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Religionsphilosophische Diskurse in Lessings Nathan der Weise

Titre: Religionsphilosophische Diskurse in Lessings Nathan der Weise

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 27 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Stefan Scherer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die vorliegende Hausarbeit zum Thema "Religionsphilosophische Diskurse in Lessings Nathan der Weise" in dem Hauptseminar "Lessing" befasst sich zu Beginn mit dem Fragmentenstreit, der unzweifelbar als Ausgangspunkt zur Entstehung dieses Stückes gesehen werden kann. Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" ist oft als Vermächtnis eines großen Aufklärers bezeichnet worden. Betrachtet man Werke als Klassiker, die zu verschiedenen Zeiten immer wieder die Auseinandersetzung mit ihnen selber und der jeweiligen Gegenwart provozieren, dann kann dieses dramatische Gedicht mit Recht so bezeichnet werden. Es hat in den zwei Jahrhunderten seit seinem ersten Erscheinen 1779 nicht zuletzt wegen den darin angesprochenen religiösen Aspekten manche Diskussionen angeregt, und es ist sicher kein Zufall, dass der "Nathan" von den Nationalsozialisten genauso rigoros abgelehnt wurde wie er nach dem Zweiten Weltkrieg quasi als kompensatorische Gegenreaktion auf allen wichtigen Bühnen gespielt wurde. Ausgehend von der Ringparabel soll in dieser Arbeit untersucht werden, wie die Religionskonzeption Lessings das Stück strukturiert. Hierzu werden keine herkömmlichen Charakterisierungen der Personen vorgenommen, sondern die Figuren des Stücks werden auf ihre religiösen Ansichten hin untersucht und weiterhin das Verhältnis der einzelnen Religionen thematisiert. Ein Aufruf vielleicht zu Völkerverständigung und Toleranz - darin liegt auch heute noch seine Aktualität, aber auch seine Brisanz, die am Ende zusammenfassend thematisiert werden soll.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Der Goeze- Streit

2. Die Darstellung der drei monotheistischen Religionen

2.1. Das Christentum

2.1.1. Der Tempelherr

2.1.2. Daja

2.1.3. Der Klosterbruder

2.1.4. Der Patriarch

2.2. Der Islam: Sultan Saladin und Sittah

2.3. Das Judentum: Nathan

3. Das Verhältnis der Religionen zueinander

3.1. Die Ringparabel

3.2. „Jedes Glaubens Zierde“ – Recha

3.3. Das „gute“ Ende des dramatischen Gedichts – Die Schlussszene

4. Toleranz und Religion leben – Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ hinsichtlich seiner religionsphilosophischen Diskurse. Ziel ist es, ausgehend von der Ringparabel zu analysieren, wie Lessings Religionskonzeption das Stück strukturiert, indem die Figuren auf ihre religiösen Ansichten hin untersucht und das Verhältnis der Religionen zueinander beleuchtet werden.

  • Die Darstellung der drei monotheistischen Religionen durch die Charaktere des Dramas.
  • Die Analyse der Ringparabel als Zentrum von Lessings Religionsauffassung.
  • Die Untersuchung der interreligiösen Dynamiken und der Toleranzidee.
  • Die Rolle der Vernunft und praktischen Humanität gegenüber dogmatischen Ansätzen.
  • Die Bedeutung von Jerusalem als symbolischer Ort der Auseinandersetzung und Versöhnung.

Auszug aus dem Buch

2.1.4. Der Patriarch

Obwohl der Patriarch selbst erst im 2. Auftritt des 4. Aufzugs zum ersten Mal auftritt, begegnen wir ihm indirekt bereits im 5. Auftritt des 1. Aufzugs. Dort versucht der Klosterbruder, den Tempelherrn im Auftrag des Patriarchen als Spion für einen geplanten Anschlag gegen Sultan Saladin zu gewinnen. Bereits hier wird deutlich, dass der Patriarch eine durchaus doppelbödige Moralauffassung vertritt. So stützt er sich einerseits auf Saladins Schutz, schmiedet aber andererseits Mordpläne gegen den Sultan.

