Walter Ulbricht - Sein Leben und seine persönlichen Leistungen für den Staat DDR


Seminararbeit, 2001
17 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung

2 Stationen eines Kommunisten 1893 - 1918

3 Von der KPD-Leitung zum Staatsratsvorsitzenden

4 Seine Leistungen für die DDR

5 Ende einer politischen Karriere

6 Zusammenfassung und Bewertung seiner Errungenschaften

Literaturverzeichnis:

1 Einleitung

Im Rahmen des Proseminars „Kommunisten im 20. Jahrhundert“ soll sich diese Arbeit mit der Person Walter Ulbricht befassen. Zu Beginn soll der Weg, den er beschritt, um an die Spitze der Macht zu gelangen, aufgezeigt werden. Dabei wird auf bestimmte Ereignisse, die ihn beeinflussten und so zu einem Wendepunkt in seinem Leben wurden, eingegangen. Ziel dieser Seminararbeit ist es, ihn als politische Persönlichkeit, deren Karriere immer im Vordergrund stand, zu zeigen und seine Leistungen für die DDR sowie deren Bewertung und Folgen aufzuweisen.

Schwerpunkt der hierbei verwendeten Literatur bildet das 1995 erschienene Werk Norbert Podewins „Walter Ulbricht - Eine neue Biographie“. Weiterhin werden Werke von Hermann Weber verwendet, welche sich mit den Leistungen Ulbrichts und den dazu gehörigen geschichtlichen Ereignissen beschäftigen außerdem einige Nachschlagewerke, die zur chronologischen Aufarbeitung dienen. Die Werke von Treue und Valentin sollen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der sowjetischen Besatzungszone sowie der späteren DDR wiedergeben.

2 Stationen eines Kommunisten 1893 - 1918

Walter Ernst Paul Ulbricht wurde am 30.06.1893 als Sohn eines Schneiders in Leipzig geboren. Schon in seiner frühesten Kindheit wurde er durch seine Eltern und ihre politische Einstellung, „beide waren Sozialisten“[1], geformt. Er besuchte die Volkshochschule, in der zu dieser Zeit noch immer unter der „Dreieinigkeit ‚Gott-Kaiser-Vaterland’“ gelehrt wurde. Mit 14 Jahren hatte er das Klassenziel erreicht und begann eine Tischlerlehre.[2] Bereits ein Jahr später 1908 und „mit nur 15 Jahren trat er der sozialistischen Arbeiterjugendbewegung bei“[3].

Nach Abschluss der Tischlerlehre „im Mai 1911 ging er auf die Wanderschaft, zunächst durch Sachsen, dann über Böhmen, Österreich nach Italien und in die Schweiz und kehrte ein Jahr später über Belgien und Holland nach Leipzig zurück“[4]. Die Welt, die er auf dieser eineinhalb Jahre dauernden Reise kennen gelernt hatte, bot sich ihm als schön und interessant sowie voller Ungerechtigkeit und sozialer Härten. Dieses Unrecht musste beseitigt werden und das wollte er mit allen Mitteln erreichen. Die logische Konsequenz, die sich für ihn daraus ergab, war der Eintritt in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands Ende 1912.[5] Da er dennoch unschlüssig über seinen Weg und seine politische Stellung war, las er politische Werke „und bestimmte dann schließlich definitiv seinen Platz im linken Spektrum“[6]. Er schloss sich dem linken Flügel der SPD an, deren leidenschaftliche Wortführerin Rosa Luxemburg war.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges trat er der Leipziger „Liebknecht Gruppe“ bei, die die Burgfriedenspolitik des sozialdemokratischen Parteivorstandes bekämpfte und entschieden für die Beendigung des imperialistischen Krieges eintrat.[7] „Am 23. Mai 1915 erfolgte Walter Ulbrichts Einberufung. Er kam an die Front, kurzzeitig nur nach Galizien, dann für Jahre auf den Balkan: Mazedonien und Serbien.“[8]

Im Frühjahr 1917 brach die deutsche Partei auseinander, und als sich am 6./7. April in Gotha die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) gründete, welcher sich die „Spartakus“ Gruppe von Luxemburg/Liebknecht anschloss, war damit auch Walter Ulbrichts Position bestimmt.[9] Seine Militärlaufbahn endete im Frühjahr 1918, da er desertierte und nach seiner Verhaftung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde.[10] „Als Mitglied des Soldatenrates des XIX. Armeekorps gehörte er zu den Novemberrevolutionskämpfern 1918/19 in Leipzig.“[11]

3 Von der KPD-Leitung zum Staatsratsvorsitzenden

Nach der Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands im Januar 1919 gehörte Walter Ulbricht von Anfang zu ihrer Leitung und zu der Bezirksleitung der KPD Mitteldeutschland.[12]

Ein Fakt in Ulbrichts Leben, blieb selbst nach seinem Tode noch jahrelang verheimlicht. Erst zehn Jahre nach seinem Tode trat die erste Ehefrau Walter Ulbrichts in der Öffentlichkeit auf.

