Englebert Kaempfer, Philipp Franz von Siebold - Ihr Leben, Ihr Werk, Ihre Wirkung -


Seminararbeit, 2001

10 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Etwas Neues zu entdecken lag schon immer in der Natur des Menschen. Der Mensch an sich ist wissenshungrig und neugierig. Reisen dieser Art und Weise waren und sind daher seit der Zeit Marco Polos, Christopher Columbus oder, auch nicht zu vergessen, Alexander von Humboldts etwas Unwiderstehliches. Auch solchen Menschen wie Georg Heinrich von Langsdorff, Engelbert Kaempfer und Philipp Franz von Siebold haben wir es zu verdanken, dass Japan kein weißer Fleck auf unserem Globus geblieben ist. Diese Forscher gehören zu den wenigen Menschen, denen es in der Zeit der nahezu vollständigen Isolation Japans von der Aussenwelt gelang „das Land der aufgehenden Sonne“ zu erforschen und zu entdecken. Sowohl Kaempfer als auch Siebold hatten das Glück nach Tôkyô an den Hof des Shôguns zu reisen, wobei Kaempfer bereits im 17. Jahrhundert dem Mächtigen dieser Zeit gegenüberstand und Siebolds Besuch erst das Jahr 1826 datiert.

Engelbert Kaempfer wurde am 16.09.1651 in Lemgo, der früheren Grafschaft Lippe, als zweites von sieben Kindern geboren. In seiner Kindheit besuchte er die Lateinschulen in Lemgo und in Hameln.

1667 unternahm er erstmals eine Reise in die Niederlande. Danach besuchte er das Gymnasium in Lüneburg (ab 1668), Lübeck (ab 1670) und Danzig (ab 1672). Im Jahre 1673 schrieb er seine erste wissenschftliche Arbeit zum Ende seines Studienaufenthaltes in der polnischen Hauptstadt mit dem Namen „Exercitatio Politica de Majestatis Divisione in 1673 Realem et Personalem[1]“, über die Teilung der höchsten Gewalt zwischen Fürst und Untertanen.

1674 bis 1676 studierte Kaempfer an der Universität Krakau Sprachen, Geschichte und Medizin. 1677 folgte die Immatrikulation an der Universität Königsberg für die Fächer Naturkunde und Medizin. In Königsberg wurde er vier Jahre ansässig und verdiente sich neben seinem Studium etwas Geld als Lehrkraft. Nach Abschluss seines Studiums reiste er nach Schweden, um dort ein weiteres Studium in Uppsala zu beginnen. Durch Beziehungen zum schwedischen Königshof erhielt er eine Anstellung als Legationssekretär[2] einer Gesandschaft für den russischen und persischen Hof. Im Jahre 1683 reiste er von Schweden aus nach Russland an den Zarenhof und schliesslich nach Persien, wo er als Mediziner gut verdiente und sich so eigenen Reisen finanzieren konnte. Er erforschte Persien über einen Zeitraum von vier Jahren und machte für die Europäer wichtige Entdeckungen auf vielen wissenschaftlichen Gebieten wie z.B. der Pflanzenwelt, die er auch in zahlreichen Dokumenten niedergeschrieben hat.

Zwischen 1684 und 1685 trat Kaempfer mit Hilfe des Leiters der niederländischen Gesandschaft in die Dienste der niederländischen Ostindischen Kompanie („Verenigde Oostindische Compagnie“ – VOC)[3] ein und Ende 1685 wurde er endlich als „Oberchirurg[4]“ aufgenommen.

