Gaius Iulius Caesar - Der 'bellum civile', unausweichliches Ergebnis Caesars Politik und welche Ereignisse brachten seine Pläne durcheinander?


Hausarbeit, 2003

25 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Entstehung und Ursachen des „bellum civile“
2.1 Politische Laufbahn des Gaius Iulius Caesar
2.1.1 Vorgeschichte: Caesars beginnende politische Laufbahn bis hin zum ersten Triumvirat
2.1.2 Der erste Triumvirat
2.1.3 Caesars Statthalterschaft in Gallien und die lex vatinia des Jahres 59 v. Chr
2.1.4 Die lex pompeia licinia des Jahres 55 v. Chr
2.2 Der Beginn des Krieges
2.2.1 Ende der Statthalterschaft Caesars in Gallien
2.2.2 Möglichkeiten des weiteren Verlaufs und Ausgang des Krieges

3. Schlussbewertung

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

"Gallien in seiner Gesamtheit zerfällt in drei Teile:(...)"

So beginnt Caesars berühmtes Werk "de bello gallico" (Originaltitel: "C. Iulii Caesaris commentarii de bello Gallico"), über den von ihm geführten Krieg in Gallien. Wer war dieser Mann, der zugleich Feldherr, Politiker, Schriftsteller und Diktator war? In der Antike gibt es sicher keine Person, über die mehr geschrieben wurde, als über Caesar. Er beendete maßgeblich das Zeitalter der Alten Republik und begründete die neue Militärmonarchie. In Theodor Mommsens Werk der „Römischen Geschichte“ wird Caesar aus dem historischen Kontext heraus idealisiert und sein Weg an die Spitze des Römischen Staates auf dem Höhepunkt seiner Macht beschrieben.

Doch wie kam Caesar an die Position des Militärdiktators? Welche Zufälle und Ereignisse spielten dabei eine Rolle? Welche Probleme ergaben sich für ihn und wie entwickelte er sich von einem Mann, der rauschende Feste und einen luxuriösen Lebensstil genoss, zu einem außergewöhnlichen Feldherren und schließlich zum Führer des römischen Volkes? Wie kommt es, dass Caesar einen Bürgerkrieg provozierte, wo er doch als jemand beschrieben wird, der nicht nur seine Macht zu vermehren suchte, sondern auch beliebt beim Volk war? Oder war seine Liebe zum Volk nur Berechnung und Mittel zum Zweck, derer er sich bediente um schließlich der mächtigste Mann der Republik zu werden? Viele Fragen wird man sicher nicht mehr beantworten können, aber durch ausgewählte Quellen von Cicero, Atticus, Sueton, Appian oder Cassius Dio lassen sich viele Gegebenheiten ableiten oder teilweise direkt lesen. Als Hauptstütze der Nachforschung dieser Fragen soll Theodor Mommsens „Römische Geschichte“ stehen, die zweifelsfrei eines der umfassendsten Werke über die Zeit der Römer darstellt. Die Quellenlage kann als sehr erfreulich bezeichnet werden. BLEICKEN bezeichnet die letzten Jahrzehnte der römischen Republik als die [...] am besten dokumentierte Periode der römischen Geschichte[1] und begründet dies unter anderem damit, dass vor allem größere Quellensammlungen (z. B. Briefe und Reden Ciceros) überliefert worden sind. Weiterhin führt BLEICKEN aus, dass vor allem Quellen wichtiger Zeitgenossen wie Caesar, Cicero oder auch Sallust vorhanden sind.[2] Aufgrund fehlender Lateinkenntnisse wird hier nicht mittels einer Quellenedition gearbeitet, sondern mit Übersetzungen von Prof. Dr. Dieter FLACH.

Ein großes Problem bereitet bei der Forschung die Frage um die Datierung der lex vatinia, also der Länge der Statthalterschaft Caesars in Gallien.[3] Wichtige Aufsätze zu dieser Thematik sind vor allem von GELZER, GESCHE, MEIER und BRINGMANN erschienen.

