Die Sprache der Fußballberichterstattung in Fernsehen, Radio und Presse


Magisterarbeit, 2006

91 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Die Sprache der Fußballberichterstattung

Einleitung

Einordnung der Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem

Das Vokabular der Fußballsprache
Fachsprache
Jargon
Außersportliche Fachsprachen
Umgangssprache

Die Fußballberichterstattung
Die Ansprüche
Die Schwierigkeiten
Die Sprache
Die Fußballberichterstattung in der Presse
Die Entwicklung
Die Sprache
Die Fußballberichterstattung im Hörfunk
Die Entwicklung
Die Sprache
Die Fußballberichterstattung im Fernsehen
Die Entwicklung
Die Sprache

Die Voraussetzungen
1954
1974
1990

Analyse der Fußballberichterstattung in der Presse
Das Korpus
Zeitsystem
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Umgangssprache
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Zusammenfassung

Analyse der Fußballberichterstattung im Hörfunk
Das Korpus
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Umgangssprache
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Transkription der letzten Minute
Zusammenfassung

Analyse der Fußballberichterstattung im Fernsehen
Das Korpus
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Namensspielerei
Informationen, die der Zuschauer nicht sehen kann
Hintergrundinformationen
Spielanalyse
Distanzierung
Transkription der letzten Minute
Zusammenfassung

Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fußballberichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen
Analyse der Fußballberichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen
Das Korpus
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Namensspielerei
Hintergrundinformationen
Spielanalyse
Distanzierung
Transkription
das erste Tor
die letzte Minute
Zusammenfassung

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Der Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten auf der Welt. Auf Grund der hohen Anzahl der Interessierten sowie der intensiven Verarbeitung dieser Sportart durch die verschiedenen Medien, kann die Sprache des Fußballs als die am weitesten verbreitete des Sports gesehen werden.

Zu Beginn der Arbeit wird die Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem eingeordnet. Folgend wird das Vokabular dargelegt, das sowohl dem Sportjournalisten als auch dem Fußballinteressierten zur Verfügung steht.

Zusammen mit der Erläuterung der Voraussetzungen und Ansprüche, unter welchen die Berichterstatter arbeiten müssen, ist das Hintergrundwissen geschaffen, um zur Sprache der Fußballberichterstattung vordringen zu können.

Nach einer allgemeinen Darstellung der Besonderheiten der Sprache wird im nächsten Schritt die Berichterstattung aus Presse, Hörfunk und Fernsehen näher beleuchtet. Es soll herausgestellt werden, welche Stilmittel sich in den jeweiligen Medien ergeben. Der zusätzliche historische Überblick gewährleistet, dass die Sprache stets im Zusammenhang mit der Entwicklung des jeweiligen Mediums steht.

Es folgt ein Exkurs über die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in den Jahren 1954, 1974 und 1990, in denen jeweils die Fußballweltmeisterschaft, die mit dem Sieg der deutschen Mannschaft endete, stattfand. Diese sind zum Verständnis der sich anschließenden Analyse von Wichtigkeit.

Die Untersuchungen sollen die zuvor herausgestellten Stilmittel anhand von drei Beispielen aus den genannten Jahren überprüfen und erläutern. Die Ergebnisse werden in Bezug zu den jeweiligen Voraussetzungen der Zeit gesetzt, womit sich Veränderungen im Laufe der Zeit erklären lassen sollen.

Nachdem die Sprache der Fußballberichterstattung in den einzelnen Medien Presse, Hörfunk und Fernsehen beleuchtet wurde, folgt der Vergleich zwischen diesen Medien. Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden zunächst behauptet und in einer weiteren Analyse belegt und erklärt.

Zusammengefasst ist das Ziel dieser Arbeit, die Sprache der Fußballberichterstattung sowohl theoretisch als auch in der Analyse an praktischen Beispielen in all ihren Facetten darzulegen.

Die jeweiligen Veränderungen und Abweichungen im Laufe der Zeit sowie der Vergleich zwischen den Medien sollen durch zusätzliches Hintergrundwissen erklärbar gemacht werden.

Einordnung der Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem

(angelehnt an Hackforth[1])

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Vokabular der Fußballsprache

Fachsprache

Die Fußballsprache teilt sich laut Dankert in die Fachsprache und den Jargon auf.[2] Unter Fachsprache versteht man die Begrifflichkeiten, die verbindlich und in einem Regelwerk festgelegt worden sind und ganz bestimmten terminologischen Bestimmungen unterliegen.

„Die Zuordnung orientiert sich an den von den einzelnen Sportverbänden herausgegebenen Regeln.“[3] In diesem Fall bezieht sich das Vokabular auf die festgelegte Terminologie des deutschen Fußballbundes. Die Fachsprache befindet sich immer noch in einem Entwicklungsprozess.[4] In der ersten Phase des deutschen Fußballs orientierte sich die Sprache am englischen Fachvokabular, das nach und nach vom „Allgemeinen Deutschen Sprachverein“ versucht wurde auszumerzen.[5] Doch heute zeigt sich, dass dies nicht vollends gelungen war. So sind die englischen Begriffe wie „fair“ oder „foul“ noch immer in der deutschen Fußballsprache zu finden.[6] Auch die Begriffe „Kapitän“ von „Captain“ oder „schießen“ von „to shoot“ sind aus dem Englischen übernommen worden und erhalten geblieben,[7] ebenso wie „fighten“ oder „Keeper“.[8] Sie werden oft als umgangssprachlich empfunden, obwohl sie zum Fachvokabular des Englischen gehören.

