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Studienfinanzierung in Deutschland - Herausforderung für deutsche Finanzdienstleister und ihre Grenzen

Title: Studienfinanzierung in Deutschland - Herausforderung für deutsche Finanzdienstleister und ihre Grenzen

Diploma Thesis , 2007 , 99 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Andreas Varnholt (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Summary Excerpt Details

Eine Studentenumfrage im Jahr 2003 ergab, dass lediglich 1% der Studierenden ein Darlehen zur teilweisen Finanzierung ihres Studiums aufgenommen hat. 1 Allerdings gab es bis dahin mit dem Bildungskredit der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch nur ein deutschlandweit verfügbares Angebot. Seit dieser Umfrage hat sich die Situation der Studienfinanzierung allerdings grundlegend geändert. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 26. Januar 2005 wurde die Entscheidungsbefugnis des Bundes auf den Grundsatz der Gebührenfreiheit des Studiums als nichtig erklärt 2 und ermöglichte den Bundesländern die Einführung von Studiengebühren. 3 Die Bundesländer wurden vom BVerfG aber gleichwohl in die Pflicht genommen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit niemand auf Grund dieser finanziellen Mehrbelastung von der Aufnahme eines Studiums abgehalten wird. 4 Erste Statistiken erwecken allerdings den Anschein, dass sich potentielle Studierende von Studiengebühren dennoch abschrecken lassen. Die Anzahl der Erstsemester ging in Bundesländern, die bereits Studiengebühren eingeführt haben, signifikant zurück. So verzeichnen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen Rückgänge von 7,1%; in Baden-Württemberg und Niedersachsen sank die Zahl der Erstsemester um 5,4% bzw. 7,5%. Dieser Rückgang lässt sich jedoch nicht ausschließlich auf allgemein sinkende Abiturientenzahlen zurückführen, da bundesweit lediglich ein Rückgang von 3,5% zu beobachten ist. 5 Darüber hinaus weist die Tendenz von über-durchschnittlich vielen Ausbildungsverträgen mit Abiturienten im Ausbildungsjahr 2006 darauf hin 6 , dass die abschreckende Wirkung von Studiengebühren offensichtlich unterschätzt wurde, obgleich eine Kausalwirkung von Studiengebühren und steigenden Abiturientenquoten im dualen Ausbildungssystem noch nicht ausreichend zu belegen ist. Die vorliegende Arbeit fokussiert hierbei jedoch nicht die ordnungspolitische Lenkungsfunktion allgemeiner Studiengebühren. 7 Vielmehr werden Entwicklungen aufgezeigt, die durch das Urteil des BVerfG im Sektor der Finanzdienstleister angestoßen wurden. Neben einer breiten öffentlichen Diskussion entwickelte sich in den vergangenen zwei Jahren ein breiter Markt für Studienfinanzierungsangebote. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, dass eine steigende Nachfrage nach diesen Produkten zu verzeichnen ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Relevanz der Studienfinanzierung in Deutschland

1.1 Problemstellung der Arbeit

1.2 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2 Modelle und Rahmenbedingungen der Studienfinanzierung

