Das Thema dieser Arbeit lautet „Mediation in Schulen. Oder: Das Streit-Schlichter-Programm“. Ich habe dieses Thema gewählt, da ich mich dafür sehr interessiere, denn ich persönlich finde, dass die Einführung des Streit-Schlichter-Programms in den Schulen eine ganz tolle Sache ist. Dadurch lernen die Schüler engagierter, einfühlsamer, reflektierender und kritikfähiger zu sein und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Die Mediation, aus dem amerikanischen „mediation = Vermittlung“, ist ein Verfahren der Streit-Vermittlung, welches in vielen Schulen Kanadas, Australien, den USA und nun auch in Deutschland und Europa zur friedlichen Beilegung von Schüler-Schüler-Konflikten u.a. eingesetzt wird. Als Alternative zu Schulstrafen können die Schüler bei Auseinandersetzungen im Schulhof, Klassenzimmer etc. in den Schlichtungsraum gehen und dort mit Hilfe eines ausgebildeten Schüler-Mediators über die Hintergründe des Streites reden und eine versöhnliche Einigung erzielen. Lehrer werden dadurch im Unterricht entlastet und Schüler-Beziehungen verbessern sich, da einmal geschlichtete Konflikte nicht so schnell wiederaufflammen.
In dieser Arbeit möchte ich als Erstes zur Einstimmung die Bedeutung und Geschichte der Mediation nahe bringen. Anschließend beschäftige ich mich mit Konflikten und Gewalt in Schulen bzw. im Schulalltag, dem Umgang und Lösungen, die sich daraus resultierende Mediation in der Schule mit ihren besonderen Merkmalen und als Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung sowie die Ziele. Im Anschluss erläutere ich die Schule als Organisation und Lebenswelt mit ihren Chancen und Grenzen der Mediation in der Schule, befasse mich mit der schulexternen und internen Mediation, dem Ablauf sowie mit der Rolle, der Haltung und die Aufgaben des Mediators und der Peer-Mediation. Als letzten Gliederungspunkt nenne ich Möglichkeiten zur Mediation in der Schule/Schulprogrammarbeit, als Beispiel die Mediationsprojekte und Trainingsprogramme. Nach der Befassung mit den Themen dieser Arbeit erfolgt das abschließende Resümee.
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
1.1.) Bedeutung und Geschichte der Mediation
2.) Konflikte und Gewalt in Schulen
2.1.) Definition der Konflikte, Typologien
2.2.) Definition von Gewalt
2.3.) Konflikte und Gewalt im Schulalltag
2.4.) Der Umgang mit Konflikten und Gewalt in Schulen
2.5.) Chancen und Grenzen von Konflikten und Gewalt im Schulalltag
2.6.) Konflikte ohne Gewalt
2.7.) Konflikte und Konfliktaustragung im Schulalltag
2.8.) Lösungen der Konflikte
3.) Mediation in der Schule
3.1.) Definition der Mediation
3.2.) Die Idee der Mediation im Schulalltag
3.3.) Besondere Merkmale der Mediation in Schulen
3.4.) Wie die Schule mit Konflikten und Gewalt umgeht
3.5.) Mediation als Verfahren konstruktiver Konfliktbearbeitung
3.6.) Die Anwendungsbereiche der Mediation
3.7.) Ziele einer Mediation in der Schule
4.) Die Schule als Organisation und Lebenswelt
4.1.) Mediation und Schulprogramm
4.2.) Chancen und Grenzen der Mediation in der Schule
4.3.) Ziele der Schulmediation
4.4.) Schulexterne und interne Mediation
4.5.) Ablauf einer Mediation in der Schule
4.6.) Die Rolle, Aufgaben und Haltung der Mediatoren/Streitschlichter in der Schule
4.7.) Peer – Mediation
5.) Möglichkeiten zur Mediation in der Schule/Schulprogrammarbeit
5.1.) Verbesserung des Schulklimas
5.2.) Fallbeispiel
5.3.) Mediationsprojekte
5.4.) Trainingsprogramme
6.) Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Mediation als konstruktives Verfahren zur Konfliktbewältigung in schulischen Kontexten. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie durch das Streit-Schlichter-Programm Gewaltprävention gefördert, das Schulklima verbessert und die soziale Kompetenz der Schülerinnen und Schüler gestärkt werden kann.
