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Jugendarbeitslosigkeit - Untersuchung der Lebensweltorientierung im sozialräumlichen Beschäftigungsprojekt Space!Lab

Title: Jugendarbeitslosigkeit - Untersuchung der Lebensweltorientierung im sozialräumlichen Beschäftigungsprojekt Space!Lab

Diploma Thesis , 2006 , 133 Pages , Grade: 2

Autor:in: Mag. (FH) Christoph Kainz (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Ich bin mit einem Sattelschlepper in einer Sandgrube herumgekurvt und ich habe mit einem kreischenden Kühlaggregat und zwanzig Tonnen Obst im Rücken neben der Autobahn geschlafen. Ich war Bankangestellter in einer Sparkasse und seit fünf Jahren verbringe ich zur Finanzierung meines Lebensunterhaltes die Wochenenden im Taxi. Es ist eine Erwerbsbiographie, die geprägt ist von Diskontinuitäten und Brüchen und die doch in keiner Relation zu den Frustrationsmomenten steht, denen sich diejenigen Jugendlichen gegenüber sehen, für die Erwerbsarbeit bisweilen gar keine vorstellbare Größe darstellt und die Erwerbsarbeit vielleicht sogar auch nie wirklich kennen lernen werden, da sie vom Arbeitsmarkt ganz einfach nicht mehr gebraucht werden. Dies betrifft besonders Jugendliche, die heute nur über eine geringe Ausbildung oder Qualifikation verfügen und von denen viele morgen zu denjenigen ungelernten Kräften gehören werde, für welche die moderne Informations- und Leistungsgesellschaft keine Integrationsmöglichkeit mehr vorsieht und für die ein Lebensentwurf, der auf Vollzeitarbeit begründet ist, voraussichtlich nicht mehr erreichbar sein wird. Somit bleiben diese diskriminierten jungen Menschen dauerhaft ausgegrenzt und ohne Perspektive.
Damit diese Entwicklung ihre für die Gesellschaft unkalkulierbare Sprengkraft nicht weiter entfaltet, gibt es eine Vielzahl an arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, die jedoch allesamt mit großem Vermittlungsdruck auf ein unrealistisches Vollerwerbsszenario ausgerichtet sind, und daher nicht imstande sind, die Integrationsbedürfnisse ausgegrenzter und bildungsbenachteiligter Jugendlicher aufzugreifen und zu verbessern.
Einen vielversprechenden Gegenentwurf dazu bildet da das sozialräumliche Beschäftigungsprojekt Space!Lab, dessen Selbstverständnis durch eine Hinwendung zu einer„problem- und lebensweltbezogenen Maxime der Lebensbewältigung“ gekennzeichnet ist, die ich in dieser Arbeit nach einer Darstellung bedeutender theoretischer Parameter näher untersuchen möchte.
So befasse ich mich im Ersten Teil meiner Arbeit mit einer Exploration rund um den Arbeitsbegriff, wobei ich dem Phänomen Arbeitslosigkeit besondere Aufmerksamkeit schenke. Diesen Ausführungen folgt eine Schilderung der vielfältigen Entwicklungsproblematik in der Jugendphase, worin eine naturbedingte Ursache für die Überforderung junger Menschen bei ihrer Integration in den Arbeitsmarkt liegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Memento