Jargon

Der Jargon hingegen ist unverbindlich und vor allem durch die Kommunikation der Fußballfans geprägt.[9] Mit der Verwendung des Fußballjargons kann der Fan und auch, wie man im Folgenden sehen wird, der Journalist, noch besser als mit dem Fachvokabular beweisen, dass er mit der Materie Fußball voll und ganz vertraut ist.[10] Die Jargonsprache ist auch deshalb so interessant, da sie zusätzliche Akzente setzen kann – sie präzisiert nicht nur das Geschehen, sondern gibt auch Aufschluss darüber, welche Meinung oder Stimmung vom Sprecher ausgeht. Mit den jeweiligen Jargonwörtern kann er ironisieren, übertreiben, hochjubeln usw.[11] Sie ersetzen die Fachbezeichnungen und bieten damit Variationsmöglichkeiten für das Fachvokabular. Deshalb verwenden besonders gern die Journalisten den Jargon, um damit Abwechslung in die Berichterstattung zu bringen.

Steht im Regelwerk „Strafstoß“ heißt dieses Wort in den Fachjargon übersetzt einfach „Elfer“, das “Tor“ wird der „Kasten“ oder in einem anderen Zusammenhang der „Treffer“ genannt, das „Leder“ oder die „Kugel“ sind Varianten für den „Ball“ und die „Mannschaft“ wird einfach als „Elf“ bezeichnet.[12]

Oft, so Schneider, sind die Jargon-Begriffe spezifischer als die Fachausdrücke. Sie fügen Zahlen hinzu („die zweiten 45 Minuten“ für „zweite Halbzeit“) oder spezifizieren die Aufgaben der benannten Personen („Unparteiischer“ oder „der Rechtsaußen“).[13]

Der Jargon zeichnet sich ebenso durch Wortkürzungen aus. Statt Komposita zu bilden, fügt sich ein Suffix-er an, so dass aus „Fußball-Spieler“ das kürzere Wort „Fußballer“ entsteht oder Wörter werden durch das Wegfallen von Silben verkürzt („Schiri“ für „Schiedsrichter“).[14]

Außersportliche Fachsprachen

Die außersportlichen Fachsprachen oder wie Schneider sie nennt die „Substitutionen“[15] beschreiben genau die Ausdrücke, die „anderen Sondersprachen entnommen sind“[16]. Schneider bezeichnet diese Wörter als „Ersatzbezeichnungen des Fachvokabulars“. Dieses „Ersatzvokabular“ kommt aus den verschiedensten Sondersprachen des deutschen Wortgutes. „Kaum ein Sachgebiet – von der Kriegstechnik bis zur Moraltheologie – das sich nicht in der Fußballsprache angesiedelt hat“[17].

Nahe liegend ist, dass die Fußballsprache Bezeichnungen aus dem Kriegswesen übernimmt. Denn schon das offizielle Fachvokabular wie „schießen“ oder „Schuss“ assoziiert eine gewisse Kriegsmetaphorik und so sind Ersatzbezeichnungen wie „Geschoss, Granate, Bombenschuss“[18] nicht verwunderlich. Auf dem Spielfeld wird kein Mannschaftsspiel mehr betrieben, sondern eine „Schlacht“ oder ein „Kampf“ ausgetragen.[19]

Wenn auch eine komplett andere Welt, aber dennoch gern und oft im Fußball verwendet, werden die Begriffe aus dem Bereich der Schaustellung, d.h. Theater, Kunst und Kultur. Eine Mannschaft steht in der „Bestbesetzung“ auf dem Platz, der „Regisseur“ setzt entscheidende Akzente und auf dem Platz spielt sich ein „Drama“ oder eine „Tragödie“ ab. Es wird eine „Saison“ gespielt und am Ende steht das „Finale“.[20]

Im Bereich der Dienstleistung lassen sich viele Wörter im Fußball wieder erkennen. Ein Tor „kassieren“, „Konto“, „Bilanz“ oder „Abrechnung“ sind nur einige Beispiele.[21]

Gesellschaftsbezüge lassen sich an Begriffen wie „Gäste“, „Gastgeber“, „Duell“ und „Triumph“ festmachen, aus dem Gesellschaftsspiel stammen die Bezeichnungen „As“, „Joker“ und „Partie“.[22]

Selbst aus der Seefahrt und der Mythologie sind Begriffe zu finden: „Kapitän“, „untergehen“ (statt verlieren) oder „Gigant“, „Retter“, „verwandeln“ und „zaubern“.[23]

Schneider stellt fest, dass vor allem die Sondersprachen der Schaustellung und des Kriegswesens in der Fußballsprache dominant sind. Außerdem erkennt er einen Umbruch, in dem die Kriegsmetaphorik zugunsten des Vokabulars der Schaustellung verdrängt wird, was in den folgenden Analysen überprüft werden soll.[24]

Umgangssprache

Als Umgangssprache wird die gesprochene Sprache der Gemeinsprache bezeichnet (siehe Sprachsystem). Aus ihr entstand die Sportsprache, da sie „in Wortschatz und Syntax auf ihr beruht“.[25] Die Umgangssprache basiert vor allem auf Ausdrucksweisen, die aus dem „Straßenjargon“ stammen und kennzeichnet sich durch eine saloppe, aber kreative und variantenreiche Form aus.

