Die Frage nach der menschlichen Freiheit bzw. Unfreiheit beschäftigt die Philosophie von ihren Anfängen in der Antike bis in unsere gegenwärtige Zeit hinein. Besonders in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts schien die Überzeugung, daß der Mensch seinem grundlegendem Wesen nach frei sei, gefährdeter denn je. Bahnbrechende Erfolge in den naturwissenschaftlichen Einzeldisziplinen und ein daraus resultierendes positivistisches Klima, das seinen Einzug auch in den philosophischen Diskurs fand, kulminierten weitestgehend in der Überzeugung der Unhaltbarkeit des menschlichen Freiheitsbegriffes, der auf dem Altar meist mechanistischer Universal – Erklärungs – Modelle geopfert wurde.
Die Arbeit schließt sich der Bergsonschen Gliederung an, indem sie mit einer kurzen Skizzierung jener Kritik beginnt, um von dort aus über den Begriff der Dauer Bergsons Konzeption der Freiheit zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
- I. EINLEITUNG
- II. KRITIK DES PSYCHO-PHYSISCHEN PARALLELISMUS.
- III. DAUER, SPRACHE, FREIHEIT
- IV. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Freiheitsbegriff bei Henri Bergson und stellt seine Theorie der Dauer (duree) als Grundlage für ein neues Verständnis von Freiheit dar. Sie verfolgt das Ziel, Bergsons Kritik am psycho-physischen Parallelismus aufzuzeigen und seine innovative Konzeption der Zeit in den Kontext der Debatte um Determinismus und Indeterminismus zu setzen.
- Kritik des psycho-physischen Parallelismus
- Die Konzeption der Dauer (duree)
- Bergsons Freiheitsverständnis
- Der Einfluss der Zeit auf das menschliche Bewusstsein
- Die Rolle der Sprache in Bergsons Philosophie
Zusammenfassung der Kapitel
- I. EINLEITUNG: Diese Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Debatte um die menschliche Freiheit und stellt den Kontext von Bergsons Werk dar. Sie verdeutlicht die Problematik des Determinismus und Indeterminismus und führt den Leser in die Konzepte ein, die im weiteren Verlauf der Arbeit behandelt werden.
- II. KRITIK DES PSYCHO-PHYSISCHEN PARALLELISMUS: Dieses Kapitel widmet sich der Kritik an den beiden Formen des Determinismus: dem physischen und dem psychischen Determinismus. Bergsons Argumentation basiert auf der Annahme, dass beide Formen auf einer unzutreffenden Auffassung vom Bewusstsein und der Zeit beruhen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen wie Freiheit, Determinismus, Indeterminismus, Dauer (duree), Bewusstsein, Sprache, Zeit, psycho-physischer Parallelismus und Assoziationstheorie. Sie beleuchtet die Bedeutung dieser Konzepte im Werk von Henri Bergson und untersucht ihre Relevanz für die philosophische Debatte um die menschliche Freiheit.
Häufig gestellte Fragen
Wie definiert Henri Bergson den Begriff der Freiheit?
Freiheit ist für Bergson ein Ausdruck des schöpferischen Bewusstseins. Sie ist nicht durch mechanistische Gesetze erklärbar, sondern entspringt der inneren Dynamik der Persönlichkeit.
Was versteht Bergson unter „Dauer“ (durée)?
Die Dauer ist die wahre, gelebte Zeit des Bewusstseins, die im Gegensatz zur messbaren, räumlich vorgestellten Zeit der Naturwissenschaften steht. Sie ist die Grundlage für Bergsons Freiheitskonzeption.
Warum kritisiert Bergson den psycho-physischen Parallelismus?
Bergson lehnt die Idee ab, dass Bewusstseinsprozesse eins zu eins auf physische Gehirnvorgänge reduziert werden können. Er sieht darin eine unzulässige Mechanisierung des menschlichen Geistes.
Welche Rolle spielt die Sprache in Bergsons Philosophie?
Die Sprache neigt dazu, das fließende Erleben des Bewusstseins in starre Begriffe zu zerlegen. Dies erschwert das Verständnis der Freiheit, da sie das Dynamische statisch macht.
Was ist der Unterschied zwischen Determinismus und Indeterminismus bei Bergson?
Bergson versucht, über die klassische Debatte hinauszugehen, indem er zeigt, dass beide Positionen oft von einer falschen, räumlichen Auffassung der Zeit ausgehen.
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- Steffen Heil (Author), 2004, Der Begriff der Freiheit bei Bergson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70027