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Joseph II. von Österreich - Aufgeklärter Monarch oder rücksichtsloser Pragmatiker?

Title: Joseph II. von Österreich - Aufgeklärter Monarch oder rücksichtsloser Pragmatiker?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages

Autor:in: Bastian Hefendehl (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Mit Joseph II. hatte Österreich von 1780-1790 einen Monarchen an der Spitze, der einige, vergleichsweise bemerkenswerte Reformansätze durchsetzte. Er war Mitregent in Österreich zu einer Zeit, in der dieses sich nicht nur außenpolitisch neu beweisen musste, sondern auch, in der mit Maria Theresia erstmalig eine Frau an der Spitze des Staates stand. Dass Joseph II. ein ungewöhnlicher Herrscher war, zeigte sich bereits an seinen zahlreichen Hofreisen, die zwar auch militärischen Nutzen hatten, maßgeblich aber seine Einstellung zum Staat und zur Allgemeinheit mit zum Ausdruck brachten. Mit der Auffassung, erster Diener seines Staates zu sein, stellte er gegenüber seiner Mutter, Maria Theresia, ein neues Herrscherbild in Österreich dar. Nicht mehr das Gottesgnadentum, sondern die Vernunft ist als sein Selbstverständnis zu verstehen. Seine Einstellung zu Staat und Staatsführung wird bereits früh deutlich, stritt er sich häufig mit seiner Mutter in Briefen, vor allem über Fragen der Toleranz religiöser Minoritäten. Seine Reformbestrebungen, hauptsächlich nach dem Tod Maria Theresias, sind als ungewöhnlich zu bezeichnen, betrachtet man den historischen Kontext. Sie hatten Absichten und Auswirkungen, die nicht einmal die französische Revolution hatte. Als Vertreter eines prä-modernen Staates 1 stellt sich demnach die Frage nach den Beweggründen Josephs II. In der Forschungsliteratur als „der“ aufgeklärte Monarch des 18. Jahrhunderts dargestellt, erwecken seine Reformen mitunter den Eindruck, nicht aufgeklärte Gedanken ständen im Vordergrund seines Handelns, sondern eine rücksichtslos wirtschaftliche Stärkung des Erzhauses. Um eine Bewertung dieser Problemstellung vornehmen zu können, gibt es mehrere Dinge, die beachtet werden müssen. Zum ersten wird es wichtig sein, den Absolutismusbegriff zu definieren, einen Unterschied zwischen klassischem und aufgeklärtem Absolutismus vorzunehmen. Näher auf staatstheoretische Konstrukte, wie von Hobbes, Wolff u.a., einzugehen, wird aber kaum möglich sein. Im weiteren Verlauf wird es von [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Klassischer und aufgeklärter Absolutismus

2.1 Klassischer Absolutismus

2.2 Aufgeklärter Absolutismus

3. Maria Theresia - Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen

4. Reformpolitik Josephs II. – Aufgeklärter Monarch oder rücksichtsloser Pragmatiker ?

4.1 Verwaltungsreformen

4.2 Justizreformen

4.3 Kirchlicher Sektor – Toleranzpolitik Josephs II.

4.4 Wirtschaftsreformen

5. Schluss

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Herrschaftsverständnis und die Reformpolitik von Joseph II., um die kontroverse Forschungsfrage zu beantworten, ob er als aufgeklärter Monarch oder als rücksichtsloser Pragmatiker zu klassifizieren ist.

  • Unterscheidung zwischen klassischem und aufgeklärtem Absolutismus
  • Analyse der theresianischen Ära als Grundlage staatlicher Reformen
  • Untersuchung der Reformgesetzgebung in Verwaltung, Justiz, Kirche und Wirtschaft
  • Bewertung des Einflusses der Aufklärung gegenüber utilitaristischen Beweggründen

Auszug aus dem Buch

4.1 Verwaltungsreformen

„Jeder Unterthan erwartet von dem Landesfürsten Sicherheit und Schutz. Es ist also die Pflicht des Landesfürsten, die Rechte der Unterthanen deutlich zu bestimmen, und ihre Handlungen so zu leiten, wie es der allgemeine und besondere Wohlstand erfordert.“38

