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Ist der Einsatz von Computersimulationen zur Erforschung ökologisch-sozialer Dilemmata sinnvoll?

Titel: Ist der Einsatz von Computersimulationen zur Erforschung ökologisch-sozialer Dilemmata sinnvoll?

Hausarbeit , 2007 , 35 Seiten , Note: bestanden

Autor:in: Nicole Herzog (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

An der libanesischen Küste droht eine Umweltkatastrophe riesigen Ausmaßes. Bis zu 35.000 Tonnen Öl sind nach israelischen Bombardements ins Mittelmeer geflossen - fast so viel wie beim Untergang des Tankers "Exxon Valdez" vor Alaska. Die libanesische Regierung spricht von der größten ökologischen Katastrophe in der Geschichte des Landes … (Spiegel Online, 2006) Eine Ausnahme stellt dieser am 01. August 2006 veröffentlichte Artikel von "Spiegel Online" nicht dar, denn bereits seit Jahrzehnten erscheinen solche und ähnliche Artikel in der aktuellen Tagespresse. Deutlich wird dadurch jedoch, dass das Ausmaß der Katastrophen beständig ansteigt. Unsere Städte werden durch Millionen Autos und die Industrie täglich mehr und mehr vergiftet, das Wasser der Flüsse, das Millionen Menschen trinken müssen, wird verseucht, die Nitrate beziehungsweise Nitrite des künstlichen Düngers bedrohen das Grundwasser usw. Diese unheilschwangere Liste lässt sich leicht fortsetzen. Die Menschen sind dabei sowohl die Verursacher als auch die Leidtragenden dieser Situationen beziehungsweise Zustände. In der Umweltpsychologie (Ökologische Psychologie) steht die Interdependenz zwischen Mensch und Umwelt im Mittelpunkt. Im Rahmen dieser Beziehung kommt es immer wieder zu so genannten Dilemmasituationen.
Ein angemessenes Handeln in ökologisch-sozialen Dilemmasituationen ist komplex und schwierig. Dabei ist die soziale Konkurrenz bei der Nutzung einer natürlichen, jedoch nur begrenzt regenerierbaren Ressource, zum Beispiel des Fischbestandes in einem Meer, ein Teil dieses Dilemmas. Das Handeln der beteiligten Personen, ihre Strategien und Ziele müssen bei der Realisierung ihrer Vorhaben ebenfalls berücksichtigt werden. In einem ökologisch-sozialen Dilemma sieht sich jeder Beteiligte zwei Fallen ausgesetzt: einerseits der sozialen Falle „Ertrag für das Individuum, Schaden für alle“ und andererseits der so genannten Zeitfalle „Ertrag jetzt, Schaden später“ (Ernst, A.M., Spada, H., Nerb, J. & Scheuermann, M., 2000).
Nach einer Einführung in die Thematik der (ökologisch-) sozialen Dilemmata, werden verschiedene Forschungsmethoden zum ökologischsozialen Dilemma dargestellt. Hierzu zählen sowohl das Fischereikonfliktspiel, als auch das so genannte kis-Modell („knowledge and intentions in social dilemmas“), eine Computersimulation, oder das Online-Simulationsspiel SimUlme (Simulation von Umweltfolgen von Lebensmitteleinkäufen).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ökologisch-soziale Dilemmata

2.1 Soziale Dilemmata

3. Verschiedene Forschungsmethoden zum ökologisch-sozialen Dilemma

3.1 Das Fischereikonfliktspiel

3.1.1 Validitätsprüfung des Fischereikonfliktspiels

3.2 Modellsimulationen

3.2.1 Kognitive Modellierung

3.2.2 Das kis-Modell

3.2.2.1 Validitätsprüfung des kis-Modells

3.2.3 Das Simulationsspiel SimUlme

3.2.3.1 Validitätsprüfung des Simulationsspiels SimUlme

3.3 Gegenüberstellung des Fischereikonfliktspiels und des kis-Modells

4. Zusammenfassung und Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, inwieweit der Einsatz von Computersimulationen und experimentellen Spielen sinnvoll ist, um menschliches Handeln in ökologisch-sozialen Dilemmasituationen zu erforschen und zu verstehen.

  • Grundlagen ökologisch-sozialer Dilemmata und der zugrunde liegenden psychologischen Fallen.
  • Analyse des Fischereikonfliktspiels als klassische experimentelle Methode.
  • Einsatz und Validität moderner Computersimulationen wie des kis-Modells.
  • Untersuchung des Online-Simulationsspiels SimUlme im umweltpädagogischen Kontext.
  • Kritische Gegenüberstellung von experimentellen Spielen und Computersimulationen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Validitätsprüfung des Fischereikonfliktspiels

Erhebungs- und Messinstrumente, wie zum Beispiel eine Datenerhebung, eine Studie oder empirische Untersuchungen, können anhand von so genannten Gütekriterien bewertet werden. Als zentrale Kriterien werden die Objektivität (Neutralität), die Reliabilität (Zuverlässigkeit) und die Validität (Gültigkeit) angesehen. Diese drei Kriterien bauen aufeinander auf. Nur was objektiv ist, kann reliabel sein und nur was reliabel ist, kann valide sein (Asanger & Wenninger, 1999).

