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Internationalisierung der handelsrechtlichen Rechnungslegung und steuerliche Gewinnermittlung

Title: Internationalisierung der handelsrechtlichen Rechnungslegung und steuerliche Gewinnermittlung

Seminar Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Diplom Kaufmann Thomas Kruse (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Die Europäische Union hat mit der IAS-Verordnung vom 19.07.2002 auf die zunehmenden Erfordernisse einer Internationalisierung der Rechnungslegung reagiert. In Art. 4 IAS-VO ist festgelegt, dass Kapitalgesellschaften, die dem Recht eines Mitgliedstaats unterliegen und deren Wertpapiere zum Handel an einem geregelten Markt zugelassen sind, für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1.1.2005 beginnen, ihre konsolidierten Abschlüsse auf der Grundlage der International Accounting Standards/International Financial Reporting Standards (IAS/IFRS) erstellen müssen. Darüber hinaus gibt die IAS-Verordnung den Mitgliedstaaten in Art. 5 ein Wahlrecht, die Anwendung der IAS/IFRS auch in den Einzelabschlüssen von Kapitalgesellschaften und Nicht-Kapitalgesellschaften zu gestatten oder vorzuschreiben. Damit stellt sich die Frage nach der Zukunft der handelsrechtlichen und auch der steuerrechtlichen Gewinnermittlung in Deutschland, denn zur Zeit bildet gem. § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG der handelsrechtliche Einzelabschluss die Grundlage für die steuerrechtliche Gewinnermittlung .
Im Rahmen dieser Arbeit wird daher zunächst die Ausgangslage der Rechnungslegung in Deutschland sowie die geplanten und die bereits durchgeführten Änderungen der letzten Jahre kurz skizziert. Die Konzernrechnungslegung wird dabei nicht näher betrachtet, denn hier geht es ausschließlich um die Auswirkungen der Internationalisierung auf das Verhältnis zwischen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Gewinnermittlung im Einzelabschluss. Für die weitere Untersuchung wird im Folgenden die Annahme getroffen, dass die Entwicklung des Handelrechts dahin führen wird, dass der handelsrechtliche Einzelabschluss sowohl von Kapitalgesellschaften als auch von Nicht-Kapitalgesellschaften zukünftig auf Basis der IAS/IFRS zu erstellen sein wird. Vor diesem Hintergrund ist dann die Frage zu behandeln, ob weiterhin die Steuerbilanz auf der Grundlage einer solchen veränderten Handelsbilanz erstellt werden kann bzw. welche Alternativen sich für das zukünftige Bilanzsteuerrecht anbieten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgangslage der Rechnungslegung in Deutschland

2.1 Der Maßgeblichkeitsgrundsatz des § 5 Abs. 1 EStG

2.2 Zwecke der Rechnungswerke

2.2.1 Grundsätzliche Funktionen einer Rechnungslegung

2.2.2 Funktionelle Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanzrecht

2.3 Bisherige Reaktion des deutschen Gesetzgebers

3 Übernahme der IAS/IFRS in den handelsrechtlichen Einzelabschluss

3.1 Unterschiede zwischen HGB und IAS/IFRS

3.2 Zur Diskussion um die Übernahme der IAS/IFRS in den handelsrechtlichen Einzelabschluss

4 Maßgeblichkeit der IAS/IFRS für die Steuerbilanz?

4.1 Probleme bei der Fortführung der Maßgeblichkeit auf IAS/IFRS-Basis

4.1.1 Institutioneller Aspekt

4.1.2 Materielle Aspekte

4.2 Steuerbelastungsvergleich im Falle einer IAS/IFRS Maßgeblichkeit

4.3 Zwischenergebnis

5 Alternativen für die zukünftige steuerliche Gewinnermittlung

5.1 Eigenständiges Bilanzsteuerrecht

5.2 Einnahmen-Überschuss-Rechnung

6 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Internationalisierung der Rechnungslegung auf das Verhältnis zwischen handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Gewinnermittlung in Deutschland. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob eine Übernahme der IAS/IFRS in den handelsrechtlichen Einzelabschluss weiterhin eine Verknüpfung mit der steuerlichen Gewinnermittlung über das Maßgeblichkeitsprinzip ermöglicht oder ob alternative Konzepte für das Bilanzsteuerrecht erforderlich sind.

  • Internationalisierung der Rechnungslegung durch IAS/IFRS
  • Zukunft des Maßgeblichkeitsprinzips gemäß § 5 Abs. 1 EStG
  • Funktionelle Unterschiede zwischen HGB und IAS/IFRS
  • Problematik einer IAS/IFRS-Maßgeblichkeit für die Steuerbilanz
  • Diskussion alternativer steuerlicher Gewinnermittlungskonzeptionen

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Funktionelle Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanzrecht

Der handelsrechtliche Jahresabschluss nach HGB hat nach überwiegender Literaturmeinung mehrere Funktionen parallel zu erfüllen, ohne dass es ein klares Oberziel gäbe. Neben die Informationsfunktion über die tatsächliche Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gem. § 264 Abs. 2 HGB tritt die Ausschüttungsbemessungsfunktion, denn der ermittelte Gewinn ist Grundlage für die Ausschüttung an die Gesellschafter. Bei der Ausschüttungsbemessung ist der Gläubigerschutz zu berücksichtigen. Daher ist das Ausschüttungspotential auf realisierte Gewinne zu beschränken (Realisationsprinzip) und ungewisse Risiken sind ausschüttungsmindernd zu berücksichtigen (Imparitätsprinzip). Neben der Gläubigerschutzfunktion ist damit auch die Funktion der Kapitalerhaltung verbunden. Die HGB-Bilanzierung ist daher stark vom Vorsichtsprinzip und zahlreichen Wahlrechten, die das potentielle Ausschüttungsvolumen minimieren, geprägt.

