Die Epoche der Romantik erstreckte sich ungefähr über den Zeitraum von 1798 bis 1835 und wurde in die Frühromantik, Hochromantik und Spätromantik eingeteilt. „Die romantische Lyrik war geprägt von einer volksliedhaften Einfachheit und einem Höchstmaß an sprachlicher Kunst sowie der von Goethe eingeleiteten Natur- und Erlebnislyrik“.
Johann Wolfgang Goethe und Joseph von Eichendorff zählen zu den bekanntesten Vertretern dieser literarischen Epoche.
Eichendorff prägte besonders die sogenannten Stimmungsgedichte der klassischromantischen Tradition, welche besonders gefühlsbetont und voller lyrischer Stimmungen sind.
„Im Vordergrund romantischer Dichtungen standen Stimmungen, Gefühle und
Erlebnisse“.
Damit verbunden waren Motive der Mythologie, welche noch in der Aufklärung
angezweifelt worden waren, der Märchen, der Träume, des Wanderns und der Nacht. Die Romantik stellte eine Reaktion der Seele gegen das Primat des Intellekts der Aufklärung und Klassik dar.
So müsste man die Weltanschauung innerhalb der Romantik beschreiben. Es lassen sich noch viele weitere Motive nennen, doch diese sind in Bezug auf die Interpretation der beiden Gedichte von Goethe und Eichendorff besonders wichtig Es beginnt mit der Interpretation des Gedichts „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff, welches um 1811 entstanden ist.
Danach folgt eine Betrachtung von Goethes „Dämmerung senkte sich von oben“ von
1830. Das Ende des Hauptteils vergleicht beide Gedichte miteinander und stellt die wichtigsten Unterschiede in Bezug auf die Dämmerung dar. Die Schlussbetrachtung fasst letztendlich nochmals alle Ergebnisse zusammen.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Hauptteil
1. Joseph von Eichendorffs „Zwielicht“
a) Die äußere Form
b) Interpretation des Gedichts
(1) Die erste Strophe
(2) Die zweite Strophe
(3) Die dritte Strophe
(4) Die vierte Strophe
2. Johann Wolfgang Goethes „Dämmrung senkte sich von oben“
a) Die äußere Form
b) Interpretation des Gedichts
(1) Die erste Strophe
(2) Die zweite Strophe
3. Vergleich beider Gedichte in Bezug auf die Darstellung der Dämmerung
C. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die literarische Darstellung der Dämmerung in den Gedichten „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff und „Dämmrung senkte sich von oben“ von Johann Wolfgang Goethe vergleichend zu analysieren und dabei die unterschiedlichen Facetten romantischer Naturlyrik herauszuarbeiten.
- Analyse der formalen Merkmale beider Gedichte
- Interpretation der inhaltlichen Symbolik in Eichendorffs „Zwielicht“
- Untersuchung der atmosphärischen Wirkung in Goethes „Dämmrung senkte sich von oben“
- Gegenüberstellung der unterschiedlichen Wahrnehmung von Dämmerung und Nacht
- Einordnung der Werke in den Kontext der Romantik-Epoche
Auszug aus dem Buch
1. Joseph von Eichendorffs „Zwielicht“
Das Gedicht beginnt gleich im ersten Vers mit einer Personifikation der Dämmerung, da diese versucht die Flügel zu „spreiten“ (1). Sofort stellt sich hier beim Leser das Bild eines großen, bedrohlichen Vogels ein. Mit dieser geschaffenen Bedrohlichkeit geht es dann zugleich weiter. Man erkennt, dass ein „Ich“ spricht, da von Gefühlen und Empfindungen die Rede ist. Die Bäume werden als „schaurig“ (2) beschrieben und das „Ich“ wird von schweren Wolken beschwert, die wie schwere Träume auf diesem lasten.
Normalerweise drückt die Dämmerung besonders in der Romantik Zufriedenheit und Ruhe aus, hier wird sie aber als Bedrohung dargestellt. Der einzige unreine Reim gleich zu Beginn: „spreiten…bedeuten“ (1,4) könnte hier schon möglicherweise diese Unruhe ausdrücken und vergegenwärtigen. Nach dem dritten Vers folgt ein Gedankenstrich, auf den gleich darauf eine Frage folgt. Hier wird vom lyrischen „Ich“ nicht gefragt, was denn eigentlich die dunkle Umwelt zu bedeuten hat, sondern diese wird direkt als „Grau’n“ (4) bezeichnet und damit schon von vornherein als unheimlich definiert. Das „Ich“ stellt sich wohl selbst diese Frage und drückt somit seine Angst vor der Dämmerung aus.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Epoche der Romantik ein und skizziert die Bedeutung von Natur- und Erlebnislyrik sowie den Stellenwert von Stimmungsgedichten für die beiden betrachteten Autoren.
B. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine detaillierte formale und inhaltliche Analyse der Gedichte, gefolgt von einem direkten Vergleich der unterschiedlichen Darstellungen des Dämmerungsmotivs.
C. Schluss: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die beiden Dichter das identische Motiv der Dämmerung grundlegend gegensätzlich interpretieren.
Schlüsselwörter
Romantik, Dämmerung, Naturlyrik, Eichendorff, Goethe, Stimmungsgedicht, Interpretation, Symbolik, Personifikation, Lyrisches Ich, Nacht, Bedrohung, Idylle, Vergleich, Literaturanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser literaturwissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit vergleicht die Art und Weise, wie die Dämmerung in zwei bekannten Gedichten der Romantik, „Zwielicht“ von Eichendorff und „Dämmrung senkte sich von oben“ von Goethe, dargestellt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der formalen Analyse, der Interpretation der Metaphorik und der Gegenüberstellung der atmosphärischen Stimmung, die von Bedrohung bis hin zu Idylle reicht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Kontrast zwischen einer eher unheimlichen, bedrohlichen Deutung der Romantik bei Eichendorff und einer friedvollen, harmonischen Darstellung bei Goethe aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine textnahe Gedichtinterpretation angewandt, ergänzt durch einen komparatistischen Ansatz, der die beiden Werke direkt in Bezug zueinander setzt.
Was behandelt der Hauptteil konkret?
Der Hauptteil ist unterteilt in Einzelanalysen der Strophen beider Gedichte und schließt mit einem Abschnitt ab, der die unterschiedliche Handhabung von Naturerscheinungen vergleicht.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse?
Romantik, Dämmerung, Naturlyrik, Stimmung und symbolische Deutung sind die zentralen Begriffe.
Warum empfindet das lyrische Ich bei Eichendorff die Dämmerung als bedrohlich?
Die Dämmerung wird bei Eichendorff als ein Ort der Unsicherheit inszeniert, an dem Freunde zu Feinden werden und ständig eine latente Gefahr durch Geräusche und Dunkelheit droht.
Welche Rolle spielt die römische Mythologie in Goethes Gedicht?
Goethe integriert die Mondgöttin Luna als Metapher, um die Dunkelheit zu ästhetisieren und ein Gefühl der Geborgenheit statt der Furcht zu erzeugen.
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- Christian Lübke (Author), 2007, Vergleich der beiden Gedichte „Zwielicht“ von Joseph von Eichendorff und „Dämmrung senkte sich von oben“ von Johann Wolfgang Goethe , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69879