Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Environmental Policy

Probleme im internationalen Klimaschutz am Beispiel des Kyoto-Protokolls

Title: Probleme im internationalen Klimaschutz am Beispiel des Kyoto-Protokolls

Term Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: Hendrik Utler (Author)

Politics - Environmental Policy
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

This is a story about four people: Everbody, Somebody, Anybody and Nobody. There was an important job to be done and Everybody was asked to do it. Everybody was sure Somebody would do it. Anybody could have done it, but Nobody did it. Somebody got angry about that because it was Everybody’s job. Everybody thought Anybody could do it, but Nobody realized that Everybody wouldn’t do it. It ended up that Everybody blamed Somebody when actually Nobody asked Anybody. (Nach “Josef Wandeler” Zürich, zitiert nach Simonis 1992, S.171) Diese Worte spiegeln anschaulich das Dilemma wider, in dem sich der internationale Klimaschutz Anfang des 21. Jahrhunderts befindet. Die Ursachen und Folgen des anthropogenen Treibhauseffektes sind bekannt und es steht fest, dass nur eine globale Klimapolitik in der Lage ist, dem Problem des Klimawandels effektiv entgegenzutreten. Darüber, wie dies geschehen soll, tagt die Welt seit Jahren auf Weltklimakonferenzen und in Expertenrunden. Sie stellt sich damit ihrer bisher wohl größten Aufgabe und - scheitert? Obwohl Ursachen wie Folgen des Klimawandels so offensichtlich wie ermahnend sind, findet auf internationaler Ebene noch kein unumstritten effektiver Klimaschutz statt. Es scheint, als stünde die internationale Staatengemeinschaft vor einem unlösbaren Problem. Doch was ist es, das internationale Kooperation zum Klimaschutz so schwierig macht? Warum funktioniert das Kyoto-Protokoll nicht richtig? Die vorliegende Arbeit versucht, diese Frage auf der Basis der grundlegenden Problematik internationaler Kooperation zu beantworten. Als theoretischer Ausgangspunkt dient das Gefangenen-Dilemma, das in Kapitel 2 besprochen wird. Nachdem aufgezeigt wurde, worin das Dilemma besteht, folgt in Kapitel 3 eine Beschreibung von Garret Hardins Tragik der Allmende, um die Problematik im Umgang mit Kollektivgütern, wie der Erdatmosphäre zu veranschaulichen. Aus dieser Betrachtung erschließt sich das Dilemma zwischen individuell rationalem Handeln und kollektiv rationalem Handeln sowie das Problem des Trittbrettfahrens. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gefangenen-Dilemma

3. Die Tragik der Allmende

4. Regime

5. Das Kyoto-Protokoll

5.1. Der Weg zum Kyoto-Protokoll

5.2. Die Bestimmungen des Kyoto-Protokolls

6. Probleme des Kyoto-Protokolls

6.1. Interessenpluralismus

6.2. Das Trittbrettfahrerproblem

6.3. Problematische Weichenstellungen

7. Ergebnis und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der internationalen Klimaschutzpolitik, wobei sie insbesondere die Schwierigkeiten der globalen Kooperation anhand des Kyoto-Protokolls analysiert und theoretisch einordnet.

  • Theoretische Grundlagen des Gefangenen-Dilemmas und der Tragik der Allmende
  • Regimetheoretische Perspektiven auf internationale Kooperation
  • Entstehungsgeschichte und Mechanismen des Kyoto-Protokolls
  • Interessenpluralismus und Trittbrettfahrerproblematik als Hemmnisse
  • Problematische Weichenstellungen im globalen Klimaschutzregime

Auszug aus dem Buch

3. Die Tragik der Allmende

In der realen Welt sind Situationen, die dem Gefangenen-Dilemma entsprechen, meist mit mehreren Akteuren verbunden. Der amerikanische Mikrobiologe und Ökologe Garret Hardin hat 1968 in der Fachzeitschrift Science ein Essay mit dem Titel The tragedy of the commons, zu deutsch Die Tragik der Allmende, vorgelegt, das sich ideal dazu eignet, um negative Entwicklungen bei der Nutzung von Kollektivgütern zu veranschaulichen.

Im Essay hält Hardin den Leser dazu an, sich eine Weidefläche vorzustellen. Diese Weidefläche, das Kollektivgut, wird von vielen Hirten benutzt, um darauf Vieh zu halten. Die Fläche ist ständig überweidet, da sich jeder Hirte zwar darüber im klaren ist, dass die Weide nur eine bestimmte Anzahl von Tieren ertragen kann, aber gleichzeitig auch ein weiteres Tier in der eigenen Herde als nicht ins Gewicht fallend betrachtet wird. So erweitert jeder Hirte als rational denkender Mensch seine Herde. Mit dem Ergebnis, dass die Weidefläche zerstört wird (vgl. Hardin 1969, S.28-29).

