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Schönheitsideal und Körperidentität unter dem Aspekt der Critical Whiteness Studies - Untersucht am Roman "Sehr blaue Augen" von Toni Morrison

Title: Schönheitsideal und Körperidentität unter dem Aspekt der Critical Whiteness Studies - Untersucht am Roman "Sehr blaue Augen" von Toni Morrison

Term Paper , 2006 , 39 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Therese Hochhuth (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
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Das Vorherrschen weißer Allmacht zeigt sich immer wieder im Werk der afroamerikanischen Autorin Toni Morrison. Die Untersuchung dieser Hegemonie von weißer Dominanz und den daraus resultierenden Privilegien der weißen Bevölkerungsgruppe im gesellschaftlichen Ge-füge, ist auch das Hauptanliegen der so genannten Critical Whiteness Studies. Sie beschäftigen sich mit dem Ursprung der Bevorzugung weißer Menschen, setzen sich mit weißen Identitäten auseinander und versuchen damit, heute noch gültige rassische Konstruktionen aufzubrechen. Toni Morrison hat mit ihren Büchern einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Lebens schwarzer Menschen innerhalb einer rassialisierten Gesellschaft geleistet. Sie stellt das Leben, Denken und Fühlen Schwarzer in den Mittelpunkt ihrer Bücher und liefert eine detaillierte Darstellung schwarzer Sichtweisen, bei denen die weiße Perspektive ausge-blendet wird. An weißer Literatur kritisiert sie, dass diese keine Darstellung von Schwarzen aus deren Perspektive leiste und beschäftigt sich selbst stark mit der eigenen schwarzen Identität. In diesen Auseinadersetzungen macht sie deutlich, wie hegemonial das Weiße stets ist und welch gewaltvollen Einfluss es auf das Leben nichtweißer Menschen haben kann. Weiße bleiben als Thema niemals vollständig ausgeblendet, vielmehr werden sie aus anderer Perspektive dargestellt. Damit steht die Perspektive genau diametral der kritisierten weißen Sicht gegenüber.
Anhand Morrisons Romans soll aufgezeigt werden, dass Weißsein der Standard ist, an dem sich viele Gesellschaften orientieren. Insbesondere weiße Schönheitsideale herrschen auch heute noch gewaltsam vor und sind in kulturellen, medialen und alltäglichen Bereichen dominant. Dabei soll ihr Roman Sehr blaue Augen vor dem theoretischen Hintergrund der Critical Whiteness Studies untersucht und Textstellen herausgearbeitet werden, in denen die Strukturen weißer Vorherrschaft besonders ersichtlich sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

Vorgehensweise

1 Forschungsstand und Literatur

2 Die Critical Whiteness Studies

2.1 Historischer Kontext

2.2 Definition und Bedeutung

3 Whiteness als sichtbares Merkmal

3.1 Körperbilder und Schönheitsideale

3.2 Schwarz und weiblich - eine doppelte Unterdrückung

4 Toni Morrison – Leben und Werk

5 Textanalyse des Romans Sehr blaue Augen

5.1 Aufbau und Erzähltechnik

5.2 Whiteness im Roman Sehr blaue Augen

5.2.1 Der Fibeltext Dick und Jane

5.2.2 Weiße Mädchenideale: Shirley Temple, Mary Jane und weiße Babypuppen

5.2.3 Wunschbilder und Verachtung von Whiteness

5.2.4 Durch Whiteness hervorgerufene Selbstverleugnung

5.2.5 Die black community

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die hegemoniale Wirkung weißer Dominanz und deren Auswirkungen auf die Identitätsbildung schwarzer Menschen, insbesondere am Beispiel der Romanfigur Pecola Breedlove in Toni Morrisons Werk „Sehr blaue Augen“ vor dem Hintergrund der Critical Whiteness Studies.

  • Analyse von Weißsein als unsichtbarer, jedoch normsetzender Kategorie.
  • Untersuchung weißer Schönheitsideale und deren zerstörerische Wirkung auf schwarze Identität.
  • Betrachtung der doppelten Unterdrückung schwarzer Frauen durch Rassismus und Gender-Konstruktionen.
  • Analyse der Rolle der Black Community und internalisierter Rassismen.
  • Dekonstruktion des „weißen Blicks“ in Literatur und gesellschaftlichen Diskursen.

