Ziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Grundlagen von Gruppendynamik und deren Forschung aufzuzeigen und anschließend anhand von zwei Modellen den Bezug zur Praxis für den Sportlehrer herzustellen.
Als Einstieg in das Thema soll nachstehende Leitfrage dienen: Welche Entwicklungsstufen führen zu einer funktionierenden Klasse?
Die folgende Aussage von D. Lancy (1978), „A classroom is like all other classrooms! A classroom is like some other classrooms! A classroom is like no other classroom!” verdeutlicht die Komplexität von Schulklassen. Um eine Klasse optimal zu fördern / formen, sollte ein Lehrer dafür sorgen, dass sich die Gruppe körperlich und sozial weiterentwickelt. Daraus ergibt sich, dass Gruppenentwicklung integraler Bestandteil des Lehrens ist. Nach VERHAEGHE (1994) bedeutet Lehren Koordination einer Klasse und umgekehrt. Jeder Lehrprozess des Lehrers führt auch zu einem Lernprozess beim Schüler, dieser Lernprozess beeinfluss umgekehrt aber auch den Lehrprozess. Gruppendynamische Prozesse lassen sich an Modellen, die auf diesem Prinzip beruhen, verdeutlichen. Unsere Modelle basieren auf vier verwandten Ebenen:
- Thema,
- Streitfrage / Ansicht,
- interne Struktur,
- Beziehung zum Gruppenführer (z.B. Lehrer).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Theoretischer und historischer Hintergrund
2.1. Ursprünge
2.2. Merkmale zeitgemäßer Gruppendynamik
2.3. Gruppen in Gruppenprozessen
3. Beschreibung der Handlung in Kleingruppen
3.1. Dimensionen für die Handlungsanalyse
3.2. Handlungsmuster
3.3. Topic und Issue
4. Modelle der Gruppenentwicklung
4.1. Fünfstufenmodell aus HOVELYNCK / AUWEELE (1999)
5. Einwände zum Modell
6. Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Gruppendynamik und analysiert, welche Entwicklungsstufen zu einer funktionierenden Schulklasse führen, um daraus praxisrelevante Ansätze für Sportlehrer abzuleiten.
- Grundlagen der Gruppendynamik und deren historische Ursprünge
- Dimensionen der Handlungsanalyse in Kleingruppen
- Soziometrische Erfassung von Gruppenstrukturen
- Vergleich von Modellen der Gruppenentwicklung
- Praxisbezug und Leitlinien für Lehrkräfte im Sportunterricht
Auszug aus dem Buch
3.1. Dimensionen für die Handlungsanalyse
Es gibt nach HOVELYNCK / AUWEELE (1999) fünf verschiedene Dimensionen, die helfen sollen die Position der Gruppenmitglieder untereinander in der Gruppe darzustellen. Im Seminar sollten die Seminarteilnehmer versuchen die Dimensionen zeichnerisch zu illustrieren. Die Skizzen werden zu den jeweiligen Definitionen der Dimensionen hinzugefügt:
In - Out Dimension: hierbei geht es um die Frage, ob eine Person Teil der Gruppe oder Außenseiter ist.
Der Große Kreis symbolisiert die Gruppe mit den dazugehörigen Mitgliedern. Der kleine Kreis außerhalb symbolisiert den Außenseiter.
Up – Down Dimension: beschreibt den Einfluss der Mitglieder innerhalb der Gruppe (ist jemand Leader oder „nur“ Mitläufer).
Innerhalb der Gruppe sind bestimmte Hierarchien zu erkennen, die anhand der Treppe dargestellt sind. Der Kreis auf der obersten Stufe ist der Leader, die anderen Mitglieder haben weniger Einfluss, sind somit nur Mitläufer. Theoretisch können auch auf einer Stufe mehrere Mitglieder stehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung erläutert die Einbettung des Themas in den Sportunterricht und definiert die zentrale Leitfrage nach den Entwicklungsstufen einer funktionierenden Klasse.
2. Theoretischer und historischer Hintergrund: Das Kapitel definiert den Begriff Gruppendynamik und beleuchtet die wissenschaftlichen Ursprünge durch Kurt Lewin und Wilfred Ruprecht Bion.
3. Beschreibung der Handlung in Kleingruppen: Hier werden fünf Dimensionen der Handlungsanalyse sowie die Methode der Soziometrie zur Visualisierung von Sozialbeziehungen in der Gruppe vorgestellt.
4. Modelle der Gruppenentwicklung: Es werden zwei spezifische Entwicklungsmodelle (ein Fünfstufenmodell und ein Vierstufenmodell) präsentiert, um Prozesse in Gruppen und Teams abzubilden.
5. Einwände zum Modell: Dieses Kapitel kritisiert die Anwendbarkeit der meist an Erwachsenen entwickelten Modelle auf den schulischen Kontext und die Komplexität realer Klassensituationen.
6. Zusammenfassung und Diskussion: Das Fazit reflektiert die Anwendbarkeit der Modelle als Rahmen für Sportlehrer und betont die Bedeutung von Schüler-Selbstorganisation.
Schlüsselwörter
Gruppendynamik, Schulsport, Gruppenprozess, Soziometrie, Sozialform, Klassenführung, Interaktion, Teamfähigkeit, Kleingruppe, Entwicklungsstufen, Handlungsanalyse, Lehrprozess, Sportpädagogik, Schulklasse, Hierarchie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Gruppenprozessen innerhalb von Schulklassen im Kontext des Sportunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Gruppendynamik, die Analyse von Interaktionen in Kleingruppen sowie die Anwendung von Entwicklungsmodellen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Entwicklungsstufen führen zu einer funktionierenden Klasse?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen von Modellen der Gruppenentwicklung und führt eine soziometrische Untersuchung in Form von Soziogrammen durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Beschreibung von fünf Dimensionen zur Handlungsanalyse und die Vorstellung spezifischer Stufenmodelle zur Gruppenentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Gruppendynamik, Soziometrie, Gruppenentwicklung, Schulklasse und Sportunterricht.
Welche Rolle spielen die im Text erwähnten Soziogramme?
Die Soziogramme dienen dazu, die persönlichen Beziehungen und die Struktur der Sympathien innerhalb der untersuchten Gruppe visualisierbar und damit analysierbar zu machen.
Warum wird die Anwendung der Modelle im Schulsport als kritisch diskutiert?
Da die meisten Modelle für Erwachsenengruppen entwickelt wurden, ist der Transfer auf den schulischen Kontext schwierig, da sich bei Schülern die Gruppenentwicklung mit der individuellen Persönlichkeitsentwicklung überschneidet.
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- Stefan Scherer (Author), Christian Schick (Author), Markus Schröder (Author), 2005, Der Gruppenprozess in der Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70062