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Sexualerziehung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Title: Sexualerziehung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Examination Thesis , 2007 , 126 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silvana Lehmann (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Da Elternschaft bei geistig behinderten Menschen zunimmt, müssen die Themen Sexualität, Partnerschaft, Familienplanung, Geburt et cetera stärker in schulischen und nachschulischen Bildungsgängen berücksichtigt werden (Vgl. SPARENBERG 2001, 122). Dieser Forderung von Silke SPARENBERG möchte ich näher auf den Grund gehen beziehungsweise deren Umsetzung im schulischen Bereich betrachten.
Da es seit 1994 ein Rahmenkonzept zur Sexualaufklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Abstimmung mit den Bundesländern gibt, interessiert mich deren Umsetzung, das heißt ich möchte mehr über die Durchführung von Sexualerziehung an Schulen für geistig behinderte Menschen erfahren.

Hierzu werde ich vorab die beiden grundlegenden Begriffe meiner Arbeit klären - „geistige Behinderung“ und „Sexualität“. Das Hauptaugenmerk wird darin liegen, meine Meinung und die verschiedener Wissenschaftler vorzustellen und eine Verknüpfung der beiden Begriffe herbeizuführen. Dies liegt mir besonders am Herzen, da das Thema Sexualität bei geistig behinderten Menschen „trotz vieler Aufklärungskampagnen irgendwie anrüchig [und] geheimnisumwittert geblieben …“ (ACHILLES 2005, 11) ist und immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft darstellt. Hier wird schnell der Grund für die Wahl meines Titels „Darüber spricht man nicht!?“ deutlich. Ich möchte aufzeigen, dass Sexualität und erst recht Sexualerziehung für Menschen mit einer geistigen Behinderung ebenso ‚normal’ ist, wie bei nichtbehinderten Menschen. Für jedes Mitglied unserer Gesellschaft gehört die Entwicklung der eigenen Sexualität zur Persönlichkeitsentfaltung dazu, warum also wird das Thema scheinbar so vernachlässigt? Bernd RÖMER gibt in einem seiner Texte folgende Erklärung, welche für mich sehr plausibel erscheint:

Da in der Gesellschaft bezüglich des sexuellen Verhaltens von geistigbehinderten Menschen weitgehend Unkenntnis herrscht …, kann die Gesellschaft das teilweise andere sexuelle Verhalten geistigbehinderter Menschen oft nur als Fehlverhalten einordnen und gerät deshalb in Versuchung, Sexualität als etwas nicht Existentes bei geistigbehinderten Menschen abzulehnen. (RÖMER 1995, 20)

Diese teilweise ablehnende und tabuisierende Haltung werde ich in der vorliegenden Arbeit hinterfragen und versuchen mit diesen Vorurteilen aufzuräumen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsklärung

1.1. Was ist geistige Behinderung?

1.2. Komplexität des Phänomens geistige Behinderung

1.3. Was ist Sexualität?

1.4. Sexualität und geistige Behinderung

2. Sexualerziehung und Sexualpädagogik

2.1. Geschichte der Sexualerziehung

2.2. Geschichte der Sexualpädagogik

3. Sexualerziehung bei Schülerinnen und Schülern mit Förderschwerpunkt geistige Behinderung

3.1. Allgemeines

3.2. Wer ist verantwortlich für Sexualerziehung?

3.3. Charakter der Sexualerziehung an Schulen mit Förderschwerpunkt geistige Behinderung

3.4. Ziele der Sexualerziehung

4. Themen der Sexualerziehung in der Schule – eine Analyse des Thüringer Lehrplans

4.1. Allgemeines

4.2. Analyse des Thüringer Lehrplans

4.3. Materialien zur sexuellen Aufklärung bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt geistige Behinderung

5. Verknüpfung von Theorie und Praxis an ausgewählten Beispielen

5.1. Konzeption Stiftung Finneck

5.2. Lehrerinterviews Förderzentrum „Schule am Zoopark“ Erfurt

5.3. Unterrichtseinheit (Dokumentation)

6. Probleme, Grenzen und Unterschiede

6.1. Probleme und Grenzen der Sexualerziehung bei geistig behinderten Schülerinnen und Schülern

6.2. Unterschiede zwischen behinderten und nichtbehinderten Mädchen und Jungen

6.3. Unterschiede zwischen Aufklärung von Mädchen und Jungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und die praktische schulische Umsetzung der Sexualerziehung für Schüler mit geistiger Behinderung, wobei der Fokus auf der Analyse des Thüringer Lehrplans und der Überwindung gesellschaftlicher Tabus liegt.

