Zum Einstieg in die Thematik wird der Begriff der Psychoregulation erklärt. Da die Entwicklung psychologischer Trainingsformen in den letzten 30 Jahren sehr rasant zugenommen und sich dabei eine große terminologische Vielfalt entwickelt hat, ist es schwer eine systematische Orientierung, oder gar eine einheitliche Theorie des psychologischen Trainings zu finden. Die Arbeit versucht deshalb besonders die Unterscheidung zwischen den Methoden zur Verbesserung der Selbstkontrolle, sowie den Methoden zur Verbesserung der Technik herauszustellen, um anschließend die Möglichkeit der konkreten Anwendung im Volleyballsport zu geben.
Bei den psychoregulativen Methoden der Selbstkontrolle wird nochmals zwischen Entspannungsmethoden (hierzu zählen vor allem: Atmung, Biofeedbackverfahren, Progressive Muskelentspannung, Psychohygiene Training und die Aktiv-Therapie), kognitiven Verfahren zur Stressregulation (hier besonders die Techniken der Selbstgespräche, Selbstsuggestion und Affirmationen; Positives Denken; Gedankenstopp und Rationales Denken) und Zielsetzungen unterschieden.
Die psychoregulativen Methoden zur Verbesserung der Technik beinhalten zum einen das Observative Training und zum anderen das Mentale Training. Hierbei werden auch beim Mentalen Training noch weitere folgende Techniken betrachtet: Verbales Training, Subvokales Training, und Ideomotorisches Training.
Anhand dieser versuchten Systematisierung der diversen Psychoregulationstechniken werden anschließend noch mögliche Anwendungsgebiete dieser Techniken im Volleyball genannt. Zu beachten ist hierbei die Differenzierung der Anwendbarkeit vor, während, oder nach dem Training oder Wettkampf.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Psychoregulation
3. Psychoregulative Methoden zur Verbesserung der Selbstkontrolle
3.1. Entspannungsmethoden
3.1.1. Atmung
3.1.2. Biofeedbackverfahren
3.1.3. Progressive Muskelentspannung (PMR)
3.1.4. Psychohygiene Training (PT)
3.1.5. Aktiv Therapie (ATP)
3.2. Kognitive Verfahren zur Stressregulation
3.2.1. Selbstgespräche, Selbstsuggestion und Affirmationen
3.2.2. Positives Denken
3.2.3. Gedankenstopp
3.2.4. Rationales Denken
3.3. Zielsetzungen
4. Psychoregulative Methoden zur Verbesserung der Technik
4.1. Observatives Training
4.2. Mentales Training
4.2.1. Verdecktes Wahrnehmungstraining
4.2.2. Verbales Training
4.2.3. Ideomotorisches Training
5. Konkrete Anwendbarkeit im Volleyballsport
5.1. Vor dem Wettkampf
5.2. Während dem Wettkampf
5.3. Nach dem Wettkampf
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Psychoregulationstechniken im Volleyball, um die psychischen Voraussetzungen für optimale sportliche Leistungen zu schaffen und eine volleyballspezifische Anwendung dieser Methoden in der Trainingspraxis zu ermöglichen.
- Methoden der Psychoregulation und Stressbewältigung
- Techniken des Mentalen Trainings zur Leistungsoptimierung
- Systematische Zielsetzung im Mannschaftssport
- Methoden zur Verbesserung der technischen Handlungsabläufe
- Transfer der psychologischen Verfahren in den Wettkampfalltag
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Verdecktes Wahrnehmungstraining
Der Übende konzentriert sich nicht wie beim observativen Training auf eine zu beobachtende Vorlage, sondern er versucht, in seiner Vorstellung eine andere Person in der Ausführung eines bestimmten Bewegungsablaufs zu beobachten (ein Bild der Bewegungsausführung einer anderen Person „vor Augen“ haben).
Es wird vorzugsweise angewendet, wenn das eigene Bewegungsmuster fehlerhaft bzw. noch nicht vollständig ausgebildet ist. Es kann deshalb sowohl zum Erlernen neuer Bewegungen als auch zur Festigung einer bereits beherrschten Fertigkeit oder zur Korrektur bzw. zum Umlernen einer Technik eingesetzt werden.