- Grundlagen und Geschichte der Mediation in der Schule
- Analyse von Konfliktdynamiken und Gewalt im Schulalltag
- Struktur und Ablauf von Mediationsverfahren (Peer-Mediation)
- Umsetzungsmöglichkeiten durch Schulprogramme und Trainings
Auszug aus dem Buch
5.2.) Fallbeispiel
Fallbeispiele aus der Praxis geben ein realistisches und anschauliches Bild von den Möglichkeiten und Grenzen der Mediation in der Schule. Somit möchte ich ein gut beschriebenen Fall aus einer Fortbildungsgruppe aufzeigen und beschreiben. Hierbei handelt es sich um Friedrich und Max, die zwei unauffällige Realschüler in der 7. Klasse sind. Vor kurzem fehlte Friedrich ganze zwei Wochen lang unentschuldigt. Als die Lehrerin endlich seine Mutter erreichte, die Familie steckte gerade in einem Umzug, wusste diese von nichts. Als die Mutter dann mit Friedrich sprach, erzählte er etwas von einer Sportstunde, die blöd lief. Daraufhin kam Friedrich wieder zur Schule; die Klassenlehrerin handelte mit den Fachlehrkräften aus, dass er den verpassten Stoff nachholen kann, zumal er noch im Probehalbjahr steckte. Der Klasse sagte sie, er sei krank gewesen. Aus Friedrich bekam sie heraus, dass sein wegbleiben etwas mit Max zu tun hatte. Um den Vorfall zu klären, lädt die Lehrerin beide Jungen zum Mediationsgespräch ein. Das Gespräch findet nach der Schule im Klassenraum statt und dauert eine Stunde. Max weiß nicht, was das Ganze soll, ist aber einigermaßen aufgeschlossen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema Mediation in Schulen vor und erläutert die Motivation sowie die Gliederung der Arbeit.
2.) Konflikte und Gewalt in Schulen: Das Kapitel definiert Konflikte und Gewalt im schulischen Kontext und untersucht deren Ursachen sowie die Grenzen des bestehenden Umgangs damit.
3.) Mediation in der Schule: Es wird der Begriff der Mediation definiert und die Idee sowie die Zielsetzung dieses Verfahrens für den Schulalltag dargestellt.
4.) Die Schule als Organisation und Lebenswelt: Dieses Kapitel betrachtet die Integration von Mediation in das Schulprogramm, die Rollen der Akteure sowie den konkreten Ablauf einer Mediation.
5.) Möglichkeiten zur Mediation in der Schule/Schulprogrammarbeit: Hier werden praktische Umsetzungsbeispiele, Mediationsprojekte und Trainingsprogramme zur Förderung der Konfliktfähigkeit aufgezeigt.
6.) Resümee: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über den Stellenwert der Mediation als Baustein zur Verbesserung des Schulklimas und als Beitrag zur Gewaltprävention.
Schlüsselwörter
Mediation, Schulmediation, Streit-Schlichter-Programm, Konfliktlösung, Gewaltprävention, Schulklima, Peer-Mediation, Konfliktbearbeitung, soziale Kompetenz, Schulalltag, Konstruktive Konfliktkultur, Empowerment, Konfliktmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Meditationsprogrammen in Schulen als präventives Mittel gegen Gewalt und als Weg zur konstruktiven Lösung von Schüler-Konflikten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Konflikttheorie, die Definition von Gewalt im Schulalltag sowie die praktische Ausgestaltung der Peer-Mediation und Trainingsprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Mediation als pädagogisches Instrument die Eigenverantwortung von Schülern stärken und Lehrkräfte im Schulalltag entlasten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufbereitung von Modellen wie dem "Eisberg-Modell" sowie der Analyse von Fallbeispielen aus der schulpädagogischen Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdefinition von Konflikten, die Ausarbeitung des Mediationsablaufs und die Einordnung der Mediation als Teil des Schulprogramms.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Schulmediation, Gewaltprävention, konstruktive Konfliktbearbeitung und Peer-Mediation.
Warum ist das "Eisberg-Modell" für die Mediation wichtig?
Es verdeutlicht, dass Konflikte meist auf einer verborgenen psychosozialen Ebene stattfinden, weshalb eine effektive Mediation über die bloße Sachebene hinausgehen muss.
Welche Rolle spielt die Freiwilligkeit bei der Mediation?
Die Freiwilligkeit ist eine Grundvoraussetzung, da nur durch die Bereitschaft der Beteiligten, am Klärungsprozess aktiv mitzuwirken, eine nachhaltige Win-Win-Lösung erzielt werden kann.
Was unterscheidet Peer-Mediation von der Mediation durch Erwachsene?
Peer-Mediation nutzt die Idee, dass Gleichaltrige durch ihren direkten Zugang zu den Lebenswelten der Streitenden Probleme oft authentischer und altersgerechter erfassen können.
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- Xenia Schwitzer (Author), 2005, Mediation in Schulen. Oder: Das Streit-Schlichter-Programm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70076