Im Rahmen dieser Übungsarbeit werden wir uns mit der Automobilbranche
auseinandersetzen. Im Folgenden beleuchten wir die historische Entwicklung, die
Branchenstruktur und momentane Trends.
Zunächst die Definition der Automobilbranche:
Die Automobilindustrie umfasst die Herstellung von Kraftwagen und
deren Motoren, die Produktion von Anhängern, Aufbauten und
Containern sowie von Kraftfahrzeugteilen und –zubehör.
Was macht die Automobilindustrie heute so interessant?
Der Automobilmarkt befindet sich momentan an einem Scheideweg. Auf der einen
Seite gibt es die gesättigten Märkte in Europa und Nordamerika, auf der anderen Seite
die finanzstarken asiatischen Länder, in denen noch ein niedriger Motorisierungsgrad
vorherrscht. In dieser schwierigen Situation möchten wir die Automobilbranche näher
betrachten und werden uns hierbei an dem allgemein aufgestellten Analysemuster von
Porter orientieren. [...] Hierbei geht Porter näher auf die Branchenstruktur ein. Auf der einen Seite gibt es die
Makrofaktoren und auf der anderen Seite die Mikrofaktoren. Bei der
Makrobetrachtung werden Einflüsse analysiert, die von außen auf die Branche
einwirken, und nicht unmittelbar von den einzelnen Unternehmen beeinflussbar sind.
Hierzu zählen neben politischen und ökonomischen Entwicklungen auch
soziokulturelle und technologische Veränderungen. Dies können neue Rahmengesetze
sein, in denen der betrachtete Wirtschaftsprozess abläuft, oder im Bereich der
Wirtschaft die Konjunkturzyklen, die sich positiv oder negativ auf die Produktion und
Nachfrage auswirken. Technologische Entwicklungen können zu ganz neuen
Produktions-, Absatz- oder Produktmöglichkeiten führen und somit Meilensteine in
einer Branche setzen. Soziokulturelle Einflussfaktoren führen zu einer veränderten
Nachfragesituation, denen sich die Anbieter anpassen müssen, um nicht vom Markt zu
verschwinden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entwicklung der Automobilindustrie in Deutschland
3 Analyse nach Porter
3.1 Branchenstruktur
3.1.1 Zulieferer
3.1.2 Hersteller (OEM)
3.1.3 Händler
3.2 Makro – Betrachtung
3.3 Mikro – Betrachtung
3.3.1 Die Gefahr des Markteintritts neuer Konkurrenten
3.3.2 Die Verhandlungsmacht der Lieferanten
3.3.3 Die Verhandlungsmacht der Abnehmer
3.3.4 Substitution alter Produkte durch Ersatzprodukte
3.3.5 Grad der Rivalität
4 Implikationen
5 Anhang
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die deutsche Automobilbranche unter Anwendung des Branchenstrukturmodells von Michael Porter zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Wettbewerbsdynamik und die strategischen Herausforderungen in diesem Wirtschaftssektor zu gewinnen.
- Historische Entwicklung und wirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie in Deutschland.
- Differenzierte Untersuchung der automobilen Wertschöpfungskette (Zulieferer, OEM, Händler).
- Analyse der Makrofaktoren, die extern auf die Branche einwirken.
- Untersuchung der Mikrofaktoren gemäß Porters fünf Wettbewerbskräften (Wettbewerbsintensität, Markteintritt, Zulieferer-, Abnehmermacht, Ersatzprodukte).
- Implikationen für zukünftige Entwicklungen und Strategien in einem gesättigten Markt.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Hersteller (OEM)
Die Automobilherstellern produzieren die Fahrzeuge selbst, deshalb bezeichnet man sie auch als Original Equipment Manufacturer, kurz OEM. Sie sind es, die letztendlich alle Bau- und Zulieferteile an einer Fertigungsstrasse zu einem kompletten Auto zusammen setzen. Aufgrund der Tatsache, dass eine größer werdende Anzahl an Fertigungsprozessen an die Zulieferer ausgelagert wird, findet eine Verschiebung der Aufgaben bei den Herstellern statt. Die Aufgaben verlagern sich zunehmend von der Produktion auf das Marketing, da der Kauf eines Automobils, das heute von vielen Herstellern zu ähnlicher Qualität angeboten wird, immer mehr von individueller Lebensphilosophie des Kunden und den Emotionen, die er damit verbindet, abhängt. So haben sich beispielsweise BMW und Audi auf Sport spezialisiert und vereinnahmen damit einen großen Pool von Kunden, die den Lebensstil eines sportlichen Menschen ausleben wollen. In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass durch die Imagebindung des Kunden Markentreue entsteht, die für die Hersteller von großer Bedeutung ist, da die Neugewinnung eines Kunden wesentlich kostenintensiver ist, als einen Altkunden zu halten.
