Das Jüngste Gericht von Hieronymus Bosch


Hausarbeit, 2007

28 Seiten, Note: 1.5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bildbeschreibung
2.1. Aussentafeln
2.2 Innentafeln
2.2.1 Linke Innentafel
2.2.2 Mitteltafel
2.2.3 Rechte Innentafel

3. Gesamthafte Interpretation des Jüngsten Gerichts

4. Vergleich zwischen dem „Jüngsten Gericht“ und dem „Heuwagen“

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildungen

1. Einleitung

Wenn man sich heutzutage ein Werk von Bosch zu Gemüte führt, erzeugt es meist die gleiche Reaktion wie noch vor hundert Jahren. All die Fratzen, Ungeheuer und Folterszenen lassen Unbehagen aufkommen und werfen Fragen auf. Was will bzw. wollte Hieronymus Bosch mit seinen mysteriösen Darstellungen mitteilen? Die Beantwortung dieser Frage ist Ziel meiner Arbeit, die sich mit der Weltgerichtsdarstellung beschäftig. Hier wird ausschliesslich die Wiener Version, da die anderen Versionen (Brügge und Venedig) und das Münchner Fragment nicht gesichert Bosch zugeschrieben werden können, behandelt. Des Weiteren wird aus Platzgründen auf viele Aspekte verzichtet, dennoch sollte eine ziemlich umfassende Analyse erfolgen können. Zuerst wird das Triptychon einzeln beschreiben und in der zweiten Hälfte der Arbeit werden die Teile, sowohl einzeln als auch gesamthaft interpretiert, um es dann am Schluss noch mit dem „Heuwagen“ zu vergleichen.

Die Anzahl der hilfreichen Quellen ist eher dürftig, denn das „Jüngste Gericht“ steht klar im Schatten von dem „Garten der Lüste“. Es finden sich keine Bücher, die sich ausschliesslich mit dem „Jüngsten Gericht“ beschäftigen und die meisten Interpretationen sind meines Erachtens sehr oberflächlich. Es gibt jedoch Ausnahmen wie z. b. Koldeweij, der sich intensiver mit dem Werk Boschs auseinandergesetzt hat, oder Fraenger, der einen komplett neuen Ansatz liefert.

2. Bildbeschreibung

„Das Jüngste Gericht“

Öl auf Holz

Flügel jeweils 163,7 x 60cm

Mitteltafel 163,7 x 127 cm

Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste, Wien

Das Herstellungsjahr lässt sich nicht klar festlegen, Koldeweij, Vandenbroeck und Vermeet (2002) gehen, gestützt auf dendrochronologische Ergebnisse, von den Jahren 1476/82 aus (S. 88), der Katalog der Gemäldegalerie der Bildenden Künste (2006) veranschlagt auch das Jahr 1508 (S. 16). Fraenger (1975) und andere Autoren nennen jedoch meistens das Jahr 1504 (S. 503).

2.1 Aussentafeln

Die Flügelaussenseiten, welche im geschlossenen Zustand des Triptychons sichtbar sind, zeigen zur Linken St. Jakobus von Compostela (Abb. 1) und zur Rechten den Heiligen Bavo (Abb. 2). Beide Figuren sind in der so genannten Grisaillemalerei dargestellt, die in verschiedenen Grautönen versucht, die Steinfassade einer Kirche zu imitieren.

Der heilige Jakobus durchwandert etwas teilnahmslos die hügelige und öde Landschaft, was laut Fortunat von Schubert-Soldern (1903) ein Versuch ist, die „Elegie der Einsamkeit“ (S. 101) wiederzugeben.

Hinter ihm wird ein Reisender ausgeraubt, in einer anderen Szene führt ein Blinder einen Blinden. Jakobus trägt mit gebeugtem Rücken und gebeugten Knien einen Stock oder Stab und einen Hut, mit der Jakobsmuschel darauf als Pilgersymbol, auf dem Rücken. Des Weiteren hat er noch, laut Marijnissen (1988) etwas Seltenes für die damalige Zeit an seinem Gürtel: einen Bücherbeutel (S. 216). Marijnissen aber geht nicht weiter auf die Funktion des Bücherbeutels ein.

