1 Einleitung
Im Rahmen des Proseminars „Kommunisten im 20. Jahrhundert“ soll sich diese Arbeit mit der Person Walter Ulbricht befassen. Zu Beginn soll der Weg, den er beschritt, um an die Spitze der Macht zu gelangen, aufgezeigt werden. Dabei wird auf bestimmte Ereignisse, die ihn beeinflussten und so zu einem Wendepunkt in seinem Leben wurden, eingegangen. Ziel dieser Seminararbeit ist es, ihn als politische Persönlichkeit, deren Karriere immer im Vordergrund stand, zu zeigen und seine Leistungen für die DDR sowie deren Bewertung und Folgen aufzuweisen.
Schwerpunkt der hierbei verwendeten Literatur bildet das 1995 erschienene Werk Norbert Podewins „Walter Ulbricht - Eine neue Biographie“. Weiterhin werden Werke von Hermann Weber verwendet, welche sich mit den Leistungen Ulbrichts und den dazu gehörigen geschichtlichen Ereignissen beschäftigen außerdem einige Nachschlagewerke, die zur chronologischen Aufarbeitung dienen. Die Werke von Treue und Valentin sollen die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der sowjetischen Besatzungszone sowie der späteren DDR wiedergeben.
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Gliederung
1 Einleitung
2 Stationen eines Kommunisten 1893 - 1918
3 Von der KPD-Leitung zum Staatsratsvorsitzenden
4 Seine Leistungen für die DDR
5 Ende einer politischen Karriere
6 Zusammenfassung und Bewertung seiner Errungenschaften
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht das Leben und Wirken von Walter Ulbricht als zentrale politische Führungspersönlichkeit der DDR. Das Ziel ist es, seinen Aufstieg zur Macht nachzuzeichnen, seine spezifischen Leistungen für den Aufbau des sozialistischen Staates kritisch zu würdigen und die Folgen seiner Politik sowie seine historische Bewertung zu analysieren.
- Biographischer Werdegang Ulbrichts vom Kaiserreich bis zur DDR
- Die Etablierung des SED-Regimes und die Bedeutung der Machtstrukturen
- Wirtschaftspolitische Reformen, insbesondere das "Neue ökonomische System"
- Die Rolle Ulbrichts beim Mauerbau und der innenpolitischen Krisenbewältigung
- Historische Einordnung und Vergleich mit zeitgenössischen Staatsführern
Auszug aus dem Buch
4 Seine Leistungen für die DDR
Mit dem Tod des Präsidenten der DDR Wilhelm Pieck am 7. September 1960 begann für Walter Ulbricht ein ganz neues Kapitel seiner politischen Karriere. Das „Gesetz über die Bildung des Staatsrates der DDR“, vom 12. September 1960, schaffte das Amt des Staatspräsidenten ab und ersetzte es durch den „Staatsrat der Republik“, den die Volkskammer auf vier Jahre wählte. Das Amt des Vorsitzenden dieses Gremiums wurde Walter Ulbricht zu teil und so war er auf dem Höhepunkt staatsrechtlicher Kompetenzen angelangt.
Diese Position bedeutete, dass er von niemandem kontrollierbar war, als oberster Gesetzgeber wirkte, die höchste Instanz der Exekutive innehatte, weiterhin als praktisch einzige Instanz der Verfassungsgerichtsbarkeit und als oberstes Organ der Rechtsprechung fungierte. Wesentliche Aufgaben des Staatsrates sollten sich auf die innen- und außenpolitische Repräsentation beschränken. Doch wurde diese Institution vornehmlich für Ulbrichts persönliche Ziele ausgenutzt, indem er neben Repräsentativaufgaben „Strukturfragen des Staatsaufbaus und der Rechtspflege, das Eingabewesen, Angelegenheiten der Bildungs-, Kultur- und Jugendpolitik sowie außen- und wehrpolitische Materien“ behandelte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Person Walter Ulbricht ein und skizziert den Aufbau sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit zur Untersuchung seines politischen Wirkens.
2 Stationen eines Kommunisten 1893 - 1918: Dieses Kapitel beschreibt Ulbrichts Jugend, seine Tischlerlehre, die frühe Politisierung in der Arbeiterbewegung sowie seinen Weg in die KPD bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.
3 Von der KPD-Leitung zum Staatsratsvorsitzenden: Hier wird der Aufstieg Ulbrichts innerhalb der KPD, das Exil, die Rückkehr 1945 und der Weg zur Führungspersönlichkeit der DDR detailliert nachgezeichnet.
4 Seine Leistungen für die DDR: Dieser Abschnitt analysiert die Konsolidierung der Macht Ulbrichts ab 1960, die wirtschaftlichen Transformationsprozesse, den Mauerbau und die Einführung des „Neuen ökonomischen Systems“.
5 Ende einer politischen Karriere: Dieses Kapitel behandelt den Machtverlust Ulbrichts, die parteiinternen Intrigen um Erich Honecker und den Rücktritt von seinen Funktionen im Jahr 1971.
6 Zusammenfassung und Bewertung seiner Errungenschaften: Abschließend erfolgt eine kritische Würdigung von Ulbrichts politischer Bilanz, ein Vergleich mit Konrad Adenauer sowie die Reflexion seiner Rolle als historische Figur.
Schlüsselwörter
Walter Ulbricht, DDR, SED, Sozialismus, KPD, Planwirtschaft, Mauerbau, Staatsratsvorsitzender, politische Karriere, Geschichte, Kollektivierung, Systemkonflikt, deutsch-deutsche Geschichte, Machtstrukturen, 20. Jahrhundert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Seminararbeit behandelt das Leben und die politische Laufbahn von Walter Ulbricht, mit einem besonderen Fokus auf seinen Beitrag zum Aufbau der DDR.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die biographischen Etappen Ulbrichts, seine Machtfestigung, die wirtschaftlichen Reformen der DDR sowie die innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen seines Handelns.
Was ist das primäre Ziel dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, Ulbricht als politische Persönlichkeit zu analysieren und seine Leistungen für den DDR-Staat unter Berücksichtigung der zeitgeschichtlichen Umstände kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der primär biographische Werke und geschichtswissenschaftliche Nachschlagewerke chronologisch und inhaltlich ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von Ulbrichts Anfängen bis zu seinem erzwungenen Rücktritt 1971, wobei insbesondere die wirtschaftlichen Umbrüche der 1960er Jahre und die Machtkämpfe innerhalb der Partei beleuchtet werden.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem SED-Staat, Sozialistische Einheitspartei, Planwirtschaft, "Neues ökonomisches System" und der Staatsrat der DDR.
Wie bewertet die Autorin den Vergleich zwischen Adenauer und Ulbricht?
Die Autorin hält den Vergleich für zutreffend, da beide Politiker die Entwicklung der jeweiligen deutschen Teilstaaten maßgeblich beeinflusst und ihre jeweiligen Systeme stabilisiert haben, wenngleich unter völlig unterschiedlichen politischen Vorzeichen.
Welchen Einfluss hatte der Mauerbau auf Ulbrichts Position?
Der Mauerbau diente zur Machtsicherung des Regimes und stabilisierte Ulbrichts Position, da die wirtschaftliche Lage durch die erzwungene Kontrolle über die Bevölkerung und Arbeitskraft zunächst beruhigt werden konnte.
- Quote paper
- Diplom Politikwissenschaftlerin Nicole Haak (Author), 2001, Walter Ulbricht - Sein Leben und seine persönlichen Leistungen für den Staat DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70189