Darstellung der Hauptfigur durch den Erzähler in Patrick Süßkinds 'Das Parfum'


Hausarbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Inhaltliche Aspekte
1. Zusammenfassung der Handlung
2. Züge der Hauptfigur Jean-Baptiste Grenouille

III. Erzählweise
1. Die Erzählsituation
a. Die Wirkung der Erzählsituation auf die Hauptfigur
2. Rhetorische Mittel
3. Der sprachliche Stil

IV. Nachwort

V. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Im Jahre 1985 erschien die erste Auflage des Romans ‚Das Parfum –Die Geschichte eines Mörders-’ von Patrick Süskind im Diogenes Verlag. Wie die Reclam-Ausgabe ‚Erläuterungen und Dokumente’ schildert, war diese erste Auflage bereits nach kurzer Zeit ausverkauft (Reclam 48). Der Roman wurde unter anderem ins Portugiesische, Japanische und Finnische übersetzt (Reclam 48).

Mit großer Wahrscheinlichkeit trägt die komplexe Hauptfigur Grenouille zum Erfolg des Buches bei. Gerhard Stadelmeier beschreibt sie in seiner Rezension mit all ihren Charakterzügen „[…] Der Mann, nur auf einen einzigen, ungeheuren Sinn reduziert, den zu befriedigen keine Moral hindert, dafür >nur< technische Virtuosität und eiseskalte Intelligenz benötigt wird, ist eine Zukunftsfigur: …“ (Reclam 77).

Doch was trägt dazu bei, dass Grenouille solch eine Faszination auf den Leser ausübt? Wie wird er vom Erzähler dargestellt? Diese Arbeit soll sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Nach einer kurzen Schilderung des Inhalts des Romans und einer Charakterisierung Grenouilles, wird sich die Arbeit passend zum Seminar ‚Darstellungstechniken der Narration’ größtenteils mit dem Erzähler und seiner Art, dem Leser die Figur Grenouille nahe zu bringen, beschäftigen. Weiterhin werden sowohl sprachliche Aspekte, als auch rhetorische Mittel genauer beleuchtet.

Größtes Ziel der Arbeit soll sein, die Funktion des Erzählers in Bezug auf die Hauptfigur Grenouille einleuchtend zu erläutern und andere Aspekte des Romans aufzugreifen.

II. Inhaltliche Aspekte

1. Zusammenfassung der Handlung

Jean- Baptiste Grenouille wird im Juli 1738 in Paris geboren. Seine ledige Mutter, eine Fischhändlerin, hat kein Interesse daran das Kind zu behalten und legt es zu den Fischresten, um es sterben zu lassen. Grenouille schreit jedoch so laut, dass er gefunden wird. Er kommt zu einer Amme namens Jeanne Bussie, die jedoch schnell feststellt, dass das Kind keinen Körpergeruch besitzt und es deshalb auch nicht behalten möchte. Grenouille kommt nun zu einem Priester (Pater Terrier) ins Kloster. Doch auch auf ihn wirkt das Baby äußerst mysteriös und so gibt auch er das Kind ab. Schließlich kümmert sich Madame Gaillard um Grenouille, eine Dame, für die Emotionen keine Rolle spielen und die keinen Geruchssinn mehr besitzt. Grenouille entwickelt sich zu einer sehr zurückhaltenden Person. Er spricht nicht viel und beschäftigt sich die meiste Zeit mit sich selbst. Er lernt die Gerüche seiner Umgebung kennen und behält sie in seinem Gedächtnis. Schnell kann er Duftgemische in ihre einzelnen Elemente zerlegen.

Im Alter von acht Jahren verkauft Madame Gaillard Grenouille schließlich an einen Gerber namens Grimal, für den sich Grenouille schnell als ‚Glücksgriff’ erweist, da er sogar den Milzbrand übersteht.

Eines Tages riecht Grenouille einen Duft, den er noch nicht kennt. Dieser Duft gehört zu einem Mädchen, das Grenouille schließlich tötet, um in den Besitz des Duftes zu gelangen. Dieser Besitz inspiriert ihn zu dem Gedanken, der größte Parfumeur der Welt zu werden.

Als Grenouille den Parfumeur Baldini kennen lernt, überzeugt er ihn von seinen außergewöhnlichen Talenten und wird von ihm als Lehrling eingestellt.

Schnell lernt er die Arbeitsweisen und Techniken des Parfumeurs und verhilft ihm so zu einem großen Erfolg. Doch als er es nicht schafft, bestimmten Stoffen durch die Technik der Destillation ihren Duft abzugewinnen, wird er krank.