3 Arbeit

3.1 Der Arbeitsbegriff

3.2 Zur Kulturgeschichte der Arbeit

3.3 Die Funktion der Erwerbsarbeit

3.4 Die segmentierte Arbeitsgesellschaft

4 Arbeitslosigkeit

4.1 Formen der Arbeitslosigkeit

4.1.1 Saisonale Arbeitslosigkeit

4.1.2 Friktionelle Arbeitslosigkeit

4.1.3 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit

4.1.4 Strukturalisierte Arbeitslosigkeit

4.1.5 A. durch Standortverlagerung und Internationalisierung

4.1.6 Strukturelle Arbeitslosigkeit

4.1.7 „Mismatch“ Arbeitslosigkeit

4.1.8 Versteckte Arbeitslosigkeit

4.2 Psychosoziale Folgen

4.2.1 Belastungsforschung versus Bewältigungsforschung

4.3 Der Begriff „Jugendarbeitslosigkeit“

5 Die Jugendphase

5.1 Der Jugendbegriff

5.2 Pubertät und Adoleszenz

5.3 Entwicklungsaufgaben

5.4 Identität

5.4.1 Begriffsdefinition

6 Bildung

6.1 Das österreichische Bildungssystem

6.1.1 Die Allgemeine Schulpflicht

6.1.2 Primärbereich

6.1.3 Sekundärbereich

6.2 Der Funktionsverlust der Schule

6.3 Bildungsbenachteiligte junge MigrantInnen

7 Qualifikation und Beruf

7.1 Der Berufsbegriff

7.2 Berufsinformation

7.3 Das Duale System

7.4 Schlüsselqualifikationen

7.4.1 Fach- und Methodenkompetenz (‚hard skills’)

7.4.2 Sozial und Personalkompetenz (‚soft skills’)

7.5 Flexibilität und Teamarbeit

8 Wichtige arbeitsmarktpolitische Konzepte

8.1 Ausbau des Auffangnetzes für Jugendliche im Rahmen von Maßnahmen des Jugendausbildungssicherungsgesetzes (JASG)

8.2 Berufslehrgänge des JASG

8.3 Maßnahmen zur Erhöhung des Angebots an Lehrstellen und Ausbildungsplätzen

8.3.1 Ausbildungs- oder Wiedereingliederungsmaßnahmen des AMS für arbeitslose bzw. schwer vermittelbare Jugendliche

8.4 Integrative Berufsausbildung

8.5 Zusätzliche Ausbildungsplätze

8.6 Ergänzende Projekte im Rahmen des JASG

8.6.1 Projekt 06 oder „Blum Bonus“

8.6.2 Projekt „Überbetriebliche Ausbildungszentren“

8.6.3 Projekt „Ausbildungsverbünde Neu“

8.6.4 Projekt „Praktikerberufe“

9 Das AMS „Jugendliche“ Wien

9.1 Synergieprobleme bei Beratungsabläufen

10 Forschungsfrage und Hypothese

10.1 Forschungsfrage

10.2 Hypothese

11 Methode

12 Die Interviewpartner

12.1 Interview 1

12.2 Interview 2

12.3 Interview 3

12.4 Interview 4

12.5 Interview 5

12.6 Interview 6

13 Auswertung

14 Beschreibung des Equal Projektes „Space!Lab“

14.1 Zielgruppen - Kriterien

14.2 Inhaltliche Schwerpunkte

14.3 Modul 1

14.4 Modul 2 „Akquisition von Tätigkeitsfeldern“

14.5 Auswahl und Aufnahmeverfahren

14.6 Modul 3 „Qualifizierung und Empowerment“

14.6.1 Eventorganisation und –Technik:

14.6.2 Grünraumplanung und –Gestaltung

14.7 Peer Group Education

14.8 Modul 4 „Beschäftigung“

14.9 Outplacement

14.10 Modularisierung

15 Case Management

15.1 Einschätzung / Kontextualisierung (Assessment)

15.2 Hilfeplanung (Service Planning)

15.3 Intervention

15.4 Überwachung (Monitoring)

