Finnisch Lappland verändert sich - Probleme der Entwicklung einer Landschaft


Hausarbeit (Hauptseminar), 1999
15 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung
1.1 Einleitung
1.2 Allgemeines zu Finnland

2. Naturräumliche Ausstattung Finnisch Lapplands
2.1 Physiognomie
2.2 Klima
2.3 Boden

3. Entwicklungskomponenten Finnisch Lapplands
3.1 Bevölkerungsverteilung
3.2 Agrare Nutzung
3.3 Waldbewirtschaftung
3.4 Industriestruktur
3.5 Tourismus

4. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einführung

1.1 Einleitung

Finnland hat in den letzten Jahrzehnten den großen Sprung von einem reinen Agrarland zu einer modernen Industrienation geschafft. Lange Zeit war das einzig bekannte und erfolgreiche Exportprodukt der Finnen die Sauna. Diese Zeiten kann man nun endgültig der Vergangenheit zuschreiben, denn Finnland ist ein gleichberechtigter und starker Mit­wett­bewerber auf dem Weltmarkt geworden. Inhalt dieser Ausarbeitung ist aber nicht der prosperierende Süden des Landes, sondern vielmehr die ökonomisch benachteiligte Region Lappland.

Das Motto „Des einen Leid, ist des anderen Freud“ kann durchaus auf Lappland angewandt werden. Die Vernachlässigung der ökonomischen und demographischen Entwicklungen, ergab ein enormes Potential für eine ungestörte und naturnahe ökologische Entwicklung. Daher ist Lapplands Einstufung als benachteiligte Region nur aus ökonomischer Sicht gerechtfertigt.

Diese Ausarbeitung faßt die wichtigsten natur- und sozialgeographischen Komponenten Finnisch Lapplands zusammen. Diese werden nicht nur einzeln dargestellt, sondern wenn möglich in den gesamtfinnischen Rahmen eingeordnet. Ziel ist es, einen straffen Überblick über vorhandenes Problem- und Wachstumspotential zu geben.

1.2 Allgemeines zu Finnland

Finnland liegt zwischen dem 60. und 70. Grad nördlicher Breite, wobei sich ca. 1/3 der Landfläche nördlich des Polarkreises befindet. Das Land ist seit 1919 eine Parlamentarische Republik, war jedoch vorher unter starkem Einfluß der unmittelbaren Nachbarn Schweden und Rußland. 1995 schloß sich Finnland der Europäischen Union an. In diesem Jahr lebten 5.083.000 Einwohner auf dem 338.144 km2 großen finnischen Staatsgebiet. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 16,6 Ew/km2, wobei zwischen dem stark bevölkerten Süden und dem fast bevölkerungsleeren Norden unterschieden werden muß. Es herrscht eine starke Nord-Süd-Disparität in Finnland vor, dessen Entstehung klare Ursachen in den Lagevorteilen des Südens hat:

- Höhere agrarische Tragfähigkeit
- Lagevorteil für die exportorientierten Handels- und Industriestädte
- Selbstverstärkende (Synergieeffekte) der Industrie- und Dienstleistungsunternehmen

2. Naturräumliche Ausstattung Finnisch Lapplands

2.1 Physiognomie

Lappland ist ein Bergland mit durchschnittlichen Erhebungen von 200 – 300 m. Im NW steigert es sich zu einer Hochgebirgsregion mit Höhen bis über 1000 m, wobei mit dem Haltiatunturi (1324m) der höchste Punkt Finnlands erreicht wird. Noch heute sind die Auswirkungen der Inlandvereisung durch die isostatische Hebung meßbar. Die Neulandgewinnung kann für Finnland bis zu 10 m2/a an fruchtbaren Seesedimenten betragen.

In Finnland gibt es ca. 60.000 Seen mit einem Durchmesser größer als 200 m. Dies entspricht 9,4% des Staatsgebietes. Die Seen sind ausgesprochen flach, nur 20 sind tiefer als 20 m. Der größte See Lapplands ist der Inarissee mit einer Fläche von 1000 m2. Dieser ist mit 3000 Inseln durchsetzt und wird durch den Paatsjoki über den Varangerfjord in die Barentssee entwässert. Der Inarisee friert um den 10. Oktober zu und taut Ende Mai wieder auf. Die beiden längsten Flüsse Lapplands sind der Kemijoki (494 km) und der Torniojoki (450 km).[1]

Die Vegetationszonen wandeln sich auf Grund der allmählichen klimatischen Veränderung von Süden nach Norden. Der Wald hat für Finnland überragende Bedeutung, er bedeckt 70% der Gesamtfläche Finnlands.[2] In Lappland gehen die waldbedeckten Gebiete allmählich in die Tundravegetation über. Im äußersten Norden schließlich findet man nur baumfreie Vegetation mit Moose, Flechten, Grasfluren und zwergstrauchreichen Heiden.

