Weihnachten in 'A Christmas Carol'


Hausarbeit, 2004
18 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weihnachten in A Christmas Carol
2.1. Scrooges ursprüngliches Verhältnis zu Weihnachten
2.2. Die drei Weihnachtsgeister
2.3. Weihnachtsfeste
2.3.1. Scrooges Weihnachten in der Kindheit
2.3.2. Scrooges Lehrjahre bei Mr Fezziwig
2.3.3. Scrooges Weihnachten als Erwachsener
2.3.4. Weihnachtsstimmung auf den Straßen
2.3.5. Das Weihnachtsfest der Familie Cratchit
2.3.6. Weihnachtsfeste außerhalb der Stadt
2.3.7. Scrooges Neffe
2.3.8. Das zukünftige Weihnachtsfest der Familie Cratchit
2.3.9. Weihnachten nach Scrooges Verwandlung

3. Dickens Beeinflussung auf das Weihnachtsfest im 19. Jahrhundert in England

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Weihnachten in A Christmas Carol

1. Einleitung

Das Weihnachtsfest am 25. Dezember wird seit 336 nach Christus in Europa gefeiert[1], um der Geburt Jesu Christi zu gedenken. In Charles Dickens Roman A Christmas Carol werden diverse Feste anläßlich dieses Feiertages beschrieben, auf die ich in meiner Arbeit eingehen werde. Hauptgegenstand meiner Arbeit ist es, die einzelnen Feste miteinander in Beziehung zu setzen und ihre Wirkung auf den Leser zu betrachten.

Zu Beginn meiner Hausarbeit werde ich die Ansichten von Scrooge und seinem Neffen über Weihnachten gegenüberstellen, da beide Romanfiguren dieses Fest auf unterschiedliche Weise feiern. Weiterhin werde ich die drei Weihnachtsgeister und ihre Wirkung auf den Leser in meiner Arbeit berücksichtigen, weil Weihnachten in der viktorianischen Epoche oft mit Geistern assoziiert[2] wurde. Im Anschluss beschreibe ich die Weihnachtsfeste in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Fortfahren möchte ich mit dem Weihnachtsfest nach Scrooges Verwandlung und möchte dadurch Scrooges alten und neuen Standpunkt miteinander vergleichen. Abschließend werde ich noch kurz auf die Beeinflussung von A Christmas Carol auf das Weihnachtsfest im 19. Jahrhundert in England eingehen.

In meiner Ausarbeitung möchte ich die Romanfigur Scrooge weitestgehend vernachlässigen. Scrooge ist zwar ein wichtiger Bestandteil in A Christmas Carol, jedoch ist er nicht Hauptbestandteil meiner Arbeit und bedarf daher keiner näheren Charakterisierung.

2. Weihnachten in A Christmas Carol

2.1. Scrooges ursprüngliches Verhältnis zu Weihnachten

Zu Beginn des Christmas Carol beschreibt der Erzähler das Wetter an Heiligabend. „ It was cold, bleak, biting weather: foggy withal (...) it had not been light all day.”[3]. Die dadurch hervorgerufene Stimmung macht den Leser skeptisch, wirkt drückend und beängstigend. Im Anschluss wird der Leser Teil einer Unterhaltung zwischen Ebeneezer Scrooge, „a squeezing, wrenching, grasping, scraping, clutching, covetous old sinner“[4], und seinem Neffen. Hier werden zwei unterschiedliche Standpunkte über Weihnachten deutlich: Während Scrooges Neffe Weihnachten mit seinen Freunden und seiner Familie feiern möchte, lehnt Scrooge selbst dieses ab, denn Weihnachten sei lediglich ein Zeitpunkt, um Rechnungen zu bezahlen und zu bemerken, dass man ein Jahr älter und nicht reicher geworden sei. Man dürfe nur fröhlich an Weihnachten sein, wenn man reich ist. Weihnachten ist „„Humbug!““[5]. Scrooges Neffe erwidert:

I am sure I have always thought of Christmas time, when it has come round (…) as a good time: a kind, forgiving, charitable, pleasant time: the only time I know of, in the long calendar of the year, when men and women seem by one consent to open their shut – up hearts freely, and to think of people below them as if they really were fellow – passengers to the grave, and not another race of creatures bound on other journeys[6].

Während Weihnachten für ihn also eine Zeit voll christlicher Nächstenliebe und Barmherzigkeit ist, scheint Scrooge dieses völlig abzulehnen. Dieser Eindruck manifestiert sich beim Leser, als zwei Herren sein Kontor betreten, die ihn um eine Spende für Nahrung und Heizmaterial für die arme Bevölkerung bitten, da diese die Not in der jetzigen Zeit am bittersten empfinden würden und Unterstützung am freudigsten begrüßt würde. Scrooge verweist jedoch auf die Gefängnisse,

Armenhäuser, die Tretmühle und das Armengesetz und verweigert eine Spende. Er könne es sich nicht leisten, Faulpelzen zur Fröhlichkeit zu verhelfen[7]. Selbst dem eventuellen Tod der Armen kann er noch etwas abgewinnen: „„If they would rather die, they had better do it, and decrease the surplus population.““[8].

Diese Polarisierung der beiden Standpunkte von Scrooge und dessen Neffen stoßen beim Leser auf Unverständnis. Der Leser teilt die Ansicht von Scrooges Neffen, da Weihnachten üblicherweise mit dem Fest der Liebe und der christlichen Nächstenliebe assoziiert wird. Über Scrooges kalte und egoistische Sichtweise ist er jedoch erstaunt und erschrocken.