Das Motiv der Jakobsmuschel kommt noch ein weiteres Mal vor. Unten im Bild am Teichufer liegen zwei Jakobsmuscheln. Links daneben erkennt man eine kleine Eidechse, die den Kopf Richtung Jakobus richtet. Jakobus zu Füssen, der barfuss ist, räkelt sich eine kleine Schlange und hinter seinem Rücken sitzt ein Vogel, vermutlich eine Elster, auf einem Ast.

Insgesamt ist die Landschaft karg bewachsen, vereinzelt stecken Kreuze in der Erde und auf dem vordersten Fels meint man einen Erhängten zu erkennen.

Auf der rechten Aussentafel sehen wir den Heiligen Bavo von Gent wie er Almosen an einen leprösen Bettler und an eine Mutter mit ihren zwei Kindern verteilt. Der Leprakranke hat seinen abgestorbenen Fuss auf ein weisses Tuch vor sich hin gestellt und in seiner linken Hand hält er den Becher für die Almosen bereit. Sein Gesichtsausdruck ist kaum identifizierbar, Marijnissen geht von einem Grinsen aus (S. 216). Die Bettlerin mit ihren zwei Kindern ist sehr klein dargestellt. Eines ihrer Kinder sitzt nackt und mit einem Schüsselchen auf dem Kopf auf ihrer rechten Schulter, sie hält sein Bein mit der rechten Hand. Mit der linken Hand bittet sie um Almosen, genauso wie ihr zweites Kind, das ein viel zu grosses Obergewand trägt. Bavo holt mit seiner rechten Hand das Geld aus einem Beutel, den er am Körper trägt, auf der linken Hand sitzt ein Falke mit Augenklappen.

Die Heiligenbilder sind unten horizontal durch ein Masswerk abgeschlossen und darin befindet sich jeweils ein hängendes asymmetrisches Wappen, welches leer geblieben ist.

2.2 Innentafeln

2.2.1 Linke Innentafel

Auf der linken Innenseite wird das Paradies wiedergegeben (Abb. 3). Die Schöpfung des ersten Menschenpaares ist in den Vordergrund gerückt. Dahinter sieht man den Sündenfall (Abb.4) und im Mittelgrund vertreibt der Erzengel Michael Adam und Eva aus dem Paradies. Hoch oben im Himmel thront der Schöpfer in einer Mandorla und vor seinen Augen spielen sich der Sturz der aufständischen Engel und deren Vertreibung aus dem Himmel durch Michael und seiner Engelsschar ab (Abb. 5).

Innerhalb dieser doch eher kargen Paradieslandschaft lassen sich zahlreiche Tiere finden. Auf dem linken Felsen sieht man insektenähnliches Ungeziefer, davor reisst ein Fuchs ein Reh und links neben dem Sündenfall tummeln sich auf einem Ast eine Eule und darunter auf der Wiese zwei andere Vögel. In der Nähe von Adam, der seitlich auf dem Boden liegt, hat sich ein Schwein oder Hund vor einem Gebüsch zusammengerollt um zu schlafen. Zahlreiche andere Tiere sind noch auf dem Bild, so z.B. ein weidendes Reh im Hintergrund und im Dickicht versteckte Tiere, die sich aber kaum bis sehr schwer identifizieren lassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Das Jüngste Gericht von Hieronymus Bosch
Hochschule
Universität Zürich  (Kunsthistorisches Institut)
Note
1.5
Autor
Jahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V69860
ISBN (eBook)
9783638622677
ISBN (Buch)
9783638844543
Dateigröße
10933 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jüngste, Gericht, Hieronymus, Bosch
Arbeit zitieren
Christian Wirtz (Autor:in), 2007, Das Jüngste Gericht von Hieronymus Bosch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69860

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