Auszug aus dem Buch

5.2.2 Weiße Mädchenideale: Shirley Temple, Mary Jane und weiße Babypuppen

Die Bilder, welche sich die Mädchen von weißen Menschen machen, kommen aus einer Vorstellungswelt, sie tauchen in ihrem Leben real sonst kaum auf. Es fehlen ihnen zudem positive schwarze Vorbilder oder Schönheitsideale, an denen sie sich orientieren könnten, da keine förderlichen Rollenmodelle in ihrer Umwelt vorhanden sind. Die Kinder haben deshalb keine Möglichkeiten, sich psychologisch gesund zu entwickeln. Pecola verfällt schließlich der Vorstellung, dass blaue Augen ihr als Mittel zur Verbesserung des Lebens dienen würden und wünscht sich fortan nichts sehnlicher. Sie selbst erfährt zu Hause keinerlei Liebe oder Anerkennung, stattdessen werden die Breedloves, im Gegensatz zum schönen, weißen Ideal, von der Gemeinde als hässlich stigmatisiert: „The book focuses incessantly on the „ugliness“ of Pecola Breedlove, an ugliness fostered by a society that values blond hair and blue eyes as standards of beauty.“ So betet Pecola die kleine, niedliche Shirley Temple an und ist ganz versessen darauf, aus einer Tasse mit deren Abbild darauf zu trinken. Die Unmengen an Milch, welche Pecola aus dieser Tasse zu sich nimmt, könnten zweierlei bedeuten. Zum einen das Einverleiben der durch Shirley Temple behafteten Milch in der Hoffnung, mit diesem Akt auch die von ihr dargestellten Eigenschaften des niedlichen, weißen und von allen geliebten Mädchens zu internalisieren, wobei die weiße Farbe der Milch auch für ein weißes Reinheitsideal stehen könnte, das es zu verinnerlichen gilt. Zum anderen könnte gerade das Trinken von Milch darauf hinweisen, wie sehr Pecola unter dem Liebesentzug ihrer Mutter Pauline leidet. Es scheint kein Zufall zu sein, dass Pecola geradezu gierig nach Milch ist, welche als Symbol für Muttermilch und die fehlende Liebe stehen könnte. In der Verbindung des Trinkens von Milch aus eben dieser Tasse kommt Pecolas tiefste Sehnsucht zum Ausdruck: Der Wunsch nach den blauen Augen eines weißen Mädchens, von welchen sie glaubt, dass sie ihr endlich die Liebe der eigenen Mutter bescheren würden.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Critical Whiteness Studies ein und begründet die Auswahl des Romans „Sehr blaue Augen“ zur Untersuchung weißer Dominanz.

1 Forschungsstand und Literatur: Dieses Kapitel ordnet Toni Morrisons essayistische Auseinandersetzung mit weißer Literatur in den wissenschaftlichen Kontext der Whiteness-Forschung ein.

2 Die Critical Whiteness Studies: Hier wird der historische Kontext der Theorie erläutert und definiert, wie Whiteness als unsichtbare, aber machtausübende Norm konstruiert ist.

3 Whiteness als sichtbares Merkmal: Das Kapitel beleuchtet, wie weiße Schönheitsideale körperliche Identitäten formen und welche Rolle die doppelte Unterdrückung schwarzer Frauen spielt.

4 Toni Morrison – Leben und Werk: Eine Darstellung der Autorin und ihres Anliegens, Literatur aus schwarzer Perspektive zu schreiben und bestehende rassistische Konstruktionen zu hinterfragen.

5 Textanalyse des Romans Sehr blaue Augen: Der Hauptteil analysiert detailliert die Auswirkungen weißer Normen auf die Figuren im Roman und die Dynamik innerhalb der black community.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Morrison erfolgreich die vernichtenden Mechanismen weißer Vorherrschaft aufzeigt und das Bild des schwarzen Subjekts stärkt.

Schlüsselwörter

Critical Whiteness Studies, Weißsein, Toni Morrison, Sehr blaue Augen, Rassismus, Identität, Körperidentität, Schönheitsideal, schwarze Weiblichkeit, internalisierter Rassismus, Postcolonial Studies, Black Community, Diskurs, Machtstrukturen, Hegemonie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie die gesellschaftliche Hegemonie von „Weißsein“ und weiße Schönheitsideale die Identität und psychische Gesundheit von schwarzen Mädchen beeinflussen, exemplifiziert am Roman „Sehr blaue Augen“ von Toni Morrison.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die „Critical Whiteness Studies“, der Einfluss eurozentrischer Schönheitsstandards, die intersektionale Unterdrückung schwarzer Frauen und die Frage der Repräsentation in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die zerstörerische Wirkung von „Whiteness“ als bedrückender Norm aufzuzeigen und darzustellen, wie Morrison diese gesellschaftliche Konstruktion in ihrem Roman kritisch demaskiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Methode, die literarische Passagen vor dem theoretischen Hintergrund der Whiteness-Forschung untersucht und dabei soziologische sowie diskursanalytische Ansätze integriert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Textanalyse, wobei die Funktion der Fibeltexte, die Wirkung von Wunschbildern wie Shirley Temple und die psychologische Selbstverleugnung der Romanfiguren untersucht werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Critical Whiteness Studies, Identität, Rassismus, Schönheitsideal, Hegemonie und schwarze Weiblichkeit prägnant zusammenfassen.

Warum spielt der Fibeltext „Dick und Jane“ eine zentrale Rolle in der Analyse?

Der Fibeltext fungiert als Kontrastfolie; er repräsentiert eine heile, weiße Welt, die für die schwarzen Mädchen unerreichbar bleibt und deren eigene Realität als defizitär erscheinen lässt.

Welche Rolle spielt die „Black Community“ innerhalb der Analyse?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Black Community nicht nur Opfer rassistischer Strukturen ist, sondern durch die Übernahme weißer Werte selbst zerstörerische Mechanismen entwickelt, die das Individuum, wie etwa Pecola, weiter isolieren.

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Details

Title
Schönheitsideal und Körperidentität unter dem Aspekt der Critical Whiteness Studies - Untersucht am Roman "Sehr blaue Augen" von Toni Morrison
College
University of Lüneburg
Course
Critical Whiteness Studies
Grade
1,3
Author
Therese Hochhuth (Author)
Publication Year
2006
Pages
39
Catalog Number
V69431
ISBN (eBook)
9783638619462
ISBN (Book)
9783638718424
Language
German
Tags
Schönheitsideal Körperidentität Roman Augen Toni Morrison Körperbilder weiblich Mädchenideale Selbstverleugnung black community Unterdrückung India.Arie Shirley Temple Selbsthass Körperideal Wunschbilder Stereotyp blaue
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Therese Hochhuth (Author), 2006, Schönheitsideal und Körperidentität unter dem Aspekt der Critical Whiteness Studies - Untersucht am Roman "Sehr blaue Augen" von Toni Morrison, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69431
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