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Pierre Bourdieus Theorie soziokultureller Ungleichheit

Elitenbildung und Einordnung in eine Gesellschaftstheorie

Title: Pierre Bourdieus Theorie soziokultureller Ungleichheit

Scientific Essay , 2002 , 23 Pages

Autor:in: Helmut Wagner (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Eliten sind ein wichtiger und zentraler Bestandteil jeder gesellschaftlichen Ordnung und stehen an der Spitze der sozialen Hierarchie. Meist handelt es sich um eine kleine, privilegierte Minderheit, die an den Schalthebeln der Macht sitzt und von dort aus ihren Einfluss auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung nimmt. Wie kann es aber dazu kommen, dass eine gesellschaftliche Minderheit die soziale Ordnung dominieren kann?
Der gesunde Menschenverstand schließt sofort auf die Kategorie der Macht - aber Macht entsteht auch nicht aus einem Vakuum heraus. Schon allein für die Frage der Entstehung von Eliten bedarf es also einer fundierten Sozialtheorie. Eine solche Sozialtheorie muss dann jedoch auch erklären können, wie diese Eliten ihren gesellschaftlichen Status sichern. Neben der Entstehung interessiert also auch die Frage der Reproduktion von Eliten, und damit von sozialer Ordnung überhaupt. Und schließlich sollte es mithilfe einer solchen Theorie auch möglich sein zu klären, wie individuelle soziale Akteure Teil dieser Elite werden bzw. werden können. Wie offen oder geschlossen sind gesellschaftliche Eliten? Handelt es sich um ein zirkuläres und exklusives Phänomen, oder sind sie nach außen geöffnet? Und wie veränderbar sind diese Eliten über die Zeit, d.h. was ist ihre Rolle bei sozialem Wandel?
Die Theorie soziokultureller Ungleichheit des französischen Soziologen Pierre Bourdieu scheint besonders geeignet, um Antworten auf diese Fragen zu geben. Mit dem Habitus als dem zentralen Mechanismus entwirft Bourdieu eine Sozialtheorie, die individuelles Sein und soziale Stellung sinnvoll miteinander verknüpft. Diese Theorie mündet in ein Modell des sozialen Raumes, in dem soziale Positionen immer auch einhergehen mit einem klassenspezifisch ausgeprägten Lebensstil. Neben der grundsätzlichen Erläuterung seiner Sozialtheorie sowie seines Modells des sozialen Raumes steht die Frage nach der Entstehung und Reproduktion von Eliten im Zentrum dieser Arbeit. Dabei werden folgende Fragen behandelt: Wie genau entstehen soziale Klassen und ihre jeweiligen Lebensstile? Welche Faktoren entscheiden über die Zugehörigkeit zu den einzelnen Klassen? Was kennzeichnet insbesondere die Elite und ihren elitären Lebensstil? Handelt es sich um einen in sich geschlossenen, exklusiven Kreis oder ist auch ein sozialer Aufstieg möglich - wenn ja, wie? Und wie können mit Bourdieu Stabilität und Wandel von Eliten und gesellschaftlicher Ordnung erklärt werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung

B Elitenbildung und Einordnung in eine Gesellschaftstheorie

I Pierre Bourdieu – Zur Person

Vita

Werk

II Die Sozialtheorie Bourdieus

Eine Theorie der Praxis

III Der Habitus als zentraler Mechanismus in Bourdieus Sozialtheorie

IV »La Distinction« - oder wie Eliten funktionieren

Teilung der Gesellschaft in drei Klassen

Die Bildung von Eliten

Die 1. Ebene: Die soziale Herkunft (Die Familie)

Die 2. Ebene: Der Bildungsweg (Die Schulen)

Die 3. Ebene: Das Kapital

C Wie plausibel ist eine Übertragung auf Deutschland?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Reproduktion von Eliten auf Grundlage der Theorie soziokultureller Ungleichheit von Pierre Bourdieu, um zu klären, wie soziale Akteure zu Eliten werden und inwiefern dieses Modell auf die Bundesrepublik Deutschland übertragbar ist.

  • Sozialtheoretische Grundlagen nach Pierre Bourdieu
  • Das Konzept des Habitus als zentraler Mechanismus
  • Mechanismen der Elitenrekrutierung: Familie, Bildung und Kapital
  • Strukturen der gesellschaftlichen Klassenbildung
  • Übertragbarkeit des französischen Modells auf den deutschen Kontext

Auszug aus dem Buch

Die 1. Ebene: Die soziale Herkunft (Die Familie)

Führt man sich die Art und Weise der Bildung des Habitus vor Augen (nämlich durch die Verinnerlichung externer Strukturen) und vergegenwärtigt man sich darüber hinaus seine Funktion als sozialem Kompasses für das Alltagsleben, so wird klar, dass der Familie als dem Ort der sozialen Herkunft eine immense Bedeutung zukommt, wenn es um die Frage der Zugehörigkeit zur Elite geht. In der Familie wird der Habitus ausgebildet, hier werden die elementarsten Grundlagen der Wahrnehmung sowie des gesellschaftlichen Verhaltens und Auftretens erlernt. Die in der Familie erworbene kultivierte Einstellung ist als Vorraussetzung für den Prozess der kulturellen Aneignung unabdingbar für die Zugehörigkeit zur herrschenden Klasse.

