Der Fußball ist eine der beliebtesten Sportarten auf der Welt. Auf Grund der hohen Anzahl der Interessierten sowie der intensiven Verarbeitung dieser Sportart durch die verschiedenen Medien, kann die Sprache des Fußballs als die am weitesten verbreitete des Sports gesehen werden. Zu Beginn der Arbeit wird die Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem eingeordnet. Folgend wird das Vokabular dargelegt, das sowohl dem Sportjournalisten als auch dem Fußballinteressierten zur Verfügung steht. Zusammen mit der Erläuterung der Voraussetzungen und Ansprüche, unter welchen die Berichterstatter arbeiten müssen, ist das Hintergrundwissen geschaffen, um zur Sprache der Fußballberichterstattung vordringen zu können.
Nach einer allgemeinen Darstellung der Besonderheiten der Sprache wird im nächsten Schritt die Berichterstattung aus Presse, Hörfunk und Fernsehen näher beleuchtet. Es soll herausgestellt werden, welche Stilmittel sich in den jeweiligen Medien ergeben. Der zusätzliche historische Überblick gewährleistet, dass die Sprache stets im Zusammenhang mit der Entwicklung des jeweiligen Mediums steht.
Es folgt ein Exkurs über die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in den Jahren 1954, 1974 und 1990, in denen jeweils die Fußballweltmeisterschaft, die mit dem Sieg der deutschen Mannschaft endete, stattfand. Diese sind zum Verständnis der sich anschließenden Analyse von Wichtigkeit.
Die Untersuchungen sollen die zuvor herausgestellten Stilmittel anhand von drei Beispielen aus den genannten Jahren überprüfen und erläutern. Die Ergebnisse werden in Bezug zu den jeweiligen Voraussetzungen der Zeit gesetzt, womit sich Veränderungen im Laufe der Zeit erklären lassen sollen.
Nachdem die Sprache der Fußballberichterstattung in den einzelnen Medien Presse, Hörfunk und Fernsehen beleuchtet wurde, folgt der Vergleich zwischen diesen Medien. Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden zunächst behauptet und in einer weiteren Analyse belegt und erklärt.
Zusammengefasst ist das Ziel dieser Arbeit, die Sprache der Fußballberichterstattung sowohl theoretisch als auch in der Analyse an praktischen Beispielen in all ihren Facetten darzulegen.
Die jeweiligen Veränderungen und Abweichungen im Laufe der Zeit sowie der Vergleich zwischen den Medien sollen durch zusätzliches Hintergrundwissen erklärbar gemacht werden.
Inhaltsverzeichnis
Die Sprache der Fußballberichterstattung
Einleitung
Einordnung der Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem
Das Vokabular der Fußballsprache
Fachsprache
Jargon
Außersportliche Fachsprachen
Umgangssprache
Die Fußballberichterstattung
Die Ansprüche
Die Schwierigkeiten
Die Sprache
Die Fußballberichterstattung in der Presse
Die Entwicklung
Die Sprache
Die Fußballberichterstattung im Hörfunk
Die Entwicklung
Die Sprache
Die Fußballberichterstattung im Fernsehen
Die Entwicklung
Die Sprache
Die Voraussetzungen
1954
1974
1990
Analyse der Fußballberichterstattung in der Presse
Das Korpus
Zeitsystem
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Umgangssprache
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Zusammenfassung
Analyse der Fußballberichterstattung im Hörfunk
Das Korpus
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Umgangssprache
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Transkription der letzten Minute
Zusammenfassung
Analyse der Fußballberichterstattung im Fernsehen
Das Korpus
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Namensspielerei
Informationen, die der Zuschauer nicht sehen kann
Hintergrundinformationen
Spielanalyse
Distanzierung
Transkription der letzten Minute
Zusammenfassung
Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fußballberichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen
Analyse der Fußballberichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen
Das Korpus
Kalendersystem
Spielzeitsystem
Fachsprache
Jargon
Substitutionen
Emotionen
Bildliche Sprache
Fehler
Politik und Gesellschaft
Namensspielerei
Hintergrundinformationen
Spielanalyse
Distanzierung
Transkription
das erste Tor
die letzte Minute
Zusammenfassung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die Sprache der Fußballberichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen sowohl theoretisch einzuordnen als auch anhand von praktischen Beispielen aus den Weltmeisterschaftsendspielen 1954, 1974 und 1990 in ihren verschiedenen Facetten zu analysieren und zu vergleichen.
- Strukturelle Einordnung der Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem
- Untersuchung von Stilmitteln (Fachsprache, Jargon, Emotionen) in den drei Medien
- Historische und soziologische Analyse der Berichterstattung in verschiedenen Zeitphasen
- Vergleich der medialen Ausdrucksformen hinsichtlich Aktualität und technischer Gegebenheiten
- Analyse der narrativen und sprachlichen Besonderheiten von Live-Reportagen
Auszug aus dem Buch
Die Sprache
Hackfort und Weischenberg stellen in ihrer Studie „Sport und Massenmedien“ Thesen auf, die die Sprache des gesamten Sports umfassen. Viele Beispiele stammen aus dem Fußball, so dass dadurch die Legitimation besteht, diese Studie in diese Arbeit mit einzubeziehen.