15.5 Klientenfürsprache

15.6 Evaluation

15.7 Entpflichtung (Disengagement)

16 Lernziele einer lebensweltorientierten Jugendberufshilfe

14. das Einüben in selbstwertförderndes ‚Stigma-Management’“

17 Empowerment

17.1 Psychologisches (psychological) Empowerment

17.2 Politisches (community) Empowerment

17.3 Wirkungsdynamik

17.3.1 Wirkungsdynamik des Psychologischen Empowerments

17.3.2 Die Wirkungsdynamik des Politischen Empowerments

17.4 Biographisches Lernen und Kompetenzdialog

17.5 Netzwerkarbeit

17.6 Gebrauchswertorientierung

18 Soziale Integration

19 Stigma – Management

20 Ergebnisbefund

21 Exkurs

22 Schlusswort

23 Anhang

23.1 Interview - Leitfaden

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Lebensweltorientierung im sozialräumlichen Beschäftigungsprojekt "Space!Lab" und geht der Forschungsfrage nach, welche alternativen Konzepte das Projekt arbeitslosen Jugendlichen zur Qualifizierung und beruflichen Integration bietet, wenn klassische, arbeitsmarktfixierte Ansätze greifen.

  • Lebensweltorientierung und Jugendberufshilfe
  • Strukturelle Problematik der Jugendarbeitslosigkeit
  • Sozialpädagogische Ansätze im "Space!Lab" (Empowerment, Case Management)
  • Analyse der Schnittstellen zwischen Jugendarbeit und Arbeitsmarktservice (AMS)
  • Entwicklung von alternativen Qualifikationsstrategien

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Ich bin mit einem Sattelschlepper in einer Sandgrube herumgekurvt und ich habe mit einem kreischenden Kühlaggregat und zwanzig Tonnen Obst im Rücken neben der Autobahn geschlafen. Ich war Bankangestellter in einer Sparkasse und seit fünf Jahren verbringe ich zur Finanzierung meines Lebensunterhaltes die Wochenenden im Taxi. Es ist eine Erwerbsbiographie, die geprägt ist von Diskontinuitäten und Brüchen und die doch in keiner Relation zu den Frustrationsmomenten steht, denen sich diejenigen Jugendlichen gegenüber sehen, für die Erwerbsarbeit bisweilen gar keine vorstellbare Größe darstellt und die Erwerbsarbeit vielleicht sogar auch nie wirklich kennen lernen werden, da sie vom Arbeitsmarkt ganz einfach nicht mehr gebraucht werden.

Dies betrifft besonders Jugendliche, die heute nur über eine geringe Ausbildung oder Qualifikation verfügen und von denen viele morgen zu denjenigen ungelernten Kräften gehören werde, für welche die moderne Informations- und Leistungsgesellschaft keine Integrationsmöglichkeit mehr vorsieht und für die ein Lebensentwurf, der auf Vollzeitarbeit begründet ist, voraussichtlich nicht mehr erreichbar sein wird. Somit bleiben diese diskriminierten jungen Menschen dauerhaft ausgegrenzt und ohne Perspektive.

Damit diese Entwicklung ihre für die Gesellschaft unkalkulierbare Sprengkraft nicht weiter entfaltet, gibt es eine Vielzahl an arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, die jedoch allesamt mit großem Vermittlungsdruck auf ein unrealistisches Vollerwerbs szenario ausgerichtet sind, und daher nicht imstande sind, die Integrationsbedürfnisse ausgegrenzter und bildungsbenachteiligter Jugendlicher aufzugreifen und zu verbessern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die prekäre Situation von bildungsbenachteiligten Jugendlichen am Arbeitsmarkt und stellt das Projekt "Space!Lab" als lebensweltorientierten Gegenentwurf vor.

3 Arbeit: Dieses Kapitel erläutert den Arbeitsbegriff, die Kulturgeschichte der Arbeit sowie die zentrale Funktion der Erwerbsarbeit für die soziale Integration.

4 Arbeitslosigkeit: Hier werden die verschiedenen Formen der Arbeitslosigkeit sowie deren gravierende psychosoziale Folgen für die Betroffenen analysiert.

5 Die Jugendphase: Das Kapitel behandelt die Entwicklungsaufgaben, Pubertät und Identitätsbildung als essenzielle Herausforderungen im Jugendalter.