2. Entstehung und Ursachen des „bellum civile“

2.1 Politische Laufbahn des Gaius Iulius Caesar

2.1.1 Vorgeschichte: Caesars beginnende politische Laufbahn bis hin zum ersten Triumvirat

Um die späteren Handlungsweisen Caesars verstehen und bewerten zu können, sollte man zunächst betrachten, wie der junge Gaius Iulius Caesar politisch geprägt wurde. Darf man der mehrheitlichen Meinung glauben, so wurde Caesar am 13. Juli des Jahres 100 v. Chr. in Rom geboren. Er gehörte dem Geschlecht der Iulier an (Gens Iulia), deren Einfluss und Bedeutung nicht genau geklärt werden kann. So gibt es zwei widerstreitende Meinungen: Einerseits kann man davon lesen, dass das Geschlecht der Iulier einer der bedeutendsten Adelsfamilien seiner Zeit war, eine andere Theorie relativiert dies. Sicher ist, dass die Iulier zu den ältesten Patriziergeschlechtern der Stadt Rom gehörten. Tatsache ist aber hingegen auch, dass Gaius Iulius Caesar in der Subura geboren wurde, einem überbevölkerten, dennoch wohlhabendem Viertel Roms. Sein Vater war zu dieser Zeit Quaestor. 92 v. Chr. bekleidete dieser dann eine Praetur. Der Onkel des Caesar hingegen war bekannter. Er war der bedeutende Feldherr und Popularen-Führer Gaius Marius. Dieser war verbündet mit Lucius Cornelius Cinna, einem politischen Gegner des Lucius Cornelius Sulla, welcher 82 v. Chr. zum Diktator ernannt wurde.[4]

Das Geburtsjahr Caesars 100 v. Chr. wird aber von Theodor Mommsen angezweifelt. Im Rahmen der sullanischen Reformen erlangte Caesar einige Ämter, welche ein Mindestalter erforderten. Wäre Caesar im Jahr 100 v. Chr. geboren, so hätte er diese nicht bekleiden können. Allerdings sind auch Ausnahmen dieser Altergrenze bekannt, so z.B. Gnaeus Pompeius Ernennung zum Konsul 70 v. Chr. Aufgrund dieser Tatsache datiert Theodor Mommsen das Geburtsjahr Caesars auf 102 v. Chr. zurück.[5]

84. v. Chr. heiratete Caesar die Tochter des Popularen Lucius Cornelius Cinna. Durch den Bürgerkrieg, der Cinna das Leben kostet, steht Caesar durch seine Heirat auf der politisch falschen Seite. Durch Bestechung und Beziehungen ist es ihm aber möglich, weiter in Rom zu leben.

In dieser Zeit häufte Caesar seine ersten Schulden an, meldete sich zum Militärdienst, betätigte sich als Anwalt und studierte sich danach in Rhetorik. Bereits 74. v. Chr. zeigten sich einige Charaktereigenschaften Caesars, die auch im späteren Verlauf seiner politischen Karriere dominant waren: Eigenmächtig stellte er Bürgermilizen im Krieg gegen König Mithridates auf.

73 v. Chr. verstarb sein Verwandter, Gaius Aurelius Cotta. Durch die Beziehungen seiner Familie mütterlicherseits wurde Caesar an dessen Stelle in das Amt des Pontifex gewählt. Das Amt nutzte er dazu, Beziehungen zu knüpfen, welche ihm für seine politische Karriere nützliche sein sollten.

Niemand gab sich schneller dazu her, den am wenigsten angesehenen Männern den Hof zu machen und zu schmeicheln. Er schreckte vor keiner Rede und keinem Schritt zurück, die ihn dem Ziel seines Ehrgeizes näher bringen konnten. Es störte ihn wenig, sich im Augenblicke zu erniedrigen, wenn diese Erniedrigung dazu diente, ihn später mächtig zu machen: Er war also bestrebt, sich jene geneigt zu machen, die er in seine Abhängigkeit zu bringen hoffte.[6]

Im gleichen Jahr wurde er zum Militärtribun ernannt, in dem Jahr, in dem der Sklavenaufstand unter Spartacus begann.

2.1.2 Der erste Triumvirat

Während Marcus Licinius Crassus in Italien den Spartacusaufstand bekämpfte, war Gnaeus Pompeius in Spanien. Unter Sulla kämpfte er dort gegen den verfeindeten Popularen-Führer Sertorius. 71. v. Chr. kehrte er dann, unter großen militärischen Ehren, nach Rom zurück. Gnaeus Pompeius war zu dieser Zeit bereits kein unbeschriebenes Blatt mehr. 106 v. Chr. wurde er in Rom in eine ehrwürdige Senatorenfamilie hineingeboren. Im Jahr 83 v. Chr. stellte er dann, ohne je ein Staatsamt bekleidet zu haben, aus Privatmitteln Truppen auf um Sulla im Kampf gegen Marius und Cinna zu unterstützen. Daraufhin wurde ihm ein Triumph als Imperator gewährt.

