Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Fallstudienmethode (FSM) und ihren Anwendungsmöglichkeiten in der Ausbildung von diplomierten Bankbetriebswirten, speziell bezogen auf das Ausbildungsmodul Qualitätsmanagement.
Als zentrale Fragestellung der Arbeit lässt sich formulieren:
"Welchen Beitrag leisten Fallstudien zur Ausbildung von Dipl.-Bankbetriebswirten und wie müssen die Fallstudien konzipiert sein, um den Lerneffekt zu maximieren, und welche Alternativen bieten sich?"
Hierzu wird zunächst dargestellt, was die Fallstudienmethode ist, welche unterschiedlichen Fallstudienarten es gibt und welche Charakteristika diese besitzen. Kapitel 2.1 gliedert dabei die Fallstudien zunächst nach Problemfindungsfällen, Entscheidungsfällen, Informationsfällen, Untersuchungsfällen und Postkorbfällen. Anschließend werden diese Fallarten vergleichend gegenüber gestellt. Die folgenden Kapitel sollen sowohl den Aufbau einer Fallstudie im Allgemeinen als auch die Ziele der Fallstudien in der Didaktik zeigen. Um dem Leser zu verdeutlichen, welche Hindernisse in der Verwendung von Fallstudien liegen können, erarbeitet das Kapitel 2.5 die Grenzen und Probleme der Fallstudienmethode.
Da diese Arbeit besonders das Lernmodul Qualitätsmanagement bearbeitet, führt das Kapitel 3 in die Bereiche Kundenmanagement, Prozessmanagement, Methoden des QM sowie das Supplier Management ein. Auch der Bereich Outsourcing wird dabei behandelt.
Um die praktische Bedeutung der FSM zu verdeutlichen, behandelt das Kapitel 4 sowohl die historische Entwicklung der Fallstudienmethode als auch den aktuellen Stellenwert von Fallstudien in der Ausbildung am Beispiel von Diplombankbetriebswirten an der Bankakademie Frankfurt. Zur Bewertung des praktischen Stellenwertes wird u.a. ein Gespräch mit Dr. Achenbach herangezogen. Kapitel 4 verdeutlicht hierbei auch den aktiven Charakter der Fallstudienmethode.
Im fünften Kapitel werden verschiedene Fallstudien vorgestellt, gegliedert nach ihrer methodischen Ausrichtung und den einzelnen Modulen des Lernbereiches QM. Zu Beginn einer jeden Fallstudie findet sich eine kurze Einordnung in die Fallstudienarten. Die Fallstudien schließen jeweils mit einer Lösungsskizze ab, welche einen möglichen Ansatz zur Bearbeitung geben soll. Die Fallstudien beziehen sich jeweils auf die in dieser Arbeit in Kapitel 3 behandelten Themen und beinhalten relevante Informationen, welche zum Lösen der Aufgabenstellungen erforderlich sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Themenabgrenzung
2. Die Fallstudienmethode
2.1 Arten von Fallstudien
2.1.1 Allgemeines
2.1.2 Problemfindungsfall
2.1.3 Entscheidungsfall
2.1.4 Informationsfall
2.1.5 Untersuchungsfall
2.1.6 Postkorbfall
2.1.7 Vergleich der Arten
2.2 Der Aufbau von Fallstudien
2.2.1 Aufbau des Fallstudientextes
2.2.2 Phasenmodell nach Kaiser
2.2.2.1 Allgemeines
2.2.2.2 Konfrontation
2.2.2.3 Information
2.2.2.4 Exploration
2.2.2.5 Resolution
2.2.2.6 Disputation
