Kochsendungen erhalten immer mehr Einzug in das deutsche Fernsehprogramm. Sie sind ein fester Bestandteil der Programme verschiedener Fernsehanstalten und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. So kann man mittlerweile nahezu rund um die Uhr Menschen beim Kochen zusehen. Trotzdem ergeben Umfragen, dass immer weniger Menschen regelmäßig kochen. Ob sich diese beiden Tatsachen widersprechen, muss geklärt werden.
Die Inszenierungen dieser vielen Shows sind ganz unterschiedlich. Einige finden live in einem Fernsehstudio mit Publikum statt, andere sind eher als ‚Talkshow’ konzipiert, bei manchen ist das Kochen ein Wettkampf, wieder andere sind in andere Sendungen eingebettet und dienen nahezu ausschließlich der Informationsvermittlung.
Um diese Formate genauer zu differenzieren, soll zunächst geklärt werden, was man unter den Begriffen Information und Informationssendung sowie Unterhaltung und Unterhaltungssendung versteht, und es soll festgestellt werden, in welche dieser beiden Kategorien Kochsendungen einzuordnen sind. Danach geht es darum, mediale und inhaltliche Aspekte der drei Kochsendungen „Kochen bei Kerner“, „Alfredissimo“ und „Schmeckt nicht, gibt’s nicht“ zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Hieran schließt sich eine kritische Betrachtung des Sendeformats Kochshow an.
Nachfolgend sollen die gesprächsanalytischen Aspekte von Kochsendungen thematisiert werden, indem zunächst der Begriff Textsorte definiert werden soll, woraufhin versucht wird, die Kochshows einer Textsorte zuzuordnen. Daraufhin werden Transkripte von „Kochen bei Kerner“ und „Alfredissimo“ aufgeführt und analysiert.
Den Abschluss bildet ein zusammenfassendes Fazit in Form einer persönlichen Schlussbetrachtung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeines über Kochsendungen
2.1 Information und Informationssendungen
2.2 Unterhaltung und Unterhaltungssendungen
2.3 Vorläufiges Fazit
3. Mediale Inszenierung
3.1 Definition Medium
3.2 Kochsendungen im Vergleich
3.2.1 Weitere Kochsendungen
3.3 Kritik an Kochshows
4. Gesprächsanalytische Aspekte
4.1 Das ‚ideale’ Gespräch
4.2 Textsorte
4.2.1 Das Mehrebenenmodell nach Heinemann und Viehweger
4.2.2 Textsorte Kochshow
4.2 Analysebeispiel eines Textausschnitts einer Kerner Sendung
4.3 Analysebeispiel eines Textausschnitts einer Biolek Sendung
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die mediale Inszenierung und gesprächsanalytische Struktur von Kochsendungen im deutschen Fernsehen, um zu klären, inwieweit diese Formate zwischen Information und Unterhaltung einzuordnen sind und welche kommunikativen Muster in den Sendungen vorherrschen.