So kann Schneider für den Ausdruck „gewinnen“ dreizehn unterschiedliche Wörter aus der Umgangssprache aufzählen: „abfertigen, erwischen, kippen, verprügeln, putzen, zuschlagen, ausspielen, überlisten, überraschen, zerstören, erzwingen, abknöpfen, ergattern“.[26]

Die Umgangssprache hat für den Sportjournalisten genau den Vorteil, dass er alle sozialen Schichten damit bedienen kann Die Tatsache, dass die Sprache des Fußballs auf das Vokabular aus den verschiedensten Bereichen zurückgreift und durch Verwendung der Umgangssprache oder des Fachjargons in der Lage ist, einen speziellen Fachausdruck (aus dem Regelwerk) variationsreich zu benennen, zeigt deutlich, dass das Fachvokabular des Fußballs Defizite und vor allem „Variationsarmut“ aufweist.[27] Aus diesem Grund trifft Schneiders Begriff „Leihvokabular“ sehr genau zu.[28]

Die Fußballberichterstattung

Die Ansprüche

Sowohl in der Presse, als auch in Funk und Fernsehen gibt es Fußballberichterstattung, die „eine je eigene sprachliche Form“ aufweist.[29] „Sachlichkeit und grammatikalische Vollständigkeit“ sind ebenso gefragt wie „Improvisation und Kreativität“. Doch im Folgenden wird man sehen, und unter den genannten Umständen vielleicht auch verstehen, warum der Sportjournalist diesem Anspruch nicht immer gerecht werden kann.

Journalisten, das sind die Menschen, die als Vermittler der Gesellschaft fungieren. Jedwede Art von Nachricht wird von ihnen ausgewählt, aussortiert und auf ihre Art weitervermittelt, so dass sie den Zuschauer, Zuhörer oder Leser erreicht.[30]

Oft werden die Sportjournalisten mit dem Vorwurf des „Sprachfäkalisten“ konfrontiert, die „schablonenhaft bewerten und schnell zu Superlativen greifen“, so dass der Empfänger der Nachricht das Gefühl hat, klischeehaftes, übertriebenes und zu wenig auf den Sport bezogenes Informationsmaterial zu erhalten.[31]

Diese Kritik an der Sprache der Sportjournalisten besteht damals wie heute. „Immer dieselben Ausdrücke“[32] kritisiert der Sportchef des ZDFs die Sprache der Fußballberichterstattung.

Die Schwierigkeiten

Trotz der Variationsmöglichkeiten durch Jargon und Substitutionen kann man den Sprachkorpus als ein starres Gerüst bezeichnen, das durch seine festgelegten Begriffe den Journalisten stark einschränkt, so dass er häufig auf grelle Effekte und extrem hyperbolische Sprache zurückgreifen muss. Außerdem steht der Journalist jedes Mal vor dem Problem, immer wieder gleiche Abläufe neuartig beschreiben zu müssen, Spannung zu erhalten und zu steigern sowie interessanten und mitreißenden Journalismus zu verbreiten – und genau das versucht er mit dem Superlativstil und mit der Metaphorik zu erreichen.[33]

Hinzu kommt, dass der Zeitdruck beim Fußball enorm ist – gerade bei der Live-Berichterstattung ist der Reporter gefordert und schafft es dabei nur selten, den Kommentar sprachlich und grammatikalisch zufrieden stellend zu gestalten.

Die Sprache

Hackfort und Weischenberg stellen in ihrer Studie „Sport und Massenmedien“ Thesen auf, die die Sprache des gesamten Sports umfassen. Viele Beispiele stammen aus dem Fußball, so dass dadurch die Legitimation besteht, diese Studie in diese Arbeit mit einzubeziehen.

Die Sprache der Berichterstattung ist emotional. Über Gefühle werden die Rezipienten gefesselt. Sie sollen mitleiden, sich freuen, sich begeistern, sich ärgern, wütend werden – alles fühlen, mit dem die Aufmerksamkeit auf das Höchste gefordert wird.[34]

Dazu kommen „affektierte Ausdrücke, die an niedere Instinkte […] appellieren“.[35] In folgendem Beispiel geht es nur um den „Kampf“, der auf dem Platz ausgetragen wird: „Aus den Stollen unter den Schuhen der Argentinier ragten Nägel hervor. Damit riss Albrecht dem Kölner Weber beide Oberschenkel auf…“.[36]

Um die Emotionalität noch zu verstärken, benutzt man in der Sprache des Fußballs Ausrufe und Anreden, sprachliche Bilder sowie den Superlativstil und pathetische Übertreibungen: „Insgesamt spielte sich auf dem Rasen des Heysel-Stadions das Duell von zwei Fußballweltanschauungen ab“.[37] Es reichen nicht mehr die Umschreibungen „schön“ und „groß“ aus, sondern es wird alles gleich „wunderbar“ und „gewaltig“.[38] Der Grund für diese Sprache liegt laut Dieter Kroppach daran, dass versucht wird, dem Sport Wichtigkeit und Anspruch zu verleihen.[39]

Das Thema „Starkult“ liegt besonders hoch im Kurs bei den Boulevardblättern, doch auch „seriöse“ Tageszeitungen können sich davon nicht frei machen. Das Publikum scheint immer wieder eine Identifikationsfigur zu suchen.[40] Ehrennamen wie „Kaiser Franz“, die Umschreibung eines Helden aus den eigenen Reihen „Uns Uwe“ oder Vorbilder wie „Ronaldino-Fußballgott“ finden sich in den Medien immer wieder. Die Boulevardzeitungen (z.B. die „BILD“) beleuchten neben dem sportlichen Werdegang dieser Starfiguren weiterhin auch noch ihre Familien, Liebesbeziehungen, das Privatleben und den Charakter.[41]

In der heutigen Zeit ist immer mehr zu beobachten, dass in der Fußballberichterstattung Anglizismen benutzt werden.[42] Begriffe wie „Small-Talk halten“, „Pressing betreiben“ oder „Youngster“, die in der Hörfunkreportage[43] des Halbfinales (Deutschland gegen Italien) der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006 benutzt wurden, sind einige Beispiele dafür.