2.2 Klima

Das Klima ist einerseits der wesentliche Ungunstfaktor für die anthropogene Nutzung Lapplands, andererseits jedoch Ausgangspunkt für die relativ ungestörte Entwicklung der natürlichen Vegetation.

Im Südwesten erfährt Finnlands Klima den stärksten Einfluß durch Binnenmeere, da dort die feuchten SW-Winde ungehindert einströmen können. Ferner wird es im Norden vom Polarmeer beeinflußt. Der Einfluß des Nordatlantikstromes ist gering, da Finnland auf der Leeseite des Skandinavischen Gebirgszuges liegt. Die warmen SW-Winde, die diesem Strom folgen, führen Feuchtigkeit mit sich, welche sich in Form von Steigungsregen an der Westküste Norwegens niederschlägt. Unmittelbare Folge ist, daß die SW-Winde relativ trocken sind, wenn sie die Küste Finnlands erreichen. Bei größerer jährlicher Temperaturamplitude nimmt die Ozeanität nach Osten hin ab. Finnland liegt somit im Übergangsbereich vom maritimen zum kontinental geprägten Klima, wobei Zentralfinnland stark kontinental geprägt ist. Zusätzlich liegt Lappland im Bereich der arktischen Luftmassen.[3] Die klimatischen Besonderheiten Lapplands werden durch nachstehende Elemente charakterisiert:

A) Sonneneinstrahlung:

Die Sonneneinstrahlung nimmt von SW nach NO hin ab. 70% der gesamten Einstrahlung erfolgt während der Vegetationsperiode (Mai – September). Im Norden wird die Abnahme der Sonneneinstrahlung durch den zweimonatigen Polartag kompensiert. Die nachstehende Tabelle zeigt die Dauer der Jahreszeiten im Vergleich:

Tabelle 1: Dauer der Jahreszeiten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Haas, H.-D. (1978), S. 88

B) Frost:

Die Nachtfrostgefahr ist im Landesinneren durch die zunehmende Kontinentalität höher als an der Küste. In Lappland wirkt diesem Prozeß der lange Polartag mit seiner intensiven Sonneneinstrahlung entgegen. Am häufigsten kommt es kurz nach Anfang und knapp vor Ende des Sommers zur Frostbildung.

C) Klimazonen:

Lappland kann in vier Klimazonen eingeteilt werden. Der äußerste Südwesten Lapplands wird von der Klimazone IIb erfaßt. Der Kontinentale Klimacharakter verstärkt sich von Südwestlappland nach Norden bis zur Eisscheide (Trennlinie der Gletschervorstöße) zwischen Sodankylä und Inari. Dies ist die Klimazone IIIa. In Zentrallappland (Zone IVb) herrscht für den Menschen das ungünstigste Klima. Das Inaribecken (Zone IVa) stellt eine vom Klima begünstigte Insel dar. Dies ist bedingt durch den maritimen Einfluß des Eismeeres (Golfstrom) im östlichen Teil, sowie die lokal mildernde Wirkung des Inarisees.[4] Folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Klimadaten der Klimazonen im Vergleich.

[...]


[1] ) Vgl. Varjo, U. (1987), S. 76

[2] ) Vgl. Steingrube, W. (1992), S. 37f

[3] ) Vgl. Haas, H.-D. (1978), S. 80ff

[4] ) Vgl. Varjo, U. (1977), 21ff

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Finnisch Lappland verändert sich - Probleme der Entwicklung einer Landschaft
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Geographie und Geoökologie)
Veranstaltung
Oberseminar Ökologische Probleme Nordeuropas
Note
1,8
Autor
Jahr
1999
Seiten
15
Katalognummer
V70011
ISBN (eBook)
9783638623117
Dateigröße
415 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finnisch, Lappland, Probleme, Entwicklung, Landschaft, Oberseminar, Nordeuropas
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt / Dipl. Geograf Klaus-Dieter Färber (Autor), 1999, Finnisch Lappland verändert sich - Probleme der Entwicklung einer Landschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70011

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