2.2.2.7 Kollation
2.2.2.8 Reflexion
2.2.3 Alternatives Phasenmodell
2.3 Die Ziele von Fallstudien
2.4 Beurteilung der Qualität von Fallstudien
2.5 Probleme und Grenzen von Fallstudien
3. Qualitätsmanagement aktiv lernen
3.1 Allgemeines
3.1.1 Definition
3.1.2 Nutzen und Voraussetzungen des QM
3.1.3 QM durch Fallstudien
3.2 Kundenmanagement
3.2.1 Notwendigkeit der Kundenbindung
3.2.1.1 Der Wert der Kundenbeziehung
3.2.1.2 Der Weg zur Kundenbindung
3.2.1.3 Kundenbindung als Teil der Kundenorientierung
3.2.2 Elemente des Kundenbindungsmanagements
3.2.3 Messung der Kundenzufriedenheit
3.2.3.1 Direkte und indirekte Messung
3.2.3.2 Kundenbindungsindex TRI:M
3.3 Prozessmanagement
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 Prozessoptimierung
3.4 Methoden des QM
3.4.1 TQM und EFQM
3.4.1.1 TQM als Grundgedanke
3.4.1.2 EFQM als Ausprägung
3.4.1.3 Kritik am EFQM-Modell
3.4.2 Six Sigma
3.4.2.1 Mathematischer Hintergrund
3.4.2.2 Anforderungen an 6σ-Prozessoptimierung
3.4.2.3 Kritik an 6σ
3.5 Supplier Management und Outsourcing
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Funktionen und Aufgaben
3.5.3 Nutzen und Kritik
4. Fallstudien in der Ausbildung
4.1 Die Fallstudienmethode – von der Idee zum Alltag
4.2 Aktives Lernen
4.2.1 Fallstudien als aktives Lernmedium
4.2.2 Alternative aktive Lernmethoden
4.3 Aktueller Stellenwert
4.3.1 Lernziele für Dipl.-Bankbetriebswirte
4.3.2 Einsatz der Fallstudienmethode
4.3.3 Verbesserungsmöglichkeiten
5. Fallstudien zum Qualitätsmanagement
5.1 Fallstudie Kundenbindung
5.1.1 Die RuhrBank AG – individuelle Kundenbetreuung
5.1.2 Lösungsskizze zur Fallstudie
5.2 Fallstudie Beschwerdemanagement
5.2.1 BAFF AG – Bank für allgemeine Finanzdienstleistungen Friedrichshafen AG
5.2.2 Lösungsskizze zur Fallstudie
5.3 Fallstudie Prozessmanagement
5.3.1 Kreditbank Mittelstadt eG – Kredit in 21 Tagen
5.3.2 Lösungsskizze zur Fallstudie
5.4 Fallstudie QM-Methodik und Stellung im QM
5.4.1 Gerätebau Hahn GmbH – Warum versagt das QM?
5.4.2 Lösungsskizze zur Fallstudie
5.5 Fallstudie Outsourcing
5.5.1 Beratung GmbH
5.5.2 Lösungsskizze zur Fallstudie
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz der Fallstudienmethode in der Ausbildung von diplomierten Bankbetriebswirten, insbesondere im Rahmen des Ausbildungsmoduls Qualitätsmanagement, um Lerneffekte zu maximieren und praktische Anwendungskompetenzen zu fördern.
- Grundlagen und Didaktik der Fallstudienmethode
- Qualitätsmanagement (QM) im Bankwesen
- Methoden zur Kundenbindung und Kundenzufriedenheitsmessung
- Prozessmanagement und Outsourcing als Teil des QM
- Praktische Fallbeispiele für die Ausbildung
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Problemfindungsfall
Die im Englischen als Case Method oder auch Case Study Method bezeichneten Problemfindungsfälle sind die ursprünglich von der Havard Business School für die wissenschaftliche Ausbildung entwickelten Fallstudien und stellen damit die „klassische“ Form dar.
