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Relativismus - Richard B. Brandt und Melville J. Herskovits im Vergleich

Title: Relativismus - Richard B. Brandt und Melville J. Herskovits im Vergleich

Term Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Carolin Römer (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Ethik ist der Bereich der Philosophie, der die Frage zu beantworten versucht, an welchen Werten und Normen, Zielen und Zwecken die Menschen ihr Handeln orientieren sollen. Die Moralphilosophie befasst sich vor allem mit der persönlichen Seite rechten Handelns. In meinem Text werde ich die deskriptive oder empirische Ethik behandeln, die sich mit Moral und Sitte im menschlichen Verhalten beschäftigt.
Der Begriff Relativismus wird im Lexikon wie folgt definiert: "Relativismus ist eine philosophische Denkhaltung, welche die Berechtigung universalgültiger Aussagen grundsätzlich in Frage stellt." Der ethische Relativismus bestreitet die Allgemeingültigkeit sittlicher Maßstäbe.
Der griechische Philosoph Protagoras unterteilte den ethischen Relativismus schon im 5. Jahrhundert vor Christi in drei Behauptungen (frei formuliert):
1. Verschiedene Individuen oder Gruppen haben unterschiedliche ethische Urteile. Diese unterscheiden und widersprechen sich oft grundlegend.
2. Wenn die Urteile verschiedener Individuen oder Gruppen sich widersprechen, kann man nicht immer einige dieser Urteile als richtig erweisen. Manchmal sind Prinzipien, die voneinander abweichen, gleichermaßen richtig bzw. gültig.
3. Die Menschen sollten nach ihren jeweils eigenen moralischen Prinzipien und Überzeugungen leben, bzw. zu leben versuchen.
Protagoras würde also z.B. sagen, Gruppe A hielte Abtreibungen für moralisch falsch, Gruppe B hingegen hielte sie für moralisch richtig (These 1.) Seiner Aussage nach kann man nun keiner der beiden Gruppen Recht zusprechen, beide Gruppen könnten das Recht erheben, ihre Ansicht sei alleingültig (These 2.) So wie es in der Realität in dieser Thematik heutzutage auch mehr oder weniger zutrifft würde Protagoras beiden Gruppen raten, nach ihren eigenen Auffassungen zu leben (These 3.)
Der ethische Relativismus untersucht also, inwieweit und in welcher Form verschiedene Urteile trotz ihrer Abweichung voneinander, gleichsam gültig sein können.
Die Texte, die ich zu diesem Thema untersucht habe, sind von Richard B. Brandt und von Melville J. Herskovits. Sie ergänzen sich sehr gut, da Brandt sich mehr mit den ersten beiden Thesen beschäftigt, Herskovits hingegen bezieht sich mehr auf die dritte These.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zu Richard B. Brandt: Drei Formen des Relativismus

3. Zu Melville J. Herskovits: Ethnologischer Relativismus und Menschenrechte

4. Brandt und Herskovits im Vergleich

5. Stellungnahme

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des ethischen Relativismus basierend auf den Thesen von Protagoras und analysiert diese durch die komplementären Ansätze von Richard B. Brandt und Melville J. Herskovits im Hinblick auf deren Bedeutung für Menschenrechte und individuelles moralisches Handeln.

  • Grundlagen des ethischen Relativismus nach Protagoras
  • Differenzierung zwischen kulturellem und ethischem Relativismus bei Brandt
  • Perspektive von Herskovits auf ethnologischen Relativismus und globale Moralvorstellungen
  • Interdependenz von kultureller Prägung und individueller Freiheit
  • Diskussion über die Anwendbarkeit universeller Menschenrechte in pluralistischen Gesellschaften

Auszug aus dem Buch

Zu Richard B. Brandt: Drei Formen des Relativismus

Richard B. Brandt geht in seinem Text auf diese drei Behauptungen Protagoras ein. Zunächst widmet er sich kurz der dritten These, die dann später in den Hintergrund rutscht. Er stellt dar, dass jeder Mensch nach seiner moralischen Überzeugung handeln soll, sofern diese nicht auf egoistischen Motiven, sondern auf aufrichtiger Gewissensprüfung beruht. Das heißt, das Individuum kann sein Handeln mit seinem Gewissen vereinbaren und ist zumindest der Auffassung, dass es grundsätzlich mit seinem Handeln nichts Unrechtes oder Schlechtes tut. Der Mensch soll seiner Überzeugung folgen, außer sein Handeln richtet einen Schaden an, (wobei mir nicht ganz klar ist, ob Brandt ausschließlich einen Schaden an anderen meint oder auch einen Schaden, den man sich selbst zufügt.)