Josephs II. Reformpolitik zielte darauf ab, den Staatsapparat so leistungsfähig wie nur möglich zu machen. Die allgemeine Wohlfahrt war dabei das zentrale Ziel, das es zu erreichen, zu sichern und auszubauen galt. Zu diesem Zweck war er der Meinung, dass seine Beamten möglichst effektiv arbeiten sollten. So ist es zu erklären, dass er eine große Anzahl an „Willenserklärungen“ und „Erinnerungen“ erließ. In der „Erinnerung an seine Staatsbeamten“, dem so genannten „Hirtenbrief“, machte er einige Punkte seiner Auffassung deutlich. Ein wichtiger Punkt stellt die Tatsache dar, dass Joseph II. keinen Wert darauf legte, dass die Beamten seine Befehle und Anordnungen verstehen, sondern lediglich ausführen

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Herrscherbildes von Joseph II. ein und stellt die Forschungsfrage, ob sein Handeln eher von aufklärerischen Idealen oder von pragmatisch-wirtschaftlichem Kalkül geprägt war.

2. Klassischer und aufgeklärter Absolutismus: Das Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen des Absolutismus und arbeitet die Unterschiede zwischen der klassischen Herrschaftslegitimation und dem aufgeklärten Selbstverständnis des Monarchen heraus.

3. Maria Theresia - Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen: Hier wird die Rolle Maria Theresias als Schlüsselfigur für die staatlichen Reformen der theresianischen Ära und ihre ambivalente Beziehung zu ihrem Sohn Joseph II. beleuchtet.

4. Reformpolitik Josephs II. – Aufgeklärter Monarch oder rücksichtsloser Pragmatiker ?: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert die Reformen in Verwaltung, Justiz, im kirchlichen Bereich sowie in der Wirtschaft und diskutiert deren Umsetzung und Auswirkungen.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Joseph II. zwar im Sinne der Auswirkungen seiner Politik als aufgeklärter Monarch gelten kann, seine Motive jedoch stark pragmatisch und utilitaristisch geprägt waren.

6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und der weiterführenden wissenschaftlichen Literatur.

Schlüsselwörter

Joseph II., Absolutismus, Aufklärung, Maria Theresia, Reformpolitik, Verwaltungsreformen, Justizreformen, Toleranzpolitik, Wirtschaft, Utilitarismus, Herrschaftslegitimation, Staatsapparat, Merkantilismus, Regierungszeit, Österreichische Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Regierungszeit von Joseph II. und hinterfragt das historische Narrativ, ob er ein ideell geleiteter Aufklärer oder ein rein pragmatisch handelnder Staatsreformer war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Reformen in der staatlichen Verwaltung, dem Justizwesen, die Toleranzpolitik gegenüber religiösen Minderheiten sowie umfassende Wirtschaftsreformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine differenzierte Bewertung von Josephs II. Handeln, um zu klären, ob seine Maßnahmen als „aufgeklärter Monarch“ oder „rücksichtsloser Pragmatiker“ einzustufen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse historischer Briefwechsel, Erlässe und zeitgenössischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Reformbereiche – Verwaltung, Justiz, Kirche und Wirtschaft – einzeln untersucht und deren Umsetzung sowie die damit verbundene Kritik beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Josephinismus, aufgeklärter Absolutismus, Staatswohl, Reformkatholizismus und Utilitarismus.

Wie unterscheidet sich Joseph II. von seiner Mutter Maria Theresia?

Während Maria Theresia den klassischen Absolutismus vertrat, zeichnete sich Joseph II. durch ein auf der Vernunft basierendes Herrschaftsbild aus, das sich als „erster Diener seines Staates“ verstand.

Warum wird Joseph II. teilweise als „rücksichtsloser Pragmatiker“ bezeichnet?

Dieser Vorwurf rührt von der Art und Weise her, wie er Reformen gegen den Widerstand der Stände und des Adels durchsetzte, oft ohne Rücksicht auf soziale Härten oder etablierte Traditionen.

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Details

Title
Joseph II. von Österreich - Aufgeklärter Monarch oder rücksichtsloser Pragmatiker?
College
University of Paderborn  (Historisches Institut)
Course
Absolutismus. Politik - Struktur - Theorie
Author
Bastian Hefendehl (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V70164
ISBN (eBook)
9783638614849
Language
German
Tags
Joseph Aufgeklärter Monarch Pragmatiker Absolutismus Politik Struktur Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bastian Hefendehl (Author), 2006, Joseph II. von Österreich - Aufgeklärter Monarch oder rücksichtsloser Pragmatiker?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70164
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