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Das chinesische Bankensystem. Zwischen Reform und pfadabhängiger Transformation

Bilanz und Bewertung ausgewählter Reformparameter

Title: Das chinesische Bankensystem. Zwischen Reform und pfadabhängiger Transformation

Thesis (M.A.) , 2007 , 144 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Artium Florian Borgmann (Author)

Business economics - Economic Policy
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Nachdem Chinas Aufnahme in die WTO Ende 2001 mit der Auflage verbunden war, den Dienstleistungssektor schrittweise für ausländische Anbieter zu öffnen, ist Ende 2006 auch die letzte "Schonfrist" für den hoch konzentrierten chinesischen Bankenmarkt ausgelaufen. Zumindest formal gesehen dürfen nun Auslandsbanken ohne Beschränkungen im Inlandsmarkt aktiv werden und stellen die einheimische Bankenwelt - insbesondere die vier großen Staatsbanken - vor neue Herausforderungen.

Dabei war die Regierung im Verlauf der letzten Jahre keineswegs untätig. So haben die durchgeführten Reformen sicherlich zu attraktiveren Rahmenbedingungen im gesamten chinesischen Bankenmarkt geführt.

Doch trotz der zahlreichen Fortschritte bleibt die gewählte Restrukturierungsstrategie im chinesischen Bankensystem unvollständig. Nach wie vor weisen Schlüsselindikatoren auf die bestehenden Probleme und kommenden Herausforderungen für die chinesischen Banken auf dem Weg zu einer marktwirtschaftlichen Grundorientierung hin.

Aus einer Restrukturierungsperspektive heraus zählen hierzu insbesondere das weiterhin hohe Niveau notleidender Kredite, niedrige Eigenkapitalquoten und beachtliche Defizite in der Unternehmensführung. Hieran zeigt sich deutlich, dass die historischen Wurzeln des chinesischen Bankwesens nicht über Nacht abgeschüttelt werden können und die alten planwirtschaftlichen und beziehungsorientierten Verhaltensmaximen - insbesondere auf der regionalen Managementebene - weiterhin die Geschäftspolitik der großen Staatsbanken bestimmen.

Doch trotz aller Probleme sollte man die Bedeutung des chinesischen Bankwesens im gesamten Transformationsprozess der VR China nicht zu gering einschätzen. Dabei hat die sicherlich zweifelhafte politische Instrumentalisierung sowie die Einbindung der Staatsbanken in die regionale und überregionale Entwicklungspolitik durchaus auch einen wichtigen Beitrag zu wirtschaftlicher Prosperität und Stabilität geleistet.

Auf Grundlage dieser Perspektiven versucht der vorliegende Beitrag, der im Rahmen einer Magisterarbeit an der Ruhr - Uni Bochum verfasst wurde, den fortschreitenden Reformprozess im chinesischen Bankwesen zu fokussieren. Dabei werden insbesondere die drei Hauptreformbewegungen im Kontext der Restrukturierung, der Liberalisierung und der Regulierung eingehend thematisiert und richtungsweisende Handlungsempfehlungen für den weiteren Reformverlauf angesprochen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Neue Institutionenökonomik und Finanzsystementwicklung

