Zu keiner anderen Zeit ist die Frage nach der langfristigen Erhaltung unseres Planeten so oft und so differenziert diskutiert worden, wie in unseren Tagen, denn es ist unbestritten, dass der Mensch von heute selbst die Möglichkeiten in der Hand hält, positiv oder negativ über den Fortbestand des Lebens auf der Erde zu entscheiden. Es ist daher nicht nur angebracht, sondern eine absolute Pflicht, die kommenden Generationen mit der Frage zu konfrontieren, inwieweit ein jeder einzelne Mensch eine Verantwortung gegenüber dem Ganzen - der Welt - trägt.
Die Schule hat hier, in ihrer Rolle als Erziehungs- und Bildungsorgan, die beste Möglichkeit, im Rahmen des Geographieunterrichtes, ein neues Verständnis von Welt und Umwelt zu vermitteln und Kinder und Jugendliche für das empfindliche "System Erde" zu sensibilisieren.
Über eine Analyse des Bildungsplans der Realschule in Baden-Württemberg werden in dieser Arbeit verschiedene Möglichkeiten der Realisierung von Umweltbildung und -erziehung aufgezeigt, ohne den Bezug zur Lebenswelt der Schüler aus den Augen zu verlieren.
Inhaltsverzeichnis
I
II
III
IV
V
VI
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die essenzielle Bedeutung, die theoretische Zielsetzung sowie die praktische Realisierung von Umwelterziehung und Umweltbildung im Geographieunterricht an Realschulen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie diese Themengebiete in den Schulalltag integriert werden können, um bei Schülern ein nachhaltiges Verständnis für ihre Mit- und Umwelt zu fördern.
- Bedeutung der Umwelterziehung als pädagogischer Auftrag
- Umsetzung der Bildungsplanvorgaben im Geographieunterricht
- Das Prinzip der Exemplarität im Kontext globaler Umweltprobleme
- Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie
- Analyse praktischer Lehrmittel am Beispiel des Schulbuchs TERRA 3
Auszug aus dem Buch
II
Der Bildungsplan für Realschulen weist als Ziel des Geographieunterrichtes folgendes aus: „Die Schülerinnen und Schüler verhalten sich nach der Erkenntnis, dass die Lösung der globalen Schlüsselprobleme nur durch die besondere Verantwortung der Industriestaaten möglich ist. Sie setzen sich für eine Verbesserung der Umwelt, Mitwelt und Nachwelt auf der Grundlage der nachhaltigen Entwicklung und des „Eine-Welt-Denkens“ im Kontext der Agenda 21 ein: global denken – lokal handeln“8. Insofern ist selbstredend ersichtlich, welchen Nachdruck der Umwelterziehung und Umweltbildung im Bildungsplan zukommt, geht man davon aus, dass das Ziel, Kompetenzen zu erlernen, welche die Grundlage eines globalen Denkens sein sollen, wohl als das Ziel des Geographieunterrichtes schlechthin bezeichnet werden kann. Und genau hierin liegt auch das Ziel der Umweltbildung und Umwelterziehung: es geht darum, Kompetenzen zu vermitteln, die ein nachhaltiges Verhältnis zur Mit- Um- und Nachwelt garantieren sollen.
Wie aber soll nun dieser eminente Richtungspunkt des Geographieunterrichtes in conctreto umgesetzt werden? Zunächst einmal soll klar gestellt werden, dass auch die Umwelterziehung und Umweltbildung vordringlich im Lichte des Prinzips der Exemplarität, wie es 1951 neu definiert wurde9, stehen muss, da sich von alleine klärt, dass selbst große Probleme der Gegenwart und der Zukunft niemals zufrieden stellend im begrenzten Rahmen des fünfundvierzigminütigen Geographieunterrichtes an Schulen angegangen und behandelt werden können. Klafki spricht absolut richtig davon, sich – anhand des besonderen Inhaltes – einen elementaren Zugang zu Grundprinzipien, Gesetzmäßigkeiten, Grundeinsichten, Grunderfahrungen, Methoden und Arbeitsweisen, ergo, zum „Fundamentalen“10 im Unterricht zu erschließen. Das aber ist – so möchte ich an dieser Stelle behaupten – der richtige Weg des Unterrichtens überhaupt, denn nur durch die Beherrschung des Fundamentalen kann ein Schüler einen Transfer leisten, wie er im Rahmen eines Kompetenzbegriffes vollkommen wünschenswert ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I: Einleitung in die Dringlichkeit der Umwelterziehung als essenzieller Bestandteil einer verantwortungsbewussten Bildung im Geographieunterricht.
II: Erörterung der Bildungsziele und der methodischen Umsetzung durch das Prinzip der Exemplarität sowie die Vermittlung fundamentaler Kompetenzen.
III: Diskussion über die didaktische Notwendigkeit, komplexe globale Probleme altersgerecht anhand konkreter, nahbarer Beispiele zu vermitteln.
IV: Analyse der Integration von Umwelterziehung in das Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie innerhalb der verschiedenen Klassenstufen.
V: Untersuchung der praktischen Umsetzung im Unterricht anhand des Lehrmaterials TERRA 3 unter Berücksichtigung lokaler und globaler Perspektiven.
VI: Fazit und Ausblick auf die Rolle des Geographielehrers bei der Vermittlung eines nachhaltigen Lebensstils an kommende Generationen.
Schlüsselwörter
Umwelterziehung, Umweltbildung, Geographieunterricht, Realschule, Bildungsplan, Nachhaltigkeit, Exemplarität, Ökonomie, Ökologie, Agenda 21, Kompetenzerwerb, globales Denken, vernetztes Denken, Schlüsselprobleme, Umweltschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Notwendigkeit und der methodischen Realisierung von Umweltbildung und Umwelterziehung innerhalb des Geographieunterrichts an Realschulen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Umsetzung des Bildungsplans, die didaktische Reduktion durch Exemplarität, das Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie sowie die Arbeit mit aktuellen Schulbüchern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Schüler durch den Geographieunterricht Kompetenzen für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles Handeln in einer globalisierten Welt erwerben können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse geographiedidaktischer Literatur sowie die Untersuchung konkreter Beispiele aus einem aktuellen Lehrmittel für den Unterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur Bedeutung der Umwelterziehung und deren konkrete Anwendung anhand ausgewählter Themen aus dem Realschulbuch TERRA 3.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeit, globales Denken, lokale Handlungskompetenz und das Prinzip der Exemplarität.
Warum spielt das Prinzip der Exemplarität eine so große Rolle?
Da globale Probleme die kognitiven Kapazitäten von Schülern ad hoc übersteigen können, hilft das exemplarische Lernen, fundamentale Gesetzmäßigkeiten an überschaubaren Beispielen zu begreifen.
Wie bewertet der Autor den Einfluss von Lehrbüchern?
Der Autor nutzt das Beispiel des Buches TERRA 3, um zu verdeutlichen, wie die theoretischen Forderungen des Bildungsplans in praktische, fachdidaktisch aufbereitete Unterrichtsinhalte übersetzt werden.
- Quote paper
- Daniele Lupardi (Author), 2006, Zur Bedeutung, Zielsetzung und Realisierung der Umwelterziehung und Umweltbildung im Geographieunterricht an Realschulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69936