Mediationsverfahren am Fallbeispiel 'Runder Tisch Detmolder Strasse'


Hausarbeit, 2006
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Was ist Mediation?
1.1 Mediation als Kommunikationsprozess
1.2 Das Phasenmodell der Mediation
1.2.1 Auftragsklärung
1.2.2 Themenbereiche
1.2.3 Interessen und Bedürfnisse
1.2.4 Möglichkeiten
1.2.5 Vertrag
1.3 Grundannahmen in der Mediation
1.3.1 Freiwilligkeit und Motivation
1.3.2 Zielsetzung
1.3.3 Selbstregulierung
1.3.4 Konzentration
1.3.5 Information
1.3.6 Macht(un)gleichgewicht

2 Der Mediator

3 Anwendungsbereiche der Mediation
3.1 Familienmediation
3.2 Erbmediation
3.3 Wirtschaftsmediation
3.4 Mediation im öffentlichen Bereich
3.5 Schulmediation
3.6 Täter-Opfer-Ausgleich

4. ‚Runder Tisch Detmolder Strasse’
4.1 Die Detmolder Strasse
4.2 Problemstellung
4.3 Politischer Hintergrund
4.4 Akteure und Konfliktlinien
4.5 Der Verlauf
4.6 Ergebnis des ‚Runden Tisches Detmolder Strasse’

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Einführung

„Ist Meditation eigentlich mit Mediation verwandt?“ Häufig entstehen zwischen diesen beiden Punkten starke Verwechslungen und viele wollen eigentlich ein Meditationskurs belegen und nicht in ein Mediations-Seminar.

Doch woher kommt diese Unwissenheit? Mediation gibt es schon seit Anfang der 80er Jahre in Deutschland und Mediationsverfahren boomen „bereits seit Jahren international und ungebrochen“(Breidenbach/Falk 2005, S.267), trotzdem ist Mediation der Allgemeinheit schlichtweg unbekannt. Wenn man auf die großen Mediationsverfahren hinweist, weiß jeder, dass sich da einige Leute zusammengesetzt haben, aber der Begriff der Mediation fällt in keinem Zusammenhang. Was ist also Mediation? Wann wende ich sie an und bringt Mediation wirklich etwas? Diese Fragen sollen im Verlaufe der Arbeit geklärt werden. Das erste Kapitel handelt allgemein von Mediation und den entsprechenden Grundlagen eines solchen Verfahrens. Dies ist notwendig um eine gemeinsame Grundlage zu bilden, damit einige Punkte der folgenden Kapitel nicht falschen Interpretationen zum Opfer fallen. Im zweiten Kapitel wird dann der Mediator an sich näher beleuchtet und im dritten Kapitel werden die einzelnen Anwendungsgebiete dargestellt. Um dem Ganzen einen praxisnahen Bezug zu geben, wird ein solches Mediationsverfahren in Deutschland anhand des ‚Runden Tisches Detmolder Strasse’ exemplarisches dargestellt, um Vor- und Nachteile aus der Praxis festzustellen.

1. Was ist Mediation?

Das Verfahren der Mediation wurde in den sechziger und siebziger Jahren in den USA entwickelt und wird seit dem erfolgreich in vielen Lebensbereichen angewandt. (vgl.www.friedenspaedagogik.de/themen/konflikt/mediat/medi_08.htm#anchor222336 am 20.03.2006). Die Kunst der Mediation besteht darin, Konflikte in einer konstruktiven Art und Weise zu deeskalieren und zu bearbeiten (vgl. Dulabaum 1998, S.8). Mediation stellt dabei allerdings ein eher informelles und außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren dar, indem die Lösungen nach Möglichkeit selbstbestimmt, rechtsverbindlich und zukunftsorientiert von den Konfliktparteien erarbeitet werden und im Idealfall eine Win-Win-Solution (eine Lösung bei der alle Seiten gewinnen – Anm. d. Verf.) darstellen (vgl. www.centrale-fuer-mediation.de/index_38278.htm am 20.03.2006).

Mediationsverfahren werden meistens dort aktiv, wo sich ein Streit zwischen zwei Streitparteien in einer Sackgasse befindet und man eine dritte Person benötigt, um zu einem Ergebnis zu kommen. Schwerpunkt einer Mediation sind hierbei das Streben nach gegenseitigem Verstehen, sowie einer gewaltfreien und konstruktiven Kommunikation (vgl. Dulabaum 1998, S.8). Diese Führung der Debatte und die Aufgabe die eben genannten Punkte zu erfüllen wird von den Mediatoren übernommen, wobei diese keine Vorschläge machen, Verurteilungen aussprechen oder Partei ergreifen. Bei Mediation geht es schließlich nicht um Rechthaberei, sondern um Einsicht. Wenn also ein konstruktives Gespräch stattfindet, können beide Parteien nur gewinnen (vgl. www.bmev.de/www/index.php?cat=3&page=-1 am 20.03.2006). Bei einem erfolgreichen Mediationsverfahren gibt es keine Verlierer. Dies wird auch deutlich, wenn man das Mediationsverfahren mit einem herkömmlichen Gerichtsverfahren vergleicht, bei dem eine Partei auf Kosten der anderen gewinnt, ebenso im Vergleich zu klassischen Kompromisslösungen, bei denen beide Seiten gleichermaßen nachgeben müssen (vgl. http://master-mediation.euv-ffo.de/mediation.htm am 20.03.2006). Wie man in diesem Abschnitt erkennen kann, steht also die Kommunikation im Mittelpunkt eines jeden Mediationsverfahren. Im folgenden Abschnitt werden nun die Hauptaspekte des Kommunikationsprozesses in der Mediation dargestellt.

