Nachhaltigkeit am Beispiel des BASF-Konzerns


Seminararbeit, 2004

19 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Ursprung und allgemeine Fakten über BASF

III: Die Bedeutung des Nachhaltigkeitskonzepts
III.1. Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensphilosophie
III.2. Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensstruktur

IV. Mitgliedschaft in internationalen Indices
IV.1 Global Compact
IV.2. Responsible Care
IV.3. Dow Jones Sustainability Group Index

V. Nachhaltigkeit im Produktionsprozess
V.1. Die BASF Ökoeffizienz-Analyse
V.2. Die Verbundideologie

VI. „Anspruch und Wirklichkeit“ von Sustainable Development in der Praxis des Konzerns

VII. Fazit

VIII. Internetquellen

XI. Gedruckte Quellen

I. Einleitung

Das Stichwort „Nachhaltigkeit“ hat im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte zunehmend an Bedeutung gewonnen. Während vor fünfzig Jahren Begrifflichkeiten wie z.B. Umweltschutz und ökologisches Wirtschaften kaum im öffentlichen Bewusstsein verankert gewesen sind, so spielt der Dachbegriff „Nachhaltigkeit“, wie ich es an dieser Stelle formulieren will, heutzutage eine bedeutende Rolle. Das nachhaltige Bewusstsein der Bevölkerung, vor allem natürlich in den Industrienationen, ist ausgeprägter als je zuvor. Der Versuch Nachhaltigkeitsinteressen weltweit umzusetzen, fußt dabei nach wie vor auf internationalen Beschlüssen wie z.B. dem „Rio-Gipfel“ von 1992 oder nationalen Selbstverpflichtungsinitiativen. Die Umsetzung dieser vereinbarten Maßnahmen ist dabei allerdings noch immer auf die größtenteils freiwillige Mithilfe der Wirtschaftswelt angewiesen.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht der global aktive Chemiegigant BASF. Gerade Chemiekonzerne unterliegen häufig einem vorformulierten Generalverdacht was Umweltverschmutzung und ähnliche Straftatbestände betrifft. Gerade diese Tatsache sollte für ein, in der Struktur und der Betriebsphilosophie, wiedererkennbares Echo sorgen. Aus diesem Grunde soll die Einstellung des BASF Konzerns zum Thema Nachhaltigkeit, sowie betriebliche Maßnahmen und Organisationsstrukturen, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, vorgestellt und analysiert werden.

Dieses Unterfangen wird durch die spärliche Informationsmöglichkeiten bezüglich eines solchen Themas erschwert. Man sieht sich im Angesicht dieser Fragestellung genötigt, hauptsächlich auf Eigenveröffentlichungen des Konzerns zurückzugreifen. Im Gegensatz zu dem „Netzwerk gegen Bayer e.V.“, einer Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, jedwedes Versäumnis der Bayer AG, des anderen großen deutschen Chemiemultis, zur Veröffentlichung zu bringen, sieht man sich bei der Recherche über BASF dazu aufgefordert mit allgemeinen Wirtschaftszeitungen und dem Material einiger Umweltschutz- und Nachhaltigkeits-NGOs Vorlieb zu nehmen.

Auch wenn das Hauptgerüst der Arbeit durch von dem Konzern herausgegebene Materialien bestückt werden wird, so sollte trotzdem eine kritische Positionierung, sofern es denn Anlass dazu gibt, möglich sein. So ist Kritik an den Maßnahmen eines Konzerns nach wie vor legitim, stößt aber dann auf ihre Grenzen, wenn die Frage gestellt wird, ob von Konzernseite genug getan wird oder ob nicht mehr zu tun wäre. Diese augenscheinlich nicht haltbare Fragestellung würde einer objektiven Bearbeitung des Themas von vornherein diametral entgegenstehen, denn ein von Wirtschaftinteressen geleitetes Unternehmen wird bei der heutigen gesellschaftlichen Einstellung selten mehr tun als nötig und dementsprechend weniger als möglich.

Die Gliederung der Arbeit orientiert sich augenfällig stark an der Ausarbeitung bezüglich der Bayer AG um im Sinne des Seminars eine Vergleichbarkeit und Gegenüberstellbarkeit der beiden untersuchten deutschen Chemieriesen zu gewährleisten.

Einer einführenden allgemeinen Betrachtung der BASF folgt die Darstellung und Deutung des vom Konzern nach außen dargestellten Nachhaltigkeitskonzepts, sowie seiner internen Umsetzung innerhalb der Unternehmensphilosophie und der Konzernstruktur. Darauf aufbauend sollen die wichtigsten Indices dargestellt werden, bei denen BASF Mitlied ist. Im Anschluss daran folgt die Begutachtung der praktischen Umsetzung der Unternehmensphilosophie bezüglich des Sustainable Developments. Außerdem soll, sofern möglich, auf Widersprüche in der Selbstdarstellung und der praktischen Umsetzung eingegangen werden. Ein Fazit formt das Ende der Arbeit und soll inhaltlich einen Bewertungsversuch widerspiegeln.