Marcus Licinius Crassus wurde einige Jahre später geboren, 115 v. Chr. Crassus häufte riesige Besitztümer an, indem er unter Sullas Proskription der Popularen die Besitztümer dieser an sich riss. Er war seinerzeit der größte Immobilienbesitzer Roms und damit der reichste Mann der Republik. Er übernahm das militärische Kommando gegen Spartacus und besiegte diesen maßgeblich 71 v. Chr. Während Pompeius ein großer Triumph gewährt wurde (er schlug die restlichen fliehenden Sklaven und war wesentlich beliebter beim Volk als Crassus), gewährte man Crassus lediglich einen kleinen Einzug (Ovatio)[7]

Für ihre Verdienste wurden Pompeius und Crassus 70 v. Chr. ins Konsulat gewählt. Zwei Jahre später, also 68 v. Chr., wurde Caesar Quaestor, 65 v. Chr. dann Aedil. Während dieser Zeit wusste Caesar sich durch aufwendige Gladiatorenspiele beim einfachen Volk beliebt zu machen.[8] 63 v. Chr. wird er zum Pontifex Maximus gewählt. Als Propraetor in Spanien nutzte er seine Statthalterschaft dann, um seine Schulden bezahlen zu können und bereicherte sich auch privat, was allerdings nichts Ungewöhnliches war. Ein Jahr später kehrte er dann nach Rom zurück. Bereits jetzt plante er, mit den Mitteln, die er aus Spanien gewonnen hatte, seinen „Wahlkampf“ (nichts anderes als Bestechungsgelder) zum Konsul im Jahr 60 v. Chr. zu finanzieren. In Rom angekommen, musste Caesar sich persönlich zur Wahl melden. Diesen Umstand hatte er seinem politischen Gegner, Marcus Porcius Cato zu verdanken, welcher einen Senatsbeschluss verhinderte, der Caesar erlaubt hätte, seinen geplanten Triumph durch Rom zu führen und gleichzeitig, in Abwesenheit, zu kandidieren. Das Gracchische Gesetz sah vor, dass die Amtsbereiche für die folgenden Konsuln noch vor der Wahl dieser festzulegen waren. Der Senat hatte aber eine unlukrative Aufgabe für das Konsulat vorgesehen, eine Verwaltungsaufgabe. Caesar hatte aber für seine Wahl enorme Summen an Bestechungsgeldern gezahlt, die er alleine mit den Reserven aus Spanien nicht bezahlen konnte. Er war auf ein militärisches Kommando und Provinzzuweisung angewiesen, in welcher er neues Kapital gewinnen konnte. Caesar benötigte also eine Revision der Aufgabenzuweisungen.

[...]


[1] Bleicken: Geschichte der römischen Republik, 196.

[2] Bleicken: Geschichte der römischen Republik, 196.

[3] Vgl. ebd., 208.

[4] Bringmann: Römische Republik. 310-311.

[5] Mommsen, Theodor: Römische Geschichte Band 5. 127

[6] cass. dio.

[7] Mommsen, Theodor: Römische Geschichte Band 4. 88-92

[8] Bringmann: Römische Republik. 310-311.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Gaius Iulius Caesar - Der 'bellum civile', unausweichliches Ergebnis Caesars Politik und welche Ereignisse brachten seine Pläne durcheinander?
Hochschule
Universität Paderborn  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Bürgerkriege und sozialpolitische Zerreißproben im Zeitalter der sogenannten Römischen Revolution
Autor
Jahr
2003
Seiten
25
Katalognummer
V70166
ISBN (eBook)
9783638614863
Dateigröße
417 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gaius, Iulius, Caesar, Ergebnis, Caesars, Politik, Ereignisse, Pläne, Bürgerkriege, Zerreißproben, Zeitalter, Römischen, Revolution
Arbeit zitieren
Bastian Hefendehl (Autor), 2003, Gaius Iulius Caesar - Der 'bellum civile', unausweichliches Ergebnis Caesars Politik und welche Ereignisse brachten seine Pläne durcheinander? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70166

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gaius Iulius Caesar - Der 'bellum civile', unausweichliches Ergebnis Caesars Politik und welche Ereignisse brachten seine Pläne durcheinander?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden