Management (Man.) ist eine Kernaufgabe jeden Unternehmens. Der Begriff des „Man.“ wird allerdings vielseitig verwendet und oft unterschiedlich definiert. Eine gebräuchliche Definition des Man. ist die der „...zielgerichteten Gestaltung, Steuerung und Entwicklung des soziotechnischen Systems Unternehmung in sach- und personenbezogener Dimension.“. Man. umfasst also einen sehr komplexen und umfangreichen Aufgabenbereich.
Diese Arbeit verschafft einen Überblick über grundlegende Aspekte des Man.. Zuerst werden die Grundlagen des Man. erläutert. Hierbei wird Man. als solches definiert und die Entstehung dargestellt. Im Anschluss werden institutionales, funktionales und prozessuales Verständnis von Man. erläutert.
Dieses verdeutlicht dem Leser die Darstellung und Systematisierung des Man. in der Theorie. Diese Darstellung stützt sich oft auf empirische Gegebenheiten. Der Fokus liegt aber darin, Tätigkeiten des Managers zu klassifizieren, systematisieren und Konzepte hierfür zu entwickeln. In der Praxis können allerdings Interdependenzen zwischen einzelnen Bereichen entstehen, z.B. zwischen den klar abgegrenzten Funktionen des Man.-prozesses. Weiterhin können unvorhergesehene Faktoren von Bedeutung sein. Wie stark dieses die dargestellten Verständnisarten von Man. beeinflusst, wird im anschließenden Abschnitt „Man. in der Praxis“ analysiert. Hierbei wird u.a. auf beobachtbare Elemente der Man.tätigkeit, wie z.B. Merkmale der tatsächlichen Tätigkeit und prozentualer Anteil der Dauer der Tätigkeiten in der Praxis sowie auf Interpretation der beobachtbaren Elemente der Tätigkeiten anhand von Managerrollen eingegangen.
Die Arbeit stellt also die grundlegenden Verständnisarten des Man. in der Literatur dar und ermöglicht weiterhin, einen Einblick in die Arbeitspraxis von Managern. Hierdurch befähigt sie den Leser die Theorie des Man. mit der Praxis zu vergleichen und hieraus Handlungsansätze für eigenes Agieren in der Praxis zu konzipieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Managements
2.1 Was ist Management?
2.2 Entstehung des Managements
2.2.1 Grundlagen der Entstehung des Managements
2.2.2 Klassiker des Managements
2.2.3 Verhaltenswissenschaftliche Schule
2.2.4 Mathematische Schule
2.2.5 Systemtheoretischer Ansatz
3. Verständnisarten des Managements
3.1 Institutionales Verständnis von Management
3.1.1 Grundlagen des institutionalen Verständnisses
3.1.2 Managementebenen
3.2 Funktionales Verständnis von Management
3.2.1 Grundlagen des funktionalen Verständnisses
3.2.2 Personenbezogene Sichtweise des funktionalen Managements
3.2.3 Sachbezogene Sichtweise des funktionalen Managements
3.2.4 Management als Querschnittsfunktion
3.3 Prozessuales Verständnis von Management
3.3.1 Grundlagen des prozessualen Verständnisses
3.3.2 Planung
3.3.3 Organisation
3.3.4 Personaleinsatz
3.3.5 Führung
3.3.6 Kontrolle
4. Management in der Praxis
4.1 Grundlagen des Managements in der Praxis
4.2 Beobachtbare Elemente der Managementtätigkeiten
4.2.1 Merkmale der tatsächlichen Managertätigkeit
4.2.2 Prozentualer Anteil der Dauer der Managementtätigkeiten in der Praxis
4.2.2.1 Kommunikation
4.2.2.2 Unterschiede zwischen Managern
4.3 Interpretation der beobachtbaren Elemente der Managementtätigkeit
4.3.1 Grundlagen der Interpretation der beobachtbaren Elemente
4.3.2 Interpersonelle Rollen
4.3.3 Informationsrollen
4.3.4 Entscheidungsrollen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen umfassenden Überblick über die theoretischen Verständnisarten des Managements zu geben und diese den realen Anforderungen der Arbeitspraxis gegenüberzustellen, um Handlungsansätze für Manager abzuleiten.
- Grundlagen und historische Entstehung der Managementlehre
- Differenzierung in institutionale, funktionale und prozessuale Managementverständnisse
- Empirische Analyse des tatsächlichen Arbeitsalltags von Führungskräften
- Rollenkonzepte und Erfolgsfaktoren für effektives Management
- Vergleich zwischen theoretischen Modellen und beobachteter Praxis
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Merkmale der tatsächlichen Managertätigkeit
Schon die ersten empirisch-handlungsorientierten Studien, vor allem von Carlson (1951) und Guest (1955/56), zeigten ein Muster, das spätere Untersuchungen immer wieder bestätigten. Hiernach gibt es 5 wesentliche Merkmale der tatsächlichen Managertätigkeit:
1. Offene Zyklen. Die Arbeit des Managers hat i.d.R. keinen klar definierten Anfang und kein eindeutiges Ende. Sie ist vielmehr durch das Lösen immer wiederkehrender Probleme gekennzeichnet. Meistens sind dies Probleme, die sich nicht grundsätzlich lösen lassen, da dynamische externe und interne Faktoren die Rahmenbedingungen ändern. Charakteristische Aufgaben dieses Bereiches sind z.B. Gewinnung von Neukunden oder die Bewältigung von Konflikten.
