Total-Design-Methode nach Dillmann – Erhöhung der Akzeptanz bei Befragungen


Referat (Ausarbeitung), 2005
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlage der Total-Design-Methode
2.1. Total-Design-Methode
2.1.1. Formale Richtlinien der Total-Design-Methode
2.1.2. Erste Schritte
2.1.3. Reihenfolge der Frage
2.1.4. Die Erinnerungsschreiben

3. Tailored-Design-Methode

4. Die Telefonumfrage
4.1. Die Übersichtlichkeit
4.2. Die Fragen
4.3. Die Durchführung
4.4. Das Auswahlverfahren

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Verglichen mit der persönlich-mündlichen und der telefonischen führt die postalische Befragung noch immer ein „Schattendasein“; ihr Einsatz gilt meist als „Notlösung“, „als ein Kompromiß, der häufig aus finanziellen Gründen geschlossen werden muß, realiter aber nicht erstrebt wird.“[1] (...) „Im allgemeinen bezieht sich die Verwendung des Begriffs „schriftliche Befragung“, (...) auf die Durchführung einer Befragung, bei der Fragebögen an Befragte postalisch versandt werden mit der Bitte, diese Fragebögen auszufüllen und der Forschungsgruppe zurückzusenden. Bei solchen schriftlichen Befragungen oder „postalischen Befragungen“ (Mail Survey) ist in der Befragungssituation entsprechend kein Interviewer anwesend.“[2]

„Eines der zentralen Probleme der postalischen Erhebungsmethode liegt in der außerordentlichen Schwankungsbreite der Rücksendequote, die sich empirisch zwischen 10% und 90% bewegt. Vor allem bei heterogenen Stichproben, wie bei allgemeinen Bevölkerungsumfragen, ist mit einer eher niedrigen Rücklaufquote zu rechnen. Die hohe Nonresponse- Rate, die (angeblich) mit schriftlichen Befragungen verbunden ist, wird als einer ihrer wesentlichen Nachteile angesehen.“[3]

Der Problematik, der „Schwankungsbreite der Rücksendequote“, bei der postalischen Erhebungsmethode hat sich Don A. Dillmann angenommen.

Dillmann gilt international als Hauptmitwirkender zur Entwicklung der modernen Post, des Telefons und der Internet – Übersicht. In diesen Zusammenhang entwickelte er Neuerungen und Methoden zur Postalischen- und Telefonumfragen, wie z.B. die „Total-Design-Methode“ (TDM), die ich unter anderem im Rahmen dieser Hausarbeit näher erläutert werden.

2. Grundlage der Total-Design-Methode

„Der Reiz des TDM-Ansatzes besteht u.a. in seiner theoretischen Plausibilität bei gleichzeitiger Handlungsorientierung: Dillmanns Idee basiert auf einfachen austauschtheoretischen Annahmen über die Wirkung winziger Veränderungen, die dem Befragten den tatsächlichen Prozess bei der Beantwortung erleichtern und ihm den Eindruck vermitteln sollen, dass seine Teilnahme wichtig ist.“[4]

Die TDM besteht sowohl aus einer Theorie über das Antwortverhalten, wie auch einem administrativen Plan zur Durchführung einer Umfrage. Die Administration beinhaltet, die Planung, den zeitlichen Ablauf, die Überwachung und der Kontrolle der Umfrageerstellung und- Durchführung. Dazu gehört auch:

1. Die Identifikation aller notwendigen Aufgaben,
2. Die Bestimmung ihrer gegenseitigen Abhängigkeit.
3. Die Festlegung in welcher Reihenfolge die Aufgaben erledigt werden sollen.
4. Die Entscheidung mit welcher Mittel dies geschehen soll.

„Anhand der Analyse und Umstrukturierung von Umfragekonzepten und den dazugehörigen Fragebögen soll die Teilnahmebereitschaft und das Feedback der Bevölkerung gesteigert bzw. verbessert werden.“[5] Die Total-Design-Methode basiert auf der, „social exchange theory“, eine Kosten - Nutz Beziehung (siehe auch 2.1).