Welches Problem liegt hier zugrunde? Die Weide ist das Kollektivgut, jeder kann sie nutzen, niemand kann von der Nutzung ausgeschlossen werden. Jeder Hirte trifft die für ihn rationale Entscheidung, ein weiteres Tier zu seiner Herde hinzuzufügen. Für ihn selbst ist das die optimale Strategie. Für alle Schäfer als Kollektiv ist es jedoch nicht die optimale Strategie. Die kollektiv rationale Strategie wäre, die Herden auf der Weide so klein wie möglich zu halten. Es besteht also offenbar ein Gegensatz zwischen individuell rationalem Handeln und kollektiv rationalem Handeln. Genau in diesem Gegensatz besteht das Dilemma im Umgang mit Kollektivgütern.

Dieses Dilemma lässt sich direkt auf die Klimaschutzproblematik übertragen: Die Erdatmosphäre ist die Allmende, das Kollektivgut, das von den Staaten der Erde als Aufnahmemedium für Treibhausgase benutzt wird. Die Erdatmosphäre steht den Staaten dabei „unbegrenzt und ohne Bezahlung als Aufnahmemedium für Treibhausgase“ (Haensgen 2002, S. 6) zur Verfügung. Dadurch kommt es zur Ausbeutung der Ressource Erdatmosphäre. So wie die Weide daran zugrunde geht, verändert sich das weltweite Klima mit verheerenden Folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des internationalen Klimaschutzes ein und stellt das Dilemma zwischen individuell rationalem Handeln und globaler Kooperationsnotwendigkeit dar.

2. Das Gefangenen-Dilemma: Dieses Kapitel erläutert spieltheoretisch das Grundproblem internationaler Kooperation, bei dem das individuell-rationale Verhalten zu einem kollektiv sub-optimalen Ergebnis führt.

3. Die Tragik der Allmende: Das Kapitel veranschaulicht die Problematik im Umgang mit Kollektivgütern wie der Atmosphäre, bei der die unbegrenzte Nutzung durch Akteure zur Ressourcenzerstörung führt.

4. Regime: Hier werden internationale Regime als Instrumente definiert, um Kooperation zu sichern und Unsicherheiten durch Regeln und Transaktionskostensenkung zu mindern.

5. Das Kyoto-Protokoll: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg zum Kyoto-Protokoll nach und erläutert dessen zentrale Bestimmungen sowie flexible Mechanismen.

6. Probleme des Kyoto-Protokolls: Das Kapitel beleuchtet den Interessenpluralismus der Staaten, das Trittbrettfahrerproblem und spezifische problematische Weichenstellungen des Protokolls als Umsetzungshemmnisse.

7. Ergebnis und Ausblick: Das Fazit bewertet das Kyoto-Protokoll als wichtigen, wenn auch nur begrenzten Durchbruch und betont die Notwendigkeit, internationale Regime weiterzuentwickeln.

Schlüsselwörter

Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, internationales Regime, Gefangenen-Dilemma, Tragik der Allmende, Trittbrettfahrerproblem, internationale Kooperation, Treibhausgase, Energiekultur, Interessenpluralismus, Emissionshandel, Weltklimakonferenz, Nachhaltigkeit, Umweltpolitik, kollektive Güter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Hindernisse und Möglichkeiten internationaler Klimaschutzpolitik, speziell fokussiert auf die Dynamiken und Schwachstellen des Kyoto-Protokolls.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Spieltheorie (Gefangenen-Dilemma), die Theorie der Kollektivgüter (Tragik der Allmende) sowie die Regimetheorie in den internationalen Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage sucht nach den Gründen, warum internationale Klimaschutzkooperation so komplex ist und warum das Kyoto-Protokoll in seiner praktischen Umsetzung auf erhebliche Schwierigkeiten stößt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen und institutionenökonomischen Ansatz, wobei sie theoretische Konzepte (Spieltheorie/Regimetheorie) auf das empirische Beispiel des Kyoto-Protokolls anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Vorstellung des Kyoto-Protokolls und eine detaillierte Analyse der Probleme wie Interessenpluralismus, Trittbrettfahren und konzeptionelle Weichenstellungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Gefangenen-Dilemma, Allmende, internationale Regime und Trittbrettfahrer sind die zentralen Begriffe.

Warum spielt die „Energiekultur“ eine so wichtige Rolle für die Positionierung der Staaten?

Die Energiekultur bestimmt die Kosten-Nutzen-Relation eines Staates; Länder mit hoher Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bewerten Klimaschutz als wirtschaftliches Risiko, während andere den Nutzen höher gewichten.

Was versteht man im Kontext des Kyoto-Protokolls unter der „heißen Luft“?

„Heiße Luft“ bezeichnet Emissionsrechte Russlands, die aufgrund des wirtschaftlichen Niedergangs nach 1990 entstanden sind und die das Land nicht für seine Entwicklung benötigt, aber gewinnbringend an andere Staaten verkaufen kann.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Probleme im internationalen Klimaschutz am Beispiel des Kyoto-Protokolls
College
University of Mannheim  (Lehrstuhl für Politische Wissenschaft II)
Course
Einführung in die internationalen Beziehungen
Grade
1,9
Author
Hendrik Utler (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V69884
ISBN (eBook)
9783638628822
Language
German
Tags
Probleme Klimaschutz Beispiel Kyoto-Protokolls Einführung Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hendrik Utler (Author), 2007, Probleme im internationalen Klimaschutz am Beispiel des Kyoto-Protokolls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69884
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint