Aufgrund der Tatsache, dass die Entstehung und Entwicklung der japanischen Sprache und Schrift ein komplexes Themengebiet darstellt, wird sich diese Ausarbeitung auf die wichtigsten Aspekte beschränken. Deshalb wird zunächst die historische Entwicklung der japanischen Schrift dargestellt und aufgezeigt, wie es zur Entstehung der drei japanischen Schriften (kanji, hiragana und katakana) gekommen ist. Später befasst sich diese Arbeit kurz mit den Transkriptionsschriften des Japanischen.
Im weiteren Verlauf wird auf Besonderheiten der japanischen Sprache eingegangen, da Sprache und Schrift eine untrennbare Einheit bilden. Danach werden einige Anwendungsprobleme im Japanischen verdeutlicht, wie zum Beispiel das Problem der Homophonie. Abschließend beschäftigt sich die Arbeit noch mit den aktuellen Versuchen einer Schriftreform in Japan, wobei die Komplexität dieses eigenständigen Themenbereiches bei einer gründlichen Untersuchung den Rahmen einer derartig kurzen Arbeit zwangsläufig sprengen würde.
Im Verlauf dieser Ausarbeitung soll gezeigt werden, wie stark japanische Schrift und Sprache miteinander verwoben sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entstehung und Aufbau der japanischen Schrift
2.1. Historischer Überblick
2.2. Übernahme chinesischer Schriftzeichen
2.3. Die phonetische Adaption – Entwicklung der manyôgana-Schrift
2.3.1. Die hiragana
2.3.2. Die katakana
2.4. Die semantische Adaption – Entstehung der kanji
2.4.1. Das go-on
2.4.2. Das kan-on
2.4.3. Das tô-in bzw. tô-sô-on
2.4.4. Piktogramme
2.4.5. Ideogramme
2.4.6. Bildkombinationen
2.4.7. Phono-Logogramme
2.5. Transkriptionssysteme
3. Anwendungsprobleme
3.1. Die Sprachstruktur des Japanischen
3.2. Das Problem der Homophonie
3.3. Verschriftlichungsproblematik
3.4. Die Versuche einer Schriftreform in Japan
4. Resümee
5. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung sowie die strukturelle Komplexität der japanischen Schrift und analysiert die daraus resultierenden Herausforderungen bei der Anwendung im modernen Sprachgebrauch, um aufzuzeigen, wie eng Sprache und Schrift in Japan miteinander verwoben sind.
- Historische Adaption chinesischer Schriftzeichen
- Differenzierung in Kanji, Hiragana und Katakana
- Problematik der japanischen Homophonie
- Schriftreform-Diskussionen in Japan
- Zusammenhang von kultureller Identität und Schriftsystem
Auszug aus dem Buch
2.4. Die semantische Adaption – Entstehung der kanji
Rund zwei Jahrhunderte nach Aufkommen der Beschäftigung mit der chinesischen Sprache unternahmen die Japaner erste Versuche, längere zusammenhängende japanische Texte mit Hilfe chinesischer Schriftzeichen niederzuschreiben. Diese relativ lange Zeitspanne läßt sich durch die Wertstellung der chinesischen Sprache erklären, da es besonders angesehen war, diese zu benutzen. Unbeachtet von der gelehrten Oberschicht vollzog sich folglich ein Wandel innerhalb der breiten Bevölkerungsschicht, deren Vertreter sich immer mehr auf ihre eigene Nationalität besannen und so, wenn auch unbewußt, die Entstehung einer unabhängigen japanischen Schrift vorantrieben. Bevor man jedoch von einem selbständigen Japanisch reden konnte, wurden zunächst wiederum chinesische Schriftzeichen übernommen.
Nun aber war die Bedeutung der Wörter ausschlaggebend, die semantische Adaption setzte ein. Bei dieser Übernahmemethode wurden die Zeichen »unabhängig von ihrem Lautwert entsprechend ihrer Bedeutung zur Wiedergabe sinngleicher oder sinnverwandter japanischer Wörter verwendet und dementsprechend japanisch gelesen.«
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das komplexe Verhältnis von japanischer Sprache und Schrift und setzt den Rahmen für die Untersuchung der drei Schriftsysteme sowie der Anwendungsprobleme.
2. Entstehung und Aufbau der japanischen Schrift: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung der japanischen Schrift durch die Übernahme chinesischer Zeichen sowie die spätere phonetische und semantische Adaption.
3. Anwendungsprobleme: Hier werden die sprachstrukturellen Schwierigkeiten wie die Homophonie und die daraus resultierenden Verschriftlichungsprobleme sowie die Geschichte der Schriftreformversuche beleuchtet.
4. Resümee: Das Fazit stellt fest, dass die japanische Schrift untrennbar mit der Sprache und Identität der Nation verwoben ist und eine grundlegende Reform daher unwahrscheinlich bleibt.
5. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendete Fachliteratur zur japanischen Sprach- und Schriftgeschichte auf.
Schlüsselwörter
Japanische Schrift, Kanji, Hiragana, Katakana, Manyôgana, Homophonie, Phonetik, Semantik, Schriftreform, Sprachstruktur, On-Lesung, Kun-Lesung, Transkription, Rômaji, Kulturidentität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Entwicklung und den strukturellen Besonderheiten des japanischen Schriftsystems und dessen untrennbarer Verbindung zur japanischen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören die historische Adaption chinesischer Zeichen, die Ausdifferenzierung der verschiedenen Schriftsysteme (Kanji, Hiragana, Katakana) und die Analyse von Problemen bei der Verschriftlichung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie stark die japanische Sprache und ihre Schrift verwoben sind und warum Reformversuche aufgrund dieser tiefen kulturellen Verwurzelung bisher kaum erfolgreich waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und einer literaturgestützten Untersuchung historischer und linguistischer Fakten zur japanischen Sprache.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung der drei japanischen Schriften, die Techniken der semantischen und phonetischen Adaption sowie spezifische Anwendungsprobleme wie die Homophonie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Japanische Schrift, Kanji, Homophonie, Schriftsysteme und Sprachgeschichte.
Warum spielt die Homophonie eine so große Rolle für das Japanische?
Durch die Adaption chinesischer Zeichen und die Vereinfachung phonologischer Merkmale entstand eine hohe Anzahl an gleich klingenden Wörtern mit unterschiedlichen Bedeutungen, die ohne Kanji oft nicht unterscheidbar wären.
Wie unterscheidet sich die Entstehung von Hiragana und Katakana?
Hiragana entstanden primär aus dem Schreibstil der Frauen für literarische Texte, während Katakana von buddhistischen Mönchen als Lesehilfe für chinesische Texte entwickelt wurden.
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- Dirk Bessell (Author), 1995, Die japanische Schrift, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69776