- Differenzierung zwischen Informations- und Unterhaltungssendungen
- Mediale Gestaltung und Vergleich ausgewählter Kochshows
- Gesprächsanalytische Untersuchung von Moderationsstilen und Sprecherrollen
- Analyse von Transkripten zur Textsortenbestimmung von Kochsendungen
- Kritische Reflexion über den Unterhaltungswert versus Bildungsauftrag
Auszug aus dem Buch
4.2 Analysebeispiel eines Textausschnitts einer Kerner Sendung
Sendung: „Kochen bei Kerner“ vom 05.05.2006 Moderator: Johannes B. Kerner (JK) Gäste: Johann Lafer (JL), Horst Lichter (HL), Lea Linster (LL), Andreas Studer (AS), Kolja Kleeberg (KK) und Publikum (P)
1 JL: Ja, ich freu mich auch. Danke. 2 JK: Gib dir mal n bisschen Mühe! (JK, JL, HL lachen) 3 JK: So, noch lacht Herr Lichter. Aber gleich wird’s ernst weil bei Horst Lichter gibt’s heute gefüllte Perlhuhnbrust im Kaffeelack. 4 HL: Jo. (atmet tief ein) 5 P und LL: Wow! 6 HL: Ja ich hab 7 JK: Wat is denn dat? 8 HL: Ja was ist denn dat? 9 JK: Und ich frag jetzt nicht nach der Perlhuhnbrust. 10 HL: Nehe, ja 11 JK: Son sondern nach Kaffeelack 12 HL: Den bin ich grad hier schon am Vorbereiten. Hier drin ist ein doppelter Espresso 13 P: Hehe 14 JK: Ja 15 HL: Rübenkraut, da kommt jetzt ein Rosmarinzweig dazu 16 JK: Was is is denn Rübenkraut? Son Sirup? 17 HL: Sirup, ja 18 JK: Ja 19 HL: Zuckerrübenkraut
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Beliebtheit von Kochsendungen bei gleichzeitig abnehmender Kochpraxis der Bevölkerung und stellt die Forschungsfragen der Arbeit vor.
2. Allgemeines über Kochsendungen: Dieses Kapitel erläutert die historischen Anfänge der TV-Köche und definiert die Begriffe Information und Unterhaltung im Kontext des Fernsehens.
3. Mediale Inszenierung: Hier werden verschiedene Kochshow-Formate in Bezug auf Format, Gäste, Kameraführung und Ablauf verglichen sowie kritisch hinterfragt.
4. Gesprächsanalytische Aspekte: Das Kapitel bietet eine linguistische Untersuchung der Kommunikation in Kochshows anhand von Transkriptanalysen der Sendungen „Kochen bei Kerner“ und „Alfredissimo“.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit über den Unterhaltungscharakter von Kochsendungen und der Verantwortung der Fernsehmacher zur Informationsvermittlung.
Schlüsselwörter
Kochsendungen, Mediale Inszenierung, Gesprächsanalyse, Information, Unterhaltung, Textsorte, Fernsehen, Moderation, Transkript, Kommunikation, Ernährung, Unterhaltungsfernsehen, Medienlinguistik, Kochshows, Zielgruppen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die mediale Inszenierung sowie die sprachliche Gesprächsführung in bekannten deutschen Kochsendungen wie „Kochen bei Kerner“ und „Alfredissimo“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung deckt medienwissenschaftliche Aspekte der Unterhaltungskommunikation und gesprächsanalytische Kriterien bei Fernsehformaten ab.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, herauszufinden, ob Kochshows primär informative Wissensvermittlung betreiben oder als reine Unterhaltungsformate zu kategorisieren sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine gesprächsanalytische Untersuchung durchgeführt, bei der transkribierte Ausschnitte der Sendungen anhand linguistischer Kriterien ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine vergleichende Analyse der medialen Aufmachung verschiedener Kochshows und eine detaillierte linguistische Untersuchung der Dialoge zwischen Moderatoren und Gästen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mediale Inszenierung, Gesprächsanalyse, Information, Unterhaltung, Textsorte und Medienlinguistik.
Wie unterscheidet sich die Gesprächsführung bei Kerner von Biolek?
Während Kerner eine klassische, regulierende Moderatorenrolle einnimmt, agiert Biolek eher als Gastgeber, der in den Kochprozess involviert ist und weniger steuernd in die Gespräche eingreift.
Welche Rolle spielt die „Redundanz“ in diesen Sendungen?
Redundanz dient in den Kochshows als rhetorisches Mittel, um Informationen bei den Zuschauern besser einzuprägen oder in spontanen Gesprächssituationen die Kommunikation aufrechtzuerhalten.
- Quote paper
- Johanna Jansen (Author), Janine Albertsen (Author), 2006, Essen als mediale Inszenierung - Gesprächsanalytische und mediale Aspekte bei der Auswertung von Kochsendungen im deutschen Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69829