6 Bildung: Hier wird das österreichische Bildungssystem kritisch beleuchtet und der Funktionsverlust der Schule in Bezug auf die Arbeitsmarkvorbereitung diskutiert.

7 Qualifikation und Beruf: Dieses Kapitel thematisiert den Stellenwert von Berufsbildern, das duale System und die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen für Jugendliche.

8 Wichtige arbeitsmarktpolitische Konzepte: Es werden Instrumente wie das JASG sowie spezielle Förderprojekte zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt vorgestellt.

9 Das AMS „Jugendliche“ Wien: Dieses Kapitel untersucht die Arbeitsweise des AMS Wien sowie auftretende Synergieprobleme und die Kommunikationskluft zur Jugendarbeit.

Schlüsselwörter

Jugendarbeitslosigkeit, Lebensweltorientierung, Space!Lab, Empowerment, Case Management, Arbeitsmarktintegration, Jugendphase, Bildungsbenachteiligung, Sozialraum, Qualifizierung, Arbeitsmarktpolitik, Identitätsbildung, Soziale Integration, Berufsorientierung, Österreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie arbeitslose Jugendliche durch das sozialräumliche Beschäftigungsprojekt "Space!Lab" alternative Wege der beruflichen und persönlichen Qualifizierung finden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Jugendarbeitslosigkeit, die Bedeutung von Bildung im Jugendalter, die Funktionsweise des dualen Systems und innovative pädagogische Ansätze in der Jugendberufshilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche alternativen lebensweltorientierten Konzepte das Projekt "Space!Lab" angesichts veränderter Arbeitsmarktbedingungen für arbeitslose Jugendliche bereitstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der qualitativen Sozialforschung und führt dazu sechs Experteninterviews mit in das Projekt involvierten Sozialarbeitern und Praxisanleitern durch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil (u.a. zum Arbeitsbegriff und zur Jugendphase) sowie einen empirischen Teil, der das Projekt "Space!Lab" und dessen spezifische Methoden wie Empowerment und Case Management detailliert beschreibt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Jugendarbeitslosigkeit, Lebensweltorientierung, Space!Lab, Empowerment, Case Management und Arbeitsmarktintegration charakterisieren.

Wie bewerten die Experten die Kooperation zwischen Jugendarbeit und AMS?

Die Experten kritisieren eine existierende Kommunikationskluft zwischen der aufsuchenden Jugendarbeit und dem AMS, die häufig aufgrund divergierender gesetzlicher Aufträge und bürokratischer Strukturen besteht.

Warum wird im Projekt eine "Modularisierung" diskutiert?

Die Modularisierung wird als Möglichkeit diskutiert, auch Jugendlichen ohne Aussicht auf einen regulären Lehrabschluss anerkannte Teilqualifikationen zu ermöglichen, um deren Arbeitsmarktchancen zu verbessern, ohne sie zu Hilfsarbeitern zu degradieren.

Welche Rolle spielt das Empowerment-Konzept im "Space!Lab"?

Empowerment dient als leitende Haltung, bei der nicht Defizite, sondern die Stärken und persönlichen Potenziale der Jugendlichen in den Vordergrund gestellt werden, um Selbstwertgefühl und Handlungsfähigkeit zu fördern.

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Details

Title
Jugendarbeitslosigkeit - Untersuchung der Lebensweltorientierung im sozialräumlichen Beschäftigungsprojekt Space!Lab
College
Vienna University of Economics and Business Administration
Grade
2
Author
Mag. (FH) Christoph Kainz (Author)
Publication Year
2006
Pages
133
Catalog Number
V69176
ISBN (eBook)
9783638600996
Language
German
Tags
Jugendarbeitslosigkeit Untersuchung Lebensweltorientierung Beschäftigungsprojekt Space
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. (FH) Christoph Kainz (Author), 2006, Jugendarbeitslosigkeit - Untersuchung der Lebensweltorientierung im sozialräumlichen Beschäftigungsprojekt Space!Lab, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69176
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