Objektivität bedeutet, dass die gewonnenen Ergebnisse unabhängig von der Untersuchungssituation und insbesondere unabhängig von den Personen, das heißt von den Forschern, zustande gekommen sein müssen, welche die Untersuchung durchgeführt, ausgewertet und interpretiert haben (Asanger & Wenninger, 1999).

Die Reliabilität bezieht sich auf die formale Genauigkeit der Untersuchung. Ein ermitteltes Ergebnis wird dann als reliabel bezeichnet, wenn bei einer Wiederholung der Untersuchung unter denselben Rahmenbedingungen das gleiche Untersuchungsresultat erzielt wird. Die Reliabilität ist also ein Maß für die Replizierbarkeit der Ergebnisse unter gleichen Bedingungen (Asanger & Wenninger, 1999).

Die Validität gibt den Grad der Genauigkeit an, mit dem eine Untersuchung zum Beispiel die Verhaltensweisen, die sie messen soll oder zu messen vorgibt, tatsächlich misst. Die gewonnenen Ergebnisse müssen demnach mit dem theoretischen Bezugsrahmen übereinstimmen und als ein Prüfungskriterium für die von der Theorie vorhergesagten, und empirisch feststellbaren, Phänomene dienen. Es wird zwischen verschiedenen Arten der Validität unterschieden: interne Validität, externe Validität und Konstruktvalidität (Asanger & Wenninger, 1999).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der ökologisch-sozialen Dilemmata sowie Vorstellung der Zielsetzung und Struktur der Arbeit.

2. Ökologisch-soziale Dilemmata: Definition und Erläuterung sozialer Dilemmata sowie spezifischer ökologisch-sozialer Herausforderungen inklusive verschiedener psychologischer "Fallen".

3. Verschiedene Forschungsmethoden zum ökologisch-sozialen Dilemma: Detaillierte Betrachtung und wissenschaftliche Prüfung des Fischereikonfliktspiels, verschiedener Modellsimulationen sowie des Simulationsspiels SimUlme.

4. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Sinnhaftigkeit von Computersimulationen zur Erforschung umweltrelevanten Verhaltens.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Ökologisch-soziale Dilemmata, Fischereikonfliktspiel, kis-Modell, SimUlme, Umweltpsychologie, Computersimulation, kognitive Modellierung, Validität, Reliabilität, soziale Falle, Zeitfalle, Allmende-Klemme, Umweltbildung, experimentelle Spiele, Ressourcenmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob und inwieweit Computersimulationen und experimentelle Spiele wie das Fischereikonfliktspiel geeignet sind, menschliches Verhalten in komplexen ökologisch-sozialen Dilemmasituationen wissenschaftlich zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die psychologischen Grundlagen von ökologisch-sozialen Dilemmata, die Methodik experimenteller Spiele sowie der Einsatz von Computersimulationen als Werkzeug zur Erforschung von Umweltverhalten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob der Einsatz von Computersimulationen zur Erforschung ökologisch-sozialer Dilemmata sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um verschiedene experimentelle und computergestützte Forschungsmethoden (wie das Fischereikonfliktspiel, das kis-Modell und das Spiel SimUlme) hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Gütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von sozialen Dilemmata, der detaillierten Beschreibung und Validitätsprüfung verschiedener Simulationsmodelle sowie einer vergleichenden Gegenüberstellung dieser Methoden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Ökologisch-soziale Dilemmata, Fischereikonfliktspiel, kis-Modell, SimUlme, Umweltpsychologie und Computersimulation.

Inwiefern beeinflussen Emotionen die Validität der experimentellen Spiele?

Die Arbeit stellt fest, dass menschliche Probanden in Spielen wie dem Fischereikonfliktspiel von Emotionen beeinflusst werden, was einerseits die Realitätsnähe erhöht, andererseits aber die Standardisierung erschwert. Künstliche Akteure in Modellen wie dem kis-Modell können hingegen keine echten Emotionen abbilden, was deren externe Validität einschränkt.

Warum ist das Simulationsspiel SimUlme eher umweltpädagogisch als rein wissenschaftlich zu bewerten?

Da SimUlme nicht auf Reliabilität ausgelegt ist und das im Spiel simulierte Szenario eines "Trendsetters" in der Realität kaum generalisierbar ist, dient es primär der Bewusstseinsbildung und dem Training von Umweltverhalten bei Schülern statt als Vorhersageinstrument.

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Details

Titel
Ist der Einsatz von Computersimulationen zur Erforschung ökologisch-sozialer Dilemmata sinnvoll?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
bestanden
Autor
Nicole Herzog (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
35
Katalognummer
V69702
ISBN (eBook)
9783638621021
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsatz Computersimulationen Erforschung Dilemmata
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Herzog (Autor:in), 2007, Ist der Einsatz von Computersimulationen zur Erforschung ökologisch-sozialer Dilemmata sinnvoll?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69702
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Leseprobe aus  35  Seiten
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