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Die Faszination des Bösen bei Marquis de Sade - Zwischen Philosophie und Pornographie

Title: Die Faszination des Bösen bei Marquis de Sade - Zwischen Philosophie und Pornographie

Seminar Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanne Becker (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Summary Excerpt Details

„Soll man de Sade verbrennen?“ fragte sich die Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir in ihrem gleichnamigen Essay und scheint damit eine zentrale Frage zur Figur des Marquis de Sade aufgeworfen zu haben, dessen Manuskripte zur Hälfte tatsächlich von seinen Erben und anderen den Flammen übergeben, zensiert, gestohlen und konfisziert worden sind. Von den einen als „einer der nichtswürdigsten Menschen, die je gelebt haben“ und den anderen als genialer Prophet betrachtet, wird der französische Schriftsteller des 18. Jahrhunderts meist einem Extrem zugeordnet, das ihm nicht gerecht zu werden vermag. Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, das skandalträchtige Leben und Werk des berüchtigtsten Verfassers pornographischer Schriften eher ernst als übel zu nehmen, um somit eine objektivere Perspektive auf de Sade erlangen und vermitteln zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Zur Begründung der Thematik

2 Marquis de Sades Werk als Apologie des Bösen

3 Marquis de Sade und die Tugend

3.1 Tugend

3.2 Menschliche Freiheit

3 Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das skandalumwobene Werk des Marquis de Sade kritisch zu untersuchen und ihn nicht lediglich als Verfasser pornographischer Schriften, sondern als Philosophen einer radikalen, naturgegebenen Auffassung des Bösen zu betrachten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern Sades Werk als Apologie des Bösen verstanden werden kann und welches philosophische Verständnis er von Tugend und menschlicher Freiheit vertrat.

  • Analyse des Werks von Marquis de Sade als philosophische Apologie des Bösen.
  • Untersuchung der Verknüpfung von Pornographie und philosophischen Exkursen.
  • Kritische Betrachtung des tugendhaften Handelns im Kontext von Sades Naturphilosophie.
  • Deutung des Freiheitsbegriffs und der Rolle von Normen in Sades libertiner Weltanschauung.
  • Einordnung von Sades Denken in den Kontext der Aufklärung und moderner Gesellschaftsstrukturen.

Auszug aus dem Buch

1 Zur Begründung der Thematik

„Soll man de Sade verbrennen?“ fragte sich die Schriftstellerin und Philosophin Simone de Beauvoir in ihrem gleichnamigen Essay und scheint damit eine zentrale Frage zur Figur des Marquis de Sade aufgeworfen zu haben, dessen Manuskripte zur Hälfte tatsächlich von seinen Erben und anderen den Flammen übergeben, zensiert, gestohlen und konfisziert worden sind. Von den einen als „einer der nichtswürdigsten Menschen, die je gelebt haben“ und den anderen als genialer Prophet betrachtet, wird der französische Schriftsteller des 18. Jahrhunderts meist einem Extrem zugeordnet, das ihm nicht gerecht zu werden vermag. Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, das skandalträchtige Leben und Werk des berüchtigtsten Verfassers pornographischer Schriften eher ernst als übel zu nehmen, um somit eine objektivere Perspektive auf de Sade erlangen und vermitteln zu können.

Ohne Zweifel spielt die Faszination von dem, das im gegenwärtigen Zeitalter als das Böse schlechthin bezeichnet werden würde, bei de Sade eine zentrale Rolle und wird durch die Verknüpfung von philosophischen und pornographischen Elementen in seinem Werk sichtbar gemacht, was es zu untersuchen gilt. Ferner soll sich diese Arbeit der Frage stellen, ob dasjenige, was de Sade verschriftlichte, wirklich als böse gelten kann. Eine Frage, die gewagt scheint, wenn man bedenkt, dass de Sade Mord, Nekrophilie, Folter, Kannibalismus und undenkbares mehr zu den vorherrschenden Themen seiner literarischen Tätigkeit machte. Darüber hinaus erfolgt eine Auseinandersetzung damit, inwiefern man de Sades Werk als Apologie des Bösen bezeichnen könnte und mündet in einem Abriss über de Sades philosophisches Verständnis von der Tugend und der menschlichen Freiheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zur Begründung der Thematik: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Rezeption Sades ein und skizziert das Ziel der Arbeit, ihn als ernstzunehmenden Philosophen statt nur als pornographischen Autor zu betrachten.