2.1. Total-Design-Methode

Wie schon Punkt 2. erwähnt dient Dillmannn, (...) „als theoretische Ausgangsbasis die „social exchange theory“ aus der sich drei Faktoren ableiten lassen, die zur Teilnahme an einer postalischen Befragung motivieren:

“1. Reward the respondent by (Aufwandsminimierung)

- showing positive regard
- giving verbal appreciation
- using a consulting approach
- supporting his or her values
- offering tangible rewards
- making the questionnaire interesting

2. Reduce costs to the respondent by (Maximierung des Nutzens)

- making the task appear brief
- reducing the physical and mental effort that is required
- eliminating chances for embarrassment
- eliminating any implication of subordination
- eliminating any direct monetary cost

3. Establish trust by (Vertrauensaufbau)

- providing a token of appreciation in advance
- identifying with a known organization that has legitimacy
- building on other exchange relationships.“[6]

Das bedeutet, dass durch Aufwandsminimierung, Maximierung des Nutzens sowie Vertrauensaufbau, die Quantität und Qualität von Umfrageergebnissen gesteigert werden kann.

2.1.1. Formale Richtlinien der Total-Design-Methode

„1. Der Fragebogen wird als Booklet gedruckt
2. Das Titelblatt, sowie die letzte Seite enthalten keine Fragen
3. Die einzelnen Frageseiten werden verkleinert (vom Originalformat auf 79%)
4. Vervielfältigung des Booklets (in Deutschland: DIN A5) auf weißem oder 'off-white' Papier, dessen Qualität dem Original möglichst nahe kommt.“[7]

2.1.2. Erste Schritte

„Die Fragen, die der Befragte wahrscheinlich als sozial am nützlichsten oder wichtigsten ansieht, sollten denen, die er wahrscheinlich sozial am wenigsten nützlich oder am wenigsten wichtig einschätzt, vorangehen.“[8] Besondere Aufmerksamkeit sollte der allerersten Frage geschenkt werden, da von ihr wesentlich abhängt, ob der Fragebogen eine Beachtung findet oder nicht. Neben ihrer sozialen Nützlichkeit oder Wichtigkeit sollte sie eindeutig mit der Thematik der Befragung in Verbindung stehen und für alle Befragten zutreffend, wertungsfrei, kurz (auch die Antwort betreffend), prägnant, interessant und leicht verständlich sein.

[...]


[1] Klein, Sabine / Porst, Rolf (2000): Mail Surveys - Ein Literaturbericht 10/2000, In: ZUMA: http://www.gesis.org/publikationen/Berichte/ZUMA_Methodenberichte/documents/pdfs/tb00_10.pdf . S. 3.

[2] Vgl. Schnell, Rainer / Hill, Paul Bernhard / Esser, Elke (1995): Methoden der empirischen Sozialforschung, München, Oldenbourg. S. 333.

[3] Klein, Sabine / Porst, Rolf (2000): Mail Surveys - Ein Literaturbericht. 10/2000. S. 3.

[4] Wacker, Alois (1985): Zur Wirksamkeit der Total Design Methode (TDM) nach Dillmann - am Beispiel der Hanno- verschen Absolventenstudie. In ZUMA Nr. 16: http://www.sozpsy.uni-hannover.de/pdf/r%FCcklauf-absolventenstudie.PDF. S. 3.

[5] A.a.O., S.2.

[6] Vgl. Klein, Sabine / Porst, Rolf (2000): Mail Surveys - Ein Literaturbericht 10/2000. S. 28.

[7] Arzheimer, Kai / Klein, Markus (1998): Die Wirkung materieller Incentives auf den Rücklauf einer

schriftlichen Panelbefragung: In ZA-Info Nr.43: .http://www.politik.unimainz.de/kai.Arzheimer/panel/

panel.html.

[8] Schnell, Rainer / Hill, Paul Bernhard / Esser, Elke (1995): Methoden der empirischen Sozialforschung.

S. 334.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Total-Design-Methode nach Dillmann – Erhöhung der Akzeptanz bei Befragungen
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V70146
ISBN (eBook)
9783638614696
ISBN (Buch)
9783638919296
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Total-Design-Methode, Dillmann, Erhöhung, Akzeptanz, Befragungen
Arbeit zitieren
Alexander Danylec (Autor), 2005, Total-Design-Methode nach Dillmann – Erhöhung der Akzeptanz bei Befragungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70146

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