1.1 Mediation als Kommunikationsprozess

Nach Haft/Schlieffen (2002) ist die Basis für die Potentiale von Mediation an der Verbindung von zwei Elementen festzumachen: „der Veränderung von Konflikt- und Kommunikationsmustern und die Strukturierung der Konfliktkommunikation durch die vorgegebenen Phasen und Schritte eines Mediationsverfahrens“ (Haft/Schlieffen 2002, §16 1,2). Eskalationsfördernde Konflikt- und Kommunikationsmuster werden von den Mediatoren durchbrochen und eröffnen völlig neue Sichtweisen der Kommunikation untereinander und bieten somit auch die Chance auf eine kooperative Konfliktregelung durch Veränderungsprozesse und das Entdecken neuer Optionen. Der entscheidende Faktor hierbei liegt in der Strukturierung der Kommunikation aller Beteiligten, um die Gespräche auf einer identischen Ebene stattfinden zu lassen und nicht in die Verlegenheit zu kommen, dass die erste Partei Lösungsvorschläge bringt, während die andere noch gar nicht wirklich weiß, worum es geht. Der Inhalt und die Form eines jeden Mediationsverfahrens sind dabei immer bestimmt von den Konfliktparteien und sind dadurch variabel und fallspezifisch (vgl. Haft/Schieffer 2002, §16 1,2).

Wenn die Mediatoren ein Verfahren ordnungsgemäß leiten wollen, müssen sie immer drei Ebenen beachten, damit es zu einer erfolgreichen und effektiven Konfliktregelung kommt. Als erstes ist hier die Sachebene zu nennen, welche sich um ein Problem dreht, dass durch Fakten, Positionen, Interessen, sowie Wahrnehmungen geprägt ist und nach Möglichkeit durch die einzelnen Parteien gelöst werden sollen. Des Weiteren gibt es noch die Beziehungs- oder emotionale Ebene, welche durch die Beziehungen der Personen zueinander geprägt ist und zu letzt noch die Verfahrensebene, welche durch den Prozess der Interaktion geprägt ist. Auch wenn es temporäre Schwerpunktbildungen bei den Ebenen gibt, sind alle drei Phasen durchgängig präsent und müssen zu jeder Zeit von den Mediatoren beachtet werden (vgl. Haft/Schieffer 2002, §16 1,2f.).

1.2 Das Phasenmodell der Mediation

Jeder zu mediierende Konflikt verändert sich und ebenso verändert sich auch immer die Vorgehensweise der Mediation. Wenn man Mediationsverfahren im Kontext des Zeitablaufes betrachtet, verhalten sie sich nie statisch und vorhersehbar, sondern entwickeln sich stets weiter und sind durch eine offene prozesshafte Dynamik geprägt. Da es somit sehr schwer bis unmöglich ist einen genauen Ablauf eines Mediationsverfahrens darzustellen, benutzt man hier ein Phasenmodell, welches eine analytische Einteilung gibt. Festzuhalten ist allerdings, dass immer nur der Inhalt der einzelnen Phasen in der Literatur identisch ist, während in den Benennungen der einzelnen Phasen doch eine große Varianz existiert (vgl. z. B. Breidenbach/Falk mit Haft/Schlieffen, Troja oder www.centrale-fuer-mediation.de).

Es gibt hier Modelle mit fünf oder sechs Phasen, wobei man zumeist eine Aufteilung in fünf wesentliche Abschnitte nutzt (vgl. Breidenbach/Falk 2005, S. 260): Auftragsklärung, Themenbereiche, Interessen und Bedürfnisse, Möglichkeiten und Vertrag. Die Aufteilung in sechs Schritte (vgl. Haft/Schlieffen 2002, §16 3-10) ist lediglich eine zusätzliche Aufteilung des vierten Punktes ‚Möglichkeiten’ in ‚Kreative Suche nach Lösungsoptionen’ und ‚Bewertung und Auswahl der Optionen’. Auch die Darstellung bei Troja (2001) unterteilt den vierten Punkt in zwei selbständige Punkte (vgl. Abbildung 1).

Abbildung 1: Phasen eines Mediationsverfahrens (MEDIATOR GmbH) nach Troja 2001, S.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden beziehe ich mich lediglich auf das Phasenmodell von Breidenbach und Falk (2005).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Mediationsverfahren am Fallbeispiel 'Runder Tisch Detmolder Strasse'
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Mediation als kommunikativer Ansatz zur Lösung von Konflikten
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V69834
ISBN (eBook)
9783638622622
ISBN (Buch)
9783638760553
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediationsverfahren, Fallbeispiel, Runder, Tisch, Detmolder, Strasse, Mediation, Ansatz, Lösung, Konflikten
Arbeit zitieren
Dennis Bockholt (Autor), 2006, Mediationsverfahren am Fallbeispiel 'Runder Tisch Detmolder Strasse', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69834

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