationalliteratur: Fazit, in dem die Argumente für die Einordnung des Romans als österreichische Nationalliteratur zusammengeführt werden.

Schlüsselwörter

Elias Canetti, Die Blendung, österreichische Literatur, Nationalliteratur, Peter Kien, Therese Krumbholz, Wirklichkeit und Möglichkeit, Sprachproblematik, Wiener Moderne, Zwischenkriegszeit, mentale Welt, Identitätsverlust, soziale Unmoral, Gesellschaftskritik, Parallelexistenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Elias Canettis Roman „Die Blendung“ unter dem Gesichtspunkt seiner Verortung innerhalb der österreichischen Nationalliteratur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen das historische österreichische Nationalbewusstsein, die soziopolitische Situation der Zwischenkriegszeit sowie literaturwissenschaftliche Aspekte wie die Sprachproblematik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Roman spezifische Merkmale österreichischer Literatur aufweist, insbesondere den Kontrast zwischen „Wirklichkeit und Möglichkeit“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse in Verbindung mit einer historischen Kontextualisierung des österreichischen Raumes vorgenommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Exkurs über Österreich, eine Definition von Literaturmerkmalen und eine detaillierte Textanalyse zentraler Charaktere.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachproblematik, wahnhafte Logik, Parallelexistenzen, Wirklichkeit und Möglichkeit sowie der spezifische Wiener Kontext.

Wie beeinflusst das Österreich-Ungarn der damaligen Zeit die Charaktere?

Der Zerfall der Strukturen und die soziale Unmoral jener Zeit spiegeln sich in der grotesken Überzeichnung der Romanfiguren wider.

Warum spielt die Sprachproblematik im Roman eine so zentrale Rolle?

Sie reflektiert die Unfähigkeit zur echten zwischenmenschlichen Kommunikation und den allgemeinen Werteverfall, was ein typisches Merkmal der österreichischen Literatur dieser Epoche ist.

Was symbolisiert die Figur Peter Kien?

Kien fungiert als Metapher für den Zusammenprall zwischen einer isolierten Geisteswelt und den rohen Instinkten einer chaotischen Wirklichkeit.

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Details

Title
Elias Canettis 'Die Blendung' - typische österreichische Nationalliteratur?
College
LMU Munich  (Institut für deutsche Philologie)
Course
Österreichische Literatur
Grade
1,75
Author
M.A. Marcus Puknatis (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V69152
ISBN (eBook)
9783638595896
ISBN (Book)
9783638802758
Language
German
Tags
Elias Canettis Blendung Nationalliteratur Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Marcus Puknatis (Author), 2002, Elias Canettis 'Die Blendung' - typische österreichische Nationalliteratur?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69152
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