Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Ursachen und vor allem den lexikalischen Folgen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in angelsächsischer Zeit. Um ein vollständiges Bild dieses Kontaktes zu zeigen, bezieht sich die Seminararbeit auch auf Folgen, die erst in mittelenglischer Zeit sichtbar wurden.
Zunächst wird ein kurzer geschichtlicher Überblick gegeben. Weiter beschäftigt sich die Arbeit mit dem Sprachkontakt der beiden Völkergruppen, insbesondere mit der Art und den Ursachen dieses Sprachkontakts, dem skandinavischen Lehnwortgut und dessen Nachweismöglichkeiten sowie den verschiedenen Entlehnungstypen. An erster Stelle soll diese Arbeit zeigen, welch große Bedeutung das Altnordische für die Entwicklung der englischen Sprache darstellte und wie groß die Integration dieser Sprache war. Außerdem soll sie widerspiegeln, dass der altnordische Einfluss wohl einer der bedeutendsten Einflüsse war, mit dem das Englische je in Berührung kam. Es stellt sich also die Frage: Wie konnte es zu solch einer starken Integration des Altnordischen kommen? Außerdem sollte man die spannende Frage klären, warum dass Bild entsteht, dass der englisch-skandinavische Sprachkontakt im Altenglischen scheinbar so gering war.
Inhaltsverzeichnis
i) Einleitung
ii) Geschichtliche Hintergründe
iii) Der Sprachkontakt
iv) Nachweis altnordischen Lehnwortguts
v) Das Lehnwortgut
vi) Schlussbemerkungen
vii) Karte und Quellenangaben
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Ursachen und insbesondere die lexikalischen Auswirkungen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in der angelsächsischen Zeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie es trotz scheinbar geringer Anzeichen im Altenglischen zu einer so tiefgreifenden Integration des Altnordischen in die englische Sprache kommen konnte.
- Historischer Kontext der skandinavischen Invasionen
- Analyse der Intensität und Art des Sprachkontakts
- Methodik zur Identifizierung von Lehnwörtern
- Bedeutung des Lehnwortguts für die Sprachentwicklung
- Bildung von Wortpaaren und Dubletten
Auszug aus dem Buch
v) Das Lehnwortgut
Wie bereits erwähnt, finden sich im Altenglischen zunächst nur sehr wenige altnordische Lehnwörter. Nach Scheler (1977: 19) stammen die wenigen heute nachweisbaren Lehnwörter vor allem aus dem Bereich der Schifffahrt, des Kriegswesens und der Gesetzgebung. Dies zeigt unter anderem, dass sich das Verhältnis von Skandinaviern und Engländern zu Anfang auf bestimmte Bereiche beschränkte. Warum es gerade diese sind ist klar.
Die Skandinavier kamen über den Seeweg und waren ein erfahrenes Seefahrervolk. Sie brachten deswegen viele Begriffe aus diesem Gebiet nach England, die den Engländern bis dahin fremd waren. Genauso verhält es sich im Bereich des Kriegswesens. Die zahlreichen Begriffe aus der Gesetzgebung stammen wahrscheinlich größtenteils aus dem Bereich des Danelaws, da dieses dänischer Gesetzgebung unterstellt war. Ein Beispiel aus dem Bereich der Schifffahrt ist altenglisch scegθ, entstanden aus altnordisch skeigθ. Es bedeutete Wasserfahrzeug.
Aus dem Bereich des Kriegswesens stammt das heutige knife, zu deutsch Messer. Es kommt vom altnordischen knifr. Das neuenglische law, zu deutsch Gesetz, kommt ebenfalls aus dem Altnordischen. Die Ursprungsform ist altnordisch lagu. Diese und weitere Beispiele finden sich bei Scheler (1977: 19).
Zusammenfassung der Kapitel
i) Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel fest, die lexikalischen Folgen des Sprachkontakts zwischen Engländern und Skandinaviern zu analysieren und die Integration des Altnordischen zu untersuchen.
ii) Geschichtliche Hintergründe: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über die skandinavischen Invasionen in England von den ersten Raubzügen bis zur Etablierung des Danelaws.
iii) Der Sprachkontakt: Hier wird die Intensität und die soziale Basis des Austauschs zwischen den Völkergruppen erörtert, wobei die Rolle von Mischehen und die Ähnlichkeit der Sprachen hervorgehoben werden.
iv) Nachweis altnordischen Lehnwortguts: Dieser Abschnitt beschreibt linguistische Methoden, wie die Lautentwicklung und spezifische Konsonanten, um altnordische Lehnwörter trotz großer Ähnlichkeit zum Altenglischen zu identifizieren.
v) Das Lehnwortgut: Dieses Kapitel untersucht die Bandbreite des entlehnten Wortschatzes, von Fachbegriffen der Schifffahrt und des Rechts bis hin zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen und Pronomina.
vi) Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Bedeutung des skandinavischen Einflusses als einen der wichtigsten Faktoren in der englischen Sprachgeschichte zusammen.
vii) Karte und Quellenangaben: Dieses Kapitel enthält eine grafische Darstellung des angelsächsischen Englands sowie das Verzeichnis der verwendeten Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Sprachkontakt, Altnordisch, Altenglisch, Danelaw, Lehnwörter, Lexikologie, Sprachgeschichte, Lautentwicklung, Skandinavier, Integration, Dublettenbildung, Wortschatz, Angelsächsische Zeit, Sprachwissenschaft, Nordismen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die lexikalischen Auswirkungen, die der Kontakt zwischen der englischen Sprache und dem Altnordischen während der angelsächsischen Zeit auf das Englische hatte.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die historischen Hintergründe der Invasionen, die Intensität des sozialen Austauschs, Methoden zur Identifikation von Lehnwörtern sowie die semantische Einordnung des übernommenen Wortguts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiefgreifend die Integration des Altnordischen war und warum diese trotz anfänglicher feindlicher Umstände einen dauerhaften Einfluss auf das heutige Englisch nahm.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender sprachgeschichtlicher Werke und nutzt Lautvergleiche sowie etymologische Herleitungen zur Identifizierung der Lehnwörter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Perioden des Kontakts, diskutiert die Möglichkeiten der gegenseitigen Verständigung und untersucht die Arten der Entlehnung, von der Ortsnamengebung bis hin zu alltäglichen Pronomina.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sprachkontakt, Altnordisch, Danelaw, Lehnwortgut und Sprachgeschichte.
Warum ist der Nachweis altnordischer Lehnwörter oft schwierig?
Aufgrund der engen Verwandtschaft zwischen dem Altenglischen und dem Altnordischen sind die Wortformen in vielen Fällen identisch oder sehr ähnlich, was eine zweifelsfreie Zuordnung erschwert.
Welche Rolle spielt das "Danelaw" für die sprachliche Entwicklung?
Das Danelaw war das Gebiet, in dem dänische Gesetze galten; dort fand ein besonders intensiver kultureller und sprachlicher Austausch statt, der die Entwicklung des Englischen maßgeblich prägte.
Was ist unter der "Dublettenbildung" zu verstehen?
Es handelt sich um das Phänomen, dass sowohl ein altenglisches Wort als auch ein skandinavisches Lehnwort für einen ähnlichen oder gleichen Begriff erhalten blieben, was oft zu Bedeutungsdifferenzierungen führte.
- Quote paper
- Janna Falkenstein (Author), 2001, Die lexikalischen Folgen des englisch-skandinavischen Sprachkontakts in angelsächsischer Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69922