2.1 Theoretische Grundmuster der Studienfinanzierung

2.1.1 Modell mit einkommensunabhängiger Rückzahlung

2.1.2 Modell mit einkommensabhängiger Rückzahlung

2.1.3 Hybrides Modell

2.2 Studienfinanzierung in Deutschland

2.2.1 Marktvolumen und Marktpotential

2.2.2 Studienfinanzierungsangebote aus Sicht der Studierenden

2.2.3 Zielsetzungen der Anbieter im Rahmen der Studienfinanzierung

2.2.3.1 Zielsetzungen staatlicher Anbieter

2.2.3.2 Zielsetzungen privater- und öffentlich-rechtlicher Anbieter

3 Darstellung und Bewertung der Studienfinanzierungsangebote in Deutschland

3.1 Staatliche Studienfinanzierungsangebote der KfW

3.1.1 Bildungskredit

3.1.2 Studienkredit

3.1.3 Staatliche Studienbeitragsdarlehen der Bundesländer

3.2 Studienfinanzierungsangebote im dreisäuligen Bankensystem

3.2.1 Sparkassen

3.2.2 Genossenschaftsbanken

3.2.3 Private Banken

3.2.3.1 Deutsche Bank AG

3.2.3.2 Dresdner Bank AG

3.3 Studienfinanzierung über Bildungsfonds

3.3.1 Deutsche Kreditbank AG

3.3.2 CareerConcept AG

3.4 Kritische Zusammenfassung

4 Problemfelder der Studienfinanzierung und mögliche Lösungsansätze

4.1 Informationsasymmetrien

4.1.1 Adverse Selection

4.1.2 Moral Hazard

4.1.3 Kreditrationierung als Reaktion auf asymmetrische Informationen

4.1.4 Lösungsansatz Kreditsicherheiten

4.1.5 Lösungsansatz Relationship Banking

4.2 Risiken in Verbindung mit dem Marktpotential

4.3 Wettbewerbsrisiken

4.4 Sonstige Risiken

5 Entwicklungspotentiale der Studienfinanzierung

5.1 Risikobegrenzung durch Auswahlverfahren

5.1.1 Auswahlverfahren der CareerConcept AG

5.1.2 Student Loan Rating

5.2 Erstellung eines Bildungsfonds

5.2.1 Bildungsfonds ohne Auswahlverfahren

5.2.2 Bildungsfonds mit Auswahlverfahren

6 Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den dynamischen Markt der Studienfinanzierung in Deutschland aus Sicht der Finanzdienstleister. Ziel ist es, die strukturellen Rahmenbedingungen zu analysieren, Strategien zur Risikobewertung zu bewerten und das enorme Marktpotenzial dieses aufstrebenden Geschäftsfeldes unter Berücksichtigung der damit verbundenen Risiken für Kreditinstitute aufzuzeigen.

  • Marktstrukturen der Studienfinanzierung in Deutschland
  • Analyse staatlicher und privater Finanzierungsmodelle
  • Bewertung von Risikobewertungsverfahren (z. B. Student Loan Rating)
  • Potenziale von Bildungsfonds und deren Rentabilität
  • Strategische Positionierung von Banken durch Cross-Selling-Optionen

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung der Arbeit

Eine Studentenumfrage im Jahr 2003 ergab, dass lediglich 1% der Studierenden ein Darlehen zur teilweisen Finanzierung ihres Studiums aufgenommen hat. Allerdings gab es bis dahin mit dem Bildungskredit der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch nur ein deutschlandweit verfügbares Angebot. Seit dieser Umfrage hat sich die Situation der Studienfinanzierung allerdings grundlegend geändert. Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 26. Januar 2005 wurde die Entscheidungsbefugnis des Bundes auf den Grundsatz der Gebührenfreiheit des Studiums als nichtig erklärt und ermöglichte den Bundesländern die Einführung von Studiengebühren.

Die Bundesländer wurden vom BVerfG aber gleichwohl in die Pflicht genommen, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit niemand auf Grund dieser finanziellen Mehrbelastung von der Aufnahme eines Studiums abgehalten wird. Erste Statistiken erwecken allerdings den Anschein, dass sich potentielle Studierende von Studiengebühren dennoch abschrecken lassen. Die Anzahl der Erstsemester ging in Bundesländern, die bereits Studiengebühren eingeführt haben, signifikant zurück. So verzeichnen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen Rückgänge von 7,1%; in Baden-Württemberg und Niedersachsen sank die Zahl der Erstsemester um 5,4% bzw. 7,5%. Dieser Rückgang lässt sich jedoch nicht ausschließlich auf allgemein sinkende Abiturientenzahlen zurückführen, da bundesweit lediglich ein Rückgang von 3,5% zu beobachten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Relevanz der Studienfinanzierung in Deutschland: Einführung in die aktuelle Situation der Studienfinanzierung nach dem BVerfG-Urteil und Darlegung der Problemstellung.

