Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mir der ökozonalen Differenzierung der Antarktis. In Anlehnung an Alexsandrova lässt sich die Antarktis in drei Ökozonen unterteilen.
Die Unterteilung basiert auf drei konzentrischen Ringen.Ursache hierfür sind die isolierte Lage des antarktischen Kontinents und der damit verbunden Einzigartigkeit der Meeres- und Luftströmungen.
Da der Kontinent Antarktis zwischen knapp 99% mit Eis bedeckt ist, beschränken sich die ökologischen bedeutendsten Gebiete auf wenige schmale Küstenstreifen. Besonders die gemilderte Westantarktis ist hierbei zu nennen.
Anhand der Unterscheidungsmerkmale eines Ökosystems (Morphosystem, Pedosystem, Hydrosystem und Klimasystem), lassen sich die Subzonen klassifizieren. Somit werden in dieser Arbeit die Merkmale und ihre Funktion im Gesamtsystem dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kurzer Abriss der geomorphologische Entwicklung der Antarktis
3 Südpolare Vergletscherung
4 Die Entstehung des marinen Meereis und ihre Wirkung auf Flora und Fauna
5 Verwitterung und Bodenbildung
6 Klima
6.1 Klimageschichte der Antarktis
6.2 Klima der Südpolaren Region
6.2.1 Klima des Subantarktischen Gürtels
6.2.2 Klima der maritimen Antarktis
6.2.3 Klima der kontinentalen Antarktis
7 Flora und Fauna der Antarktis
7.2 Flora des Subantarktischen Subzonobiom
7.3 Floren des Subzonobiom der Nördlichen Antarktischen Wüste
7.4 Flora und Fauna des Subzonobiom der Südlichen Antarktischen Wüste
7.5 Die marine Fauna der Antarktis
8 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die ökozonale Differenzierung der Antarktis anhand der Unterscheidungsmerkmale von Ökosystem-, Morpho-, Pedo-, Hydro- und Klimasystemen umfassend zu analysieren und deren Funktionen im Gesamtsystem darzustellen.
- Geomorphologische Entwicklungsgeschichte des Kontinents.
- Dynamik der südpolaren Vergletscherung und Meereisbildung.
- Einfluss des Klimas auf Verwitterungs- und Bodenbildungsprozesse.
- Klimatische Charakterisierung der verschiedenen Subzonen.
- Biologische Differenzierung von Flora und Fauna unter extremen Bedingungen.
Auszug aus dem Buch
3 Südpolare Vergletscherung
98 % der antarktischen Fläche ist von Eis bedeckt. Die übrigen 2 % sind eisfreie felsige Gipfel, auch genannt Nunataks (SCHULTZE 2003:6).
Die Eismenge, die die Antarktis mit ihrem Inlandeis besitzt (12,5 Mio. km² größtes Eisschild der Erde), umfasst 91 % des gesamten globalen Eisvorrates. Es sind circa 25 Mio. km³ Wasser in der Antarktis gebunden, die 80 % des globalen Süßwassers darstellen. Dabei ist die Inlandseisschicht 3-4 km dick und drückt durch seine enorme Last (2000 t pro m²) den Felsuntergrund der Antarktis tief in das Südpolarmeer. Würde das Inlandeis der Antarktis schmelzen, käme der Felsuntergrund Antarktikas um 0,5 – 1 km aus der Tiefe des Ozeans empor (WÜTRICH & THANNHEISER 2002:63).
Zum Inlandeis gehören viele Bereiche der Antarktis. So zählen Eisdome und die Piedmontgletscher des Festlandbereiches zum Hauptvergletscherungsgebiet. Die vor gelagerten Inseln, deren Eiskappen die Verbindung über die Eisschelfe zum Hauptschelf bilden, das dem Inlandeis zugehörig ist, zählt auch dazu. Damit ist das Gletschereis im Norden der Antarktis als eine Eiskappe zu sehen. Auch Auslassgletscher, die das Eis zum Meer führen, gehören inklusive der Firnmuldengletscher und Firnkesselgletscher zum Inlandeis (WÜTRICH & THANNHEISER 2002:67f.).