Innerhalb vierzig Jahren hat sich die Anzahl der Automobilproduzenten wegen zahlreicher Fusionen und Übernahmen von rund 50 auf 12 Unternehmen reduziert. Dies hatte allerdings nicht das Aussterben der einzelnen Marken zur Folge, da diese zwar in die jeweiligen Konzerne integriert, aber dennoch selbständig sind. Doch nicht alle dieser Fusionen waren unbedingt vorteilhaft. Zum einen die gescheiterte Übernahme Rovers durch BMW und zum anderen die Fusion von Daimler und Chrysler. Nach den Fusionen entwickelten sich die Aktien der beiden Unternehmen unterdurchschnittlich. Nach dem Verkauf Rovers explodierte die BMW Aktie regelrecht, was darauf schließen lässt, dass die Eigentümer mit dieser Entscheidung zufrieden waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert die Automobilbranche und begründet die Relevanz einer Analyse des deutschen Marktes anhand des theoretischen Modells von Porter.
2 Entwicklung der Automobilindustrie in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Automobils vom Dampfkraftwagen bis zur modernen Serienfertigung sowie den Strukturwandel der Hersteller.
3 Analyse nach Porter: Hier erfolgt eine detaillierte strukturelle Aufschlüsselung der Wertschöpfungskette und eine Untersuchung der Branchenfaktoren nach Porters Modell.
4 Implikationen: Dieses Kapitel zieht Schlussfolgerungen für die zukünftige Strategieausrichtung der Unternehmen angesichts globaler Märkte, technologischer Trends und gesellschaftlicher Anforderungen.
5 Anhang: Der Anhang enthält das Literaturverzeichnis mit den verwendeten Quellen aus Vorlesungen, Internetrecherche, Presse und Prospekten.
Schlüsselwörter
Automobilbranche, Wertschöpfungskette, Branchenanalyse, Porter, OEM, Zulieferer, Wettbewerbsintensität, Markentreue, Deutschland, Internationalisierung, Globalisierung, Forschung und Entwicklung, Nischenmodelle, Konsolidierung, Mobilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer strukturellen Analyse der Automobilbranche, wobei der Fokus auf dem deutschen Markt und den spezifischen Wettbewerbsbedingungen innerhalb dieses Sektors liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Branche, die Zergliederung der Wertschöpfungskette, die Auswirkungen von Makrofaktoren sowie die detaillierte Wettbewerbsanalyse nach dem Fünf-Kräfte-Modell von Porter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Wettbewerbsdynamik innerhalb der deutschen Automobilindustrie zu verstehen und aufzuzeigen, wie Unternehmen durch Differenzierung und strategisches Management in einem gesättigten Markt erfolgreich agieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur methodischen Untersuchung wird das Branchenstrukturmodell nach Michael Porter angewendet, ergänzt durch die Analyse von Branchenstatistiken und Marktbeobachtungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Makrobetrachtung externer Einflüsse sowie eine detaillierte Mikrobetrachtung der Wettbewerbssituation, inklusive der Machtverhältnisse bei Zulieferern, Abnehmern und der Gefahr durch neue Markteintritte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Automobilbranche, Wertschöpfungskette, Porter, Branchenanalyse, Wettbewerbsintensität und Konsolidierung charakterisiert.
Warum ist die deutsche Automobilindustrie laut Text von so großer Bedeutung?
Die Branche ist ein wesentlicher Pfeiler der deutschen Wirtschaft, da sie rund jeden siebten Arbeitsplatz stellt, ein Drittel aller Industrieinvestitionen in Forschung und Entwicklung tätigt und einen erheblichen Anteil zum Bruttosozialprodukt sowie zum Steueraufkommen beiträgt.
Welche Rolle spielen Kooperationen und Allianzen für die Zukunft der Hersteller?
Allianzen und strategische Partnerschaften, wie etwa zwischen Daimler-Chrysler und Mitsubishi, werden zunehmend wichtig, um Kosten durch gemeinsame Forschungsarbeit und Nutzung von Produktionskapazitäten (Economies of Scale) zu senken.
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- Michael Fischer (Author), Nicole Pfeiffer (Author), 2002, Branchenanalyse International, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6915