Vergleich der beiden Gedichte „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff und „Dämmrung senkte sich von oben“ von Johann Wolfgang Goethe


Hausarbeit, 2007

16 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Gliederung

A. Einleitung: Die Romantik, ihre Weltanschauung und ihre Motive

B. Hauptteil: Interpretation der beiden Gedichte von Johann Wolfgang Goethe
und Joseph von Eichendorff…
1. Joseph von Eichendorffs „Zwielicht“
a) Die äußere Form
b) Interpretation des Gedichts
1. Die erste Strophe
2. Die zweite Strophe…
3. Die dritte Strophe
4. Die vierte Strophe
2. Johann Wolfgang Goethes „Dämmrung senkte sich von oben“
a) Die äußere Form
b) Interpretation des Gedichts
1. Die erste Strophe
2. Die zweite Strophe…
3. Vergleich beider Gedichte in Bezug auf die Darstellung der Dämmerung

C. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse

D. Literaturverzeichnis

A. Einleitung

Die Epoche der Romantik erstreckte sich ungefähr über den Zeitraum von 1798 bis 1835 und wurde in die Frühromantik, Hochromantik und Spätromantik eingeteilt[1].

„Die romantische Lyrik war geprägt von einer volksliedhaften Einfachheit und einem Höchstmaß an sprachlicher Kunst sowie der von Goethe eingeleiteten Natur- und Erlebnislyrik“[2].

Johann Wolfgang Goethe und Joseph von Eichendorff zählen zu den bekanntesten Vertretern dieser literarischen Epoche.

Eichendorff prägte besonders die sogenannten Stimmungsgedichte der klassisch-romantischen Tradition, welche besonders gefühlsbetont und voller lyrischer Stimmungen sind[3].

„Im Vordergrund romantischer Dichtungen standen Stimmungen, Gefühle und Erlebnisse“[4].

Damit verbunden waren Motive der Mythologie, welche noch in der Aufklärung angezweifelt worden waren, der Märchen, der Träume, des Wanderns und der Nacht[5].

Die Romantik stellte eine Reaktion der Seele gegen das Primat des Intellekts der Aufklärung und Klassik dar[6].

So müsste man die Weltanschauung innerhalb der Romantik beschreiben.

Es lassen sich noch viele weitere Motive nennen, doch diese sind in Bezug auf die Interpretation der beiden Gedichte von Goethe und Eichendorff besonders wichtig.

Es beginnt mit der Interpretation des Gedichts „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff, welches um 1811 entstanden ist[7].

Danach folgt eine Betrachtung von Goethes „Dämmrung senkte sich von oben“ von 1830[8].

Das Ende des Hauptteils vergleicht beide Gedichte miteinander und stellt die wichtigsten Unterschiede in Bezug auf die Dämmerung dar.

Die Schlussbetrachtung fasst letztendlich nochmals alle Ergebnisse zusammen.

B. Hauptteil

1. Joseph von Eichendorffs „Zwielicht“

a) Die äußere Form

Wie schon erwähnt, ist das Gedicht um 1811 entstanden und erschien erstmals 1815, ohne Überschrift, innerhalb eines Romans.

Die Überschrift „Zwielicht“ erhielt es dann nachträglich in einer Sammlung.

Eine Analyse der Äußeren Form lässt zunächst keine Besonderheiten erkennen.

Auf den ersten Blick fällt einem die isometrische Strophenform ins Auge, nämlich vier gleich aufgebaute Strophen mit jeweils vier Versen.

Die Reimform ist hier ein umarmender Reim, der bis auf die erste Strophe immer rein verläuft.

Das Versmaß wird bestimmt durch einen vier-hebigen Trochäus mit ausschließlich weiblichen Kadenzen.

Es existieren keine Enjambements und es fallen lediglich zwei Anaphern am Anfang der zweiten und dritten Strophe auf.

Ansonsten hat das Gedicht keine auffälligen Besonderheiten in seiner äußeren Form.

b) Interpretation des Gedichts

1. Die erste Strophe

Das Gedicht beginnt gleich im ersten Vers mit einer Personifikation der Dämmerung, da diese versucht die Flügel zu „spreiten“ (1). Sofort stellt sich hier beim Leser das Bild eines großen, bedrohlichen Vogels ein.

Mit dieser geschaffenen Bedrohlichkeit geht es dann zugleich weiter.

Man erkennt, dass ein „Ich“ spricht, da von Gefühlen und Empfindungen die Rede ist.

Die Bäume werden als „schaurig“ (2) beschrieben und das „Ich“ wird von schweren Wolken beschwert, die wie schwere Träume auf diesem lasten.

Normalerweise drückt die Dämmerung besonders in der Romantik Zufriedenheit und Ruhe aus, hier wird sie aber als Bedrohung dargestellt.

