Finnland hat in den letzten Jahrzehnten den großen Sprung von einem reinen Agrarland zu einer modernen Industrienation geschafft. Lange Zeit war das einzig bekannte und erfolgreiche Exportprodukt der Finnen die Sauna. Diese Zeiten kann man nun endgültig der Vergangenheit zuschreiben, denn Finnland ist ein gleichberechtigter und starker Mit-wett¬bewerber auf dem Weltmarkt geworden. Inhalt dieser Ausarbeitung ist aber nicht der prosperierende Süden des Landes, sondern vielmehr die ökonomisch benachteiligte Region Lappland.
Das Motto „Des einen Leid, ist des anderen Freud“ kann durchaus auf Lappland angewandt werden. Die Vernachlässigung der ökonomischen und demographischen Entwicklungen, ergab ein enormes Potential für eine ungestörte und naturnahe ökologische Entwicklung. Daher ist Lapplands Einstufung als benachteiligte Region nur aus ökonomischer Sicht gerechtfertigt.
Diese Ausarbeitung faßt die wichtigsten natur- und sozialgeographischen Komponenten Finnisch Lapplands zusammen. Diese werden nicht nur einzeln dargestellt, sondern wenn möglich in den gesamtfinnischen Rahmen eingeordnet. Ziel ist es, einen straffen Überblick über vorhandenes Problem- und Wachstumspotential zu geben.
Inhaltsverzeichnis
1. EINFÜHRUNG
1.1 EINLEITUNG
1.2 ALLGEMEINES ZU FINNLAND
2. NATURRÄUMLICHE AUSSTATTUNG FINNISCH LAPPLANDS
2.1 PHYSIOGNOMIE
2.2 KLIMA
2.3 BODEN
3. ENTWICKLUNGSKOMPONENTEN FINNISCH LAPPLANDS
3.1 BEVÖLKERUNGSVERTEILUNG
3.2 AGRARE NUTZUNG
3.3 WALDBEWIRTSCHAFTUNG
3.4 INDUSTRIESTRUKTUR
3.5 TOURISMUS
4. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die ökonomischen und strukturellen Herausforderungen der Region Lappland im Kontext der gesamtfinnischen Entwicklung und analysiert das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Benachteiligung und ökologischem Potenzial.
- Naturräumliche Gegebenheiten Lapplands (Klima, Boden, Physiognomie)
- Strukturelle Disparitäten zwischen dem Norden und dem Süden Finnlands
- Wandel der Agrarstruktur und Rolle der Rentierhaltung
- Herausforderungen der Waldbewirtschaftung und Industrieentwicklung
- Bedeutung des Tourismus als stabilisierender Wirtschaftsfaktor
Auszug aus dem Buch
3.1 Bevölkerungsverteilung
Lappland ist durch eine sehr unausgewogene Bevölkerungsverteilung gekennzeichnet. Fruchtbare Böden und eine Verkehrsanbindung waren für die Siedler ausschlaggebend. Diese fanden sie nur in den Fluß- und Seengebieten. Selbst das Kolonisationsprogramm (siehe Punkt 3.2) schaffte nur wenig neue Kulturlandschaftszellen entlang neuer Straßen. Dadurch haben sich, als Knotenpunkt verschiedener Siedlungs- und Verkehrsbänder, die vier wichtigsten Zentren Lapplands herausbilden können: Rovaniemi (34.200 Ew), Kemi (26.500 Ew), Tornio (23.000 Ew) und Kemijärvi (12.000 Ew).
Zu dieser Bandstruktur gesellt sich ein natürliches Strukturelement: die Nordwest-Südost verlaufende Grenze des Siedlungsraumes. Dieser kulturräumliche Grenzsaum entspricht beinahe exakt der 200-m-Isohypse. Die Höhenlinie teilt „Kulturlappland“ mit dem bevölkerungsreicheren Süden von „Naturlappland“ mit dem annähernd bevölkerungsleeren Norden.
Zusammenfassend ergeben sich drei Hauptmerkmale der lappländischen Bevölkerungsverteilung:
• Geringe Bevölkerungsdichte
• Bandförmige Erstreckung der Siedlungen an Natur- oder Kulturachsen
• Nord-Süd-Disparität innerhalb Lapplands
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung beleuchtet den Wandel Finnlands vom Agrarland zur Industrienation und definiert Lappland als ökonomisch benachteiligte, aber ökologisch wertvolle Zielregion der Untersuchung.
2. NATURRÄUMLICHE AUSSTATTUNG FINNISCH LAPPLANDS: Dieses Kapitel beschreibt die physisch-geographischen Rahmenbedingungen, insbesondere das Klima und die Bodenbeschaffenheit, die die menschliche Nutzung der Region stark limitieren.
3. ENTWICKLUNGSKOMPONENTEN FINNISCH LAPPLANDS: Der Hauptteil analysiert die sozioökonomischen Faktoren wie Bevölkerungsverteilung, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Industrie und Tourismus, welche die aktuelle Situation Lapplands prägen.
4. AUSBLICK: Das Fazit fasst zusammen, dass Lappland trotz negativer ökonomischer Prognosen eine einzigartige Naturlandschaft bewahrt, die als "Ungunstraum" für eine naturnahe Entwicklung einen großen Spielraum bietet.
Schlüsselwörter
Finnland, Lappland, Nord-Süd-Disparität, Bevölkerungsverteilung, Agrarstruktur, Waldbewirtschaftung, Tourismus, Industrialisierung, Rentierhaltung, Kolonisationsprogramm, Klima, Bodenqualität, Strukturwandel, Regionalentwicklung, Naturraumausstattung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die spezifischen ökologischen und ökonomischen Probleme, mit denen die Region Lappland im Zuge der modernen Entwicklung Finnlands konfrontiert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die naturräumliche Ausstattung (Klima, Boden), die Bevölkerungsstruktur sowie die wichtigsten Wirtschaftsbereiche wie Land- und Forstwirtschaft, Industrie und Tourismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über das Problem- und Wachstumspotenzial der Region Lappland zu geben und die Disparitäten zum prosperierenden Süden Finnlands aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer geographischen Bestandsaufnahme und der Analyse sozialökonomischer Komponenten, gestützt durch statistische Daten und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der naturräumlichen Voraussetzungen und die detaillierte Analyse der einzelnen Entwicklungsfaktoren der lappländischen Wirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nord-Süd-Disparität, ökonomische Benachteiligung, landwirtschaftliche Randlage und ökologisches Potenzial charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Rentierhaltung heute?
Die Rentierhaltung hat einen besonderen Status in der Agrarstruktur Lapplands, wurde jedoch durch externe Ereignisse wie das Unglück von Tschernobyl stark beeinträchtigt.
Wie beeinflusst der Tourismus die lappländische Wirtschaft?
Der Tourismus fungiert insbesondere in den Sommermonaten als stabilisierender Wirtschaftsfaktor, der den Wegfall von Einkommen in der Land- und Forstwirtschaft teilweise kompensiert.
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- Dipl. Betriebswirt / Dipl. Geograf Klaus-Dieter Färber (Author), 1999, Finnisch Lappland verändert sich - Probleme der Entwicklung einer Landschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70011