Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Die Vorbereitung auf die nachschulische Wohnsituation als Aufgabe der Schule für Körperbehinderte

Title: Die Vorbereitung auf die nachschulische Wohnsituation als Aufgabe der Schule für Körperbehinderte

Examination Thesis , 2001 , 125 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Ziehm (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

Die Entscheidung, die elterliche Wohnung zu verlassen und in eine eigene Wohnung zu ziehen bedeutet für jeden Jugendlichen einen wichtigen, häufig jedoch schwierigen Schritt in eine selbstbestimmte Zukunft als Erwachsener. Eine Behinderung erschwert diesen Ablösungsprozess durch verschiedene Faktoren, wie die Sicherung der Pflege und die erhöhte Schwierigkeit, eine geeignete Wohnung zu finden. Eine umfassende Vorbereitung ist daher gerade für Jugendliche mit einer Behinderung von besonderer Bedeutung, bietet die neue Wohnung doch auch große Chancen. So ist es eine gute
Voraussetzung für einen gelungenen Start in ein selbstständiges, von den Eltern unabhängigeres Leben, wenn die gewählte Wohnung den Bedürfnissen des Jugendlichen entspricht.
Aufgabe der vorliegenden Staatsexamensarbeit soll es sein, Möglichkeiten der Schule für Körperbehinderte darzustellen, den Schülern benötigte Kompetenzen zur selbstbestimmten Wahl der individuell bevorzugten Wohnform zu vermitteln. Die Arbeit soll
hingegen nicht das Für und Wider der unterschiedlichen Wohnformen thematisieren. Ich gehe davon aus, dass jede Wohnform für jeweils unterschiedliche Bewohner optimal geeignet sein kann.
Motivation für diese Arbeit ist die langjährige Freundschaft zu einer derzeit 16 jährigen Schülerin der Schule für Körperbehinderte Hirtenweg (Hamburg), bei der sich die Problematik der Ablösung vom Elternhaus momentan stellt. Da der empirische Teil dieser Arbeit an jener Schule durchgeführt wurde, beziehen sich die zitierten Richtlinien und Lehrpläne auf das Bundesland Hamburg. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind jedoch auch für alle anderen deutschen Bundesländer gültig.
Das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich mit der Schule für Körperbehinderte und ihrer Schülerschaft. Anfangs soll die neue Klassifikation ICIDH-2 der Weltgesundheitsorganisation vorgestellt werden, um den Begriff der Behinderung näher zu bestimmen. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird die Institution
‚Schule für Körperbehinderte‘ sowie ihre Aufgaben und Ziele dargestellt. Des Weiteren wird die Schülerschaft der Schule für Körperbehinderte vorgestellt. Hier soll untersucht werden, auf welche Besonderheiten körperbehinderter Schüler im weiteren Verlauf der Arbeit, insbesondere bei der Durchführung der Unterrichtseinheit, zu achten ist.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Schule für Körperbehinderte und ihre Schülerschaft

1.1 ICIDH-2: Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit und Behinderung

1.2 Die Institution und ihre Aufgaben

1.3 Die Schülerschaft der Schule für Körperbehinderte

1.4 Zusammenfassung

2. Die Bedeutung des Wohnens für den Menschen mit und ohne Behinderung

2.1 Die Bedeutung des Wohnens aus der Sicht der transaktionalen Wohntheorie

2.2 Bedürfnisse des Menschen bezüglich seiner Wohnung

2.3 Besondere Bedürfnisse und Erschwernisse von Menschen mit Körperbehinderung

2.4 Zusammenfassung

3. Das Unterrichtsthema Wohnen im Spiegel von Empfehlungen, Richtlinien und Lehrplänen

3.1 Empfehlungen zum Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

3.2 Lehrpläne und Richtlinien für Sonderschulen in Hamburg

3.3 Darstellung der schulischen Vorbereitung auf das Wohnen in Fachbüchern der Körperbehindertenpädagogik

3.4 Zusammenfassung

4. Der Lernbereich Wohnen in der Unterrichtspraxis

4.1 Konzeptionen zur Umsetzung des Lernbereichs im Unterricht

4.1.1 Maßnahmen zur Verselbständigung nach Stadler

4.1.2 Überlegungen für die pädagogisch-psychologische Arbeit nach Weinwurm-Krause