„Er hatte am 7. Februar 1920 in Leipzig geheiratet [...] Eine Tochter wurde 1921 geboren, doch Eheleben im eigentlichen Sinne gab es nicht [...]“.[13]

Im Gegensatz zu seinem Familienleben war seine politische Karriere geordnet und ging ab 1919 zügig und in großen Schritten voran, denn bereits 1920 war er hauptamtlicher Funktionär und durch seine Artikel als Redakteur der Parteizeitung bekannt. Innerhalb von zwei Jahren fiel er in Berlin auf und wurde so „1923 in die Zentrale der Partei gewählt.“ Sein Talent, als so genannter „Wendehals“, rettete ihn einige Male aus politischen Miseren. Doch als die „Linken“ die Führung der KPD übernahmen, verlor er nicht nur seinen Sitz in der Zentrale, sondern wurde auch zur Komintern nach Moskau abgeschoben.[14]

Nach seiner Rückkehr wurde er „1927 als Mitglied ins ZK gewählt“[15]. In den Jahren 1926-28 war er als Abgeordneter des sächsischen Landtags und von 1928-33 des Reichstags tätig. Mit der Nachfolge Piecks, die Walter Ulbricht 1929 antrat, hatte er seinen Erfolgskurs endlich eingeschlagen. Er wurde Politischer Leiter des KPD-Bezirks Berlin-Brandenburg und zog zugleich ins Politbüro der KPD ein, außerdem gehörte er ab 1932 dem KPD-Sekretariat und damit der Spitzenführung an.[16] Im Oktober 1932, nach der Absetzung Remmeles, übernahm Ulbricht seinen Sekretariatsbereich. Diese Position stellte eine „Traumfunktion“ dar, denn ab diesem Zeitpunkt war er für den Gesamtapparat verantwortlich.[17]

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 fand sich der Name des Genossen Walter Ulbricht auf Fahndungslisten wieder. Nachdem sich herumgesprochen hatte, dass Kommunisten verhaftet oder „auf der Flucht erschossen“ wurden, musste er Ende 1933 nach Paris emigrieren.[18] Ab „1934 setzte er sich für eine Änderung der ultralinken Politik der KPD ein und stieg nach Beginn der ‚Volksfront-Politik’ der Komintern 1935 unter Piecks Parteivorsitz zum „starken Mann“ der Exil-KPD auf“[19]. 1937 siedelte er dann in die UdSSR über, wo das Hotel „Lux“ für Jahre sein Wohnsitz wurde. Dort war er während seines gesamten Aufenthaltes politisch aktiv und beteiligt sich unter anderem am Aufbau des Nationalkomitees Freies Deutschland.[20]

Am 30.04.1945 kehrte er mit neun weiteren Männern, darunter „auch Ulbrichts Widerpart Hans Mahle“[21], nach Berlin zurück. Sie wurden unter dem Namen „Gruppe Ulbricht“ bekannt und waren der erste Kader sowjetisch-deutscher Macht, wobei ihre Hauptaufgaben im erneuten Aufbau der KPD und der Errichtung von Verwaltungsbehörden in Berlin lagen. Während dieser Zeit, lief ihr gesamtes Vorgehen unter dem antifaschistisch-demokratischen Leitgedanken.[22] Die SPD sah sich nach Beendigung des II. Weltkrieges ohne ein vergleichbares Zentrum wie das der KPD. Doch gab es Aktivisten, die Pläne zum Neuaufbau der SPD schmiedeten, so zum Beispiel Sozialdemokraten die die Zusammenarbeit mit Kommunisten für angebracht und unausweichlich hielten. Ulbricht allerdings war gegen einen gemeinsamen Weg, da er dadurch seine Position gefährdet sah, und so blieben alle Bestrebungen in dieser Richtung zusammenzuarbeiten ergebnislos.[23]

[...]


[1] Norbert Podewin, Walter Ulbricht. Eine neue Biographie, Berlin 1995, S. 20.

[2] Vgl. Heinz Voßke, Walter Ulbricht. Biographischer Abriß, Berlin 1983, S. 22.

[3] Staatslexikon, Fünfter Band, Freiburg im Breisgau 1989, S. 511.

[4] Ebenda.

[5] Vgl. Podewin, Walter Ulbricht, S. 29.

[6] Ebenda, S. 31.

[7] Vgl. Lexikon, Biographien zur deutschen Geschichte. Von den Anfängen bis 1945, Berlin 1991, S. 519.

[8] Podewin, Walter Ulbricht, S. 38.

[9] Ebenda, S. 40.

[10] Staatslexikon, S. 511.

[11] Voßke, Walter Ulbricht, S. 41.

[12] Vgl. Podewin, Walter Ulbricht, S. 47.

[13] Ebenda, S. 55.

[14] Vgl. Staatslexikon, S. 511.

[15] Ebenda.

[16] Vgl. Staatslexikon, S. 511.

[17] Vgl. Podewin, Walter Ulbricht, S. 102.

[18] Ebenda, S. 105.

[19] Staatslexikon, S. 511.

[20] Vgl. Podewin, Walter Ulbricht, S. 129.

[21] Podewin, Walter Ulbricht, S. 167.

[22] Vgl. Klöss / Valentin, Geschichte der Deutschen. Von Karl dem Großen bis zur Gegenwart, Köln 1993, S. 745.

[23] Vgl. Podewin, Walter Ulbricht, S. 175 f.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Walter Ulbricht - Sein Leben und seine persönlichen Leistungen für den Staat DDR
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Kommunisten im 20. Jahrhundert
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
17
Katalognummer
V70189
ISBN (eBook)
9783638615044
ISBN (Buch)
9783640918225
Dateigröße
449 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Walter, Ulbricht, Sein, Leben, Leistungen, Staat, Kommunisten, Jahrhundert
Arbeit zitieren
Diplom Politikwissenschaftlerin Nicole Haak (Autor), 2001, Walter Ulbricht - Sein Leben und seine persönlichen Leistungen für den Staat DDR, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70189

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