2.2. Die drei Weihnachtsgeister

Der erste der drei Weihnachtsgeister, die Scrooge aufsuchen sollen, ist der Ghost of Christmas Past. Seine körperlichen Proportionen gleichen einem Kind, doch ist er einem Mann ähnlicher. Sein weißes Haar hängt über seine Schultern und über seinen Rücken herab. Er hat keine einzige Falte im Gesicht. Seine langen Hände und Arme sind muskulös, im Gegensatz zu seinen feinen Beinen und Füßen. Bis auf seine Gliedmaßen ist sein Körper mit einer Tunika von reinstem Weiß mit Sonnenblumen bedeckt, was auf die Gutmütigkeit und Fröhlichkeit des Geistes hindeutet. Um seine Taille trägt er einen Gürtel, von dem ein wunderbarer Glanz ausgeht. Der helle Lichtstrahl, der von seiner Krone auf dem Kopf ausgeht, repräsentiert die Kraft des Geistes und seine Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen.[9] In der Hand trägt er einen Stechpalmenzweig. Da die Stechpalme auch im Winter grün ist, ist sie ein Symbol für das Leben, welches auch nach dem Winter wiederkehrt, und der Hoffnung. Außerdem wird sie in England oft mit Weihnachten assoziiert.

Der Ghost of Christmas Present lässt Scrooges Zimmer wie einen Wald aussehen, in welchem überall Beeren schimmern. Auf dem Fußboden liegen diverse Köstlichkeiten. Der Geist ist sehr groß und hält eine brennende Fackel in Form eines Füllhorns in der Hand. Es ist gefüllt mit Weihnachtsstimmung, die er auf die Armen tröpfelt und kann als Symbol seiner Nächstenliebe gedeutet werden[10]. Er trägt einen schlichten dunkelgrünen Rock oder Mantel, der mit einem weißen Pelz abgesetzt ist, Sandalen und auf dem Kopf einen Kranz aus

Stechpalmen. In seiner altertümlichen, von Rost zerfressenen Schwertscheide steckt kein

Schwert. Dieses verweist auf das Christentum als Friedensbotschaft, denn mit der Geburt Jesu schloss Gott mit den Menschen endgültig Frieden. Er ist noch sehr jung, da es seit Christi Geburt jedes Jahr einen neuen Weihnachtsgeist gegeben hat[11]. Wie bei dem ersten Geist repräsentiert auch hier das Licht, das von ihm ausgeht, “ a blaze of ruddy light“[12], seine Kraft und Gewalt[13]. Die dominierende Farbe „Grün“ ist wiederum ein Symbol des Lebens und der

Hoffnung. Unter seinem Mantel verbirgt der Geist zwei hässliche und abschreckende Kinder, die Scrooge erst kurz vor dem Tod des Geistes entdeckt. Der Junge heißt Unwissenheit und das Mädchen Not. Es sind die Kinder der Menschheit, die sich an den Körper des Geistes klammern und vor denen sich die Menschheit in Acht nehmen sollte[14].

Der Ghost of Christmas Yet To Come ist bis zum Schädel in dunkle Tücher gehüllt. Nur eine ausgestreckte Skeletthand ist sichtbar. Er hat keine Gestalt, da es ihn noch nicht gibt. Zudem verbreitet er eine geheimnisvolle Finsternis und ist kaum von der Dunkelheit zu unterscheiden. Obwohl Scrooge ihn mehrfach anspricht, antwortet er nicht[15]. Diese Tatsache macht den Geist noch geheimnisvoller und bedrohlicher für Scrooge, denn der Geist kann ihm keine definitiven Antworten über seine Zukunft geben. Die furchterregende Gestalt hat Ähnlichkeiten mit dem Gevatter Tod. Sie deutet schon auf Tiny Tims und Scrooges Tod hin. Weihnachtliche Stimmung wie die anderen beiden Geister, die zudem mit positiven und hellen Adjektiven beschrieben werden, vermittelt dieser Geist nicht.

Das Wesen aller drei Geister geht über das Metaphorische hinaus. Sie haben zum einen die Funktion, Scrooge diverse Weihnachtsfeste zu zeigen und zum anderen ihn zu ermahnen, Weihnachten zu feiern, um seinem frühen Tod zu entgehen.

[...]


[1] Brian Sibley, A Christmas Carol – The Unsung Story (Oxford 1994), S. 27

[2] Katherine Ashenburg Carolan, A Study Of Christmas In The Works Of Charles Dickens, With Special Attention

To The Christmas Books (Michigan 1972), S. 74

[3] Charles Dickens, A Christmas Carol (New York, 1997), S. 7

[4] Vgl. ebd., S. 6

[5] Vgl. ebd., S. 8

[6] Vgl. ebd., S. 8-9

[7] Vgl. ebd., S. 11

[8] Vgl. ebd., S. 11

[9] Vgl. Carolan, A Study of Christmas In The Works Of Charles Dickens, With Special Attention To The

Christmas Books, S. 93

[10] Vgl. ebd., S.93

[11] Vgl. Dickens, A Christmas Carol, S. 44

[12] Vgl. ebd., S. 43

[13] Vgl. Carolan, A Study of Christmas In The Works Of Charles Dickens, With Special Attention To The

Christmas Books, S. 93

[14] Vgl. Dickens, A Christmas Carol, S. 63

[15] Vgl. ebd., S. 64-66

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Weihnachten in 'A Christmas Carol'
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Englisches Seminar)
Veranstaltung
Charles Dickens, Ausgewählte Werke
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V69970
ISBN (eBook)
9783638618922
ISBN (Buch)
9783638774109
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weihnachten, Christmas, Carol, Charles, Dickens, Ausgewählte, Werke
Arbeit zitieren
Holger Kiesow (Autor), 2004, Weihnachten in 'A Christmas Carol', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69970

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