Ein Jahresabschluss nach IAS/IFRS konzentriert sich dagegen ausschließlich auf das Ziel der Informationsvermittlung. Nach Framework, Par. 12 hat dieses Rechnungswerk die Aufgabe, entscheidungsrelevante Informationen für die verschiedenen Bilanzadressaten bereit zu stellen. Nach Framework, Par. 10 S. 2 ist dabei davon auszugehen, dass die Informationsbedürfnisse der Anteilseigner, die dem Unternehmen Risikokapital zur Verfügung stellen, den Informationsbedürfnissen der meisten anderen Interessengruppen (z. B. Gläubiger, Arbeitnehmer, Kunden oder Lieferanten) entsprechen. Das Vorsichtsprinzip ist in der IAS/IFRS Rechnungslegung nicht so stark ausgeprägt, vielmehr geht es um einen True-and-Fair-View auf die Vermögenslage des Unternehmens.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Hintergrund der IAS-Verordnung der EU und die daraus resultierenden Fragen für die Zukunft der handels- und steuerrechtlichen Gewinnermittlung in Deutschland.

2 Ausgangslage der Rechnungslegung in Deutschland: Dieses Kapitel skizziert den historischen Prozess des Maßgeblichkeitsprinzips und analysiert die grundlegenden Zwecke und Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz.

3 Übernahme der IAS/IFRS in den handelsrechtlichen Einzelabschluss: Es werden die Unterschiede zwischen HGB und IAS/IFRS dargelegt und die aktuelle Diskussion über eine verpflichtende Übernahme der internationalen Standards in den Einzelabschluss beleuchtet.

4 Maßgeblichkeit der IAS/IFRS für die Steuerbilanz?: Dieses Kapitel untersucht die institutionellen und materiellen Probleme einer möglichen Fortführung der Maßgeblichkeit bei IAS/IFRS-Basis sowie die steuerlichen Konsequenzen.

5 Alternativen für die zukünftige steuerliche Gewinnermittlung: Hier werden ein eigenständiges Bilanzsteuerrecht sowie die Einnahmen-Überschuss-Rechnung als mögliche zukünftige Lösungsansätze diskutiert.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine uneingeschränkte IAS/IFRS-Maßgeblichkeit nicht befürwortbar ist und empfiehlt ein eigenständiges Steuerrecht oder eine Überschussrechnung als konsistente Basis.

Schlüsselwörter

IAS/IFRS, Maßgeblichkeitsprinzip, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Gewinnermittlung, Bilanzsteuerrecht, Vorsichtsprinzip, True-and-Fair-View, Internationalisierung, Rechnungslegung, HGB, Einzelabschluss, Einnahmen-Überschuss-Rechnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Internationalisierung der Rechnungslegung durch die IAS/IFRS auf das deutsche Steuersystem, insbesondere die zukünftige Rolle des Maßgeblichkeitsprinzips.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen das Verhältnis von Handels- und Steuerbilanz, die Unterschiede zwischen HGB und IAS/IFRS sowie die Suche nach adäquaten Gewinnermittlungsmethoden für die Zukunft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, ob das bisherige System der Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz bei einer Umstellung auf IAS/IFRS haltbar bleibt oder durch neue Modelle ersetzt werden muss.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auswertung bestehender gesetzlicher Regelungen sowie aktueller Diskussionsbeiträge aus Wissenschaft und Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Ausgangslage in Deutschland, den Unterschieden zwischen den Rechnungslegungsvorschriften, den Problemen einer IAS/IFRS-Maßgeblichkeit für den Fiskus sowie möglichen Alternativmodellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch die Begriffe Maßgeblichkeitsprinzip, IAS/IFRS, Gewinnermittlung, Bilanzsteuerrecht und Internationalisierung charakterisiert.

Welche institutionellen Bedenken bestehen gegen eine IAS/IFRS-Maßgeblichkeit?

Die Standards werden von einer privatrechtlichen Institution (IASB) erstellt, während die Befugnis zur Aufstellung verbindlicher Rechtsnormen verfassungsrechtlich bei den gewählten Gesetzgebungsorganen liegt.

Was spricht aus Sicht des Autors gegen die IAS/IFRS-Maßgeblichkeit?

Der Autor argumentiert, dass die True-and-Fair-View-Konzeption und das Vorsichtsprinzip des HGB sowie die unterschiedlichen Zwecksetzungen der Bilanzierung zu gravierenden Friktionen führen, die eine direkte Anknüpfung der Steuerlast problematisch machen.

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Details

Title
Internationalisierung der handelsrechtlichen Rechnungslegung und steuerliche Gewinnermittlung
College
University of Hagen  (Lehrstuhl Steuer- und Prüfungswesen)
Grade
1,7
Author
Diplom Kaufmann Thomas Kruse (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V70046
ISBN (eBook)
9783638614481
ISBN (Book)
9783638673938
Language
German
Tags
Internationalisierung Rechnungslegung Gewinnermittlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Kaufmann Thomas Kruse (Author), 2006, Internationalisierung der handelsrechtlichen Rechnungslegung und steuerliche Gewinnermittlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70046
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