Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht der global aktive Chemiegigant BASF. Gerade Chemiekonzerne unterliegen häufig einem vorformulierten Generalverdacht was Umweltverschmutzung und ähnliche Straftatbestände betrifft. Gerade diese Tatsache sollte für ein, in der Struktur und der Betriebsphilosophie, wiedererkennbares Echo sorgen. Aus diesem Grunde soll die Einstellung des BASF Konzerns zum Thema Nachhaltigkeit, sowie betriebliche Maßnahmen und Organisationsstrukturen, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, vorgestellt und analysiert werden.
Dieses Unterfangen wird durch die spärliche Informationsmöglichkeiten bezüglich eines solchen Themas erschwert. Man sieht sich im Angesicht dieser Fragestellung genötigt, hauptsächlich auf Eigenveröffentlichungen des Konzerns zurückzugreifen. Im Gegensatz zu dem „Netzwerk gegen Bayer e.V.“, einer Vereinigung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, jedwedes Versäumnis der Bayer AG, des anderen großen deutschen Chemiemultis, zur Veröffentlichung zu bringen, sieht man sich bei der Recherche über BASF dazu aufgefordert mit allgemeinen Wirtschaftszeitungen und dem Material einiger Umweltschutz- und Nachhaltigkeits-NGOs Vorlieb zu nehmen.
Einer einführenden allgemeinen Betrachtung der BASF folgt die Darstellung und Deutung des vom Konzern nach außen dargestellten Nachhaltigkeitskonzepts, sowie seiner internen Umsetzung innerhalb der Unternehmensphilosophie und der Konzernstruktur. Darauf aufbauend sollen die wichtigsten Indices dargestellt werden, bei denen BASF Mitlied ist. Im Anschluss daran folgt die Begutachtung der praktischen Umsetzung der Unternehmensphilosophie bezüglich des Sustainable Developments. Außerdem soll, sofern möglich, auf Widersprüche in der Selbstdarstellung und der praktischen Umsetzung eingegangen werden. Ein Fazit formt das Ende der Arbeit und soll inhaltlich einen Bewertungsversuch widerspiegeln.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Ursprung und allgemeine Fakten über BASF
III: Die Bedeutung des Nachhaltigkeitskonzepts
III.1. Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensphilosophie
III.2. Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensstruktur
IV. Mitgliedschaft in internationalen Indices
IV.1 Global Compact
IV.2. Responsible Care
IV.3. Dow Jones Sustainability Group Index
V. Nachhaltigkeit im Produktionsprozess
V.1. Die BASF Ökoeffizienz-Analyse
V.2. Die Verbundideologie
VI. „Anspruch und Wirklichkeit“ von Sustainable Development in der Praxis des Konzerns
VII. Fazit
VIII. Internetquellen
XI. Gedruckte Quellen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Einstellung des BASF-Konzerns zum Konzept der Nachhaltigkeit sowie die praktischen Maßnahmen und Organisationsstrukturen zu analysieren, die das Unternehmen ergreift, um den eigenen Ansprüchen an "Sustainable Development" gerecht zu werden.
- Unternehmensphilosophie und Nachhaltigkeitsstrategien der BASF
- Struktur des Nachhaltigkeitsmanagements und Kontrollmechanismen
- Bedeutung internationaler Nachhaltigkeits-Indices und freiwilliger Initiativen
- Analyse der BASF Ökoeffizienz-Analyse und der Verbundideologie
- Kritische Gegenüberstellung von Konzern-Selbstdarstellung und externer Kritik
Auszug aus dem Buch
Die Verbundideologie
Die Verbundidee, die BASF weltweit exportiert, geht auf den Gründer Friedrich Engelhorn zurück. Der Gründer hatte die Vorstellung, Forschung und Herstellung von Textilfarbstoffen in einem Unternehmen zusammenzuführen. Dabei sollten die einzelnen Produkte aufeinander aufbauen und Abfall- oder Reststoffe aus Produktionen in einer anderen Abteilung der Fabrik als Rohstoff dienen. Diese Idee führte dazu, dass das BASF-Werk in „Ludwigshafen heute der größte zusammenhängende Chemiekomplex der Welt“ ist.
Die Verbundidee wird als eine der prägenden Unternehmensphilosophien betrachtet und vom ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der BASF Aktiengesellschaft Prof. Dr. Jürgen Strube als eine der wichtigsten Stärken des Unternehmens angesehen. Bei der genaueren Betrachtung des BASF-Verbundes lassen sich untergeordnete aufgabenspezifische Verbundsysteme erkennen. So ist der Energieverbund zu nennen, der sich wie der Name schon sagt mit Energiesparmöglichkeiten auseinandersetzt.
Durch die Vernetzung der einzelnen Produktionskreisläufe können Energie und Ressourcen eingespart werden. Der Know-how-Verbund ermöglicht den weltweiten Daten und Informationsaustausch durch BASF-Mitarbeiter. Dadurch wird z.B. die Forschung unterstützt.