Die Sprache der Berichterstattung ist emotional. Über Gefühle werden die Rezipienten gefesselt. Sie sollen mitleiden, sich freuen, sich begeistern, sich ärgern, wütend werden – alles fühlen, mit dem die Aufmerksamkeit auf das Höchste gefordert wird.34
Dazu kommen „affektierte Ausdrücke, die an niedere Instinkte […] appellieren“.35 In folgendem Beispiel geht es nur um den „Kampf“, der auf dem Platz ausgetragen wird: „Aus den Stollen unter den Schuhen der Argentinier ragten Nägel hervor. Damit riss Albrecht dem Kölner Weber beide Oberschenkel auf…“.36
Um die Emotionalität noch zu verstärken, benutzt man in der Sprache des Fußballs Ausrufe und Anreden, sprachliche Bilder sowie den Superlativstil und pathetische Übertreibungen: „Insgesamt spielte sich auf dem Rasen des Heysel-Stadions das Duell von zwei Fußballweltanschauungen ab“.37 Es reichen nicht mehr die Umschreibungen „schön“ und „groß“ aus, sondern es wird alles gleich „wunderbar“ und „gewaltig“.38 Der Grund für diese Sprache liegt laut Dieter Kroppach daran, dass versucht wird, dem Sport Wichtigkeit und Anspruch zu verleihen.39
Zusammenfassung der Kapitel
Die Sprache der Fußballberichterstattung: Einführung in das Thema der sprachlichen Gestaltung der Fußballberichterstattung in verschiedenen Medien.
Einordnung der Fußballsprache in das allgemeine Sprachsystem: Systematische Kategorisierung der Fußballsprache zwischen Gemeinsprache, Fachsprache und Jargon.
Das Vokabular der Fußballsprache: Definition und Abgrenzung der verschiedenen Wortschatzbereiche des Fußballs inklusive Fachbegriffen und Jargon.
Die Fußballberichterstattung: Darlegung der allgemeinen Ansprüche und Schwierigkeiten, mit denen Sportjournalisten in verschiedenen Medien konfrontiert sind.
Die Voraussetzungen: Historischer Rückblick auf die gesellschaftlichen Bedingungen der Weltmeisterschaftsjahre 1954, 1974 und 1990.
Analyse der Fußballberichterstattung in der Presse: Untersuchung ausgewählter Presseberichte anhand sprachlicher Kategorien wie Zeitsystem, Jargon und Bildlichkeit.
Analyse der Fußballberichterstattung im Hörfunk: Detaillierte Analyse von Live-Reportagen und den spezifischen Herausforderungen der mündlichen Berichterstattung.
Analyse der Fußballberichterstattung im Fernsehen: Untersuchung der spezifischen visuellen und auditiven Anforderungen an Fernsehkommentare.
Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fußballberichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen: Vergleichende Betrachtung der medialen Sprachstile und ihrer Funktionen.
Schlüsselwörter
Fußballsprache, Fußballberichterstattung, Sportjournalismus, Presse, Hörfunk, Fernsehen, Jargon, Fachsprache, Sprachanalyse, Fußballweltmeisterschaft, Live-Reportage, Metaphorik, Mediensprache, Stilmittel, Sportmedien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung der Fußballberichterstattung in den deutschen Medien und wie sich diese über verschiedene Zeitperioden und Medien hinweg verändert hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Kategorisierung der Fußballsprache, der Vergleich zwischen Presse, Hörfunk und Fernsehen sowie die Einflüsse gesellschaftlicher Entwicklungen auf den journalistischen Stil.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, theoretische Ansätze der Sportkommunikation mit einer praktischen Analyse von Berichten der Weltmeisterschaftsendspiele (1954, 1974, 1990) zu verknüpfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine inhaltsanalytische Untersuchung durchgeführt, bei der spezifische sprachliche Merkmale wie Jargon, Metaphern, Zeitdarstellungen und grammatikalische Besonderheiten in den Medienberichten kategorisiert und verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die getrennte Analyse von Presse, Hörfunk und Fernsehen, wobei jeweils Korpusbeispiele aus den Endspielen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Fußballsprache, Sportjournalismus, Mediensprache und Sprachanalyse geprägt.
Warum ist die Sprache des Jahres 1954 so besonders?
Die Berichterstattung von 1954 zeigt eine hohe Dichte an emotionaler Sprache und Kriegsmetaphorik, was mit der Nachkriegssituation und der hohen Bedeutung des ersten Weltmeistertitels für die deutsche Gesellschaft korreliert.
Wie unterscheidet sich die Fernsehberichterstattung 1974 von der des Jahres 1990?
Die Reportage von 1974 wirkt deutlich distanzierter und wortkarger, während 1990 ein kooperativer Stil zwischen Reporter und Co-Kommentator vorherrscht, der eine höhere Informationsdichte und lebendigere Sprache aufweist.
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- Monique Schlömer (Author), 2006, Die Sprache der Fußballberichterstattung in Fernsehen, Radio und Presse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69701