Andererseits kann sich jemand in seinen Urteilen aber auch täuschen. Das bedeutet, dass wir es befürworten, wenn jemand nach seinen Ansichten handelt, selbst wenn wir dieses Handeln für falsch halten, solange es aber keinen Schaden anrichtet. Die Begründung liegt darin, dass wir es schätzen, wenn jemand seinen moralischen Überzeugungen folgt, sofern seine Absicht gut ist und nichts Schlechtes hervorrufen will.

In anderen Fällen fühlen wir uns vielleicht verpflichtet, jemanden von einer Tat abzuhalten, die objektiv falsch ist und anderen schaden könnte. Dies kann geschehen, ohne dass wir diesen Menschen dadurch moralisch verurteilen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Moralphilosophie und Definition des Relativismus anhand der drei Thesen des Protagoras.

Zu Richard B. Brandt: Drei Formen des Relativismus: Analyse von Brandts Auseinandersetzung mit moralischen Überzeugungen, Schadensprinzipien und der Abgrenzung von kulturellem und ethischem Relativismus.

Zu Melville J. Herskovits: Ethnologischer Relativismus und Menschenrechte: Untersuchung von Herskovits' Fokus auf kulturelle Kontexte und die Herausforderungen einer universalen Menschenrechtserklärung.

Brandt und Herskovits im Vergleich: Synthese der beiden Ansätze, wobei Brandt das Individuum und Herskovits die kulturelle Einbettung in den Vordergrund stellt.

Stellungnahme: Persönliche Reflexion des Autors über die Gültigkeit des Relativismus in modernen, globalisierten Gesellschaften und die Grenzen der moralischen Freiheit.

Schlüsselwörter

Ethik, Relativismus, Protagoras, Moral, Richard B. Brandt, Melville J. Herskovits, Kultureller Relativismus, Ethischer Relativismus, Menschenrechte, Individuelle Freiheit, Axiome, Wertepluralismus, Toleranz, Normenwandel, Globalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Strömung des ethischen Relativismus und analysiert, wie moralische Urteile in verschiedenen kulturellen Kontexten und durch unterschiedliche Individuen begründet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von moralischen Axiomen, der Beziehung zwischen Kultur und Ethik, der Problematik von universellen Menschenrechten und der individuellen moralischen Entscheidungsfreiheit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Thesen des antiken Philosophen Protagoras durch die moderne philosophische Diskussion von Brandt und Herskovits zu beleuchten und eine Stellungnahme zu deren Relevanz für das heutige Zusammenleben zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der die Texte von Brandt und Herskovits gegenübergestellt und auf Basis praktischer Beispiele auf ihre theoretischen Aussagen hin geprüft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Besprechung der Positionen von Brandt und Herskovits sowie deren direkte Gegenüberstellung hinsichtlich ihrer Sicht auf die kulturelle Bedingtheit von Moral und das Verhältnis von Individuum zu Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ethik, Relativismus, Protagoras, moralische Überzeugungen, kulturelle Unterschiede und Menschenrechte.

Wie bewertet der Autor das Konzept der Menschenrechte im Kontext des Relativismus?

Der Autor argumentiert, dass eine universelle Menschenrechtserklärung schwierig ist, da sie die Vielfalt der moralischen Vorstellungen und kulturellen Hintergründe berücksichtigen muss, um nicht ungewollt die Freiheit der betroffenen Individuen einzuschränken.

Warum ist das dritte Prinzip des Protagoras laut dem Autor besonders für die heutige Globalisierung wichtig?

Das Prinzip, dass Menschen nach ihren eigenen moralischen Überzeugungen leben sollten, ist entscheidend, um den Respekt und die Toleranz gegenüber verschiedenen Völkern und deren Wertvorstellungen in einer global vernetzten Welt zu wahren.

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Details

Title
Relativismus - Richard B. Brandt und Melville J. Herskovits im Vergleich
College
University of Flensburg  (Philosophisches Institut)
Course
Moralphilosophie - Ethik und Moral
Grade
sehr gut
Author
Carolin Römer (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V7007
ISBN (eBook)
9783638144179
ISBN (Book)
9783656208259
Language
German
Tags
Relativismus Moralphilosophie Ethik Moral
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Römer (Author), 2002, Relativismus - Richard B. Brandt und Melville J. Herskovits im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7007
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