Das liegt daran, dass „der englische Lehneinfluß weiterhin ständig“[44] zunimmt. Die „Verenglischung“ der deutschen Sprache, so Polenz, ist „als modernster Teil der Internationalisierung europäischer Sprachen“ anzusehen[45]. So ist es nicht verwunderlich, dass diese auch in der Fußballsprache zu finden ist, denn auch im Sport ist das Bestreben da, international anerkannt zu werden.

All diese Facetten der Sprache weisen darauf hin, dass sich der Journalist durchaus bemüht, Abwechslung, Kreativität und eine differenzierte Ausdrucksweise zu gebrauchen, doch oft genug rutscht er dabei in Ungenauigkeiten und Floskeln ab, wie: „Meine Theorie besagt, dass jede Mannschaft von der Fußballgöttin eine gewisse Portion Glück zugeteilt bekommt“.[46] Derartige Beschreibungen klingen schwammig und „abgedroschen“, so dass das Klischee des „geschwätzigen Journalisten“ all zu oft erfüllt wird.[47]

Die Fußballberichterstattung in der Presse

Die Entwicklung

Den Anfang der Berichterstattung über sportliche Ereignisse machte die Turnerei in der Zeit des Vormärzes. Um 1842 erschien erstmals die „Allgemeine TurnZeitung“[48]. Der „Berliner Börsencourier“ hat 1885 erstmals einen eigenen Sportteil eingefügt und einen Sportredakteur eingestellt.[49]

Beginnendes Interesse am Sport, der zunehmend in den Blickpunkt der „Unterhaltung“ und „Freude“ der Gesellschaft rückte, brachte es mit sich, dass Ende des 19. Jahrhunderts die ersten „allgemeinen Sportzeitschriften“ in Deutschland erschienen. „Großen Aufschwung nahm zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Fußballsport, so dass sich die Presse dieser von Anfang an beliebten Sportart annahm.“[50] Die Entwicklung verlief parallel, denn „je mehr Massensportarten wie Fußball an Bedeutung gewannen, desto umfangreicher wurde auch die Berichterstattung.“[51]

Die so genannte Zeitschrift „Der Fußball“, die 1911 erstmals auf den Markt kam, erklärte zum einen die Regeln des Fußballs, da dieser Sport zumindest in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte und erst „unters Volk gebracht“ werden musste und zum anderen konzentrierten sich die Journalisten dieses Fachblattes auf die Berichterstattung einzelner Spiele.[52]

Ebenfalls zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen Tageszeitungen eine Sportrubrik in ihre Zeitung mit auf. Denn man entdeckte, dass durchaus ein Markt für das Ressort Sport da war.

Der erste Weltkrieg war Grund für die Einstellung des Sportbetriebs und der Sportpresse, brachte es aber nach seiner Beendigung mit sich, dass das Volk über den Sport, und ganz besonders über den Volkssport Nummer eins, den Fußball, wieder neuen Mut und Zusammenhalt finden konnte.[53] „[…] das Bedürfnis nach Ablenkung durch Massenvergnügungen“[54] nutzte die Presse zu ihren Gunsten.

Bis zum zweiten Weltkrieg nahm die Zahl der Sportfachzeitschriften stetig zu. Außerdem entstand die heute noch populäre Fachzeitschrift der „Kicker“, die sich besonders auf den Fußball spezialisiert.

Während des zweiten Weltkrieges blieben Fußballberichterstattungen erhalten, die über Ergebnisse und Spiele informierten, doch vor allem wurde der Sportteil zum Parteikampf genutzt. Die Rivalitäten zwischen den politischen Gruppierungen hatten sich auf die Presse und den Sport übertragen.[55]

Mit Beginn des Krieges verminderte sich die Anzahl der Fachpresse, bis schließlich der gesamte Sportbetrieb eingestellt wurde und es 1944 keine Sportzeitschriften mehr in Deutschland gab.[56]

Eine erneute Auflebung des Fußballs sollte auch diesmal aus den Nachkriegesjahren entstehen. Denn „die Kriegswirren, die Zeit des Nationalsozialismus, verlangten nach einer publizistischen Kompensation durch Unterhaltungsstoff“. „Die Zurückgewinnung internationaler Anerkennung“ sowie der Glaube der Einwohner an das eigene Land, brachte die Fußballweltmeisterschaft 1954 mit sich.[57]

Diesen extremen Aufschwung im Land wusste die Presse zu nutzen und so steigerten sich unversehens das Interesse und der Kauf an Fußball- und Sportzeitschriften. Im Jahr 1957 betrug der Anteil der Fußballnachrichten im Sportteil der Tagszeitungen 50%, die andere Hälfte teilten sich die gesamten restlichen Sportarten.[58]

Mit dem Beginn der Bundesliga 1963 wurde die Fußballberichterstattung herausgefordert. „Die Präsentationsweise“ änderte sich „zum Wohle des Lesers“,[59] so ein Sportredakteur der Süddeutschen Zeitung, indem die Presse eine größere Schrift benutzte, durch Bilder und Kommentare veranschaulichte und Hintergründe zu den Sportlern einführte. Damit wurde das Interesse des Lesers sowohl geweckt als auch befriedigt.

Die Sprache

Wie genau die Presse mit ihrer Fußballberichterstattung umgeht, haben zahlreiche Wissenschaftler erforscht und untersucht. Einige Erkenntnisse sollen dargelegt werden und später, am ausgewählten Material, überprüft werden.