Voraussetzung ist das Vorhandensein der Vorstellung des perfekten Bewegungsablaufs eines anderen. Die hierfür erforderliche Information erhält man durch das Beobachten eines Sportlers, der die Bewegung vollendet beherrscht (auch mit Video möglich).
Wesentlich ist die innere Vergegenwärtigung des idealen zeitlichen und rhythmischen Ablaufs des Vorbilds, das klare Erkennen von Beschleunigungsakzenten oder von verhaltenen, von langsam sich steigernden Bewegungseinsätzen. Man sieht beispielsweise einen perfekten Volleyballspieler beim Sprungaufschlag und sieht in allen Einzelheiten, den Ballanwurf, den Auftaktschritt mit Stemmschritt, das Abspringen, das Zurückführen des Schlagarms, die Bogenspannung in der Luft, dann die peitschenartige Schlagbewegung und schließlich die Landung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Psychoregulationstechniken im Kontext einer literaturbasierten Hausarbeit mit dem Ziel der volleyballspezifischen Anwendung.
2. Psychoregulation: Definition und Kategorisierung psychoregulativer Maßnahmen zur Aktivierung und Erholung im sportlichen Leistungskontext.
3. Psychoregulative Methoden zur Verbesserung der Selbstkontrolle: Darstellung von Entspannungstechniken und kognitiven Verfahren zur Stressregulation sowie deren Bedeutung für die Leistungsfähigkeit.
4. Psychoregulative Methoden zur Verbesserung der Technik: Erläuterung methodischer Ansätze des mentalen und observativen Trainings zur Optimierung technischer Bewegungsabläufe.
5. Konkrete Anwendbarkeit im Volleyballsport: Anwendungsorientierte Diskussion, wie psychoregulative Techniken gezielt vor, während und nach Wettkämpfen im Volleyball eingesetzt werden können.
6. Zusammenfassung: Schlussbetrachtung zur Notwendigkeit der Integration psychologischer Betreuung im Volleyballleistungssport durch Psychologen und qualifizierte Trainer.
Schlüsselwörter
Psychoregulation, Volleyball, Mentales Training, Entspannungstechniken, Stressregulation, Selbstkontrolle, Atemtechniken, Affirmationen, Zielsetzung, Observatives Training, Verdecktes Wahrnehmungstraining, Ideomotorisches Training, Wettkampfvorbereitung, Selbstgespräche, Leistungssteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Anwendung psychoregulativer Techniken im Volleyballsport zur Optimierung der sportlichen Leistung durch mentale Methoden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören Entspannungsmethoden, kognitive Stressregulation, mentales Training sowie die praktische Anwendung dieser Techniken im Trainings- und Wettkampfalltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus einer Vielzahl theoretischer Verfahren die für Volleyballer sinnvollsten Techniken auszuwählen und Wege für deren Umsetzung in der Praxis aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbezogene Arbeit, die existierende Verfahren der Sportpsychologie analysiert und für den spezifischen Kontext des Volleyballsports zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Methoden zur Selbstkontrolle, kognitive Verfahren zur Stressregulation, Zielsetzungen und spezifische mentale Trainingsmethoden zur Technikverbesserung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Psychoregulation, Volleyball, Mentales Training, Entspannung, Stressregulation, Zielsetzung und Leistung sind die prägenden Begriffe.
Wie unterscheidet sich das ideomotorische Training von anderen Methoden?
Es gilt als die intensivste Form des mentalen Trainings, bei der die Vorstellung der Bewegung zu einer schwachen Muskelkontraktion führt, was eine gute Grobformbeherrschung voraussetzt.
Welche Rolle spielen Selbstgespräche im Volleyball?
Sie dienen der kognitiven Steuerung und Regulation von Emotionen, um in Belastungssituationen leistungsstark zu bleiben und negative Gedanken zu ersetzen.
Warum wird im Fazit die Einbindung von Psychologen gefordert?
Aufgrund der Komplexität der Verfahren wird ein ausgebildeter Psychologe als unverzichtbarer Teil des Trainerstabs im Leistungssport empfohlen, um eine professionelle psychologische Ausbildung zu gewährleisten.
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- Stefan Scherer (Author), 2006, Psychoregulationstechniken im Volleyball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70279