3. Die Rolle der Bankenintermediation in einer Volkswirtschaft

3.1 Finanzintermediäre und ihre Bedeutung im Entwicklungsprozess

3.2 Volkswirtschaftliche Funktionen der Banken

3.2.1 Transformationsfunktionen

3.2.1.1 Losgrößentransformation

3.2.1.2 Fristentransformation

3.2.1.3 Risikotransformation

3.2.2 Aufbau und Management des Zahlungssystems

3.2.3 Informationsproduktion und Kontrollfunktion

4. Elemente einer Bankensystemreform

4.1 Restrukturierung gefährdeter Kreditportfolios

4.1.1 Weiche Budgetrestriktionen und Bedeutung für Transformationsländer

4.1.2 Lösungen zur Altschuldenproblematik in Transformationsländern

4.2 Liberalisierung

4.2.1 Ausgewählte Formen der Deregulierung im Bankensektor

4.2.1.1 Liberalisierung (geld-)politischer Parameter

4.2.1.2 Privatisierung

4.2.1.3 Auslandsbanken und Wettbewerb

4.3 Regulierung

4.3.1 Formen der Regulierung im Bankensektor

5. Die Rolle der Bankenintermediation in China

5.1 Historische Ausgangsbedingungen

5.2 Diversifizierung, Wandel und Struktur der Bankenintermediation

5.3 Die Schwächen der Finanzintermediation in China

5.3.1 Der Staat als Spieler auf dem Finanzmarkt

5.3.2 Unzureichende Anpassungen in der Bankensystemneugestaltung

5.4 Entwicklungspolitische Dimension und Determinanten des Wachstums

5.4.1 Bankaktivitäten im Entwicklungsbereich

5.4.2 Alternative Determinanten des Wachstums

5.4.2.1 Hohe Sparquote

5.4.2.2 Privater Unternehmenssektor und informelle Kapitalmärkte

5.5 Zwischenfazit

6. Zentralbereiche der Systemreform

6.1 Restrukturierung

6.1.1 Die drei Restrukturierungswellen

6.1.2 Sonstige Restrukturierungsbemühungen

6.1.2.1 Effizienzfördernde Maßnahmen

6.1.2.2 Bemühungen in anderen Bankinstitutionen

6.2 Liberalisierungsschritte

6.2.1 Die Einführung von Markt- und Wettbewerbselementen

6.2.1.1 Zinsliberalisierung

6.2.1.2 Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO)

6.2.2 Teilprivatisierung der Staatsbanken

6.2.2.1 Die Rolle der kleineren Geschäftsbanken

6.3 Regulierung

7. Beurteilung ausgewählter Reformparameter

7.1 Restrukturierung

7.1.1 Stock – Komponente

7.1.1.1 Uneinbringliche Kreditforderungen

7.1.1.2 Die Rolle der AMCs

7.1.1.3 Eigenkapitaldecke

7.1.2 Flow – Komponente

7.1.2.1 Sektorale Komposition der Kreditvergabe

7.1.2.2 Rentabilität

7.2 Liberalisierung

7.2.1 (Lokal-)politische Interventionen und operationale Herausforderungen

7.2.2 Implementierung von Wettbewerbselementen

7.2.3 Teilprivatisierung der Staatsbanken

7.3 Regulierung und pfadabhängige Transformation

8. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Transformation des chinesischen Bankensystems von einem planwirtschaftlichen zu einem marktorientierten Modell. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle der Bankenintermediation und der Analyse der Reformbemühungen zur Bewältigung historischer Erblasten sowie der Frage, wie trotz struktureller Ineffizienzen ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum ermöglicht werden konnte.

  • Analyse der historischen Ausgangsbedingungen des chinesischen Banken- und Finanzsystems.
  • Untersuchung der Schwächen der Finanzintermediation und der Rolle des Staates als Akteur auf dem Finanzmarkt.
  • Bewertung zentraler Reformelemente wie Restrukturierung, Liberalisierung und Regulierung.
  • Erörterung der Bedeutung alternativer Finanzierungskanäle und informeller Kapitalmärkte für das Wirtschaftswachstum.
  • Beurteilung der Wirkung von Strukturreformen und Teilprivatisierungen auf die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Banken.

Auszug aus dem Buch

3.2.1.2 Fristentransformation

Die von den Kapitalgebern präferierten Kapitalüberlassungsdauern können sich von der geplanten Kapitalnutzungsdauer des Kapitalnehmers wesentlich unterscheiden. Während Realinvestitionen zur sicheren Kostenplanung häufig eine langfristige und in den Konditionen nur geringfügig veränderbare Mittelbindung erfordern (präferentiell zu geringen Zinssätzen), bevorzugen Kapitalgeber aufgrund nicht vorhersagbarer Liquiditätsbedürfnisse kurzfristige oder kurzfristig liquidierbare Anlagen (präferentiell risikolose und hochverzinsliche Anlagen). Ohne Zwischenschaltung eines Finanzintermediärs müsste ein Unternehmen seine Investitionen grundsätzlich kurzfristig und durch wenige (im Extremfall nur einen) Sparer finanzieren. Sollte ein Sparer seine Ersparnisse aufgrund eines höheren Liquiditätsbedarfs kurzfristig abziehen müssen, müsste das Unternehmen seine Investition abbrechen. Dies ist jedoch oft nur mit großen Verlusten möglich und könnte das Unternehmen in seiner Existenz gefährden. Um eine derartige Konstellation zu vermeiden, werden die Unternehmen einen Teil des Sparkapitals in Reserve halten. Diese Reserven können im Fall eines Kapitalabzuges anstelle der Investition aufgelöst werden. Die Liquiditätsreserve kann jedoch keiner produktiven Verwendung zugeführt werden. Es entstehen Opportunitätskosten.

Um nun die Interessen beider Seiten – Sparer und Investor – zu berücksichtigen, bedarf es der Zwischenschaltung eines Finanzintermediärs. Ein Finanzintermediär betreibt Fristentransformation, wenn er die unterschiedlichen Zeithorizonte für Kapitalanlage und -aufnahme in laufzeitmäßige Übereinstimmung bringt. Diese geschieht durch die geschickte Auswahl von Kapitalgebern und -nehmern oder dadurch, dass kurzfristige Einlagen erneuert oder von anderen zur Verfügung gestellt werden. Bei der Transformation von Fristen wird die Umwandlung kürzerfristiger Passiva- in längerfristige Aktivgeschäfte als positive Fristentransformation und die Umwandlung von längerfristigen Passiva- in kürzerfristige Aktivgeschäfte als negative Fristentransformation bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Transformation des chinesischen Wirtschaftssystems und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Staatsbanken im Reformprozess.

