Aus der aktuellen Gegebenheit heraus, das immer mehr Kinder ihre schulischen Ziele nicht erreichen und Jugendliche immer häufiger Probleme haben, sich in den Arbeits-, bzw. Ausbildungsmarkt einzugliedern, habe ich mich mit der Frage auseinander setzen wollen, was das lernen so schwierig macht bzw. machen kann?
Den aktuellsten Forschungen ist zu entnehmen, das lernen nicht ausschließlich nur im kognitiven Bereich stattfindet. Es spielen vielerlei Sinne und Faktoren eine Rolle. Allerdings gehört zum Lernen auch immer ein gewisses Interesse, um überhaupt motiviert zu sein, sich neues und weiteres Wissen anzueignen. Doch lernt nicht jeder auch Dinge für die er sich nicht interessiert? Welche Bedeutung hat „Interesse“ und „Motivation“ dann also für uns?
Um genau herauszufinden was das Lernverhalten eines Jeden beeinträchtigen kann, habe ich mich zuerst mit Literatur zu „Sinnessystemen“, „Lernformen“ und vor al-lem mit der „Gehirnentwicklung“ des Menschen auseinander gesetzt. Dabei kam ich zu der Erkenntnis, dass „Probleme im Lernverhalten“ oder in der Aufnahme und Verarbeitung von Informationen zum einen vom Gehirn abhängen, aber zum ande-ren vor allem von Motivation und Emotion beeinflusst werden.
Des Weiteren werde ich mich mit Literatur beschäftigen, die mögliche Probleme beim Lernen aufzeigt, um folgende Abschlussfragen zu beantworten: Lässt sich Intelligenz trainieren? Bin ich faul oder gar lernbehindert? Wie lassen sich die Ursachen von Lernschwierigkeiten diagnostizieren? Wann kann lernen wirklich zum Problem werden? Wie und was sind die Möglichkeiten der Sozialpädagogik, um auch an „richtiger Stelle“ zu fördern? (Nachhilfe, Lerntherapie…)
Gliederung
1. Verhaltensänderung durch Lernen
1.1. Neuropsychologische Voraussetzungen
1.1.1. Gehirnentwicklung
1.1.2. Gedächtnis
1.2. Wahrnehmung und Sinnessysteme
1.3. Lerntheorien
1.3.1. Lernen durch Einsicht
1.3.2. Konditionierung
1.3.3. Lernen am Modell
1.3.4. Lernen im Schlaf
1.4. Verschiedene Lernformen
2. Motivation als Verhaltensbereitschaft
2.1. Intrinische und extrinische Motivation
2.2. Aufmerksamkeit und Interesse
2.3. Die eigene Zielsetzung
2.4. Selbstwirksamkeit und eigener Antrieb
3. Wechselwirkung zwischen Emotion und Lernen
3.1. Die Wirkung von Emotionen auf den Körper
3.2. Zusammenhang von Emotion und Lernen
3.3. Emotion und Hirnentwicklung
4. Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse
5. Beeinträchtigungen der Lernförderung
5.1. Neuro-(psycho-)logische Störungen
5.2. Motivationsstörungen
5.2.1. Ursachen für Motivationsstörungen
5.2.2. Folgen von Motivationsstörungen
6. Möglichkeiten der Lern- und Motivationsförderung
6.1. Das Lernverhalten einschätzen
6.2. Förderung der Motivation
6.3. Kritische Anmerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen Motivation und Förderung im pädagogischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf das schulische Lernen von Kindern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welchen Einfluss hat Förderung auf die Lernmotivation und wie beeinflusst Motivation wiederum den Lernerfolg?