Siegfried Weischenberg untersuchte und verglich den „Kicker“ und die „Fußballwoche“. Er stellten fest, dass „elebnis- und ereignisbezogen“ sowie in „einem adjektivreichen Stil“ geschrieben wird.[60] „Die Tendenz zum Starkult“[61] sei besonders ausgeprägt und äußere sich oft durch Namensspielereien (z.B. „Bomber der Nation“, „Kaiser Franz“).

Weischenberg drückt es in seiner Studie „Sport und Druckmedien“ so aus: „Sie (die Inhalte der Sportberichterstattung in der Presse) unterliegen dem Kriterium der Unterhaltung – wie schon vor 90 Jahren.“[62]

In der Presse gibt es Aufmacher, Titelgeschichten, Interviews, Vorberichte, Nachberichte, Kommentare oder Lesebriefe als Möglichkeiten, über Fußball zu berichten.[63] Alle Formen beruhen auf referierender oder kommentierender Form, sind bemüht um Sachlichkeit und Objektivität und auf Grund der Schriftlichkeit grammatikalisch und syntaktisch korrekt.

Die Presse unterscheidet sich von den anderen Medien insofern, als dass sie nicht mit der Aktualität der anderen mithalten kann.[64] Dennoch sind die Zeitungen während Meisterschaften und der Bundesliga nach wie vor sehr gefragt. Nicht zuletzt deshalb, weil sie nicht nur Schilderungen des Spiels, sondern auch „genauere Aufschlüsse geben in Bericht und Kommentar“.[65]

Das „große Geschehen“ ist nicht mehr so wichtig, da darüber schon längst die Medien über den elektronischen Weg informiert haben. Der Ansatzpunkt für die Presse sind die „W-Fragen“.[66] „Wer, was, wann, wo, wie und warum“ sind die Fragen, die in der Zeitung beantwortet werden müssen. Sprich, welche Mannschaft hat was für ein Spiel, wann und wo gespielt und wie ist das Spiel und aus welchem Grund ist es so ausgegangen.

Die Höhepunkte stehen vorne an, oft schon im Titel, also die Tore, besondere Vorkommnisse und vor allem das Ergebnis.

Weitere Informationen hängen vom Zeitungsblatt ab. Ob zusätzliche Hintergrundinformationen zum Spiel geliefert werden oder Spieler bzw. die „Stars“ und ihr Leben näher beleuchtet werden, ist daher unterschiedlich gewichtet.[67] Manchmal scheint es aber, als sei die Fußballberichterstattung „ohne Hang zum Heroismus nicht möglich“.[68]

Mit Bildern wird dies natürlich aufgelockert und angepriesen, was vor allem bei den Boulevardzeitschriften der Fall ist, die sogar soweit gehen, dass sie „die reine Wort-Berichterstattung zu Gunsten der Bild-Berichterstattung“[69] einschränken. „Kein anderer Teil der Zeitung enthält annähernd so viele Bilder wie der Sportteil“.[70]

Die Berichterstattung des Fußballs, egal in welchem Medium, will nicht nur Fakten übermitteln, sondern dem Leser das Gefühl des „Nach- und Mitempfindens“[71] vermitteln. Die Fotos sollen den Akt des „Nacherlebens“[72] verstärken.

Metaphern, Jargonsprache und emotionale Ausdrücke sind ein Mittel, um originell zu texten, sachliche Informationen zu einem Erlebnis zu machen und sprachliche Wiederholungen zu vermeiden.

Doch Hermann Bausinger kritisiert die Häufung dieser Mittel, meint, dass „Sprachbilder“ und „gewitzte Formulierungen“[73] nicht nötig seien und warnt gleichzeitig davor, dass metaphernreiche Sprache all zu oft „verkrampft“ und „lächerlich“ wirkt.[74]

Harald Binnewies stellt in der Berichterstattung der Tageszeitungen folgende Stilmittel fest: Ellipsen, ungewöhnliche Interpunktion und Aussagen, die versuchen zu emotionalisieren.[75]

Die Aufmachung mit Bildern, der Stil und die Sprache werden der jeweiligen Leserschaft und dem Charakter der Zeitung angepasst, doch man kann den Inhalt und die Struktur zwischen den Zeitungstypen dennoch als „konform“ bezeichnen.[76]

Die Fußballberichterstattung im Hörfunk

Die Entwicklung

Im Jahre 1917 nahm alles seinen Anfang. Während zunächst der Funk „ein privates Verständigungsmittel einer überschaubaren Anzahl von Personen und Institutionen“[77] darstellte, wurde einige Jahre später damit begonnen, das Programm des Hörfunks durch „Nachrichten und Berichte aus der Welt des Sports zu bereichern“.[78] Die Hörer des „Südwestdeutschen Rundfunkdienstes“, der „Westdeutschen Funkstunde“ und „der Berliner Funkstunde“ wurden seit 1924 regelmäßig mit der Welt des Sports vertraut gemacht.[79] In Form von „Nachrichten, Vorträgen und Reportagen“ informierten Reporter über Ergebnisse, Ereignisse und sportliche Allüren.[80]

Am 1. November 1925 wurde das Fußballspiel zwischen „Preußen Münster und Arminia Bielefeld“ in der „Westdeutschen Funkstunde“ übertragen und man feierte damit die „Fußball-Uraufführung“ im Radio.[81]

Da der technische Fortschritt immer weiter zunahm, war 1929 schließlich eine Direktreportage aus dem Ausland möglich. Aus Turin konnten die Deutschen das Spiel Italien gegen Deutschland live miterleben.[82]

Nach weiteren großen Fußball-Übertragungen wurden auch andere beliebte Sportarten im Hörfunk bearbeitet. So informierte das Radio neben dem Fußball ebenso häufig über den Rad- und Pferdesport sowie über die Leichtathletik.[83]