Das Versprechen Baldinis, ihm von einer anderen Technik zur Duftgewinnung zu berichten und ihm den Gesellenbrief zu verschaffen, führen zur Heilung Grenouilles. Er erwirbt den Gesellenbrief und verlässt Paris, um die neue Technik zu erlernen.

Sein Weg führt ihn jedoch hinaus aus der Stadt. Grenouille zieht sich für sieben Jahre (in Frankreich herrscht Krieg) auf einen Berg zurück, ernährt sich nur von der Natur und berauscht sich an seinen Erinnerungen von den Düften, die er in seinem Gedächtnis angesammelt hat. Doch der Rausch hält nicht lange an und Grenouille erkennt, dass sein fehlender Eigengeruch ihm schwer zu schaffen macht. Er verlässt seine Höhle und beschließt bald, ein ‚absolutes Parfum’ zu kreieren, welches die Menschen dazu bringen soll, ihn zu lieben.

In Grasse, der Hochburg der Parfumeure, ist es erneut der Duft eines Mädchens, welcher in Grenouille eine große Faszination auslöst. Doch diesmal beschließt er, dass der Duft sich noch entfalten müsse und erlernt in der Zwischenzeit die Kunst der Dufterschaffung mit Hilfe von Fetten, eine Technik, die ihm Madame Arnulfi beibringt.

Grenouille wird nun erneut zum Mörder und tötet viele Mädchen. Als er schließlich verhaftet wird und das ganze Volk sich auf seine grausame Hinrichtung freut, benutzt Grenouille sein ‚Parfum fatale’. Die Menschen sind hypnotisiert von dem Duft und glauben von nun an fest an Genouilles Unschuld. Die geplante Hinrichtung endet in einer Massenorgie.

Grenouille ist jedoch nicht befriedigt von der Reaktion auf seinen Duft, im Gegenteil, er verspürt einen tiefen Ekel. Er kehrt zurück in seine Heimatstadt Paris.

Nachts, wenn sich in Paris die Diebe und Mörder versammeln, gießt Grenouille das ganze Parfum über sich, und wird von diesen Menschen in Stücke zerhackt und verspeist.

2. Züge der Hauptfigur Jean-Baptiste Grenouille

Jean- Baptiste Grenouille ist schon unerwünscht, als er geboren wird „Sie wollte nur noch, daß der Schmerz aufhöre, sie wollte die eklige Geburt so rasch als möglich hinter sich bringen“ (Süskind 7f.). Auch die Ziehmütter, bei denen Grenouille aufwächst, empfinden keine Sympathie für das Kind „Weil er sich an mir vollgefressen hat. Weil er mich leergepumpt hat bis auf die Knochen. Aber damit ist jetzt Schluß. Jetzt könnt Ihr ihn selber weiterfüttern mit Ziegenmilch, mit Brei, mit Rübensaft. Er frißt alles, der Bastard“ (Süskind 11). Vielleicht ist dieser Mangel an Liebe der Grund dafür, dass Grenouille sich zu einem Einzelgänger entwickelt, der viele Dinge übersteht und fast animalische Züge aufweist „Er besaß eine zähe Konstitution.Er konnte tagelang wässrige Suppen essen, er kam mit der dünnsten Milch aus, vertrug das faulste Gemüse und verdorbenes Fleisch“ (Süskind 27). Mehrmals wird er mit dem Wort ‚Zeck’ betitelt, ein Tier, welches wie Grenouille selbst, zurückgezogen und unauffällig lebt, bis es zum richtigen Zeitpunkt zuschlägt „Er war zäh wie ein resistentes Bakterium und genügsam wie ein Zeck, der still auf einem Baum sitzt und von einem winzigen Blutströpfchen lebt, das er vor Jahren erbeutet hat“ (Süskind 27).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Darstellung der Hauptfigur durch den Erzähler in Patrick Süßkinds 'Das Parfum'
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Darstellungstechniken der Narration
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V69339
ISBN (eBook)
9783638625739
ISBN (Buch)
9783656478843
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Patrick, Süßkind, Parfum, Darstellung, Hauptfigur, Erzähler, Darstellungstechniken, Narration
Arbeit zitieren
Martha Ogorka (Autor), 2005, Darstellung der Hauptfigur durch den Erzähler in Patrick Süßkinds 'Das Parfum', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69339

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