4.1.3 Trainingswohnen

4.2 Voraussetzungen für die Durchführung in der Unterrichtspraxis

4.3 Zusammenfassung

5. Planung, Darstellung und Begründung der Untersuchung

5.1 Planung des Untersuchungsvorhabens

5.2 Auswahl geeigneter Erhebungsmethoden

5.2.1 Das problemzentrierte Interview

5.2.2 Die teilnehmende Beobachtung

5.3 Darstellung und Begründung des Untersuchungsdesigns

5.3.1 Darstellung des forschungsmethodischen Vorgehens

5.3.2 Festlegung des Beobachtungsziels

5.3.3 Darstellung und Begründung des Beobachtungsleitfadens

6. Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit

6.1 Bedingungsfeld der Klasse

6.2 Beschreibung der Schüler

6.3 Lernziele und Förderschwerpunkte

6.4 Analyse des Unterrichtsthemas

6.5 Festlegung der Unterrichtsmethode

6.6 Überlegungen zum Medieneinsatz

6.7 Verlaufsplanung der Unterrichtseinheit

6.8 Reflexion der Unterrichtseinheit

6.9 Durchführung der teilnehmenden Beobachtung

7. Auswertung der Untersuchung

7.1 Auswahl geeigneter Auswertungsverfahren

7.1.1 Die gegenstandsbezogene Theoriebildung nach Strauss

7.1.2 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring

7.2 Begründung des gewählten Auswertungsverfahrens

7.3 Qualitative Inhaltsanalyse der Beobachtungsberichte

7.4 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse

8. Resumé / Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Schulen für körperbehinderte Kinder ihre Schüler gezielt auf die Anforderungen und die Wahl einer individuellen nachschulischen Wohnform vorbereiten können. Im Fokus steht dabei die Vermittlung von Sachwissen und Handlungskompetenzen, um eine selbstbestimmte Lebensführung zu fördern.

  • Analyse der Bedeutung des Wohnens für Menschen mit und ohne Körperbehinderung.
  • Evaluation bestehender schulischer Richtlinien und pädagogischer Konzepte zur Wohnvorbereitung.
  • Entwicklung und Dokumentation eines praxisorientierten Unterrichtsprojekts für Schüler einer 7. Klasse.
  • Empirische Untersuchung mittels teilnehmender Beobachtung zur Erprobung der Vermittlungsansätze.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des Wohnens aus der Sicht der transaktionalen Wohntheorie

Der im Folgenden vorgestellte transaktionale Ansatz der Wohnpsychologie fragt danach, was Wohnen ist und was die Wohnung für das in ihr lebende Individuum bedeutet (vgl. HARLOFF 1995, 25). Mit dem Begriff ‚Transaktion‘ soll die feste Einheit zwischen Mensch und Umwelt ausgedrückt werden. Diese steht im Gegensatz zum früher verwendeten Terminus der ‚Interaktion‘, die vom aktiven Menschen und von der passiven Umwelt ausgeht. In einer Mensch-Umwelt-Einheit (M-U-E) dagegen wird der Aufforderungscharakter der physischen Umwelt betont. So wirken zum Beispiel beim Schreiben Blatt, Stift und Mensch zusammen. „Sie handeln gemeinsam gemäß ihren Eignungen und Fähigkeiten, Transaktionen zu vollziehen. Über diese Transaktionen werden Situationen / Zustände verändert, in etwas Neues transformiert“ (HARLOFF 1995, 26). Wichtig ist es dabei zu beachten, dass der Faktor Zeit bei jeder Transformation von Situationen oder Zuständen einbezogen werden muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Schule für Körperbehinderte und ihre Schülerschaft: Dieses Kapitel definiert den Behinderungsbegriff mittels der ICIDH-2 und erläutert den Bildungs- sowie Rehabilitationsauftrag der Schule für Körperbehinderte.