Die oben erwähnten Eisschelfe sind ein besonders typisches Merkmal für die Antarktis. Sie entstehen und werden genährt durch die Auslassgletscher. Das größte Eisschelf, das auf der Erde existiert, ist das Ross-Eisschelf mit einer Fläche von 530 000 km². Sowohl Gletscher aus dem transantarktischen Gebirge speisen das Eisschelf, als auch Eisströme aus dem Marie-Byrd-Land (WÜTRICH & THANNHEISER 2002:70). Das Schelfeis schützt den Kontinent gegen das stürmische Südpolarmeer, da sich ein Teil des Schelfeis auf das Land schiebt und dort festgehalten wird. Allerdings kommt es an dieser Grenze (Eisbarriere) häufig zu Brüchen, die dazu führen können, dass sich ein Tafeleisberg ins Meer absetzt. Unterstützt wird das „kalben“ des Eisberges durch den Wellengang, den Tidenhub, die Schmelzprozesse im Sommer und der Schub vom Landesinneren (Internet 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die ökozonale Unterteilung der Antarktis in drei konzentrische Ringe unter Berücksichtigung der isolierten Lage.
2 Kurzer Abriss der geomorphologische Entwicklung der Antarktis: Darstellung der tektonischen Geschichte von Rodina über Pangäa bis zur heutigen Position von Antarktika.
3 Südpolare Vergletscherung: Analyse der massiven Eisbedeckung, der Eisschelf-Dynamik und der Bedeutung der Inlandeismassen.
4 Die Entstehung des marinen Meereis und ihre Wirkung auf Flora und Fauna: Erklärung der ozeanischen Zirkulationssysteme und deren Einfluss auf die biologische Primärproduktion.
5 Verwitterung und Bodenbildung: Untersuchung der physikalischen und chemischen Verwitterungsprozesse unter Einfluss des antarktischen Klimas.
6 Klima: Umfassende Betrachtung der globalen Klimawirkung der Antarktis sowie der spezifischen Klimageschichte und zonalen Klimaverhältnisse.
7 Flora und Fauna der Antarktis: Dokumentation der biologischen Anpassungsstrategien von Pflanzen und Tieren innerhalb der verschiedenen antarktischen Subzonen.
8 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse durch einen tabellarischen Vergleich der drei antarktischen Ökozonen hinsichtlich ihrer klimatischen und biologischen Merkmale.
Schlüsselwörter
Antarktis, Ökozonen, Geomorphologie, Südpolarmeer, Inlandeis, Eisschelf, Klimatologie, Verwitterung, Bodenbildung, Kryptogamen, Marine Fauna, Zirkumpolarstrom, Permafrost, Biodiversität, Ökosystemanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der geoökologischen Differenzierung der Antarktis und analysiert, wie unterschiedliche Umweltfaktoren die verschiedenen Zonen des Kontinents prägen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die geologische Entwicklung, die Glaziologie, die Ozeanographie der umliegenden Gewässer, klimatische Bedingungen sowie die Anpassungsfähigkeit der Flora und Fauna.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Merkmale und Funktionen der antarktischen Subzonen innerhalb eines prozessorientierten Gesamtsystems darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systemorientierte Analyse, indem sie Faktoren wie Ökosysteme, Morphosysteme, Pedosysteme, Hydrosysteme und Klimasysteme zueinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die physisch-geographischen Grundlagen (Geologie, Eis, Klima, Böden) und die biologische Betrachtung der Lebensräume (Subantarktis, maritime und kontinentale Antarktis).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Ökozonen, Inlandeis, Eisschelf, Zirkumpolarstrom, Permafrost, Kryptogamen und marine Fauna.
Wie beeinflusst die Eisbedeckung die Bodenbildung?
Die enorme Eisbedeckung und die vorherrschenden Permafrostbedingungen schränken die Bodenbildung massiv ein; organische Ausgangsmaterialien sind sehr selten, wodurch die Bodenentwicklung extrem langsam verläuft.
Warum ist die marine Fauna so artenreich im Vergleich zur terrestrischen?
Da das antarktische Meer eine hohe Primärproduktion ermöglicht, bietet es eine stabile und reichhaltige Nahrungsgrundlage, während die terrestrische Umgebung durch extreme Kälte und Trockenheit nur minimales Leben zulässt.
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- Annegret Bäßler (Author), Jens Ender (Author), Linda Wunder (Author), 2003, Geoökologische Differenzierung der Antarktis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69418