Die Entwicklung des Sportfunks ging stetig aufwärts, so dass die Hörer „in einem festen Programmschema und regelmäßigen Übertragungen großer internationaler Ereignisse“ stets sportlich informiert waren.[84]

Anfang der 30er bekam der Hörfunk eine neue Dimension, indem die so genannte Konferenzschaltung eingeführt wurde. Von zeitgleich ablaufenden Spielen übertrugen Reporter aus verschiedenen Städten ein Sportereignis. Im Wechsel berichteten die Reporter live das Spielgeschehen am jeweiligen Ort.[85] Diese Form ist heute noch eine beliebte an Fußball-Bundesliga-Samstagen, denn der Hörer hat so die Möglichkeit, alle Spiele gleichzeitig zu verfolgen.

Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterlag der Hörfunk ebenso der „Zäsur“[86] wie die Presse.

Dass schon im Jahre 1945 der Sport im Hörfunk wieder zum Leben erweckt wurde, ist den alliierten Besatzungsmächten zu verdanken. Sie erhofften sich dadurch beginnende Normalisierung im Land, womit sie Recht behalten sollten.

Damit es überhaupt etwas zu berichten gab, hat die amerikanische Besatzungsmacht 1945 die Aufnahme des Spielbetriebs einer Fußball-Oberliga erlaubt und von dessen Verlauf wurde regelmäßig im Radio berichtet.[87]

Ein Jahr später „verfügte der Sportfunk über ein festes Sendeschema mit Beiträgen am Montag, Samstag und Sonntag.“[88]

Durch die Initiative von Bernhard Ernst, einer der Funkpioniere in der Programmsparte Sport, entwickelte sich eine Zusammenarbeit der unterschiedlichen Sender. Denn das Sportleben wurde immer intensiver und es bedurfte Ausbau, Austausch und Organisation zwischen den Sendern.[89]

Auch als 1952 die „offizielle Einführung des Fernsehens“[90] vonstatten ging, verlor der Hörfunk nicht an Beliebtheit. Vor allem der Fußball wurde von den Interessierten lieber im Hörfunk mitverfolgt, da der Aktualitätsvorsprung gegenüber den beiden anderen Medien, Fernsehen und Presse, größer war.

„Nach wie vor gehören die Sportsendungen zu den Wortbeiträgen im Hörfunk, die nach den Nachrichten die höchsten Einschaltquoten haben“.[91]

Die Sprache

Die Aufgabe des Reporters im Radio ist es, eine möglichst genaue Übermittlung der Geschehnisse auf dem Fußballplatz zu gewährleisten. Da der Zuhörer logischerweise nicht selbst das Spiel im Stadion verfolgen kann, hat der Hörfunk vor allem die Aufgabe, den Spaß und die Unterhaltung, die im Stadion herrschen, zu ersetzen. Denn „welchen anderen Sinn soll es haben, Fußball zu übertragen, wenn nicht den, damit zu unterhalten.“[92]

Das Fußballspiel, welches der Reporter live in seiner Kabine, meist erhöht im Stadion, miterlebt, muss er in „sprachliche Zeichen transkodieren“.[93] Wie der Autor einer Geschichte kann nur der Reporter allein entscheiden, welche Auswahl des Gesamtgeschehens übermittelt wird. Er bestimmt die zeitliche Struktur der Erzählung, die Stilmittel und die Art und Weise des Erzählens.[94]

Die Tatsache, „dass es kaum möglich ist, der Handlung“[95] sprachlich hinterherzukommen und der Reporter sich seine Sätze vorher nicht überlegen, geschweige denn aufschreiben kann, führen zu besonderen Merkmalen in der Sprache der Fußballberichterstattung im Hörfunk.

Dieter Rosenbaum stellte diese Stilmittel der Reportage im Hörfunk zusammen: „Verzicht auf logische Vollständigkeit, Telegrammstil, Fehlen von Konjunktionen, zusammenhanglose abgehackte Satzstückelei, Aussparung des Artikels, Fehlen des Prädikats, verkürzte Partizipalkonstruktionen und Inversionen.“[96]

Vor allem in Live-Übertragungen findet man eine „superlavistische und hyperbolische Sprachweise“ vor.[97]

Hinzu kommen das Sprachvermögen, soziale Herkunft und Gestimmtheit des Reporters.

„Die Fachkenntnis [...] des Fußballpublikums“ ist meist so gut, dass die oft abgehackte und selektierte Berichterstattung trotzdem verstanden wird.[98]

Die Aufgabe des Sprechers, die vordergründigsten Informationen so schnell wie möglich dem Rezipienten zu übermitteln, „läßt ihn die herkömmliche Form des verbalen Aussagerahmens oft verlassen“.[99] Der Mangel an Zeit und der schnelle Ablauf eines Spielverlaufs führen zur Verschiebung der Satzteile. Zunächst nennt er „den Agens und das verbale Geschehen“, z.B. „Köln greift an“[100] und lässt danach eine nähere Erläuterung des Geschehens „präpositional nachgestellt“[101] folgen („Köln greift an mit Müller“).

Diese Bevorzugung von „Einfachsätzen“[102] hat zur Folge, dass komplexe Satzgefüge, zusammengesetzt aus Hauptsatz und mindestens einem Nebensatz, weichen müssen. Dies wird ausgeglichen durch die Benutzung von „Komposita“[103] wie „Rechtsaußenposition“, durch die der Nebensatz einfach ersetzt wird (statt der längeren Variante: „[…], der Rechtsaußen positioniert ist.“).