2. Die Bedeutung des Wohnens für den Menschen mit und ohne Behinderung: Hier wird Wohnen aus wohnpsychologischer Perspektive analysiert und mit den spezifischen Bedürfnissen und Erschwernissen körperbehinderter Menschen in Beziehung gesetzt.

3. Das Unterrichtsthema Wohnen im Spiegel von Empfehlungen, Richtlinien und Lehrplänen: Das Kapitel untersucht, inwieweit Wohnvorbereitung in offiziellen Dokumenten und Standardwerken der Fachpädagogik als Aufgabe der Schule verankert ist.

4. Der Lernbereich Wohnen in der Unterrichtspraxis: Es werden didaktische Konzepte zur Wohnvorbereitung wie das „Trainingswohnen“ vorgestellt und kritisch reflektiert.

5. Planung, Darstellung und Begründung der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der empirischen Studie, insbesondere die Auswahl der problemzentrierten Interviews und der teilnehmenden Beobachtung.

6. Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit: Die praktische Umsetzung eines Unterrichtsprojekts zur Wohnwahl in einer 7. Klasse wird hier detailliert dokumentiert.

7. Auswertung der Untersuchung: Anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring werden die gewonnenen Beobachtungsdaten ausgewertet und interpretiert.

8. Resumé / Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus konkrete Empfehlungen für die schulische Praxis ab.

Schlüsselwörter

Wohnvorbereitung, Schule für Körperbehinderte, Selbstbestimmung, Wohnform, Inklusion, Handlungskompetenz, Trainingswohnen, qualitative Sozialforschung, Unterrichtseinheit, Pädagogik, Teilhabe, Lebenspraktische Fertigkeiten, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Schulen für körperbehinderte Schüler einen Beitrag zur Vorbereitung auf ein eigenständiges Leben leisten können, insbesondere in Bezug auf die Wahl der nachschulischen Wohnform.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft psychologische Wohntheorien mit sonderpädagogischen Lehrplänen und erprobt didaktische Konzepte zur praktischen Wohnvorbereitung im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Schülern Kompetenzen für eine selbstbestimmte Entscheidung über ihre spätere Wohnsituation zu vermitteln und dabei die Kluft zwischen bestehenden Konzepten und der Unterrichtspraxis zu überbrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Arbeit, die Methoden der qualitativen Sozialforschung wie die teilnehmende Beobachtung und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen, reflektiert aktuelle pädagogische Ansätze und dokumentiert ein konkretes Unterrichtsprojekt (Werkstatt-Unterricht) zur Wohnvorbereitung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wohnvorbereitung, Selbstbestimmung, Inklusion, Handlungskompetenz und Trainingswohnen sind die zentralen Begriffe der Arbeit.

Warum spielt die teilnehmende Beobachtung eine so zentrale Rolle?

Sie ermöglicht es der forschenden Lehrkraft, das Lernverhalten und die Interaktionsprozesse der Schüler in einer authentischen Unterrichtssituation direkt zu erfassen und zu evaluieren.

Welche Bedeutung hat das "Trainingswohnen" im Kontext dieser Arbeit?

Das Trainingswohnen dient als praxisorientiertes Modell, das in der Arbeit zwar als wertvolle Ergänzung anerkannt, aber aufgrund seines Fokus auf lebenspraktische Handgriffe um kognitive und ästhetische Aspekte der Wohnwahl erweitert wird.

Excerpt out of 125 pages  - scroll top

Details

Title
Die Vorbereitung auf die nachschulische Wohnsituation als Aufgabe der Schule für Körperbehinderte
College
University of Cologne  (Seminar für Körperbehindertenpädagogik)
Grade
1,0
Author
Christoph Ziehm (Author)
Publication Year
2001
Pages
125
Catalog Number
V695
ISBN (eBook)
9783638104562
Language
German
Tags
Körperbehinderung Schule für Körperbehinderte Wohnen Wohnvorbereitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Ziehm (Author), 2001, Die Vorbereitung auf die nachschulische Wohnsituation als Aufgabe der Schule für Körperbehinderte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/695
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  125  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint