Seit mehreren Jahren kommt dem Terrorismus eine stetig steigende öffentliche Aufmerksamkeit zu. Diese wird von immer wieder stattfindenden Terrorakten und der Diskussion um die damit verbundenen politischen Konsequenzen angefacht. Seit den Ereignissen des „9/11“ wird ein weltweiter Krieg gegen den Terror geführt. Die USA haben als Protagonisten dieser globalen Initiative mehrere Programme und vor allem militärische Operationen durchgeführt. Im Zuge dessen wurde eine „Achse des Bösen“ definiert, welcher eine „Koalition der Willigen“ entschlossen gegenübersteht.
Im April 2005 bestehen die Hälfte aller Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes aus afrikanischen Staaten. Das österreichische Außenministerium sprach für ein weiteres Dutzend partielle Reisewarnungen aus.
In dieser Arbeit soll der Focus auf den afrikanischen Kontinent gerichtet werden, auf welchem sich viele gebrandmarkte Staaten der „Axis“ befinden. Es sollen jedoch nicht nur aktuelle Strömungen beschrieben werden, sondern auch unter geschichtlichen Aspekten die Rolle Afrikas im Terrorismus entwickelt und aufgezeigt werden. Sich abzeichnende Trends sollen diese Ausführungen perspektivisch ergänzen.
Zunächst wird der Begriff des Terrorismus und des internationalen Terrorismus definiert werden. Dabei werden auch Randphänomene, die sich im Kontext von Terrorismus bewegen und gleichzeitig auch afrikanischer Natur sind beleuchtet.
Im weiteren Verlauf werden die verschiedenen Formen des Terrorismus voneinander abgegrenzt, und untersucht, welche in jeweiliger Ausprägung in Afrika präsent sind. Anschließend werden Gründe benannt, welcher einer Existenz von Terrorismus zutragen. Auch hierbei wird untersucht, welche speziell für Afrika charakteristischen Elemente den Nährboden für terroristische Organisationen und Aktivitäten bereiten.
In Kapitel 5 werden Maßnahmen gegen den Terrorismus besprochen und diskutiert. Es wird zwischen afrikanischen und anderen internationalen Initiativen unterschieden und ihre Effizienz in die Überlegungen mit einbezogen werden.
In einem abschließenden Fazit werden Ergebnisse der Arbeit zusammengetragen und vor allem der Stellenwert Afrikas in der Terrorismus-Diskussion, sowie daraus resultierende Konsequenzen besprochen. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. In Afrika vertretene Formen von Terrorismus
3.1. Sozialrevolutionärer Terrorismus
3.2. Ethno-nationalistischer Terrorismus
3.3. Staatsterrorismus
3.4. Religiöser Terrorismus
4. Gründe für den Terrorismus in Afrika
5. Maßnahmen gegen den Terrorismus
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Rolle Afrikas im Kontext des internationalen Terrorismus, untersucht die verschiedenen Erscheinungsformen von terroristischen Aktivitäten auf dem Kontinent und bewertet die Effizienz der dagegen ergriffenen nationalen sowie internationalen Maßnahmen.
- Historische und aktuelle Entwicklung des Terrorismus in Afrika
- Differenzierung zwischen Terrorismus, Guerilla und Staatsterrorismus
- Die Rolle der Armut, Urbanisierung und ethnischen Heterogenität als Nährboden
- Analyse der Al-Qaida-Aktivitäten auf afrikanischem Boden
- Evaluierung militärischer und politischer Antiterrorkonzepte
Auszug aus dem Buch
3.4. Religiöser Terrorismus
Der religiös motivierte Terrorismus ist der unumstrittene Hauptgegenstand in der aktuellen Terrorismus-Diskussion. Er hat in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen, hat sich im Zeitraum zwischen 1965 und 1995 verdreifacht und ist spätestens seit „9/11“ Auslöser einer globalen Terror-Bekämpfungs-Welle, welche die Außen- und Innenpolitik so gut wie aller Staaten der Erde bestimmte und teilweise ihre Inhalte entschieden veränderte.
Religiöser Terrorismus findet sich in seiner Form in allen Welt-Religionen, Splittergruppen und jeglicher Art von Sekten; außer in animistischen Weltanschauungen, welche in Afrika noch eine sehr große Rolle spielen, jedoch nur ungenügend in empirischen Erhebungen erfasst werden können. HIRSCHMANN zählt verschiedene extremistische Überzeugungen auf, welche als allgemeine Charakteristika genommen werden können: So liege einer religiös-extremistischen Gruppe ein duales Weltbild zu Grunde, welches die Welt in „Gut“ und „Böse“ teilt, wobei letztere Hälfte bekämpft werden müsse. Hier schwingt eine Art von Determinismus mit, da sich die Kämpfer als vorherbestimmte Gewinner sehen, was den Kampf wiederum immer notwendiger werden lässt. Dem Kampf liegen zwei Ziele zu Grunde. Erstes Ziel ist die Vernichtung des Gegners und zweites die eigene Seelenrettung durch aktive Teilnahme an jenem.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung des Terrorismus nach 9/11 und legt den Fokus der Arbeit auf die spezifische Rolle und die historischen Hintergründe Afrikas innerhalb dieses globalen Konflikts.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Terrorismusbegriffs geklärt und Akteure wie Terroristen, Guerillas und Warlords voneinander abgegrenzt.
3. In Afrika vertretene Formen von Terrorismus: Dieses Kapitel analysiert die vier Hauptformen des Terrorismus – sozialrevolutionär, ethno-nationalistisch, religiös und Staatsterrorismus – und illustriert diese anhand afrikanischer Fallbeispiele.
4. Gründe für den Terrorismus in Afrika: Hier werden die sozio-ökonomischen Faktoren wie Armut, rasche Urbanisierung und ethnische Spannungen untersucht, die in afrikanischen Staaten einen Nährboden für terroristische Strukturen bilden.
5. Maßnahmen gegen den Terrorismus: Das Kapitel evaluiert sowohl die Bemühungen afrikanischer Organisationen als auch die weitreichenden militärischen und sicherheitspolitischen Initiativen westlicher Mächte zur Terrorismusbekämpfung.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert die oft eindimensionale Herangehensweise internationaler Akteure, die komplexe Ursachen hinter dem Symptom Terrorismus häufig außer Acht lassen.
Schlüsselwörter
Terrorismus, Afrika, Staatsterrorismus, Al-Qaida, Religiöser Extremismus, Ethno-Nationalismus, Armut, Globalisierung, Jihad, Sicherheitskonzepte, Bürgerkrieg, Warlords, Krisenregion, Politische Stabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle Afrikas im internationalen Terrorismus, von den historischen Hintergründen bis hin zur aktuellen sicherheitspolitischen Relevanz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition von Terrorismus, die Analyse verschiedener Terrorformen in Afrika, die sozio-ökonomischen Ursachen sowie die Bewertung internationaler Bekämpfungsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Stellenwert Afrikas in der globalen Terrorismus-Diskussion zu bestimmen und die Wirksamkeit der getroffenen Gegenmaßnahmen kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie die Untersuchung aktueller Fallbeispiele aus verschiedenen afrikanischen Regionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Akteuren, die Analyse spezifischer Terrorismusformen, die Darstellung von Ursachen wie Armut und politische Instabilität sowie die Diskussion militärischer und politischer Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Terrorismus, Afrika, Al-Qaida, Staatsterrorismus, Sicherheitskonzepte und sozio-ökonomische Instabilität.
Welche Rolle spielte der Sudan für die Aktivitäten von Osama bin Laden?
Der Sudan diente unter dem Schutz der Regierung als logistisches Zentrum, in dem Bin Laden Infrastrukturen für sein Netzwerk aufbauen und Ausbildungslager für Islamisten unterhalten konnte.
Wie unterscheiden sich Terroristen, Guerillas und Warlords nach der Definition im Text?
Während der Guerilla primär um Raum und politische Rechte kämpft, zielt der Terrorist darauf ab, das Denken zu besetzen; der Warlord hingegen ist häufig machtpolitisch oder materiell motiviert und arbeitet oft im Auftrag externer Unterstützer.
Warum wird im Fazit von einem "Patienten Afrika" gesprochen?
Der Autor nutzt diese Metapher, um zu verdeutlichen, dass der afrikanische Kontinent durch strukturelle Schwächen und externe Einflüsse krankgehalten wird, wobei der Terrorismus lediglich ein Symptom dieser tieferliegenden Probleme ist.
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- Diplom-Pädagoge Erwachsenenbildung Marcel Bickert (Author), 2005, Die Rolle Afrikas im internationalen Terrorismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69961