Brandt unterscheidet spezielle Erzähltypen bei der Hörfunkreportage. Zum einen das „unmittelbare Erzählen“, das sich auszeichnet durch die mündliche Realisierung des Geschehens sowie durch die Eigenschaft, nicht-fiktional zu sein.[104] Und zum anderen das „mittelbare Erzählen“, welches beinhaltet, dass die „Rollenverteilung zwischen Kommunikator und Rezipient“[105] festgelegt ist.

Der Rezipient hat keinerlei Einfluss auf die Reportage und keine Möglichkeit, sich in die Kommunikation einzuschalten.[106] Die Berichterstattung im Hörfunk ist demnach eine „spezielle Mischform“, da sie beide Erzähltypen beinhaltet.[107]

Im Hörfunk gibt es verschiedene Arten der Vermittlung eines Fußballspiels. Nachberichte, Teilreportagen oder Direktreportagen. Bei der Direktreportage, die in den folgenden Analysen untersucht wird, liegt eine simultane Erzählung vor. Das heißt nichts anderes, als dass der Reporter „das wahrgenommene Geschehen unmittelbar sprachlich“[108] wiedergibt. Anders als beim Nachbericht weiß der Reporter nicht mehr als die Zuhörer und ist schon allein durch diese Tatsache in seiner Erzählung eingeschränkt. Simultan und spontan sprechen zu müssen, erschwert erheblich die Aufgabe des Reporters, eine grammatikalisch und fachlich korrekte sowie abwechslungsreiche, unterhaltende und informative Sprache an den Tag zu legen. Demnach werden an den Reporter hohe „kommunikative und narrative Anforderungen“ gestellt.[109]

In der Live-Reportage ist das vorherrschende Tempus eindeutig das Präsens, was konkret bedeutet, dass genau das geschildert wird, was zu diesem Zeitpunkt auf dem Platz geschieht.[110] „Zeitangaben und sprecherische Mittel (z.B. Erhöhung des Sprechtempos und der Intensität) können hierbei als verstärkende Signale hinzutreten“.[111] Sie dienen dazu, die Einleitung zu schaffen, um zum Spielgeschehen zurückzukehren oder zur „Spannungssteigerung“.[112]

Ausdrücke wie „jetzt flankt“ oder „dort steht jetzt Krol“ unterstützen das Verständnis der „Simultanität“ des Geschehens.[113]

Zeitangaben sind vor allem im Hörfunk unabdingbar. Der Hörer will stets darüber informiert sein, auch wenn er erst später einschaltet, an welchem Punkt sich das Spiel befindet.[114]

Bei der Konferenzschaltung im Radio sind Zeitangaben noch wichtiger. Denn jeder Reporter muss möglichst kurz und detailliert die Geschehnisse mitteilen, die abgelaufen sind, während er nicht auf Sendung war. Dies berichtet er meist während das Spielgeschehen unterbrochen ist, so dass der Zuhörer nichts Wichtiges verpasst. Dabei handelt es sich um den so genannten „Erzähltext“[115].

Unter Umständen muss der Reporter schnell umschalten auf die Geschehnisse, die plötzlich passieren, während er live zu den Hörern spricht. Die unmittelbare Übermittlung des derzeitigen Geschehens verläuft parallel zum Spiel, als „Aktionstext“.[116]

Um der Reportage Struktur zu geben und den zeitlichen Ablauf zu garantieren, sind diese Angaben unabdingbar.[117] Aus „Spannungsgründen“ werden Zeitangaben gerne in den letzten zehn Minuten eines Spieles gehäuft und oft sekundengenau eingesetzt, so dass der Ablauf eines Countdowns suggeriert wird.[118]

In seinen Untersuchungen stellte Brandt fest, dass die Minutenangabe nicht parallel mit den gefallenen Toren genannt wird, sondern sehr viel häufiger. So stehen in seinen 35 untersuchten Direktreportagen 127 Tore gegenüber 226 Minutenangaben der Tore.[119]

Um die Zeitangaben abwechslungsreicher zu gestalten, liegen dem Reporter Variationsmöglichkeiten vor: „in der ersten Halbzeit“ statt „in den ersten 45 Minuten“ oder „in der Schlussphase“ statt „in den letzten 10 Minuten“.[120]

Nicht selten wird den Kommentatoren der Vorwurf gemacht, zu metaphorisch und zu „geschwätzig“[121] zu sein. „Häufig hat es den Anschein, als wenn Reporter ihre mangelnde Fachkenntnis durch einen Wortschwall zu kompensieren suchten“,[122] erklärt Hackfort. „Ein guter Sprecher muß auch schweigen können“ ist der Rat von Heinz Maegerlein.[123]

[...]


[1] Hackforth, Josef: Sport im Fernsehen, Verlag Regensburg Münster, Münster 1975 (im Folgenden zitiert als Hackforth) S. 285

[2] Dankert, Harald: Sportsprache und Kommunikation, Untersuchungen zur Struktur der Fußballsprache und zum Stil der Sportberichterstattung, Tübinger Vereinigung für Volkskunde e.V. Tübingen Schloss, Tübingen 1969 (im Folgenden zitiert als Dankert) ab S. 32

[3] Schneider, Peter: Die Sprache des Sports, Terminologie und Präsentation in Massenmedien, Pädagogischer Verlag Schwann Düsseldorf, Lengerich 1974 (im Folgenden zitiert als Schneider) S. 54

