Die Betrachtung von Demokratietheorien wirft eine Vielzahl von Fragen auf, die oft beantwortet werden können, aber manchmal ganz ohne Erklärung bleiben von der Seite des Autors. Es gibt weder die eine allgemeingültige Demokratietheorie noch eine einzige eindeutige Definition des Begriffes der Demokratie. Um einen Überblick in einem Teilbereich der Demokratietheorien zu erlangen werden in dieser Arbeit die Theorien der direkten Demokratie und der repräsentativen Demokratie dargestellt, verglichen und auf die Frage der Partizipationsmöglichkeiten untersucht. Die beiden Demokratietheorien weisen eine Reihe von Interpretationsmöglichkeiten auf, so dass hier nur ein Bruchteil der bestehenden Theorien angeschnitten werden kann. Die Gegensätzlichkeit der beiden Theorien macht erst einen Vergleich der Unterschiede möglich und lässt einen Blick auf die Wesensmerkmale der Theorien zu. Es kann eine repräsentative Demokratie mit direktdemokratischen Elementen existieren und jede Form Demokratie kann für sich alleine stehen. Inwieweit die Existenz bzw. die Funktion der Demokratie besteht, wird in dieser Arbeit nicht ausführlich behandelt, gibt dennoch einen weiteren Denkanstoß, was die Existenz sichern und bedrohen könnte. Die Möglichkeiten der Partizipation 1 sollen in den Mittelpunkt gestellt werden. Inwieweit ist der Bürger, das Volk am Entscheidungsprozeß beteiligt? Vorab stellt sich die Frage „Wozu überhaupt dient Partizipation?“. Die Partizipation der Bürger an politischen Prozessen ist wichtig für die Identifikation mit dem Staat indem sie leben und den politischen Entscheidungen von denen sie betroffen sind. Wenn politische Prozesse geschehen, ohne Einwirkung des Bürgers fühlt er sich übergangen und nicht als Teil des Staates. Die Partizipation gibt dem Bürger eine Form von Mitspracherecht. [...]
Gliederung
1. Einleitung
2. Begriff der Demokratietheorie
2.1 Direkte Demokratie
2.2. Repräsentative Demokratie
3. Analyse der Unterschiede von direkter und repräsentativer Demokratie
4. Partizipation in der Demokratie
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktischen Partizipationsmöglichkeiten der direkten sowie der repräsentativen Demokratie, um das Spannungsfeld zwischen diesen Modellen und der Teilhabe der Bürger am politischen Entscheidungsprozess zu beleuchten.
- Vergleich der klassischen Demokratietheorien von Rousseau und Mill
- Analyse der Wesensmerkmale direkter und repräsentativer Systeme
- Herausarbeitung von Vor- und Nachteilen politischer Teilhabemodelle
- Diskussion von Partizipationsdefiziten in modernen Demokratien
- Untersuchung der Rolle des Bürgers in politischen Prozessen
Auszug aus dem Buch
2. Begriff der Demokratietheorie
„Der Grundgedanke klassischen Demokratieverständnisses ist die Forderung, daß das Volk herrschen solle. Nicht dem Monarchen, nicht dem Adel oder dem Klerus kommt das Recht zu, Herrschaftsgewalt souverän auszuüben, sondern allein dem Volk. Nicht Gott oder hergebrachte Geburtsrechte verleihen einigen wenigen das Recht, über andere zu herrschen; das Volk mit seinen freien Willen ist allein die Basis, von der alle Staatsgewalt ihren Ausgang zu nehmen hat.“ 2
In der Definition wird schon sichtbar, das der Begriff Demokratie sehr eng verbunden ist mit dem Volk und seiner Form mitzubestimmen.
Der Begriff der Demokratie hat einen vielfältigen Auslegungsrahmen, unter anderem die klassische Demokratietheorie. Bei der direkten und der repräsentativen Demokratie gibt es sowohl klassische wie auch moderne Demokratieverständnisse, wobei sich die modernen Theorien gelegentlich an die klassischen Theorien anlehnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Demokratietheorien ein und stellt die zentrale Fragestellung nach den Partizipationsmöglichkeiten der Bürger in direkten und repräsentativen Systemen dar.
2. Begriff der Demokratietheorie: Dieses Kapitel definiert den demokratischen Grundgedanken und differenziert zwischen den theoretischen Ansätzen der direkten und der repräsentativen Demokratie.
3. Analyse der Unterschiede von direkter und repräsentativer Demokratie: Der Abschnitt vergleicht beide Demokratiemodelle hinsichtlich ihrer Ausgestaltung von Partizipation, Entscheidungsprozessen sowie deren Vor- und Nachteilen.
4. Partizipation in der Demokratie: Hier wird die Rolle des Bürgers sowie die Qualität und Problematik der politischen Teilhabe in den jeweiligen Systemen kritisch hinterfragt.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die direkte Demokratie als mögliche, sinnvolle Ergänzung zum repräsentativen System.
Schlüsselwörter
Direkte Demokratie, Repräsentative Demokratie, Volkssouveränität, Partizipation, Gemeinwille, Wahlrecht, Politische Teilhabe, Politische Prozesse, Bürger, Demokratieverständnis, Mitspracherecht, Rousseau, John Stuart Mill.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Konzepten der direkten und repräsentativen Demokratie und vergleicht diese im Hinblick auf die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte der Volkssouveränität, die Rolle des Bürgers in politischen Prozessen, die Analyse von Partizipationsdefiziten sowie der Vergleich zwischen radikaldemokratischen und liberalen Demokratietheorien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der politischen Partizipation in verschiedenen Demokratiemodellen herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit direkte Elemente eine repräsentative Ordnung ergänzen können.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Theorieanalyse, wobei insbesondere die Schriften von Jean-Jacques Rousseau und John Stuart Mill herangezogen werden, um die gegensätzlichen Demokratiemodelle zu kontrastieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen beider Demokratietypen, vergleicht deren Vor- und Nachteile sowie die strukturelle Umsetzung der Partizipation und beleuchtet die Rolle des informierten Bürgers.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Volkssouveränität, Gemeinwille, Repräsentation, Wahlrecht, Partizipationsdefizit und politische Teilhabe.
Warum lehnt Rousseau die repräsentative Demokratie ab?
Rousseau sieht in der Repräsentation und Parteienbildung eine Entfremdung des Bürgerwillens, da er von der Unübertragbarkeit des Volkswillens ausgeht und den Bürger zur direkten Mitwirkung am Gemeinwesen verpflichtet.
Welche Rolle spielt die Bildung für John Stuart Mill?
Mill knüpft das Wahlrecht an Bildungsqualifikationen, da er davon ausgeht, dass eine gebildete Wählerschaft eher fähig ist, das Gemeinwohl über partikulare Einzelinteressen zu stellen.
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- Bettina Ruland (Author), 2003, Direkte und Repräsentative Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69241