2. Weiterhin herrscht eine zerstückelte, diskontinuierliche Aufgabenerledigung. Die Arbeit vollzieht sich nicht in einem geordneten, nach Phasen gegliederten Ablauf (wie ihn z.B. der Man.prozess darstellt), sondern ist gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Einzelaktivitäten, Ad-hoc-Gesprächen, ungeplanten Besuchen und einem ständigen Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Themen. Diese Themen erstrecken sich von trivialen Alltagsproblemen bis hin zu großen Investitionen. So zeigen z.B. die Tagebuchstudien von Stewart (1967), dass 160 Manager, im Laufe von 4 Wochen, nur in insgesamt 9 Arbeitssequenzen länger als 30 Minuten an einer Aufgabe verbleiben. Auch Mintzberg hat (1973) in seiner Studie (diese gründet auf die Beobachtungen von 5 Top-Managern in 5 amerikanischen Unternehmen über 25 Tage), festgestellt, dass etwa die Hälfte der Aktivitäten der Manager weniger als 9 Minuten dauern. Nur etwa 10% dauern länger als 1 Stunde. Dieses wurde darüber hinaus auch durch eine Untersuchung von Kurke/Aldrich (1983) bestätigt, die 20 Tage lang 4 Top-Manager in 4 mittelgroßen Unternehmen beobachteten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Komplexität des Managementbegriffs ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung, die Theorie mit der beobachtbaren Arbeitspraxis verknüpft.
2. Grundlagen des Managements: Dieses Kapitel definiert den Begriff Management und beleuchtet die historische Entwicklung durch verschiedene wissenschaftliche Schulen wie die Klassiker, den verhaltenswissenschaftlichen und systemtheoretischen Ansatz.
3. Verständnisarten des Managements: Hier werden die drei Kernverständnisse – institutional, funktional und prozessual – detailliert dargestellt und der klassische Managementprozess von der Planung bis zur Kontrolle erläutert.
4. Management in der Praxis: Dieses Kapitel analysiert empirisch die tatsächlichen Tätigkeiten von Führungskräften, untersucht die Rolle der Kommunikation und interpretiert das Verhalten anhand verschiedener Managerrollen.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die theoretischen Konzepte in der Praxis häufig hinter der Realität zurückbleiben und interpersonelle sowie kommunikative Fähigkeiten für den Erfolg eines Managers entscheidender sind als rein klassische Planungsfunktionen.
Schlüsselwörter
Management, Führung, Managementprozess, Institutionales Management, Funktionales Management, Prozessuales Management, Kommunikation, Managementrollen, Arbeitspraxis, Führungskräfte, Effektivität, Networking, Unternehmensführung, Planung, Organisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Management aus drei verschiedenen Perspektiven: dem institutionalen, dem funktionalen und dem prozessualen Verständnis, und gleicht diese mit empirischen Erkenntnissen aus der realen Arbeitspraxis ab.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und historische Genese des Managements, die systematische Darstellung von Führungsaufgaben sowie die empirische Analyse des tatsächlichen Alltags von Top-Managern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, dem Leser zu ermöglichen, die theoretischen Managementmodelle kritisch mit der gelebten Praxis zu vergleichen, um fundierte Ansätze für das eigene professionelle Handeln zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf Literaturanalyse und den Vergleich empirischer Studien, wie beispielsweise die Beobachtungsstudien von Henry Mintzberg oder Luthans et al., um den Alltag von Managern zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Systematisierung (institutionale, funktionale, prozessuale Ebene) und die empirische Analyse der Managementpraxis (Zeitallokation, Rollenverhalten, Erfolgsfaktoren).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Managementprozess, Führung, Kommunikation, Managementrollen, Handlungszwänge sowie die Unterscheidung zwischen erfolgreichen und effektiven Managern.
Wie unterscheidet sich laut Autor der Arbeitsalltag von der Theorie?
Während die Theorie strukturierte Phasen (Planung, Kontrolle) vorgibt, zeigt die Praxis eine stark zerstückelte, diskontinuierliche Abfolge von Aufgaben, bei der verbale Kommunikation und informelle Interaktionen dominieren.
Welche Bedeutung hat Networking für den beruflichen Erfolg?
Die Ergebnisse legen nahe, dass Networking maßgeblich zum persönlichen Erfolg (Karrierefortschritt) beiträgt, während klassische Managementfunktionen für das schnelle Aufsteigen in der Hierarchie oft von nachrangiger Bedeutung sind.
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- Dorothee Schramm (Author), 2006, Management - institutionales, funktionales und prozessuales Verständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69675