2. Neue Institutionenökonomik und Finanzsystementwicklung: Dieses Kapitel erläutert, wie sich die Transformation des Finanzsystems als evolutionärer Prozess beschreiben lässt, bei dem Institutionen und Regeln die ökonomische Entwicklung maßgeblich beeinflussen.

3. Die Rolle der Bankenintermediation in einer Volkswirtschaft: Es wird die ökonomische Bedeutung von Finanzintermediären als Vermittler im Prozess des Kapitaltransfers und zur Lösung von Informationsasymmetrien identifiziert.

4. Elemente einer Bankensystemreform: Hier werden theoretische Ansätze zur Restrukturierung, Liberalisierung und Regulierung von Bankensystemen in Transformationsländern erörtert.

5. Die Rolle der Bankenintermediation in China: Dieses Kapitel arbeitet die historische Ausgangslage und die spezifischen Schwächen des chinesischen Finanzsektors unter Berücksichtigung staatlicher Eingriffe heraus.

6. Zentralbereiche der Systemreform: Es werden die konkreten Schritte der chinesischen Regierung, wie Restrukturierungswellen und Öffnungsmaßnahmen des Finanzmarktes, chronologisch und inhaltlich dargestellt.

7. Beurteilung ausgewählter Reformparameter: Das Kapitel liefert eine kritische Evaluation des Erfolgs der durchgeführten Reformmaßnahmen anhand von Leistungsindikatoren und Restrukturierungskriterien.

8. Schlussfolgerungen: Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das die Evolution des chinesischen Bankensystems bewertet und einen Ausblick auf künftige Herausforderungen der Systemtransformation gibt.

Schlüsselwörter

Bankensystemreform, China, Finanzintermediation, Neue Institutionenökonomik, Pfadabhängigkeit, Restrukturierung, Notleidende Kredite, Liberalisierung, Regulierung, Staatsbanken, Wirtschaftswachstum, Transformation, Kapitalallokation, Eigenkapital, Marktmechanismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Transformation des chinesischen Bankensystems während des Übergangs von einer Plan- zu einer Marktwirtschaft und beleuchtet die Rolle der Banken als Finanzintermediäre in diesem Prozess.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind die Bewältigung notleidender Kredite, die Rolle staatlicher Eingriffe, der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen sowie die Auswirkungen der Liberalisierung und Öffnung gegenüber ausländischen Investoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle den chinesischen Staatsbanken im Transformationsprozess zukam und wie die chinesische Volkswirtschaft trotz der Schwächen der Finanzintermediation ein hohes Wachstum aufrechterhalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf Konzepte der Neuen Institutionenökonomik und nutzt eine institutionalistische, teilweise chronologische Analyse der Reformschritte im chinesischen Bankensektor unter Einbeziehung zahlreicher Statistiken und Makroindikatoren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Bankenfunktion, eine Analyse der historischen Ausgangsbedingungen in China sowie eine detaillierte Auswertung der Restrukturierungs- und Liberalisierungsschritte des Bankensystems.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Wichtige Begriffe sind Restrukturierung, Pfadabhängigkeit, weiche Budgetrestriktionen, Nicht-performende Kredite (NPL) und die systemimmanente Rolle des Staates im Bankwesen.

Warum wird die Rolle der sogenannten AMCs so ausführlich diskutiert?

Asset Management Corporations (AMCs) wurden gegründet, um die Bilanzen der Staatsbanken von faulen Krediten zu entlasten; ihre Effektivität bei der Bereinigung der Bankbilanzen ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Systemreform.

Welchen Einfluss hatte der WTO-Beitritt auf das chinesische Bankensystem?

Der WTO-Beitritt zwang China zur schrittweisen Öffnung des Bankensektors für ausländische Institute, was den Reformdruck auf die Staatsbanken erhöhte und Wettbewerbselemente in den Sektor brachte.

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Details

Title
Das chinesische Bankensystem. Zwischen Reform und pfadabhängiger Transformation
Subtitle
Bilanz und Bewertung ausgewählter Reformparameter
College
Ruhr-University of Bochum  (Fakultät für Ostasienwissenschaften - Sektion Wirtschaft Ostasiens)
Grade
1,0
Author
Magister Artium Florian Borgmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
144
Catalog Number
V69159
ISBN (eBook)
9783638596466
ISBN (Book)
9783638694681
Language
German
Tags
Bankensystem Reform Transformation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Florian Borgmann (Author), 2007, Das chinesische Bankensystem. Zwischen Reform und pfadabhängiger Transformation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69159
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