Zunächst einmal sei aber gesagt, dass der Patriarch danach lebt, dass der Mensch die Gebote Gottes und der Kirche befolgen soll. Er nimmt die christlichen Glaubenslehren wie auch Daja (siehe Kap.2.1.3.) an, ordnet die Vernunft dem Glauben unter und verabsolutiert die religiöse Trennung der Menschen. Befangen in herzlosem Dünkel und Egoismus, wird er allerdings als ein Mensch gezeigt, der unter dem Deckmantel der Religion unsaubere Geschäfte abwickelt, denn seine Gnadenlosigkeit ist die Konsequenz aus der Lehre, nur durch den Glauben an Christi Erlösungstat sei der Mensch vor Gott gerechtfertigt. Alle natürliche zwischenmenschliche Liebe wird für ihn irrelevant, wo es um das ewige Seelenheil geht. Als sich der Tempelherr ratsuchend an ihn wendet und er die Geschichte über Rechas Abstammung vernimmt, steigert sich seine Intoleranz zur Abscheulichkeit. Bereits sein Auftritt mit „allem geistlichen Pomp“ stößt den Tempelherrn ab (IV/2). Im Gespräch zeigt sich dann sehr schnell, dass der Patriarch seine eigene Religion und die anderen Religionen mit unterschiedlichen Ellen misst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Bedeutung des Fragmentenstreits als Ausgangspunkt für Lessings „Nathan der Weise“ und stellt die Forschungsfragen bezüglich der Religionskonzeption vor.

2. Die Darstellung der drei monotheistischen Religionen: Dieses Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen Repräsentanten des Christentums, Islams und Judentums im Drama und deren jeweiliges religiöses Selbstverständnis sowie Handeln.

3. Das Verhältnis der Religionen zueinander: Hier wird das Spannungsfeld zwischen den Religionen, die zentrale Rolle der Ringparabel sowie die Bedeutung der Schlussszene im Hinblick auf eine tolerante Menschheitsfamilie untersucht.

4. Toleranz und Religion leben – Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Religion bei Lessing zu einer „praktischen Humanität“ wird, bei der nicht der Dogmatismus, sondern das tägliche Handeln und die Versöhnungsbereitschaft entscheidend sind.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, Aufklärung, Religionsphilosophie, Toleranz, Ringparabel, Humanität, Monotheismus, Christentum, Islam, Judentum, Vernunft, Fragmentenstreit, Menschenliebe, Dogmatismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die religionsphilosophischen Diskurse in Lessings Drama „Nathan der Weise“ vor dem Hintergrund des zeitgenössischen Fragmentenstreits.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Charakterisierung der drei abrahamitischen Religionen durch die Figuren, die Bedeutung der Ringparabel und das Ideal einer Religion der praktischen Vernunft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lessing das Stück nutzt, um Dogmatismus kritisch zu hinterfragen und stattdessen ein Ideal der Völkerverständigung und Humanität zu entwerfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse des Primärtextes unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zur Interpretation der Figuren und der handlungsstrukturellen Motive.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Figurenanalyse der drei Religionen sowie die Untersuchung der Ringparabel und deren symbolischer Bedeutung für das Gesamtwerk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Lessing, Aufklärung, Toleranz, Ringparabel, Humanität und Religionskritik beschreiben.

Wie unterscheidet sich der Patriarch von anderen christlichen Figuren?

Im Gegensatz zum Klosterbruder, der eine humanistische und wohlwollende Haltung einnimmt, verkörpert der Patriarch eine rechthaberische und fanatische Form der Religion, die den Menschen dem Dogma unterordnet.

Warum spielt die Ringparabel eine zentrale Rolle in der Argumentation?

Sie dient als „Lehrstunde in Sachen Toleranz“ und als Metapher des gesamten Dramas, da sie die Unbeweisbarkeit der Wahrheit der einzelnen Religionen betont und den Fokus auf die praktische Gesinnung legt.

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Résumé des informations

Titre
Religionsphilosophische Diskurse in Lessings Nathan der Weise
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Cours
Hauptseminar "Lessing"
Note
2,0
Auteur
Stefan Scherer (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
27
N° de catalogue
V70061
ISBN (ebook)
9783638614511
ISBN (Livre)
9783638624718
Langue
allemand
mots-clé
Religionsphilosophische Diskurse Lessings Nathan Weise Hauptseminar Lessing Thema Nathan der Weise
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Citation du texte
Stefan Scherer (Auteur), 2006, Religionsphilosophische Diskurse in Lessings Nathan der Weise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70061
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Extrait de  27  pages
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