Das Programm „Kulturhauptstadt Europas“ hat sich seit seiner Entstehung in den 1980er Jahren stark verändert: Neue Zielvorgaben, Bewerbungsverfahren und Finanzierungsmodalitäten wurden eingeführt. Obwohl mit Essen nicht zum ersten Mal eine deutsche Stadt den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ trägt, steht ein umfassender, wissenschaftlicher Vergleich der Konzepte der Europäischen Kulturhauptstädte Weimar (1999) und Essen (2010) aus.
Diese Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Projekten der beiden Städte. Sie fragt, inwiefern Weimar und Essen den Vorgaben des Kulturhauptstadt-Programms entsprechen. Würde Weimar den aktuellen Anforderungen an eine Kulturhauptstadt Europas gerecht werden und inwiefern hat es die damaligen Vorgaben erfüllt? Wie setzt Essen die aktuellen Kriterien um, nach denen es den Titel erhielt?
Inhaltsverzeichnis
1. Untersuchungsgegenstand
2. Geschichte und Entwicklung des Programms „Kultur(haupt)stadt Europas“
3. „Weimar 1999 – Kulturstadt Europas“
3.1. Allgemeine Einordnung in das Programm „Kulturstadt Europas“
3.2. Ausgewählte Aspekte
3.2.1. Europäische Dimension
3.2.2. Stadt und Bürger
3.2.3. Nachhaltigkeit
3.3. Zwischenfazit
4. „Essen – Kulturhauptstadt Europas 2010“
4.1. Allgemeine Einordnung in das Programm „Kulturhauptstadt Europas“
4.2. Ausgewählte Aspekte
4.2.1. Europäische Dimension
4.2.2. Stadt und Bürger
4.2.3. Nachhaltigkeit
5. Zusammenfassender Vergleich
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die Konzepte der Kulturhauptstädte Weimar (1999) und Essen (2010) hinsichtlich ihrer Programmstruktur, um die Entwicklung der Kulturpolitik der Europäischen Union sowie des Kulturhauptstadt-Projektes zu analysieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die Anforderungen an europäische Dimension, Bürgerpartizipation und Nachhaltigkeit über die Zeit verändert haben und inwieweit die Städte diese erfüllen.
- Entwicklung und historischer Kontext des EU-Programms „Kulturhauptstadt Europas“
- Vergleich der Programmkonzepte von Weimar 1999 und Essen 2010
- Analyse der europäischen Dimension und des europäischen Mehrwerts
- Untersuchung der lokalen Partizipation und Bürgeridentifikation
- Bewertung von Nachhaltigkeitsstrategien bei kulturellen Großveranstaltungen
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Europäische Dimension
Im Laufe des europäischen Einigungsprozesses hat sich die Erkenntnis verfestigt, dass die Einbeziehung der Kultur in die Gemeinschaftspolitik eine unabdingbare Voraussetzung für ein Zugehörigkeitsgefühl der Bürger in den EU-Mitgliedsstaaten ist. Das Programm „Kulturhauptstädte Europas“ soll zur Ausbildung eines europäischen Bewusstseins und einer darauf aufbauenden europäischen Identität beitragen. Natürlich sind identitätssteigernde Effekte empirisch schwer zu belegen. Um den Nutzen für die europäische Einigung zumindest ansatzweise zu erfassen, muss danach gefragt werden, welche Identifikationsangebote das jeweilige Konzept einer Stadt bereithält. Was ist europäisch am Projekt?
Ausgangspunkt der Weimarer Programmgestaltung war die Frage danach, was Weimar in Europa ausmacht, wofür der Name der Stadt steht und welche historischen und kulturellen Linien sich in ihr verfolgen lassen. Zur besonderen Eignung des Ortes als Kulturstadt Europas heißt es: „Der Name Weimars stand (…) für europäisches Denken schon zu Zeiten, als man überall noch um nationale Identitäten rang. Hier konzentriert sich auf engstem Raum deutsche und europäische Kulturgeschichte wie sonst nur in großen Metropolen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Untersuchungsgegenstand: Einführung in die Relevanz des Kulturhauptstadt-Programms und Vorstellung der Vergleichsbasis zwischen Weimar und Essen.
2. Geschichte und Entwicklung des Programms „Kultur(haupt)stadt Europas“: Überblick über die historische Entwicklung der EU-Initiative von 1985 bis hin zur Neukonzeption Ende der 90er Jahre.
3. „Weimar 1999 – Kulturstadt Europas“: Analyse des Weimarer Modells bezüglich der europäischen Dimension, der Einbindung der Bürger und der Nachhaltigkeitsaspekte.
4. „Essen – Kulturhauptstadt Europas 2010“: Untersuchung der Essener Bewerbung und Programmgestaltung als modernes Beispiel eines regionalen Strukturwandels durch Kultur.
5. Zusammenfassender Vergleich: Gegenüberstellung der unterschiedlichen Entwicklungsphasen und kulturpolitischen Ansätze beider Städte.
6. Ausblick: Bewertung der Zukunftsperspektiven des Kulturhauptstadt-Projektes angesichts neuer EU-Kriterien und gesellschaftlicher Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Kulturhauptstadt Europas, Weimar 1999, Essen 2010, Kulturpolitik, Europäische Dimension, Bürgerpartizipation, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Stadtentwicklung, Europäische Union, Kulturstadt, Ruhrgebiet, Identität, Programmkonzept, Vernetzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Programmkonzepte des EU-Programms „Kulturhauptstadt Europas“ anhand eines Vergleichs zwischen Weimar (1999) und Essen (2010).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die europäische Dimension der Veranstaltung, die Beteiligung der Bürger sowie die Nachhaltigkeit der durchgeführten Kulturprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel der kulturpolitischen Anforderungen der EU an die Kulturhauptstädte aufzuzeigen und zu analysieren, wie unterschiedlich Weimar und Essen diese Herausforderungen in ihren Konzepten umgesetzt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen Ansatz, der Dokumente, Evaluationsstudien und Bewerbungsschriften der Städte systematisch miteinander vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Entstehungsgeschichte des Programms und bewertet dann, wie Weimar und Essen in Bezug auf europäische Ausrichtung, lokale Partizipation und langfristige Nachhaltigkeit abschneiden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kulturhauptstadt, Strukturwandel, Europäische Identität, Partizipation, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung sind die zentralen Schlagworte.
Inwiefern unterscheidet sich die Bürgerbeteiligung in Weimar und Essen?
In Weimar gab es anfangs Spannungen zwischen der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft, während das Projekt Essen bereits in der Bewerbungsphase eine breite, proaktive Partizipation und Identifikation der Bevölkerung erreichte.
Warum wird das Essener Modell als innovativ für die Zukunft bezeichnet?
Essen nutzt Kultur als zentrales Instrument für einen ganzheitlichen regionalen Strukturwandel, der über das rein kulturelle Ereignis hinausgeht und die Transformation einer ehemaligen Industrieregion in eine zukunftsfähige Metropole vorantreibt.
- Quote paper
- Janine Wergin (Author), 2007, Entwicklungsetappen im Programm 'Kulturhauptstadt Europas'. Ein Vergleich zwischen den Konzepten von Weimar (1999) und Essen (2010), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70195