2 Marquis de Sades Werk als Apologie des Bösen: Hier wird untersucht, wie Sade das Böse nicht nur darstellt, sondern es zu einem philosophisch rechtfertigbaren Prinzip erhebt, das er als natürliche Gegebenheit betrachtet.

3 Marquis de Sade und die Tugend: In diesem Hauptteil wird dargelegt, warum Tugendhaftigkeit bei Sade als künstlich und nutzlos gilt, und welche Rolle das Laster in seiner Philosophie einnimmt.

3.1 Tugend: Dieser Unterpunkt analysiert, wie Sade die tugendhafte Moral der Gesellschaft dekonstruiert und als Hindernis für ein natürliches, wenn auch grausames Leben entlarvt.

3.2 Menschliche Freiheit: Dieser Unterpunkt beleuchtet den Freiheitsbegriff bei Sade, der die Unterwerfung unter gesellschaftliche Normen ablehnt und Freiheit nur im Einklang mit den Triebkräften der Natur sieht.

3 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel reflektiert Sades Philosophie im Kontext der modernen Gesellschaft und betont die Bedeutung seiner Texte für ein tieferes Verständnis menschlicher Abgründe.

Schlüsselwörter

Marquis de Sade, Das Böse, Tugend, Menschliche Freiheit, Pornographie, Philosophie, Aufklärung, Naturrecht, Laster, Verbrechen, Simone de Beauvoir, Justine, Juliette, Triebstruktur, Gesellschaftskritik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Dimension des Bösen im Werk des Marquis de Sade und versucht, sein skandalumwobenes Schaffen über die bloße pornographische Ebene hinaus zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Rechtfertigung des Bösen, der Ablehnung traditioneller Tugendlehren, dem Konzept der natürlichen menschlichen Freiheit und der Kritik an gesellschaftlichen Konventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, de Sades Leben und Werk objektiver zu betrachten und nachzuweisen, dass er hinter seinen provokanten Schriften eine tiefgehende philosophische Absicht verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interpretative Textanalyse, um anhand von Primärtexten Sades und sekundärliterarischer Einordnung, wie durch Simone de Beauvoir, eine philosophische Argumentationslinie nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Sades Apologie des Bösen, eine detaillierte Kritik am Konzept der Tugend sowie eine Analyse seines Verständnisses von Freiheit in einer libertinen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Marquis de Sade, Das Böse, Tugend, Freiheit, Naturrecht, Laster und Aufklärung.

Wie definiert Sade das "Verbrechen" in seinen Schriften?

Laut Sade ist ein Verbrechen oft nur eine bewusste oder unbewusste Übertretung gesellschaftlicher Regeln, die in der Natur als solches jedoch keine objektive Existenz besitzt.

Warum hält Sade die Tugend für nutzlos?

Für Sade ist Tugend ein von Regierung und Gesellschaft konstruiertes Konzept, das den Menschen unterdrückt, während das natürliche Handeln – auch wenn es als böse bezeichnet wird – eine essenzielle Rolle für die Weltordnung spielt.

In welchem Bezug steht Sades Philosophie zum modernen Zeitalter?

Die Autorin argumentiert in der Schlussbetrachtung, dass Sades Auseinandersetzung mit dem Bösen auch für die Moderne konstitutiv bleibt, da sie fundamentale Fragen über menschliche Triebe und gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufwirft.

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Details

Title
Die Faszination des Bösen bei Marquis de Sade - Zwischen Philosophie und Pornographie
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
Philosophien des Bösen
Grade
1,0
Author
Susanne Becker (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V70192
ISBN (eBook)
9783638615075
ISBN (Book)
9783638910033
Language
German
Tags
Faszination Bösen Marquis Sade Zwischen Philosophie Pornographie Philosophien Bösen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Becker (Author), 2007, Die Faszination des Bösen bei Marquis de Sade - Zwischen Philosophie und Pornographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70192
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