Der einzige unreine Reim gleich zu Beginn: „spreiten…bedeuten“ (1,4) könnte hier schon möglicherweise diese Unruhe ausdrücken und vergegenwärtigen.

Nach dem dritten Vers folgt ein Gedankenstrich, auf den gleich darauf eine Frage folgt.

Hier wird vom lyrischen „Ich“ nicht gefragt, was denn eigentlich die dunkle Umwelt zu bedeuten hat, sondern diese wird direkt als „Grau’n“ (4) bezeichnet und damit schon von vornherein als unheimlich definiert.

Das „Ich“ stellt sich wohl selbst diese Frage und drückt somit seine Angst vor der Dämmerung aus.

2. Die zweite Strophe

Sofort im fünften Vers erkennt man, dass ein „Du“ ins Spiel kommt und auch direkt angesprochen wird (5).

Da kein Name genannt wird, kann man davon ausgehen, dass jemand imaginäres gemeint ist.

Im sechsten Vers handelt es sich dann um einen Imperativ, genauer gesagt um eine Ermahnung des „Du“ durch das lyrische „Ich“ (6).

In dieser Strophe ist nun von einem Reh die Rede. Bei einem solchen handelt es sich gewöhnlich um ein sehr scheues, schreckhaftes und schutzbedürftiges Tier.

Wenn man ein solches Wesen, in diesem Fall wahrscheinlich eine Geliebte, kennt oder sieht, welches so schutzbedürftig ist, dann darf man es unter keinen Umständen alleine lassen.

Rein sachlich gesehen wird aber lediglich das Verhältnis zwischen Jägern und einem Reh erwähnt.

Betrachtet man aber die symbolische Kehrseite, steht das Reh für ein gefährdetes, geliebtes Wesen, das einer Bedrohung ausgesetzt ist und unbedingt Schutz benötigt.

Man sollte also geliebte Menschen niemals während der Dämmerung alleine lassen.

Der Topos des Rehs steht also hier klar für dieses bereits erwähnte schwache und hilflose Wesen.

Durch das „Blasen“ (7) der Jäger wird die Gefahr nochmals verdeutlicht.

Die wandernden Stimmen (8), ebenfalls eine Personifikation, symbolisieren ebenfalls eine gewissen Gefahr, da man in der Dämmerung nicht besonders gut sehen kann, da im Wald Richtungen von Geräuschen immer schwer zu deuten sind und da sowieso jedes unbekannte Geräusch in der Dunkelheit Schauder hervorruft.

Auch die Tatsache, dass die Stimmen nicht permanent zu hören sind, sondern wiederkehren und auch mal ganz aufhören, verschafft ein unangenehmes Gefühl, von ständiger Beobachtung.

Hier wird nicht die Angst um sich selbst, sondern eben die Angst um den geliebten Menschen dargestellt, der jederzeit schutzlos den Jägern ausgeliefert ist und auf alle Fälle beschützt werden muss.

[...]


[1] Vgl: http://www.literaturwelt.com/epochen/romantik.html. Freitag,9. Februar 2007, 10:05 Uhr

[2] http://www.literaturwelt.com/epochen/romantik.html

[3] Vgl: Burdorf, Dieter: Einführung in die Gedichtanalyse. 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage,

Stuttgart 1997, S. 1

[4] http://www.literaturwelt.com/epochen/romantik.html

[5] Vgl: http://www.literaturwelt.com/epochen/romantik.html

[6] http://www.romantik-referat.de/facetten/bedeutung.html#weltanschauung. Freitag, 9. Februar 2007, 10:43 Uhr

[7] Vgl: http://www.klassikerwortschatz.uni-freiburg.de/Lyrik.htm, Freitag, 9. Februar 2007, 10:55 Uhr

[8] Vgl: http://www.klassikerwortschatz.uni-freiburg.de/Lyrik.htm

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Vergleich der beiden Gedichte „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff und „Dämmrung senkte sich von oben“ von Johann Wolfgang Goethe
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
16
Katalognummer
V69879
ISBN (eBook)
9783638607933
ISBN (Buch)
9783656034742
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine ausführliche Interpretation der Gedichte "Zwielicht" und "Dämmrung senkte sich von oben" in Bezug auf deren Unterschiede vor dem Hintergrund der Epoche der Romantik. Es wird auf das Motiv der Dunkelheit und der Nacht, welches in der Romantik besonderen Stellenwert genießt, eingegangen und verglichen.
Schlagworte
Vergleich, Gedichte, Zwielicht, Joseph, Eichendorff, Dämmrung, Johann, Wolfgang, Goethe
Arbeit zitieren
Christian Lübke (Autor), 2007, Vergleich der beiden Gedichte „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff und „Dämmrung senkte sich von oben“ von Johann Wolfgang Goethe , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69879

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