II. Ursprung und allgemeine Fakten über BASF

Die Badische Anilin- & Soda Fabrik (BASF) wurde 1865 von Friedrich Engelhorn gegründet. Sie ging 1925 wie viele andere Unternehmen in der I.G. Farbenindustrie AG auf, ehe sie nach der Zerschlagung dieses Konzerns, im Jahre 1952 mit dem Namen BASF als eigenständiges Unternehmen neu gegründet wird. Dem Wiederaufbau des durch die Kriegsschäden betroffenen Unternehmens folgt ein Aufstieg in die Riege der weltgrößten Chemieunternehmen.[1] Laut eigener Aussage ist die BASF das führende Chemieunternehmen der Welt, verhandelt mit Kunden in über 170 Ländern, besitzt Produktionsstandorte in 39 Ländern und beschäftigt insgesamt 89.389 Mitarbeiter (Stand 31.12.2002).[2] Ebenso wie die Bayer AG besitzt auch die BASF ein weit gefächertes Geschäftsfeld und ist nicht nur auf die Chemiesparte beschränkt. Die Angebotspalette wird von dem Konzern selber in fünf Segmente aufgeteilt: Chemie, Kunststoffe, Veredelungsprodukte, Pflanzenschutz (und Ernährung) sowie Öl und Gas.[3] Dabei sind die Segmente Kunststoffe sowie Veredelungsprodukte mit je knapp 8,2 Milliarden Euro im Jahr die Umsatzstärksten. Das Chemiesegment, auf das das neue BASF Logo seit März 2004[4] verstärkt hinweist liegt vom Umsatz mit ca. 4,4 Milliarden Euro eher im hinteren Feld.[5] Die Zahlen für das Jahr 2002 lassen, fußend auf den vorher genannten Umsatzzahlen aus dem Jahr 2001 einen minimalen Umsatzrückgang erkennen, wobei gerade die Chemiesparte die größten Umsatzsteigerungen verbuchen konnte. Der Gesamtumsatz der BASF belief sich im Jahre 2002 auf 32,5 Milliarden Euro.[6]

III: Die Bedeutung des Nachhaltigkeitskonzepts

Das Nachhaltigkeitskonzept wird auf vielfältige Weise von dem Konzern für sich in Anspruch genommen. Sowohl die Internetpräsenz als auch die gedruckten Ausgaben des Informationsmaterials sind von Zielsetzungen und unternehmensphilosophischen Grundsätzen bezüglich Sustainable Development gespickt. Der Konzern ist sich somit augenscheinlich der Wichtigkeit dieses Aspektes bewusst und macht sich das öffentliche Interesse für dieses Thema verständlicherweise zunutze.

III.1. Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensphilosophie

Laut eigener Aussage setzt BASF auf eine nachhaltige Wertsteigerung durch „Wachstum“ und „Innovationen“. Das Ziel, dauerhaft hohe Erträge zu erwirtschaften, soll vornehmlich durch weiteres Wachstum erreicht werden. Um dieses Wachstum allerdings zu gewährleisten, sei es zwingend notwendig, die ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.[7] Neben dieser allgemein formulierten Aussage, die sich sicherlich auch andere Unternehmen in ähnlicher Form auf ihre Fahnen schreiben könnten, gibt es eine Liste von schriftlich festgehaltenen Grundwerten der BASF-Gruppe. Diese Grundwerte sollen die Art und Weise, wie die Konzernziele erreicht werden sollen, widerspiegeln. In diesem Grundwertekatalog sind folgende Punkte zusammengefasst.

1. Nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg im Sinne von Sustainable Development ist Vorraussetzung für alle Konzernaktivitäten
2. Innovation im Dienste der Kunden
3. Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz[8]
4. Interkulturelle Kompetenz
5. Gegenseitiger Respekt und offener Dialog
6. Integrität

Aufbauend auf diesen Grundwerten werden Leitlinien konkretisiert, nach denen im Unternehmensalltag gehandelt werden soll.

Ergänzend dazu gibt es die „Vision 2010“, die darstellt, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln will. An dieser Vision sollen alle strategischen Entscheidungen ausgerichtet werden. Die Art und Weise wie diese Ziele, die sich überwiegend auf den wirtschaftlichen Erfolg und die weltweite Akzeptanz beziehen,[9] erreicht werden sollen, geben die obig aufgeführten Grundwerte wieder.

[...]


[1] BASF (Hrg.), Daten und Fakten 2003. BASF Gruppe, Ludwigshafen 2003, S. 4.

[2] Ebd., S. 1.

[3] Ebd., S. 7.

[4] www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,277668,00.html

[5] BASF (Hrg.), Finanzbericht 2002. Wertsteigerung durch Wachstum und Innovation, Ludwigshafen 2003, S. 31.

[6] Ebd., S. 31.

[7] Ebd., S. 78.

[8] Zu beachten ist bei dieser Formulierung die im Begleittext ergänzende Aussage, dass wirtschaftliche Belange keinen Vorrang gegenüber Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz haben.

BASF (Hrg.), Gesellschaftliche Verantwortung 2001. Mit Daten und Fakten 2002. Werte schaffen Werte, Ludwigshafen 2002, S. 13.

[9] Punkte der Vision 2010:

1. Wir sind ein weltweit als erfolgreiches, innovatives, transnationales Unternehmen der chemischen Industrie anerkannt.
2. Mit unseren Produkten und Dienstleistungen gehören wir zu den leistungsfähigsten Anbietern im globalen Wettbewerb.
3. Auf das eingesetzte Kapital erwirtschaften wir eine hohe Rendite.
4. Die BASF ist der bevorzugte Partner der Kunden.
5. Unser Markt ist die Welt.
6. Kernkompetenzen kennzeichnen unser Portfolio.
7. Wir nutzen den Wandel als Chance.
8. Wir, die BASF-Mitarbeiter, schaffen den Erfolg gemeinsam.

BASF (Hrg.), Daten und Fakten 2003. BASF Gruppe, Ludwigshafen 2003, S. 3.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeit am Beispiel des BASF-Konzerns
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Multinationale Konzerne und Nachhaltigkeit
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
19
Katalognummer
V69623
ISBN (eBook)
9783638613767
ISBN (Buch)
9783638768795
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Beispiel, BASF-Konzerns, Multinationale, Konzerne
Arbeit zitieren
Magister Axel Klausing (Autor), 2004, Nachhaltigkeit am Beispiel des BASF-Konzerns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69623

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