[4] Dankert

[5] Dankert S. 11

[6] Dankert S. 12

[7] ebenda

[8] Schneider S. 185

[9] Dankert S.21

[10] Dankert S. 21

[11] Dankert S. 29

[12] Schneider S. 184

[13] ebenda

[14] Schneider S. 185

[15] Schneider S. 56

[16] Schneider S. 180

[17] Schneider S. 57

[18] Schneider S. 187

[19] Schneider S. 188

[20] Schneider S. 186

[21] Schneider S. 188

[22] Schneider S. 190

[23] Schneider S. 191

[24] Schneider S. 192

[25] Hackforth, Josef/ Weischenberg, Siegfried (Hg.): Sport und Massenmedien, Limpert, Frankfurt 1978 (im Folgenden zitiert als Hackforth/ Weischenberg) S. 142

[26] Schneider S. 192

[27] Schneider S. 58

[28] ebenda

[29] Hackforth/ Weischenberg S. 132

[30] Digel, Helmut (Hg.): Sport und Berichterstattung, Rowohlt, Hamburg 1983 (im Folgenden zitiert als Digel)

S. 14

[31] Digel S. 20

[32] Hackforth/ Weischenberg S. 133

[33] ebenda

[34] in Hackforth/ Weischenberg S. 134

[35] ebenda

[36] in Hackforth/ Weischenberg S. 134

[37] in Hackforth/ Weischenberg S. 135

[38] in Hackforth/ Weischenberg S. 137

[39] ebenda

[40] in Hackforth/ Weischenberg S. 135

[41] ebenda

[42] Hackforth, Josef: Sport im Fernsehen, Verlag Regensburg Münster, Münster 1975 (im Folgenden zitiert als Hackforth) S. 282

[43] WDR 5, Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 Deutschland – Italien 0:2, private Aufnahme am Dienstag, 4. Juli 2006

[44] Polenz, Peter von: Deutsche Sprachgeschichte, Band 3, Walter de Gruyter Verlag, 1999 (im Folgenden zitiert als Polenz) S.401

[45] ebenda

[46] Hackforth/ Weischenberg S. 138

[47] ebenda

[48] Hackforth/ Weischenberg S. 13

[49] Digel S. 114

[50] Hackforth/ Weischenberg S. 13

[51] Digel S. 114

[52] Hackforth/ Weischenberg S. 13

[53] Hackforth/ Weischenberg S. 15

[54] ebenda

[55] Hackforth/ Weischenberg S. 16

[56] ebenda

[57] Hackforth/ Weischenberg S. 17

[58] Dankert S. 5

[59] Hackforth/ Weischenberg S. 17

[60] Hackforth/ Weischenberg S. 17

[61] ebenda

[62] ebenda

[63] Schneider S. 41

[64] Hackforth/ Weischenberg ab S. 179

[65] Digel S. 106

[66] Schneider, Wolf und Raue, Paul-Josef: Handbuch des Journalismus, Rowohlt, Hamburg 1996 S. 64

[67] Hackforth S. 279

[68] Hackforth/ Weischenberg S. 57

[69] Digel S. 119

[70] Digel S. 171

[71] ebenda

[72] ebenda

[73] in Digel S. 107

[74] ebenda

[75] in Digel S. 119-120

[76] in Digel S. 120

[77] Hackforth S. 12

[78] ebenda

[79] Hackforth/ Weischenberg S. 20

[80] ebenda

[81] Hackforth/ Weischenberg S. 22

[82] Hackforth/ Weischenberg S. 23

[83] ebenda

[84] Hackforth/ Weischenberg S. 23-24

[85] Brandt, Wolfgang: Zeitstruktur und Tempusgebrauch in Fußballreportagen des Hörfunks, N.G. Elwert Verlag Marburg, Marburg 1983 (im Folgenden zitiert als Brandt) S. 1

[86] Hackforth/ Weischenberg S. 24

[87] Hackforth/ Weischenberg S. 25

[88] Hackforth/ Weischenberg S. 26

[89] ebenda

[90] Brandt S. 1

[91] Brandt S. 2

[92] Brandt S. 348

[93] Brandt S. 21

[94] ebenda

[95] Hackforth/ Weischenberg S. 143

[96] Hackforth S. 281-282

[97] Hackforth S. 282

[98] Hackforth/ Weischenberg S. 145

[99] Hackforth/ Weischenberg S. 149

[100] ebenda

[101] ebenda

[102] Hackforth/ Weischenberg S. 148

[103] Hackforth/ Weischenberg S. 149

[104] Brandt S. 21

[105] ebenda

[106] Brandt S. 21-22

[107] Brandt S. 21

[108] Brandt S. 23

[109] Brandt S. 22

[110] Brandt S. 233

[111] ebenda

[112] ebenda

[113] ebenda

[114] Brandt S. 36

[115] Hackforth/ Weischenberg S. 146

[116] ebenda

[117] Brandt S. 345

[118] Brandt S. 36

[119] Brandt S. 330

[120] Brandt S. 38

[121] Hackforth S. 277

[122] ebenda

[123] in: Hackforth S. 277

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Die Sprache der Fußballberichterstattung in Fernsehen, Radio und Presse
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
91
Katalognummer
V69701
ISBN (eBook)
9783638601566
Dateigröße
741 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit werden sowohl die Fußball-Berichterstattungen aus Fernsehen, Radio und Presse miteinander verglichen, als auch die Kommentare aus den Jahren 1954, 1974, 1990 und 2006. Die Arbeit bietet also einen umfassenden Einblick in die Fußballsprache der unterschiedlichen Medien und ihren Verlauf in den Zeiten.
Schlagworte
Sprache, Fußballberichterstattung
Arbeit zitieren
Monique Schlömer (Autor), 2006, Die Sprache der Fußballberichterstattung in Fernsehen, Radio und Presse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69701

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