- Neuropsychologische Grundlagen des Lernens und der Gehirnentwicklung
- Die Rolle von Emotionen und deren Wechselwirkung mit Lernprozessen
- Ursachen und Auswirkungen von Motivationsstörungen bei Kindern
- Pädagogische Interventionsmöglichkeiten zur Förderung der Lernfreude
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Gehirnentwicklung
Oftmals wird das Gehirn mit Computern verglichen, denn im Prinzip funktioniert es ähnlich wie solch ein Netzwerk. Das Gehirn besteht aus ca. 100 Milliarden Nervenzellen, die mit Nervenbahnen verbunden sind und durch die, bei allem was wir tun, beim Denken, Handeln oder beim Lernen, elektrische Impulse ausgetauscht werden. Die Nervenbahnen bei Neugeborenen sind noch sehr dünn. Mit zunehmendem Alter werden die Nervenbahnen durch die häufigen elektrischen Impulse weiter ausgebaut. Die Nervenfasern werden dicker und es bildet sich eine Art Isolierung aus Myelin. Dadurch können die elektrischen Impulse dann später um ein vielfaches schneller weitergeleitet werden. (vgl. Pfeffer 2005, S.12)
Bereits ab dem dritten Lebensjahr können sich Kontakte, die seit der Geburt angelegt sind, jedoch nicht genutzt wurden, wieder zurückbilden. Es bleiben auf Dauer nur Verbindungen bestehen, die durch Erfahrung und Lernen auch beansprucht wurden. Diesen Prozess beschreibt Pfeffer (2005, S.12) mit folgender, leicht verständlichen Metapher: Verschiedene Häuser sind in einem Landstrich durch Trampelpfade verbunden. Durch die häufige Nutzung verbreitern sich diese Pfade nach und nach. Möchte man auf diesen Pfaden nach gewisser Zeit schneller vorankommen, werden sie geteert und zu Straßen ausgebaut. Pfade die nicht benutzt werden wuchern mit der Zeit zu, es wachsen Gras und Gestrüpp darüber. Diese Pfade verschwinden irgendwann einfach, während auf den ausgebauten Straßen ein reger und schneller Verkehrsfluss herrscht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Verhaltensänderung durch Lernen: Dieses Kapitel erläutert die neuropsychologischen und theoretischen Grundlagen des Lernens als aktiven, physischen Prozess im Gehirn.
2. Motivation als Verhaltensbereitschaft: Hier wird Motivation als essenzielle Bedingung für Veränderungsprozesse definiert und deren Facetten wie Interesse und Selbstwirksamkeit beleuchtet.
3. Wechselwirkung zwischen Emotion und Lernen: Dieses Kapitel beschreibt die enge Verknüpfung von Gefühlslagen, körperlichen Reaktionen und kognitiven Lernleistungen.
4. Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse: Diese Sektion führt die theoretischen Aspekte zusammen, um die Grundlage für die anschließende Diskussion von Störungen zu bilden.
5. Beeinträchtigungen der Lernförderung: Das Kapitel analysiert Ursachen und Erscheinungsformen von Lernstörungen sowie deren demotivierende Auswirkungen auf Kinder.
6. Möglichkeiten der Lern- und Motivationsförderung: Abschließend werden praktische Ansätze zur Einschätzung des Lernverhaltens und gezielte Strategien zur Förderung der Lernfreude präsentiert.
Schlüsselwörter
Motivation, Lernfreude, Lernfrust, Förderung, Neuropsychologie, Gehirnentwicklung, Emotionen, Lernstörungen, Pädagogik, Selbstwirksamkeit, Lernverhalten, Motivationsstörung, Schulalltag, Lernprozesse, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem wechselseitigen Verhältnis von Motivation und Förderung im Bereich der sozialen Arbeit und Schule, um Lernfreude bei Kindern zu erhalten und Lernfrust entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit gliedert sich in die Bereiche neuropsychologische Grundlagen des Lernens, die Bedeutung von Emotionen für Lernprozesse, die Analyse von Motivationsstörungen und praktische Ansätze zur pädagogischen Förderung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, welchen Einfluss gezielte Förderung auf die Motivation hat und inwiefern diese Faktoren den Lernerfolg bei Kindern nachhaltig beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Psychologie, Neurowissenschaften und Sonderpädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die physiologischen Bedingungen des Lernens, die verschiedenen Lerntheorien, die Rolle der Emotionen (wie Angst oder Freude) und die praktischen Strategien zur Motivationsförderung im Schulalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Motivation, Lernförderung, Lernstörungen, Selbstwirksamkeit und neuropsychologische Entwicklung charakterisiert.
Warum ist das "Belohnungssystem" des Gehirns für die Arbeit wichtig?
Die Arbeit stellt heraus, dass positive Erfahrungen und Erfolgsgefühle das dopamingesteuerte Belohnungssystem des Gehirns aktivieren, was für effektives und nachhaltiges Lernen unerlässlich ist.
Welche Rolle spielen "Störungen" in der Lernförderung?
Störungen, sei es durch neuropsychologische Faktoren oder Motivationsdefizite, bilden eine erhebliche Barriere für die Entwicklung eines Kindes, weshalb eine frühzeitige und sensible Diagnose durch Pädagogen entscheidend ist.
Warum plädiert die Autorin für das Fach "Lernen lernen"?
Die Autorin sieht in der Einführung dieses Schulfaches eine notwendige präventive Maßnahme, um Schülern frühzeitig kognitive Strategien an die Hand zu geben und Lernfrust proaktiv zu minimieren.
- Quote paper
- Anke Hartwig (Author), 2007, Motivation und Förderung im Kontext sozialer Arbeit - von Lernfreude bis Lernfrust, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69472