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Tourismuspolitik und -planung auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen

Title: Tourismuspolitik und -planung auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marion Heiß (Author)

Geography / Earth Science - Tourism Geography
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Tourismuspolitik oder Fremdenverkehrspolitik ist die „zielgerichtete Planung und Beeinflussung/Gestaltung der touristischen Realität und Zukunft durch verschiedene Träger [...]“ (FREYER 2001, 269). Diese Definition beinhaltet die wesentlichen Bestimmungsmerkmale einer Tourismuspolitik, deren verschiedene Träger Ziele bestimmen, welche durch gewisse Maßnahmen und Mittel umgesetzt werden und so den Tourismus auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen (international, national, regional und lokal) beeinflussen. Notwendig dafür ist ein planmäßiges Konzept, welches als Grundlage für die Verfolgung der verschiedenen Teilziele dient. Die erhebliche wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs zeigt sich in Deutschland z.B. darin, dass der Tourismus mit beachtlichen 8 % zum Bruttosozialprodukt beiträgt (vgl. BECKER 2003, 381), obwohl die deutsche Tourismuspolitik auf Bundesebene wenig ausgeprägt ist. In anderen Ländern dagegen (z.B. Österreich, Frankreich, Italien etc.) wird diesem Politikbereich eine größere Beachtung geschenkt. Eine Ursache der geringen Bedeutung der Tourismuspolitik in Deutschland sind zwei Prinzipien. Zum einen das föderale Prinzip, welches besagt, dass die Zentralregierung normalerweise zu wenig fach- und regionalbezogene Kenntnis besitzt, um spezifische Entscheidungen treffen zu können. Deshalb haben die Bundesländer und die einzelnen Kommunen in vielen Politikbereichen die Kompetenz, sich bzgl. ihrer Angelegenheiten selbst zu verwalten. Zum anderen führt das Subsidiaritätsprinzip dazu, dass sich der Staat in der Tourismuspolitik zurückzieht. Dieses beruft sich auf den Grundsatz, dass nur dort, wo die Möglichkeiten des Einzelnen bzw. die einer Gruppe nicht ausreichen, Aufgaben ihrer Daseinsgestaltung zu erfüllen, der Staat eingreifen soll (vgl. MUNDT 1998, 421 f). Im deutschen marktorientierten Wirtschaftssystem ist es somit nicht selbstverständlich, dass der Staat in die Planungsaufgaben des Tourismus eingreift, da die Koordination von Angebot und Nachfrage in der Regel über die Märkte erfolgt. Eine weitere Ursache für das tourismuspolitische Defizit in der Bundesrepublik ist die politische Komplexität des Fremdenverkehrs. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Tourismuspoltisches Defizit in der Bundesrepublik Deutschland

II. Aufgaben

1. Tourismuspolitik als „Policy-Mix“

2. Gründe für eine Tourismuspolitik

3. Aufgabe/Funktion der Tourismuspolitik

III. Tourismusplanung: Marketing – Management – Konzept

1. Analysephase

2. Konzeptionsphase

3. Gestaltungsphase

4. Realisierungsphase

IV. Tourismuspolitische Träger auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen

1. Träger auf nationaler Ebene

2. Träger auf regionaler Ebene

3. Träger auf lokaler Ebene

4. Internationale Ebene

Nicht gouvernementale Organisationen

V. Tourismuspolitische Ziele

1. Zielhierarchien

2. Zielkonflikte

VI. Tourismuspolitische Mittel und Einflussmöglichkeiten

VII. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Strukturen, Aufgaben und Herausforderungen der Tourismuspolitik auf verschiedenen räumlichen Ebenen und analysiert, wie diese als planvolles Steuerungsinstrument innerhalb des touristischen Marketing-Management-Prozesses fungieren kann.

  • Analyse des tourismuspolitischen Defizits in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern.
  • Untersuchung der Tourismuspolitik als interdisziplinäre „Policy-Mix“-Aufgabe.
  • Darstellung des Marketing-Management-Konzepts als Grundlage für den Planungsprozess.
  • Identifikation der tourismuspolitischen Träger auf nationaler, regionaler, lokaler und internationaler Ebene.
  • Erörterung von Zielhierarchien und der daraus resultierenden Zielkonflikte.

Auszug aus dem Buch

1. Analysephase

Zu Anfang steht die Analysephase, die auch als Informationsphase bezeichnet werden kann, wobei die nötigen Daten bzw. Informationen gesammelt und aufbereitet werden. Die erste Stufe umfasst Umfeld-, Markt- und Betriebsanalyse. Die Netzwerkanalyse ist nicht in allen Konzepten des Dienstleistungs-Marketing miteinbezogen, jedoch spielt sie bei der Einschätzung von Entwicklungsmöglichkeiten eines touristischen Betriebes eine wichtige Rolle, aufgrund dessen wird sie hier behandelt.