Das in elitären Familien erworbene kulturelle Kapital, über Generationen angesammelt, verschafft dabei einen Vorsprung an inkorporiertem Kapital legitimer Kultur, den Kinder anderer Familien aus niedrigerer sozialer Herkunft erst durch zeitaufwendige Korrekturen aufholen müssen. Dies bedeutet einen nicht unerheblichen zeitlichen Vorsprung für die Kinder aus der Elite, der aber zumindest rein theoretisch über Einsatz wieder wettgemacht werden kann. Bourdieu zufolge kann die fehlende kulturelle Kompetenz durch zusätzliche Zeitinvestition sowie durch Eifer und Beflissenheit in der kulturellen Bildungsinstitution Schule kompensiert werden. Zu dem zeitlichen Vorsprung der Kinder aus elitären Familien gesellt sich jedoch noch ein zusätzlicher Vorteil viel sublimerer und kaum zu kompensierender Art, der in der Art und Weise des Erwerbsstils sowie der damit verbundenen praktischen Umsetzung der erworbenen Kompetenzen liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Elitenentstehung und -reproduktion und führt in die theoretische Perspektive von Pierre Bourdieu ein.

B Elitenbildung und Einordnung in eine Gesellschaftstheorie: Dieses Kapitel bettet die Arbeit in den theoretischen Rahmen ein und bildet den inhaltlichen Hauptteil.

I Pierre Bourdieu – Zur Person: Ein Überblick über das Leben und das wissenschaftliche Schaffen von Pierre Bourdieu.

II Die Sozialtheorie Bourdieus: Erläuterung der "Theorie der Praxis", die versucht, die Trennung von Subjektivismus und Objektivismus zu überwinden.

III Der Habitus als zentraler Mechanismus in Bourdieus Sozialtheorie: Detaillierte Analyse des Habitus-Konzepts als Bindeglied zwischen sozialen Strukturen und individuellem Handeln.

IV »La Distinction« - oder wie Eliten funktionieren: Analyse der Klassengesellschaft und der Mechanismen der Elitenbildung durch Familie, Bildung und Kapital.

C Wie plausibel ist eine Übertragung auf Deutschland?: Kritische Diskussion darüber, inwieweit das französische Modell auf die deutsche Gesellschaft angewendet werden kann.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Elitenbildung, Sozialtheorie, Habitus, Soziokulturelle Ungleichheit, Soziale Herkunft, Kulturelles Kapital, Bildungswege, Sozialraum, Klassengesellschaft, Reproduktion, Distinktion, Gesellschaftsordnung, Praxis, Sozialisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen der Entstehung und Reproduktion von Eliten innerhalb einer Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Sozialtheorie von Pierre Bourdieu, das Konzept des Habitus, die Klassenstruktur der Gesellschaft sowie die Faktoren, die über den Zugang zu elitären Kreisen entscheiden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, mithilfe von Bourdieus Theorie zu erklären, wie Eliten ihren Status sichern und reproduzieren, sowie zu prüfen, ob dieses Modell auf Deutschland übertragbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse und Interpretation der soziologischen Arbeiten von Pierre Bourdieu vorgenommen, ergänzt um eine kritische Diskussion zur Anwendbarkeit der Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Biographie Bourdieus, seiner Sozialtheorie, dem Habitus-Konzept und den drei zentralen Ebenen der Elitenbildung: Familie, Schule und Kapital.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Habitus, Elitenbildung, soziales Feld, kulturelles Kapital und soziale Ungleichheit.

Wie unterscheidet Bourdieu zwischen dem "Gelehrten" und dem "Mann von Welt"?

Der "Mann von Welt" besitzt eine natürliche Sicherheit durch frühkindliche Prägung im elitären Milieu, während der "Gelehrte" versucht, dies pedantisch durch schulische Bildung zu imitieren, was zu einer gewissen Gezwungenheit führt.

Warum ist laut Bourdieu die Familie der wichtigste Ort für die Elitenbildung?

In der Familie wird der Habitus in der frühesten Kindheit geprägt, was den Kindern aus privilegierten Schichten einen unaufholbaren Vorsprung an "natürlicher" kultureller Kompetenz verschafft.

Welche Rolle spielt das ökonomische Kapital im Vergleich zu anderen Faktoren?

Ökonomisches Kapital ist die Grundvoraussetzung, da es die Befreiung von alltäglichen Zwängen ermöglicht und somit die Zeit und Muße schafft, die für den Erwerb eines elitären Habitus notwendig sind.

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Details

Title
Pierre Bourdieus Theorie soziokultureller Ungleichheit
Subtitle
Elitenbildung und Einordnung in eine Gesellschaftstheorie
Author
Helmut Wagner (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V69684
ISBN (eBook)
9783638622325
ISBN (Book)
9783638721783
Language
German
Tags
Elitenbildung Einordnung Gesellschaftstheorie Unterschiede Pierre Bourdieus Theorie Ungleichheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helmut Wagner (Author), 2002, Pierre Bourdieus Theorie soziokultureller Ungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69684
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