  • Grundlagen der Sexualpädagogik und Begriffsklärung
  • Sexualerziehung als Teil der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung
  • Analyse sexualpädagogischer Inhalte im Thüringer Lehrplan
  • Theorie-Praxis-Transfer durch Konzeptionsvorstellung und Unterrichtsdokumentation
  • Herausforderungen, Grenzen und geschlechtsspezifische Aspekte in der Praxis

Auszug aus dem Buch

3.1. Allgemeines

Die Sexualerziehung gehört heute zum Auftrag einer jeden Schule und wird in der Regel fächerübergreifend als Gesamtunterricht durchgeführt. Sie sollte unbedingt den einzelnen Schüler entsprechend seinem Lernverhalten, seinen Interessen und Fragen in angemessener Art und Weise mit den Fragen der Sexualität vertraut machen. Diesem offiziellen Auftrag der Schule steht, sowohl bei Eltern als auch bei Pädagogen ein gehöriges Maß an Unsicherheit gegenüber. Dafür sehe ich eine Reihe von Ursachen, welche ich an dieser Stelle nur kurz auflisten möchte:

die allgemeine Tabuisierung des Themas „Sexualität und geistige Behinderung“,

die Einengung des Begriffes auf Genitalsexualität,

wenig Akzeptanz und Toleranz des geistig behinderten Menschen mit sexuellen Bedürfnissen und

mangelnde sexualpädagogische Kompetenz und Unsicherheiten auf Seiten der Eltern, Erzieher und Pädagogen.

Die ersten drei Thesen habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich diskutiert, aber die letzte These wirkt an dieser Stelle eventuell provozierend, aus diesem Grund möchte ich einige Ausführungen anschließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsklärung: Erläutert die komplexen und variablen Begriffe "geistige Behinderung" und "Sexualität" aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.

2. Sexualerziehung und Sexualpädagogik: Beleuchtet die geschichtliche Entwicklung beider Konzepte und ihre Bedeutung im pädagogischen Diskurs.

3. Sexualerziehung bei Schülerinnen und Schülern mit Förderschwerpunkt geistige Behinderung: Diskutiert Zuständigkeiten, Ziele und den grundlegenden Charakter des Unterrichts in diesem spezifischen Setting.

4. Themen der Sexualerziehung in der Schule – eine Analyse des Thüringer Lehrplans: Analysiert detailliert die Lehrplanvorgaben und zeigt Möglichkeiten zur Materialauswahl auf.

5. Verknüpfung von Theorie und Praxis an ausgewählten Beispielen: Veranschaulicht die Umsetzung durch eine spezifische Stiftungs-Konzeption, Experteninterviews und eine ausführliche Unterrichtsdokumentation.

6. Probleme, Grenzen und Unterschiede: Reflektiert kritisch über Herausforderungen in der Praxis sowie Unterschiede zwischen Schülern mit und ohne Behinderung sowie zwischen den Geschlechtern.

Schlüsselwörter

Sexualerziehung, Geistige Behinderung, Sexualpädagogik, Thüringer Lehrplan, Persönlichkeitsentwicklung, Sexualität, Behinderung, Inklusion, Aufklärung, Prävention, Partnerschaft, Unterrichtspraxis, Elternarbeit, Geschlechterrollen, Sonderpädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Notwendigkeit und Umsetzung der Sexualerziehung an Förderschulen mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung unter Berücksichtigung gesetzlicher und pädagogischer Rahmenbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernbereichen gehören die Identitätsfindung, Körperhygiene, partnerschaftliche Beziehungen, Kommunikation sowie die Prävention von sexueller Gewalt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Sexualerziehung für Menschen mit geistiger Behinderung ein unverzichtbarer Teil der Persönlichkeitsentfaltung ist und wie dies trotz bestehender Tabus professionell umgesetzt werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Neben einer theoretischen Literaturanalyse nutzt die Autorin eine Lehrplananalyse, Experteninterviews mit Pädagogen sowie eine Hospitation in einer Unterrichtseinheit zur Dokumentation der Praxis.

Was steht im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Analyse der Thüringer Lehrpläne sowie der Verknüpfung dieser theoretischen Vorgaben mit praktischen Beispielen, wie der Konzeption der Stiftung Finneck.

Was sind die charakteristischen Schlüsselbegriffe der Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "geistige Behinderung", "Sexualpädagogik", "Selbstbestimmung" und "Schutz vor Missbrauch" charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Sexualerziehung an Förderschulen von Regelschulen laut der Autorin?

Die Autorin betont den höheren Stellenwert der Sexualerziehung im Förderschulalltag, da diese fächerübergreifend und lebenspraktisch gestaltet wird, um auf die individuelle Lebensbewältigung vorzubereiten.

Welche Rolle spielen Eltern bei der Sexualerziehung geistig behinderter Kinder?

Eltern werden als wichtige Partner gesehen; die Autorin stellt jedoch fest, dass oft Ängste und Hemmungen bestehen, weshalb eine enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule essenziell ist.

Warum ist das Thema "sexueller Missbrauch" so prominent in der Arbeit vertreten?

Aufgrund der hohen Abhängigkeit und Vulnerabilität geistig behinderter Menschen ist Prävention, insbesondere die Stärkung des Nein-Sagens und das Erlernen von Abwehrreaktionen, ein zentrales, schützendes Ziel der pädagogischen Arbeit.

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Details

Title
Sexualerziehung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
College
University of Erfurt  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,3
Author
Silvana Lehmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
126
Catalog Number
V69450
ISBN (eBook)
9783638602754
ISBN (Book)
9783638673501
Language
German
Tags
Sexualerziehung Schulen Förderschwerpunkt Entwicklung geistige Entwicklung Behindertung Jugendliche geistige Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvana Lehmann (Author), 2007, Sexualerziehung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69450
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