Sie haben als besonderes Charakteristikum, dass das eigentliche Problem, welches durch die FS gelöst werden soll, nicht explizit in ihnen genannt wird. Hierin ist der Schwerpunkt der Bearbeitung zu sehen. So gehört es zur Aufgabe der Bearbeiter, zunächst die gegebene Situation zu analysieren, das Problem zu identifizieren und entsprechende Fakten zu sammeln. Dabei sind relevante Informationen zunächst aus einer Fülle nicht genau strukturierter Informationen zu filtern, da in der klassischen Fallbeschreibung neben betriebswirtschaftlichen Fakten auch Informationen zur Geschichte der Unternehmung, zu handelnden Personen, zu früheren Problemen und zur politischen und unternehmerischen Umwelt zu finden sein können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit vor und gibt einen Überblick über die methodische Vorgehensweise sowie die Themenabgrenzung.
2. Die Fallstudienmethode: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Arten von Fallstudien, deren Aufbau, didaktische Phasenmodelle, Ziele sowie kritische Probleme und Grenzen der Methode.
3. Qualitätsmanagement aktiv lernen: Hier werden zentrale QM-Bereiche wie Kundenmanagement, Prozessmanagement, Methoden des QM sowie Supplier Management und Outsourcing theoretisch eingeführt und verknüpft.
4. Fallstudien in der Ausbildung: Das Kapitel behandelt den historischen Hintergrund und den Stellenwert von Fallstudien in der aktuellen Ausbildung zum Dipl.-Bankbetriebswirt.
5. Fallstudien zum Qualitätsmanagement: Der Hauptteil enthält praxisnahe Fallstudien aus dem Bereich des Qualitätsmanagements, inklusive Problembeschreibungen und Lösungsskizzen.
6. Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausbildung.
Schlüsselwörter
Fallstudienmethode, Qualitätsmanagement, Bankbetriebswirt, Kundenbindung, Prozessmanagement, Six Sigma, EFQM, Outsourcing, Ausbildung, Didaktik, Kundenorientierung, Kundenzufriedenheit, Methodenkompetenz, Fallstudie, Betriebswirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Anwendung und Effektivität der Fallstudienmethode innerhalb der Ausbildung zum Diplom-Bankbetriebswirt, mit einem speziellen Fokus auf das Modul Qualitätsmanagement.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen zählen die Didaktik von Fallstudien, Strategien des Qualitätsmanagements wie Six Sigma oder EFQM sowie Ansätze zur Kundenbindung und zum Prozessmanagement.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu zeigen, wie durch zielgerichtet konzipierte Fallstudien der Lerneffekt maximiert und theoretisches Wissen erfolgreich in die praktische Bankpraxis transferiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der Fallstudiendidaktik werden diverse Fallbeispiele (Problemfindungsfälle, Entscheidungsfälle, etc.) vorgestellt und durch Lösungsskizzen analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einführung in moderne QM-Methoden sowie eine praktische Anwendung, bei der spezifische Fallbeispiele für Banken (z.B. Kundenbindung, Beschwerdemanagement) durchgespielt werden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Fallstudienmethode, Qualitätsmanagement, Bankbetriebswirt, Prozessmanagement, Kundenbindung und Methodenkompetenz.
Welchen Stellenwert nimmt das EFQM-Modell ein?
Das EFQM-Modell wird als ganzheitlicher Ansatz zur Qualitätssteigerung eingeführt, wobei der Autor insbesondere die Bedeutung der Befähigerkriterien für die Unternehmenssteuerung hervorhebt.
Warum wird im Bereich der Kreditbank Mittelstadt eine Prozessstraffung empfohlen?
Aufgrund der hohen Durchlaufzeiten und der ineffizienten Schnittstellen zwischen Vertrieb und Kreditabteilung ist eine Straffung notwendig, um die Kundenzufriedenheit zu steigern und Wettbewerbsfähigkeit zu wahren.
- Quote paper
- Sebastian Hahn (Author), 2007, Die Fallstudienmethode in der Ausbildung von diplomierten Bankbetriebswirten. Qualitätsmanagement aktiv lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69498