2 Modelle und Rahmenbedingungen der Studienfinanzierung: Erläuterung theoretischer Finanzierungsmodelle und Analyse des soziokulturellen Umfelds in Deutschland.

3 Darstellung und Bewertung der Studienfinanzierungsangebote in Deutschland: Detaillierter Überblick über staatliche Kredite sowie Angebote im Bankensektor und Bildungsfonds.

4 Problemfelder der Studienfinanzierung und mögliche Lösungsansätze: Analyse von Risiken wie Informationsasymmetrien und Untersuchung möglicher Strategien zu deren Risikominimierung.

5 Entwicklungspotentiale der Studienfinanzierung: Vorstellung praktischer Risikobewertungsverfahren und Modellrechnungen für die Gestaltung eigener Bildungsfonds.

6 Resümee und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Ausblick auf zukünftige Marktentwicklungen.

Schlüsselwörter

Studienfinanzierung, Bildungskredit, Studienkredit, BAföG, Studiengebühren, Kreditrisiko, Informationsasymmetrien, Bildungsfonds, CareerConcept AG, KfW, Banken, Risikobewertung, Human Capital Contracts, Studierende, Finanzdienstleister.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Situation und Entwicklung der Studienfinanzierung in Deutschland aus der Perspektive von Finanzdienstleistern unter Berücksichtigung regulatorischer und marktbedingter Änderungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen von Bildungsfinanzierungsmodellen, die Marktsituation in Deutschland, spezifische Risiken bei der Kreditvergabe an Studierende sowie Ansätze zur Risikooptimierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den aufstrebenden Markt für Studienfinanzierung zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie Finanzinstitute unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten trotz hoher Risiken attraktive Angebote positionieren können.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es werden eine Literaturanalyse der theoretischen Finanzmodelle, eine deskriptive Darstellung bestehender Marktangebote sowie Szenarioanalysen und Modellrechnungen (Bildungsfonds I und II) angewandt.

Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme aktueller Angebote (staatlich, Banken, Bildungsfonds) und die tiefgehende Analyse von Problemfeldern wie Informationsasymmetrien und Adverse Selection.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Die zentralen Charakteristika sind Studienfinanzierung, Kreditrisikomanagement, Bildungsfonds, KfW-Produkte und die Rolle von Informationsasymmetrien.

Warum spielt die soziale Herkunft bei der Kreditvergabe eine Rolle?

Die soziale Herkunft korreliert oft mit der finanziellen Absicherung der Studierenden und beeinflusst indirekt das wahrgenommene Kreditrisiko für die Banken.

Wie gehen Banken mit dem fehlenden Einkommen von Studierenden um?

Banken setzen auf Langzeitbeziehungen (Relationship Banking), fordern Sicherheiten (Versicherungspakete) oder nutzen hochspezialisierte Rating-Verfahren, um zukünftige Einkommenschancen zu prognostizieren.

Welchen Einfluss haben Bildungsfonds auf das Portfolio eines Finanzdienstleisters?

Bildungsfonds ermöglichen durch das "Cherry-Picking" leistungsstarker Studierender eine gezielte Selektion, die bei Erfolg hohe Renditen verspricht, jedoch komplexe Auswahlprozesse erfordert.

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Details

Title
Studienfinanzierung in Deutschland - Herausforderung für deutsche Finanzdienstleister und ihre Grenzen
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen und Bankwirtschaft)
Grade
2,0
Author
Andreas Varnholt (Author)
Publication Year
2007
Pages
99
Catalog Number
V69929
ISBN (eBook)
9783638607988
Language
German
Tags
Studienfinanzierung Deutschland Herausforderung Finanzdienstleister Grenzen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Varnholt (Author), 2007, Studienfinanzierung in Deutschland - Herausforderung für deutsche Finanzdienstleister und ihre Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69929
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