Embryo - Mensch - Person: Zur Frage nach dem Beginn des personalen Lebens


Hausarbeit, 2007

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Zur Frage nach dem Beginn des personalen Lebens“
2.1 8-Zell-Stadium
2.2 16. Embryonaltag
2.3 Geburt
2.4 Die Entwicklung im allgemeinen Überblick

3 Zusammenfassung und kritische Schlussbemerkungen

4 Literaturverzeichnis

5 Anhang

1 Einleitung

Schlagworte wie „Embryonenforschung“, „Abtreibung“ oder „Verhütung“ finden fast täglich Gebrauch in unserer Sprache oder einem Zeitungsartikel und stellen schon seit langem einen gesellschaftlichen Streitpunkt dar. Denn die Meinungen über eben diese Themen, sei es aus theologischer, medizinischer oder philosophischer Sicht, gehen auseinander.

Doch all diesen Streitthemen liegt eine Frage zu Grunde: Wann beginnt das menschliche Leben? Diese Frage versucht Günter Rager in seinem Aufsatz „Embryo – Mensch – Person: Zur Frage nach dem Beginn des personalen Lebens“[1] zu klären.

2 „Zur Frage nach dem Beginn des personalen Lebens“

Im Folgenden möchte Rager´s seine Argumentationsweise vorstellen und seine Argumente und Thesen mit denen anderer Autoren vergleichen und diskutieren. Hierzu verwende ich nicht dieselbe Gliederungsstruktur wie Rager selbst, sondern gehe in der Entwicklung des Embryos chronologisch vom Tag der Zeugung bis zu seiner Geburt vor.

Rager geht von der These aus, der Embryo stelle ab dem Zeitpunkt seiner Zeugung, der Verschmelzung des Spermiums mit der Eizelle, personales Leben dar. Um dieses zu belegen, versucht er die Gegenargumente zu widerlegen. Die Antithesen ziehen allesamt eine Grenze, ab wann der Embryo personales Leben darstellt. Diese Grenzen möchte Rager aufheben und so von seiner These zu überzeugen.

2.1 8-Zell-Stadium

Zwei bis drei Tage nach der Befruchtung erreicht der Embryo das 8-Zell-Stadium. Bis zu diesem Zeitpunkt sind die Zellen totipotent, was bedeutet, dass die embryonalen Zellen „alle Teile des Tierkörpers“[2] bilden können, weshalb die Entstehung von Zwillingen möglich ist.

Allerdings kommt es deswegen auch zu Begriffsschwierigkeiten. Denn eigentlich können somit bis zum 8-Zell-Stadium auch zwei Menschen, bzw. Personen entstehen, was eigentlich der Auffassung „Person von Anfang an“ widerspricht, da sich eine Person quasi in zwei aufteilt.

Rager´s Lösung für dieses Problem lautet wie folgt: Bereits ab der ersten Zellteilung unterliegt der Embryo Steuerungs- und Regelungsmechanismen, die Zellen „schwimmen“ nicht einfach lose umher.

Des Weiteren stellt eine Person, und auch die Zellen, eine individuelle Einheit dar, wobei der Begriff „individuell“ hier nicht auf die Unteilbarkeit, sondern auf das Ungeteiltsein abzielt. Diese individuelle Einheit ist nichts Dauerhaftes oder steifes, sondern „ein dynamischer Prozeß des Subsistierens.“[3] Mit der Befruchtung wird dem Kind seine Individualität gegeben, die dem „Gesetz der Erhaltung der Individualität[4] nach Blechschmidt folgt. Auch Robert Spaemann tritt dem Verfasser zur Seite, wenn er argumentiert, dass man das Personsein nicht erlernen kann und man deshalb von Anfang an eine sein muss.[5]

2.2 16. Embryonaltag

Personen sollen vernunftbegabt sein und über ein Ichbewusstsein und Rationalität verfügen. Dies setzt allerdings ein funktionstüchtiges Nervensystem, oder generell ein Gehirn voraus. Jedoch gibt es bei einem Embryo erst ab ca. dem 16. Tag nach der Befruchtung erste Anzeichen eines Nervensystems.[6] Daraus ergibt sich die Frage, ob der Fötus bis dahin denn keine Person sei, bzw. wann das Hirnleben beginnt.

Nach Rager´s Auffassung ist die Reifung des Nervensystems nicht Ausschlag gebend für ein Personsein oder Nicht-Personsein, da man, wie oben bereits erwähnt, von Beginn an eine Person darstellt.

Weiterhin geht die Reifung des Nervensystems nicht an jedem Ort gleichzeitig und nicht gleichschnell von Statten. Auch da sie selbst nach der Geburt noch nicht zu einem Ende gekommen ist, spricht gegen eine Einsetzung als Grenze zum Personwerden.

[...]


[1] In: Beckmann, Jan P. (Hrsg.): Fragen und Probleme einer medizinischen Ethik. Berlin, New York 1996. S. 254-278.

[2] Campell, Neil A.: Biologie. Heidelberg, Berlin, Oxford 1997. S. 1349.

[3] Zit. nach: Rager, Günter: Embryo – Mensch – Person. S. 269.

[4] Zit. nach: Blechschmidt, Erich: Zur Personalität des Menschen. In: Internationale katholische Zeitschrift »Communio«. 11. Jahrgang. Köln 1982. S. 173.

[5] Vgl.: Spaemann, Robert: Sind alle Menschen Personen? In: Löw, Reinhard (Hrsg.): BIOETHIK. PHILOSOPHISCH-THEOLOGISCHE BEITRÄGE ZU EINEM BRISANTEN THEMA. Köln 1990. S. 54.

[6] Vgl.: Rager, Günter: Embryo – Mensch – Person. S. 270.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Embryo - Mensch - Person: Zur Frage nach dem Beginn des personalen Lebens
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Veranstaltung
Ethisch Philosophisches Grundlagenstudium: Systematische Einführung in die Ethik
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V69485
ISBN (eBook)
9783638619950
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Embryo, Mensch, Person, Frage, Beginn, Lebens, Ethisch, Philosophisches, Grundlagenstudium, Systematische, Einführung, Ethik
Arbeit zitieren
Linda Tolle (Autor), 2007, Embryo - Mensch - Person: Zur Frage nach dem Beginn des personalen Lebens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69485

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