Die ökonomischen Vorteile hat BASF in einer Modellrechnung erwiesen. Dieser Rechnung wurde die Annahme zugrunde gelegt, dass alle Betriebe, die im Verbund Ludwigshafen befindlich sind, in 100 Kilometer voneinander entfernte, 70 Einzelstandorte aufgeteilt wurden. Dies wäre mit der typischen mittelständischen Struktur der chemischen Industrie gleichzusetzen. Die hypothetischen Mehrausgaben beliefen sich bei dieser Modellrechnung auf insgesamt 500 Millionen Euro pro Jahr. Der Bärenanteil wird durch den Logistikverbund eingespart. Durch die Nutzung eines Rohrleitungssystems und des damit einhergehenden Verzichts auf Schiff, Bahn und LKW Nutzung sorgt für jährliche Einsparmöglichkeiten in Höhe von 300 Mill. Euro.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Darstellung der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und der kritischen Zielsetzung, den Umgang des BASF-Konzerns mit diesem Thema zu untersuchen.
II. Ursprung und allgemeine Fakten über BASF: Überblick über die Unternehmensgeschichte und die aktuelle wirtschaftliche Aufstellung des BASF-Konzerns.
III: Die Bedeutung des Nachhaltigkeitskonzepts: Analyse, wie BASF Nachhaltigkeit in Philosophie und Konzernstruktur verankert hat.
IV. Mitgliedschaft in internationalen Indices: Untersuchung der Einbindung in Initiativen wie Global Compact, Responsible Care und Nachhaltigkeits-Indices.
V. Nachhaltigkeit im Produktionsprozess: Erläuterung der Ökoeffizienz-Analyse und der betriebswirtschaftlichen sowie ökologischen Vorteile der Verbundideologie.
VI. „Anspruch und Wirklichkeit“ von Sustainable Development in der Praxis des Konzerns: Kritische Auseinandersetzung mit Vorwürfen zu Preisabsprachen, Weichmachern und Klimaschutzthemen.
VII. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Nachhaltigkeitsengagements der BASF unter Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen ökonomischem Erfolg und ökologischer Verantwortung.
Schlüsselwörter
BASF, Nachhaltigkeit, Sustainable Development, Chemieindustrie, Ökoeffizienz-Analyse, Verbundideologie, Global Compact, Responsible Care, Dow Jones Sustainability Group Index, Unternehmensphilosophie, Umweltschutz, Compliance, Emissionshandel, Ressourcenmanagement, Wirtschaftsstatistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Nachhaltigkeitskonzept des Chemiekonzerns BASF und untersucht, inwieweit diese Ideale in die Unternehmensstruktur und Praxis integriert sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unternehmensphilosophie, der Einbindung in internationale Nachhaltigkeits-Indices, der technischen Ökoeffizienz sowie der kritischen Betrachtung von Vorwürfen gegen den Konzern.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, wie die BASF ihre betrieblichen Maßnahmen und Strukturen gestaltet, um dem eigenen Anspruch an nachhaltiges Wirtschaften gerecht zu werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine systematische Analyse von Eigenveröffentlichungen des Konzerns, ergänzt durch Wirtschaftsberichte und Informationen von Umweltorganisationen, um eine kritische Positionierung zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Grundwerte, die Rolle von Nachhaltigkeits-Indices, die Analyse der produktionsseitigen Ökoeffizienz-Analyse sowie die Untersuchung konkreter Kritikpunkte am Konzernverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernbegriff "Nachhaltigkeit" sind die BASF, die Verbundideologie, Ökoeffizienz sowie der kritische Abgleich mit externen Vorwürfen maßgebliche Schlagworte.
Wie effektiv ist der Nachhaltigkeitsrat innerhalb der BASF laut der Analyse?
Der Autor stellt fest, dass der Rat durch die Mitgliedschaft von Vorstandsmitgliedern zwar ein hohes Gewicht in der Konzernspitze hat, die tatsächliche Wirksamkeit aber mühsam aus den Projekten abzulesen ist.
Welchen Stellenwert nimmt die Verbundideologie ein?
Sie gilt als prägende Philosophie und ist eine der wichtigsten Stärken des Konzerns, da sie durch die Vernetzung von Produktionskreisläufen signifikante Energie- und Kosteneinsparungen ermöglicht.
Wie bewertet der Autor die "Freiwillige Prüfung durch unabhängige Dritte"?
Der Autor bewertet diese Prüfung kritisch, da sie eine bezahlte Dienstleistung darstellt und stichprobenartig an Standorten erfolgte, die aufgrund ihrer Bedeutung ohnehin bereits hohe Standards erfüllen.
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- Magister Axel Klausing (Author), 2004, Nachhaltigkeit am Beispiel des BASF-Konzerns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69623