Zwei Jahre später unternahm er weitere Reisen nach Sumatra und Java. An Bord eines niederländischen Schiffes, das im Rahmen des niederländischen Indienhandels unterwegs war, gelangte Kaempfer schliesslich im Jahre 1689 nach Batavia, Java, der Hauptniederlassung der Ostindischen Kompanie. Batavia war in dieser Zeit politisches und wirtschaftliches Zentrum der Niederlande in Indonesien sowie im Fernen Osten. Die daraus hervorgehenden Kämpfe um Geld, Macht und Ansehen gingen größtenteils mit Korruption einher. Dies machte es dem jungen Kaempfer, in dem der Wissensdrang immer größer wurde und der daher auf der Suche nach der Wahrheit war, sehr schwer, seinen Interessen nachzugehen und andere wissenschaftlich orientierte Europäer zu finden, die ebenfalls diese Länder bereist hatten. Seine Versuche eine Anstellung als Arzt in Batavia zu finden schlugen fehl und so entschloss er sich 1690 die Stelle als Faktoreiarzt der niederländischen Kompanie in Nagasaki, Japan, anzunehmen. Man vermutet, dass ihn die Vorstellung gelockt hat als erster wissenschaftliche Arbeit in Japan leisten und somit ein ganz neues Gebiet erobern zu können.

Kaempfer bereiste auf seinem Weg in das noch unentdeckte Land zuerst Hinterindien und Bangkok, die Hauptstadt Siams, dem heutigen Thailand, und segelte quer durch das Südchinesische Meer direkt in den Hafen Nagasaki.

Aufgrund der historischen Vergangenheit Japans war es den Europäern nicht erlaubt andere Städte zu betreten und so errichteten die Japaner vor Nagaski eine künstliche Insel namens Deshima. Zu dieser Zeit befand sich das Land in einer Situation der totalen Abschliessung von der Aussenwelt.

Im Jahre 1543 betraten die ersten Europäer das Land und brachten natürlich nicht nur wunderbare Schätze ihrer Kultur mit, sondern auch das Christentum, das es zu verbreiten galt. Es handelte sich um zwei Portugiesen, die auf der kleinen Insel Tanegashima südlich von Kyûshû gelandet waren und zum ersten Mal Kontakt mit den Japanern aufnahmen. Bald darauf folgten auch schon die Spanier, nämlich im Jahre 1587. Ein goßes Problem, das Japan zu dieser Zeit beherrschte, war der Zusammenbruch des Handels mit den Chinesen und so entstanden gefährliche Pirateriegeschäfte auf den offenen Meeren und Ausbeutungen waren kaum zu unterbinden. Diese Chance liessen sich die portugiesischen Missionare nicht zweimal nehmen und nahmen ihrerseits Kontakt mit den Chinesen auf. So betrieben sie den Handel zwischen Japan und China mit deren Waren auf ihre Art und Weise und schufen sich

[...]


[1] http://www.rc.kyushu-u.ac.jp/~michel/serv/ek/chron-german01.html

[2] http://www.fh-lueneburg.de/u1/gym03/homepage/chronik/kaempfer/kaempfer.htm

Def.: der Sekretär einer Gesandschaft (aus: Duden „Das große Wörterbuch der deutschen Sprache“, Bd. 4 Kam-N, Dudenverlag, 1978)

[3] http://www.rc.kyushu-u.ac.jp/~michel/serv/ek/chron-german01.html

[4] Reisen in Nippon, Berichte deutscher Forscher des 17. und 19. Jahrhunderts aus Japan, Verlag der Nation Berlin, 1982, Seite 33

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Englebert Kaempfer, Philipp Franz von Siebold - Ihr Leben, Ihr Werk, Ihre Wirkung -
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Seminar für Japanologie)
Veranstaltung
VL: Grundlagen der japanischen Kultur- und Geistesgeschichte
Note
1,5
Autor
Jahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V6937
ISBN (eBook)
9783638143851
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Englebert, Kaempfer, Philipp, Franz, Siebold, Leben, Werk, Ihre, Wirkung, Grundlagen, Kultur-, Geistesgeschichte
Arbeit zitieren
Nadja Winter (Autor), 2001, Englebert Kaempfer, Philipp Franz von Siebold - Ihr Leben, Ihr Werk, Ihre Wirkung -, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6937

Kommentare

  • Gast am 20.3.2005

    Qualität fraglich.

    Fast ausschliesslich Internet-Quellen.
    Arbeit rein deskriptiv.

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