Zunächst werden in der Umfeldanalyse die gesamtgesellschaftlichen Daten und Trends untersucht, wodurch die allgemeinen Einflüsse von Randbedingungen des regionalen Umfelds eines Betriebes festgestellt werden. Hierbei ist besonders wichtig, dass der betrachtete Betrieb Teil einer umfangreichen Dienstleistungskette ist, in der bestimmte Angebotsstrukturen herrschen. Zusammen mit der Untersuchung der touristischen Netzwerke, d.h. des Verhaltens der Touristen, wird so die Stellung und Bedeutung der eigenen Angebote im regionalen Gesamtzusammenhang deutlich. Außerdem werden Reisetrends der Zukunft klar, wodurch sich die Entwicklungsmöglichkeiten des Betriebes ableiten lassen.

Die Marktanalyse informiert über die Nachfrage- und Konkurrenzsituation am relevanten Markt. Durch die Nachfrageanalyse werden die Urlaubsstile der Region erfasst, sowie die sozialen Lagen und die milieuspezifischen Lebensstile der Touristen, wobei deren Wandel allgemeine und regionale Tendenzen sichtbar werden lässt. Die Konkurrenz- bzw. Angebotsanalyse zeigt, wie andere Betriebe auf die Entwicklungen reagieren und welche Konzepte dabei erfolgreich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Tourismuspoltisches Defizit in der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Definition von Tourismuspolitik und analysiert die Ursachen für deren geringe Ausprägung in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung des föderalen Prinzips und des Subsidiaritätsprinzips.

II. Aufgaben: Hier wird Tourismuspolitik als „Policy-Mix“ definiert und die Legitimität sowie die ordnungspolitischen und planungswirtschaftlichen Funktionen staatlicher Eingriffe im Tourismus dargelegt.

III. Tourismusplanung: Marketing – Management – Konzept: Dieses Kapitel beschreibt den ideellen Planungsprozess, unterteilt in Analyse-, Konzeptions-, Gestaltungs- und Realisierungsphase, als Grundlage für eine strukturierte Tourismusentwicklung.

IV. Tourismuspolitische Träger auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen: Die Arbeit identifiziert hier die Akteure von der lokalen bis zur internationalen Ebene und zeigt auf, wie diese durch verschiedene Organisationsformen ihre Interessen im Tourismusbereich vertreten.

V. Tourismuspolitische Ziele: Es wird die hierarchische Strukturierung von Tourismuszielen von der nationalen bis zur lokalen Ebene untersucht und auf die Problematik unvermeidbarer Zielkonflikte eingegangen.

VI. Tourismuspolitische Mittel und Einflussmöglichkeiten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die wirtschaftlichen, rechtlichen und technischen Instrumente, mit denen Träger aktiv in den touristischen Markt eingreifen.

VII. Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Arbeit werden hier rekapituliert und die Notwendigkeit einer stärkeren tourismuspolitischen Beachtung in Deutschland betont.

Schlüsselwörter

Tourismuspolitik, Fremdenverkehrsgeographie, Tourismusplanung, Marketing-Management-Konzept, Policy-Mix, Tourismuspolitische Träger, Zielhierarchien, Zielkonflikte, Infrastrukturförderung, Tourismusmarketing, Standortentwicklung, Wirtschaftsstruktur, Bundeswirtschaftsministerium, Deutschland, Destinationsmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Konzeption und den Aufgaben der Tourismuspolitik und deren Umsetzung auf verschiedenen räumlichen Ebenen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Tourismuspolitik als „Policy-Mix“, die Bedeutung von Planungskonzepten und die Rolle verschiedener politischer sowie privater Träger.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Tourismuspolitik trotz ihrer Eigenschaft als Querschnittsdisziplin gezielt geplant und mittels konkreter Zielhierarchien umgesetzt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse aktueller wirtschafts- und sozialgeographischer Fachliteratur zur Tourismuslehre und -politik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Aufgaben, die Erläuterung von Managementkonzepten, die Identifikation von Akteuren und die Analyse von Zielsetzungen und Steuerungsmitteln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Tourismuspolitik, Marketing-Management, räumliche Ebenen, Zielhierarchien, Träger und das „Policy-Mix“-Modell.

Warum wird Deutschland als tourismuspolitisches Defizit-Gebiet bezeichnet?

Aufgrund des föderalen Systems und des Subsidiaritätsprinzips fehlt eine einheitliche, differenzierte Strategie auf Bundesebene, im Gegensatz zu Ländern wie Österreich oder der Schweiz.

Welche Rolle spielt das Marketing-Management-Konzept im Tourismus?

Es dient als systematischer Prozess, um öffentliche und private Tourismusaufgaben planvoll zu strukturieren, von der Datenanalyse bis zur Ex-post-Kontrolle.

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Details

Title
Tourismuspolitik und -planung auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen
College
University of Regensburg  (Philosophische Fakultät III)
Course
Proseminar: Wirtschafts- und Sozialgeographie
Grade
2,0
Author
Marion Heiß (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V69460
ISBN (eBook)
9783638613460
Language
German
Tags
Tourismuspolitik Ebenen Proseminar Wirtschafts- Sozialgeographie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Heiß (Author), 2004, Tourismuspolitik und -planung auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69460
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